© Dr. Hj. Biener
Hannover 828 kHz

Da der Hamburger Sender nicht überall einwandfrei empfangen werden konnte, errichtete die Deutsche Reichspost auch in Hannover einen Sender. Geeignete Räume fanden sich im 5. Stockwerk des neuen großen Verwaltungsgebäudes der Hannoverschen Maschinenfabrik Hanomag im Stadtteil Linden. Bei der Wahl des Standorts fiel neben dem an sich schon hohen Gebäude die höhere Lage gegenüber der Stadt am Fuße des Lindener Berges für die wirksame Antennenhöhe ins Gewicht. Hier konnten im Dachgeschoß Senderaum,  Maschinenraum sowie Aufnahme- und Verstärkerraum untergebracht werden.

Variationen aus dem Kaiserquartett von Haydn begleitet von Knistern und Knacken bot am 16. Dezember 1924 die erste Hannoveraner Mittelwellensendung ihren wenigen Rundfunkteilnehmern. Im Laufe der Zeit wurden die Sendeleistungen höher, das Sendernetz dichter und die Rundfunkgeräte besser. Die Leistungszunahme aller Sender in Europa veranlasste die Deutsche Reichspost auch in Hannover zum Ausbau. Ab 13. August 1933 übertrug ein stärkerer Sender in Hannover-Hainholz das Programm der NORAG.

Mit Kriegsende wurde der Sender Hannover am 7. April 1945 von der deutschen Wehrmacht vollständig zerstört. Zunächst über Provisorien meldete sich Hannover ab 21. Januar 1946 als Nebensender von "Radio Hamburg - Sender der Militärregierung" im Äther zurück. Noch im gleichen Jahre verbreitete die Sendestelle Hemmingen neben dem deutschen Programm auch den britischen Soldatensender BFN. Am 1. Oktober 1948 gingen auf Beschluß der Besatzungsmächte alle Rundfunksenderanlagen aus dem Besitz der Deutschen Post in den der neu gegründeten Rundfunkanstalten über, dementsprechend auch die Sender Flensburg, Hamburg und Hannover an den Nordwestdeutschen Rundfunk.

Als Stand vom 24. Juli 1966 verzeichnete die Chronik (1.7.-30.9.1966), in Rundfunk und Fernsehen 14,1966,4, S. 465-481, S. 469, folgende Mittelwellen für den NDR:
520 Braunschweig. Salzgitter
701 Lingen, Aurich, Flensburg
971 Hamburg, Hannover, Oldenburg, Göttingen
1570 Kiel, Osnabrück.

Am 23. November 1978 trat ein neuer Wellenplan in Kraft, der zunächst für elf Jahre die Frequenzen für 10000 Lang- und Mittelwellensender in Europa, Afrika, Asien und Ozeanien regelte. Hannover wechselte von der lange mit 20 kW belegten 520 kHz, die an sich außerhalb des offiziellen Mittelwellenbandes liegt, auf die Mittelwelle 828 kHz. 1997 wurde die Sendeleistung der Mittelwelle Hannover-Hemmingen 828 kHz von 50 auf 20 kW verringert, um Besorgnissen wegen Elektrosmog nachzukommen. Nachts wird sogar nur mit 5 kW gesendet.

Die NDR-Mittelwellen übertrugen lange das erste Programm, dienten in den letzten Jahren aber auch immer wieder als Starthilfe für neue Programme. So wurde das Programm NDR 4 ab 1. April 1989 über alle Mittelwellensender sowie drei UKW-Sender ausgestrahlt. Nach langen Vorbereitungen und einem Probebetrieb ab startete am 4.April 1994 das NDR-Jugendradio N-Joy-Radio. Probleme warf hier, noch mehr als bei NDR 4, die Frequenzplanung auf. Eingesetzt wurden neu koordinierte Frequenzen, aber auch Sender, die aus anderen Programmen übernommen wurden. Beim Sendestart war die NDR-Jugendwelle in weiten Teilen Schleswig Holsteins und Niedersachens über UKW zu hören. Zur vollen Flächendeckung wurden bis zum 1. August 1994 tagsüber auch die NDR-4-Mittelwellen eingesetzt.
Ab 2. Juni 1998 sendete NDR-4 Info tagsüber als reines Wortprogramm. Regelmäßig für die fremdsprachigen ARD-Programme, aber auch für Parlamentsübertragungen, Sportereignisse und andere Sondersendungen koppeln sich die Mittelwellen als NDR 4 Info Spezial ab.

Der NDR hat den alten 110 Meter hohen Mittelwellenmasten in Hemmingen bei Hannover abgerissen, nachdem er schon vor vier Jahren durch einen neuen (52°19‘37“N  09°44‘14“O) ersetzt wurde. (www1.ndr.de/ndr_pages_std/0,2570,OID2503178,00.html)  Dieser Mast trägt neben den UKW-Antennen auch UHF-Antennen für die DVB-T-Ausstrahlung und eine VHF-Antenne für die DAB-Ausstrahlung. Bis Ende 2008 wird auch das DVB-Bouquet der ARD (K 08) ausgestrahlt
 
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