| Der Deutschlandfunk belegt die Mittelwelle
von zwei Standorten aus:
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In Königslutter war zeitweise noch
eine zweite Frequenz beheimatet:
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Als dritten Sender nach der Hamburger Langwelle 151 kHz und der Mittelwelle Mainflingen 1538 kHz bekam der neugegründete landesweite Hörfunksender Deutschlandfunk im September 1962 den 100-kW-Mittelwellensender Königslutter 755 kHz. Die Sendeanlage befindet sich fast direkt am Autobahnkreuz Wolfsburg / Königslutter. Man sieht die von der Deutschen Telekom betriebene Sendeanlage (52°17‘32“N 10°43‘32“O) auch vom Zug aus gut: Drei Masten, einer, der zeitweise als Rundstrahler für Mega Radio eingesetzt wurde, die anderen beiden für den Deutschlandfunk als Richtsystem mit Ausblendung in Richtung Lugoj (Rumänien).
Auf Gleichwelle
mit Ravensburg
Ab dem 30. Sept. 1962 sendeten Königslutter
(100 kW) und Ravensburg (20 kW) offiziell für den Deutschlandfunk.
Die anfängliche Sendezeit 4.58-19.45 Uhr Ortszeit wurde 1963 bis 22.00
Uhr ausgedehnt. Die Sendeleistung von Königslutter wurde ebenfalls
1963 auf 200 kW verdoppelt.
Am 1. Dezember 1962 kam Ravensburg als
Sender für Südwestdeutschland dazu, so dass sich nun zwei DLF-Sender
die Welle teilten.
Aufgrund der unterschiedlich langen Ausbreitungswege
kommt es bei Gleichwellen je nach Region zu Verwirrungseffekten und Echos.
Unglücklicherweise bekam man die Effekte des Gleichwellenbetriebs
nie völlig in den Griff. Am 28. Okt. 1963 übernahm Königslutter
vom American Forces Network die Mittelwelle 548 kHz, so dass die 755 kHz
ab April 1968 nur tagsüber mit 200 kW in Rundstrahlung betrieben wurde.
Ravensburg hatte tagsüber 100 kW und nachts 20 kW in Rundstrahlung.
Am 23. November 1978 trat ein neuer Wellenplan in Kraft, der für zunächst elf Jahre die Zuweisungen für 10000 Lang- und Mittelwellen in Europa, Afrika, Asien und Ozeanien regelte. Die 548 kHz wurde abgegeben, und die andere auf 756 kHz erhöhte Welle konnte mit erhöhter Leistung betrieben werden: mit 800 kW tagsüber und 200 kW nachts.
Für den Tagesbetrieb nutzte man den ehemals für 548 kHz eingesetzten Großsender in Rundstrahlung, nachts schaltete man den 200-kW-Sender an die Richtantenne.
Heute ist die Zeit der Röhrensender vorbei. Die früher genutzten Röhrensender mit bis zu 800 kW Leistung sind inzwischen demontiert worden. Stattdessen werden die 200 kW jetzt von zwei 100-kW-Sendern bereitgestellt. Die Antennenanlage des Deutschlandfunks besteht aus einem 1/2 Lambda-Strahler und einem 1/4 Lambda-Reflektor. Der Strahler ist 199 Meter hoch, der Reflektor 99 Meter. Der Reflektor soll während der Nacht die abgestrahlte Leistung in Richtung Rumänien vermindern. Im Antennenhaus befinden sich Kondensatoren und Spulen zur Anpassung der Antenne sowie eine Umschalteinrichtung um 10 % der Energie während der Nachtversorgung auf einen Reflektormast zu schalten. Die Signalzuführung des Deutschlandfunks erfolgt über Satellit (DVB wahlweise Kopernikus oder Hotbird). Fällt die Zuführung aus, kann man noch auf Ballempfang vom UKW-Sender Torfhaus 103,5 MHz ausweichen. Auch hier steht dafür wie in Tannfeld ein Grundig Satellit 3400- Weltempfänger dafür bereit.
2004 wurde die Sendeanlage für das
digitale DRM-Verfahren hergerichtet. Geraume Zeit war ein deutlicher zeitlicher
Abstand von nahezu zwei Sekunden bei der Ausstrahlung des Deutschlandfunks
auf der Gleichwelle Königslutter und Ravensburg 756 kHz zu beobachten.
Der in der Herbstperiode zunehmende Zweiwegeempfang sorgte selbst im Nahbereich
der Sender für störende Echos. Der Grund: Ravensburg hat im Sommer
2004 einen DRM-fähigen Modulator bekommen. Dieser ist im Prinzip nur
ein Rechner, der die 3 Betriebsarten AM, AM/DRM-Simulcast und DRM modulieren
kann. Trotz der schnellen Prozessortechnik ist der Rechenaufwand des Modulators
aber so hoch, dass dieser merkliche Zeitversatz entsteht. Im Herbst rüstete
T-Systems auch den Sender Cremlingen um und erst ab dem 8. Oktober 2004
liefen die Programme auf der Gleichwelle wieder einigermaßen synchron.
Jetzt ist nur noch ein winziges Echo vernehmbar. Gegenüber dem Signal
auf der Langwelle 153 kHz gibt es durch die Softwareaufbereitung der neuen
Sender eine deutliche Verzögerung von knapp 2 Sekunden
| Bilder von einem Besuch der Sendeanlage
finden sich unter
<www.do1oli.de/cremlingen/mittelwellensender_cremlingen.htm>. Im Sinn der Rechtssprechung sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass eine Verantwortung für die dortigen Inhalte nicht übernommen werden kann. Auf einer Anzeige im World Radio TV Handbook 2006, S. 33, zeigt das Photo die beiden Sender und deren Parallelschalteinheit für 756 kHz in Braunschweig/Königslutter. |
| ©
Dr. Hansjörg Biener 0201
letzte Bearbeitung 0808 Eingangsseite |
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