© Dr. Hj. Biener
Ravensburg 756 kHz Der Deutschlandfunk belegt die Mittelwelle von zwei Standorten aus:
Königslutter
Ravensburg

Als dritten Sender nach der Hamburger Langwelle 151 kHz und der Mittelwelle Mainflingen 1538 kHz bekam der neugegründete landesweite Hörfunksender Deutschlandfunk im September 1962 den 100-kW-Mittelwellensender Königslutter 755 kHz. Am 1. Dezember 1962 kam Ravensburg als Sender für Südwestdeutschland dazu, so dass sich nun zwei DLF-Sender die Welle teilen mussten.

Aufgrund der unterschiedlich langen Ausbreitungswege kommt es bei Gleichwellen je nach Region zu Verwirrungseffekten und Echos. Unglücklicherweise bekam man die Effekte des Gleichwellenbetriebs nie völlig in den Griff. In späteren Jahren bekam Königslutter noch eine zweite Gleichwelle auf 548 kHz, so dass deren 755 kHz nur tagsüber mit 200 kW in Rundstrahlung betrieben wurde. Ravensburg hatte tagsüber 100 kW und nachts 20 kW in Rundstrahlung.

Am 23. November 1978 trat ein neuer Wellenplan in Kraft, der für zunächst elf Jahre die Zuweisung von 10000 Lang- und Mittelwellen in Europa, Afrika, Asien und Ozeanien regelte. Dabei wurde die Mittelwelle leicht 756 kHz erhöht.


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Die Sendeanlage findet man etwa 10 km westlich von Ravensburg auf einer freien windigen Anhöhe zwischen Geratsberg und Wilhelmskirch. Bei einer Anfahrt aus größerer Entfernung fährt man am besten die weitgehend autobahnartig ausgebaute B 30 von Ulm bis Ravensburg Süd und orientiert sich dann auf die Straße in Richtung Wilhelmsdorf / Ostrach. Gleich an dieser Straße steht dann das Sendergebäude der Deutschen Telekom. In einigen Hundert Metern Entfernung stehen die beiden dreifach abgespannten Sendemasten. Eingezäunt sind nur die Gebäude, die Fußpunkte der Antennen und die Verankerungen der Halteseile.

Am Nachmittag des 6. Mai 2004 wurden vom Sender Ravensburg auf 756 kHz Tests des digitalen DRM-Verfahrens durchgeführt. Der Sender Ravensburg überträgt mit 100 kW das Programm des Deutschlandfunks.

Seit geraumer Zeit war ein deutlicher zeitlicher Abstand von nahezu zwei Sekunden bei der Ausstrahlung des Deutschlandfunks auf der Gleichwelle Königslutter und Ravensburg 756 kHz zu beobachten. Der in der Herbstperiode zunehmende Zweiwegeempfang sorgte selbst im Nahbereich der Sender über störende Echos.
Der Grund: Ravensburg hat im Sommer einen DRM-fähigen Modulator bekommen. Dieser ist im Prinzip nur  ein Rechner, der die 3 Betriebsarten AM, AM/DRM-Simulcast und DRM modulieren kann. Trotz der heutigen schnellen Prozessortechnik ist der Rechenaufwand des Modulators aber  so hoch, dass dieser hohe Zeitversatz entsteht. Im Herbst rüstete T-Systems auch den Sender Cremlingen um und erst ab dem 8. Oktober liefen die Programme auf der Gleichwelle wieder einigermaßen synchron. Jetzt ist nur noch ein winziges Echo vernehmbar. Gegenüber dem Signal auf der Langwelle 153 kHz gibt es durch die Softwareaufbereitung der neuen Sender eine deutliche Verzögerung von knapp 2 Sekunden
 
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letzte Bearbeitung 0410
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