| Die letzten Aktionen:
Das war der Stand Ende Januar 2001. Doch der Widerstand geht weiter. Der Initiativkreis
trifft sich weiter alle 3 Wochen zum Erfahrungsaustausch und um neue Aktivitäten zu
planen. Er unterstützt auch Bürgerinitativen in anderen Kommunen, sei es durch
Ratschläge, oder einfach nur, um ihnen durch den Besuch von Veranstaltungen den Rücken
zu stärken.
Unter anderem regt sich in unserer Region der Widerstand auch in Waldeck (mit deren
Bürgerinitative eng zusammengearbeitet wird), in Trabitz, Mitterteich, Wonsees, Bindlach,
Himmelkron, Vorbach oder Eckhardtsreuth (bei Kirchenpingarten). Hier waren die Leute vor
Ort besonders erfindungsreich, indem sie auf den Funkmast einen hölzernen Storch setzten.
1. Bgm. Reindl setzte sich mit einem Anwalt in Lüneburg in Verbindung, der sich auf
den Boykott von Mobilfunkanlagen spezialisiert hat, schrieb an die Umweltminister Trittin
und Schnappauf und besuchte ein Seminar des Bayerischen Gemeindetags zu diesem Thema. Er
sprach auch gemeinsam mit Vertretern der Initiative bei Landrat, Bauamt und Gesundheitsamt
vor.
Ferner wurden 2 Diskussionsveranstaltungen des Bund Naturschutz (BN) in Regensburg und
Nürnberg besucht, wo auch Stragegien zum Mobilfunkboykott erarbeitet wurden. Die
Fernsehkindersendung "Logo" nahm Kontakt auf, außerdem veranstalteten Eltern
aus dem Initativkreis im Kindergarten einen Tag unter dem Motto "mit allen Sinnen
erleben".
Die Telekom-Tocher "DeTe Mobil" hüllte sich weiterhin in Schweigen und
Arroganz. Es kommt nur immer der gleiche lapidare und stumpfsinnige Antwort, daß sie
nicht mit Leuten diskutieren, die von der "Bürgerwelle" unterstützt werden.
Dann riefen die beiden Moderatorinnen des Bayrischen Rundfunks Nortrud Semmler und Uli
Hesse an, da sie eine Live-Sendung aus Kulmain zu diesem Thema machen wollten. Am 23. Juli
2001 um 10.03 Uhr fand dann die Podiumsdiskussion statt, die live im "Notizbuch"
in Bayern2 ausgestrahlt wurde. Neben Wilma Haßmann und Thomas Maschauer von der
Bürgerinitative und Bürgermeister Hans-Gerd Reindl nahmen Prof. Dr. Heyo Eckel
(Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer) Reinhart Lemke (Zahnmediziner) und Dr. Thomas
Fritsch (Netzexperte) teil.
Nur die Telekom glänzte mal wieder mit Abwesenheit. Sie hatte wochenlang den
Bayerischen Rundfunk hingehalten und erst 2 Tage vor Austrahlung lapidar mitgeteilt, daß
sie nicht teilnehmen würde, da sie "mit der Gemeinde Kulmain im Rechtsstreit
liegen" würden.
In der 1 1/2 stündigen Diskussion, an der auch besorgte Bürger teilnahmen, wurde die
Gefährlichkeit der Mobilfunkanlagen ein weiteres Mal eindringlich bestätigt.
Im August wurden wir durch die Presse informiert, daß auf einer Aral-Tankstelle in
Kemnath ein Mobilfunkmast aufgestellt wird. Der Aral-Konzern beabsichtigt, alle
Tankstellen für diesen Zweck zur Verfügung zu stellen. Der Kemnather Stadtrat genehmigte
dies mit 12:7 Stimmen (!). Am 13. August wurde Bürgermeister Reindl von der Telekom
informiert, daß die Anlage in Kulmain in den nächsten 2 Tagen in Betrieb geht. Einen
nochmals angebotenen Alternativ-Standort (weg vom Kindergarten) wurde abgelehnt. Am
nächsten Tag riefen zahlreiche betroffene Bürger bei der Telekom an. Außerdem wurde ein
Leserbrief an den "Neuen Tag" in
Weiden geschrieben, dem nach einer Gegenreaktion ein weiterer folgte.
Mitte September 2001 veranstaltete die JU Kemnath in Waldeck einen Infoabend zum Thema
Mobilfunk. Es referierte der Strahlenexperte der CSU im Bayerischen Landtag (der Name ist
entfallen). Er gab sich sehr moderat und versuchte sachlich, die Standpunkte darzustellen.
Es war ihm anzumerken, daß er die Bedenken und Sorgen der Bürger ernst nahm. Zerstreuen
konnte er aber die Bedenken der meisten Zuschauer auch nicht. Aber auch er prangerte das
Vorgehen der Telekom an.
Auch in Kastl macht sich seit dem Winter 2001 Empörung breit. Wieder einmal die
Telekom baut in dem Ort gegen den erbitterten Widerstand der Bürger einen Sendemasten
auf. Geradezu menschenverachtend mutet aber die Reaktion der Grundstückseigentümerin
(IEM Fördertechnik) an, die sarkastisch an die Gemeindeverwaltung mitteilte, dass sie
"sehr erfreut sei, diesen Mobilfunkmasten bei der Gemeinde anzumelden".
Dieses Jahr wurden außer den regelmäßigen Treffen wenig unternommen. Um den
Betreibern aber zu zeigen, dass wir noch nicht auf- geben haben, schickte eine engagierte
Mobilfunkgegnerin Herrn Schwarz von der Telekom eine Sonneblume mit dem Text "Wir
leben noch!". Momentan geht es an die endgültige Planung, ein Schild mit der Warmung
vor den Gefahren des Mobilfunks am Ortseingang von Kulmain aufzustellen.
Fortsetzung folgt...........
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