Amberger Chorgemeinschaft

J. S. Bach h-moll-Messe
Pfarrkirche Ammersricht

(6. April 2003)

Bachs universeller Geist tönend lebendig

Höchste Ansprüche erfüllt: Amberger Chorgemeinschaft und Forchheimer Kammerorchester

Zwei Stunden dichteste Musik, immer tiefgründig, technisch höchst anspruchsvoll - kann das die Amberger Chorgemeinschaft ohne größere Abstriche umsetzen? Etwaige Zweifel wurden von Anfang an zerstreut.

Berthold Höps, Dirigent nicht nur des bestens disponierten Chores, sondern auch des sehr aufmerksam agierenden Forchheimer Kammerorchesters und der höchst ansprechenden Bläser des Opernhauses Nürnberg ließ den Anfang wuchtig meißeln...

Satz um Satz zeigte der in jeder Stimme kraftvoll auftrumpfende Chor, dass er hervorragend vorbereitet war und gewillt war, sein Bestes zu geben.

Unerhört dichte Momente

So gelangen tatsächlich unerhört dichte Momente, wurde Bachs universeller Geist greifbar, tönend lebendig. Etwa im wunderbar ausgewogenen "Gratias", das die Mitwirkenden in sich ruhend und doch machtvoll gaben oder später im "Et resurrexit", dem Auferstehungschor: Chor und Orchester trieben hier das Geschehen mit höchster Disziplin und stetiger Energie voran.

Auch der Schlusschor des "Gloria", die Fuge über "Cum sancto spiritu" konnte begeistern: Chor und Orchester zelebrierten exakte Koloraturen und kraftvolle Fanfarenklänge, türmten große musikalische Architektur auf, welche die strahlende Herrlichkeit der göttlichen Kraft wahrhaft "stimmig" ertönen ließ. Erstaunlich, dass der fast durchwegs mit Laienstimmen besetzte Chor auch in der Lautstärke mit dem vollen Blechbläsersatz mithalten konnte! Zudem machte sich immer wieder positiv bemerkbar, dass Höps den Chor auch im a-cappella Singen schult und unerbittlich auf klare Deklamation beharrt...

"Dona nobis pacem. Gib uns den Frieden." Dieser herrliche Chorsatz, der begeisterte und zugleich betroffen machte, beschloss ein Konzert, das wahrlich höchsten Ansprüchen genügen konnte. Langanhaltender und herzlicher Beifall belohnte diese grandiose Leistung!



Amberger Zeitung, 9. April 2003


Bachs H-Moll-Messe brillant dargeboten

Den Freunden sakraler Musik wurde am Sonntagabend in der Ammersrichter St. Konrad Kirche etwas Besonderes geboten. (...) Im Verlauf von zwei Stunden durften die Zuhörer miterleben, in welch beeindruckender Weise die Amberger Chorgemeinschaft, das Forchheimer Kammerorchester, Bläser des Nürnberger Opernhauses und vier Vokalsolisten unter der Gesamtleitung von Berthold Höps dieses technisch sehr anspruchsvolle Meisterwerk brillant darboten.

Zur Einstimmung intonierte der Chor fünfstimmig das "Kyrie eleison" und überzeugte auch im weiteren Verlauf des Abends mit seiner gesanglichen und interpretativen Leistung. Ausdruck und stimmliche Qualität zeugten von so hohem Niveau, dass man gar nicht annehmen wollte, dass der Chor zum größten Teil aus "Laien" besteht. Zudem wurde der Chor von Satz zu Satz sicherer und harmonierte in ausgezeichneter Weise mit dem Orchester, was etwa im "Gloria" eindrucksvoll deutlich wurde.

Wie der lang anhaltende Schlussapplaus des begeisterten Auditoriums zeigte, war es eine sehr gelungene Veranstaltung. Der Beifall als Lohn für diese ausgezeichnete Interpretation eines technisch so anspruchsvollen Meisterwerkes von Bach war denn auch mehr als gerechtfertigt. Alle Beteiligten gaben ihr Bestes, um unter der exakten Stabführung von Berthold Höps zum Gelingen des Abends beizutragen.

Amberger Nachrichten (Mittelbayerische Zeitung), 11. April 2003




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