Amberger Chorgemeinschaft

G. F. Händel Israel in Ägypten
Pfarrkirche Ammersricht

(4. April 2004)

Großartiges Chorwerk mit jubelndem Finale

Chorgemeinschaft führt in St. Konrad "Israel in Ägypten" von Georg Friedrich Händel auf

Mit "Israel in Ägypten" hat die Amberger Chorgemeinschaft ein Oratorium ins Programm gehoben, das mit Fug und Recht als wirkliches "Chorwerk" bezeichnet werden kann. Im Gegensatz zu einigen der anderen Oratorien Georg Friedrich Händels, die - schon die Titel wie "Julius Caesar" oder "Xerxes" verraten es - einzelne Personen als "Helden" herausstellen, ist bei "Israel in Ägypten" ein ganzes Volk der Hauptprotagonist.

Schon eine gute halbe Stunde vor Konzertbeginn strömten am frühen Sonntagabend die Freunde des Chorgesangs nach Ammersricht in die St.-Konrad-Kirche, wo die Mitglieder der Chorgemeinschaft als Gottes auserwähltes Volk den Altarraum in Beschlag nahmen. Für die Instrumentalbegleitung haben die Amberger Sängerinnen und Sänger zwei hervorragende Ensembles verpflichten können. Die Streicher des Forchheimer Kammerorchesters bildeten die musikalische Basis des umfangreichen Werkes. Verstärkt wurden sie kongenial durch die Bläsergruppe der Kammerphilharmonie St. Petersburg.

Den ersten Teil bestritt die Chorgemeinschaft fast ganz allein. Von sechzehn Stücken blieben allein elf ausschließlich dem Chor vorbehalten. Nur drei Arien und zwei Rezitative erlaubten Sängern eine kleine Verschnaufpause. Nicht ganz so chorlastig, aber immer noch weit mehr als das "übliche Maß" von den Amateur-Künstlern fordernd, war dann der zweite Teil. Sie stellten sich dieser enormen Herausforderung und begeisterten durch eine facettenreiche und vor allem lupenreine Interpretation der schwierigen Partitur. Beginnend mit dem verzagt zaudernden Lamento des geknechteten Volkes Israel steigerten sich die Choristen bis hin zum grandiosen Forte in den in Noten gesetzten biblischen Plagen.

[...] Berthold Höps vereinte und leitete die verschiedenen Gruppen und die Solisten souverän. Sein unspektakulärer, angenehm zurückhaltender, aber sehr präziser Dirigierstil forderte die Mitwirkenden bis zur letzten Minute. Mit ungeheuerer Konzentration, die trotz der Musizier- und Sangesfreude zu jeder Zeit spürbar war, arbeiteten sich die Sänger, Streicher und Bläser stringent auf das jubelnde Finale zu [...].

Amberger Zeitung, 6. April 2004




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