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LESERBRIEF (vom 27.08.01): Der Vorsitzende der JU Kemnath, Thomas
Völkl erwiderte in einem Leserbrief die Sache aus seiner Sicht und versuchte, das Thema
politisch auszunutzen.
Bürgerlisches Engagement und Basisarbeit - etwa in Bürgerinitativen,
Vereinen oder Parteien - sind unverzichtbar für unsere Demokratie. Notwendige Reformen
werden oft erst dadurch auf den Weg gebracht. Insofern ist die Arbeit der Bürgerwelle
e.V. ausdrücklich zu loben, weil sie die Gesellschaft und auch die Politik auf das
mögliche Gefährdungspotential durch Mobilfunkstrahlung aufmerksam gemacht hat. Dadurch
hat in vielen Köpfen schon ein Umdenkungsprozess eingesetzt. Dennoch ein paar kritische
Anmerkungen zum Leserbrief von Herrn Bayer.
Wenn beklagt wird, dass die Telekom "arrogant einen von der Gemeinde
angebotenen Alternativstandort" ablehnt, ist das nur die halbe Wahrheit. Herr Bayer
müsste darüber hinaus beklagen, dass Rot-Grün die Baugesetze nicht dahingehend ändert,
damit Kommunen auf die Standorte der Anlagen einfluß nehmen können. Die Bundesregierung
tut sich jedoch schwer, der Telekommunikationswirtschaft Knüppel zwischen die Beine zu
werfen nach den gigantischen Einnahmen durch den Verkauf der UTMS-Lizenzen.
Zur Kritik am Verhalten des Kemnather Stadtrats möchte ich bemerken, dass
dieser dem Bau des Sendemasts in der Nähe von Waldeck nur deshalb zugestimmt hat, weil
der Standort relativ weit entfernt von der nächsten Ortschaften Zwergau und Waldeck
liegt. Damit soll vermieden werden, dass sich die Betreiber einen anderen und für die
Menschen möglicherweise gefährlicheren Standort suchen. Der Bau ist an sich nicht zu
verhindern, jedenfalls nicht durch den Kemnather Stadtrat.
Wer glaubt oder den Eindruck erwecken will, dass Mobilfunk gänzlich zu
verhindern sei, gibt sich einer Illusion hin und wird letzlich unglaubwürdig. Die Politik
muss versuchen, die Gefährdung zu minimieren.
Die Junge Union Kemnath vertritt daher die Meinung, solange die
Gefährlichkeit nicht geklärt ist, sollten Mobilfunkmasten zumindest in der Nähe von
Kindergärten, Schulen, SEniorenheimen usw. nicht aufgestellt werden dürfen. Um dies zu
gewährleisten, ist es notwendig, dass der Gesetzgeber das Baurecht so ändert, dass die
Kommunen über die Standorte von Antennenanlagen mit entscheiden können.
Zudem sollte der rot-grüne Bundesfinanzminister aus den
Milliardenerlösen der UTMS-Versteigerung ausreichende Mittel für die Erforschung von
Elektrosmog und gepulster Strahlung zur Verfügung stellen.
Thomas Völkl
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