Als erstes Ergebnis des Südwestfunks,
die Empfangsmöglichkeiten in seinem nördlichen Zuständigkeitsbereich
zu verbessern, wurde am 18. Januar 1947 in Koblenz-Metternich ein 50-kW-Sender
in Betrieb genommen. Anlässlich seiner Einweihung am 25. Januar fand
in Koblenz auch die erste deutsche Funkausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg
statt.
In Koblenz war am Ende des Zweiten
Weltkriegs trotz Sprengungsbefehls ein 107 m hoher hölzerner Sendemast
stehengeblieben. So kam es am 14. Oktober 1945 zum Sendebeginn von Radio
Koblenz. Aus Block IV der Falkenstein-Kaserne in Koblenz-Lützel wurde
nun täglich acht Stunden lang ein Regionalprogramm gemacht. Mit dem
Sendebeginn des Südwestfunks am 31. März 1946 wurde Radio Koblenz
in den Südwestfunk eingegliedert.
Am 9. Juli 1946 begann die kurze Geschichte
des Heimatsenders Kaiserslautern als Unterprogramm des Südwestfunks.
Eingesetzt wurde ein 500 Watt-Mittelwellensender in Kaiserslautern. Ab
27. Juli 1946 hatte das Regionalstudio Kaiserslautern 60 Minuten täglich
ein eigenes Regionalprogramm.
1950 Kopenhagener
Wellenplan
Auf der Kopenhagener Wellenkonferenz 1948
wurden der Französischen Zone die Mittelwellen 1196 und 1538 kHz zugewiesen.
Da die mit 70 kW für die Flächendeckung vorgesehene Frequenz
1196 kHz von der Stimme Amerikas in München besetzt war, musste die
Rundfunkversorgung in der französischen Zone anders geregelt werden.
Der stärkste Sender Koblenz wechselte beim Inkrafttreten des Kopenhagener
Wellenplans im März 1950 auf die eigentlich Istambul zugewiesene 1016
kHz, wo er später vom Rheinsender beerbt wurde. Die Sender Baden-Baden,
Freiburg und Sigmaringen blieben auf der alten Gleichwelle 827 kHz. Kaiserslautern
sendete auf der internationalen Gemeinschaftswelle 1484 kHz und Reutlingen
auf der tatsächlich der Zone zugewiesenen 1538 kHz.
Am 3. Mai 1950 nahm südwestlich von Mainz der Rheinsender in Wolfsheim (49°52‘32“N 08°03‘18“O) seinen Betrieb auf 1016 kHz auf. Mit dem Sender, der das Bundesland flächendeckend mit dem ersten Programm versorgte, ging eine Zeit der Provisorien zu Ende. Nachdem 1950 die Landesregierung von Rheinland-Pfalz von Koblenz nach Mainz umgezogen war, folgte 1951 das Landesstudio, was zugleich das Ende von Studio Koblenz und Kaiserslautern war. Koblenz und Kaiserslautern blieben bis Mitte der siebziger Jahre Standorte für eine Gleichwelle des SWF.
1964 wurde die Sendeleistung auf 300 kW erhöht: „Der Rheinsender des SWF hat seine Leistung erhöht und arbeitet seit dem 1.8. im regulären Betrieb mit einer mittleren Strahlungsleistung von 300 kW.“ [Chronik (1.5.-30.9.1964), in: Rundfunk und Fernsehen 12,1964,4, S. 363-290, S. 370.]
Diese Reichweitenkarte stammt aus einem Prospekt, mit dem der Südwestfunk seine Mittelwellensondersendungen zum Düsseldorfer Kirchentag 1985 begleitete.

Die Programme
Über viele Jahrzehnte strahlte der
Wolfsheimer Sender das erste Landesprogramm des Südwestfunks aus und
gelegentliche Sondersendungen zum Beispiel von Kirchentagen oder Olympischen
Spielen. Seit der Zusammenlegung von SWF und SDR zu einer einzigen ARD-Station
brachte der Rheinsender SWR-1 Rheinland-Pfalz. Der Südwestrundfunk
ist jetzt die zweitgrößte Rundfunkanstalt der ARD. Sein Sendegebiet
umfasst die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz
mit über 14 Mio. Einwohnern und Einwohnerinnen. Derzeit wird die Mittelwelle
mit SWR ContRa belegt, das als "ContentRadio" die besten Wortanteile der
SWR-Programme zusammenstellt bzw. wiederverwertet.
MDR Info auch
im Südwesten
Das Radioprogramm MDR Info ist seit 31.
Dezember 2003 nachts auch in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg
zu hören. Bei der Bekanntgabe am 19. Dezember 2003 verstand MDR-Chefredakteur
Christian Schneider die Kooperation als „weiteren Schritt in der Zusammenarbeit
verschiedener Hörfunkprogramme in der ARD“ und als „Anerkennung der
Kompetenz unserer Journalisten“. Die Ländernachrichten, Wetter- und
Verkehrsmeldungen werden um Meldungen aus Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg
erweitert.
MDR Info wird damit nachts 23.00-06.00
Uhr Ortszeit auch auf den südwestdeutschen Mittelwellen 576, 666,
711, 1017 und 1485 kHz sowie der Kurzwelle Rohrdorf 7265 kHz ausgestrahlt.
MDR Info sendet seit dem Start 1992 für Thüringen, Sachsen und
Sachsen-Anhalt. Seit 1997 übernimmt bereits der bayrische Infokanal
B 5 aktuell das MDR-Informationsprogramm in der Nacht. Die redaktionelle
Verantwortung liegt beim MDR, doch liefern die anderen ARD-Stationen zu.
| ©
Dr. Hansjörg Biener0104
letzte Bearbeitung 0807 Eingangsseite |
Portraits:
AM-Rundfunksender in Mitteleuropa
Portraits: deutschsprachige Auslandsdienste Nachrichten: allgemeiner Auslandsfunk Nachrichten: religiöse Sender |