Seminarbegleitung Wintersemester 2003/04
Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg

Dr. Charlotte Bühl-Gramer (Didaktik der Geschichte) / Dr. Hansjörg Biener
Religion und Geschichte.
Didaktische Erschließung historisch-religiöser Themen im Unterricht
"In Grund-, Haupt- und Realschulllehrplänen findet sich eine ganze Reihe von Themen, die historische und religiöse Aspekte verbinden. Teilweise sind sie in den Religions- und Geschichtslehrplänen für die Haupt- und Realschule so platziert, dass sie fächerübergreifend unterrichtet werden könnten bzw. sich für die zunehmend in den Lehrplänen festgeschriebenen Projekte eignen würden. In dem interdisziplinären Seminar sollen von den Studierenden ausgewählte Themen so erarbeitet werden, dass die didaktischen Anliegen beider Fächer in den Blick kommen."
 
21.10.  0.1.1 Organisatorisches
Inhaltliche Aspekte: interdisziplinäre Zielsetzung und Arbeitsweise des Seminars, Literatur / Seminarapparat, Scheinerwerb, Erstellung einer Seminarliste inkl. e-Mail-Adressen (z. B @ewf.uni-erlangen.de)
1. Lehrplan
1.1 Vom Lehrplan zum Rahmenplan (Hj. Biener)
1.1.1 Ideen für einen eigenen Lehrplan
in Einzelarbeit an eigene Schulzeit erinnern und fünf Themenbereiche zusammenstellen, die unbedingt behandelt werden sollten; in Gruppenarbeit Einigung auf fünf gemeinsame Themen (Folien); Vorstellung im Plenum, Vergleich und Kommentare
1.1.2 Informationen zur Lehrplangeschichte

1.1.3 Übersicht über die Inhalte der Lehrpläne
Die Verschränkung von Religion und Geschichte am Beispiel des Hauptschullehrplans (1997)
Lehrplanbezüge nach Themenkomplexen

Ziel: Erste Einsicht in die Struktur von Lehrplänen gewinnen
Inhaltliche Aspekte: Lehrplangeschichte, Curriculumstheorie, Hinweis auf Rahmenplankonzepte z.B. NRW, die die Verantwortung für die Lerninhalte und den Aufbau der Unterrichtssequenzen bisher schon noch stärker bei den Unterrichtenden ansiedelten.

Aufgabe für die Studierenden: Bis zur nächsten Woche Lehrplan im Internet suchen und ausdrucken, Fachprofile des Religions- bzw. des Geschichts- / GSE-Unterrichts für die jeweils studierte Schulart lesen.
Lösung: www.isb.bayern.de

28.10. 0.1.2 Organisatorisches
Themenfestlegungen
2. Zum Bild der Schüler- und Schülerinnen
2.1 Entwicklung von Geschichtsbewusstsein (Ch. Bühl-Gramer): Jörn Rüsen, Karl-Ernst Jeismann, Hans-Jürgen Pandel
2.2 Entwicklung von religiösem Bewusstsein in pluraler Gesellschaft (Hj. Biener)
2.2.0 Fachprofil Evangelischer Religionslehre 
2.2.1 Anthropologische Vorannahmen
2.2.1 Kognitionspsychologische Ansätze (Piaget > Kohlberg) > Fritz Oser / Paul Gmünder: "religiöses Urteil", darin Paul-Dilemma
2.2.2 Ich-psychologische Ansätze (Freud > Erickson) > James Fowler: "stages of faith"
2.3 Bezüge zum Unterricht
Literaturhinweis: Grethlein, Christian: Religionspädagogik, Berlin 1998, S. 220-259.
Aufgabe für die Studierenden: Bis zur nächsten Woche lesen und Grundgedanken auf einer Seite zusammenfassen:
Schönemann, Bernd: Die Dimension der Religiösen, in: Die religiöse Dimension im Geschichtsunterricht (Hg. W. Schreiber), Neuried: ars una, 2000, S. 411-431.
4.11. 0.1.3 Organisatorisches
Gruppenbildung und Themenfestlegungen 
3. Hinweise zur Methodik
3.1 Prinzipien geschichtsdidaktischer Methoden (Ch. Bühl-Grammer): kritischer Umgang mit Personalisierung / Personifizierung von Geschichte; Fremderstehen / Multiperspektivität / Perspektivenwechsel; Gegenwartsbezug / historische Distanz / Alterität ertragen; Orientierung in Zeit und Raum; Quellennutzung
 
11.11. 3.2 Religionspädagogisches Methodenregal (Hj. Biener)   
18.11. 4. Ursprungsgestalt einer Weltreligion
Der historische Jesus (RS 6. Jgst.) 
Bengl Stefan; Hennig Anja; Kritsch Katharina; Vogl Susanne
allgemeine Literaturhinweise
Adam, Gottfried: Jesus Christus, in Theologische Schlüsselbegriffe, Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1999 (Theologie für Lehrerinnen und Lehrer), S. 167-186.
Theißen, Gerd, und Merz, Annette: Der historische Jesus. Ein Lehrbuch, Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1996. 
Ansprechpartner Dr. Hj. Biener
25.11. 5. Kirchengeschichtliche Themen in der Grundschule
Martin Luther (GS 4. Jgst.)
Hopfengärtner Nadine; Reuthlingshöfer Melanie
Ansprechpartnerin Dr. Ch. Bühl-Gramer
2.12. 0.2.1 Evaluationstermin
6. Kirchengeschichte vor Ort
Spuren lebendigen Glaubens. Kirchengeschichte in unserer Heimat (HS 5. Jgst.) 
Häberlein Martin; Herbolzheimer Achim
Ansprechpartner Dr. Hj. Biener
9.12. 7. Geschichte anderer Religionen 
Entstehung und Ausbreitung des Islam (HS 6. Jgst.)
(2 Gruppen) R. 1027 sowie R. 2047
allgemeiner Literaturhinweis
Arkoun, Mohammed: Der Islam. Annäherung an eine Religion (1992), Heidelberg: Palmyra, 1999.
Ansprechpartner Dr. Hj. Biener
16.12. 8. Rolle der Religion im europäischen Mittelalter 
Die Stadt im hohen/späten Mittelalter / hier Kirche und soziale Fürsorge (HS 6) R. 1027 sowie R. 2047
Gruppe 1: Beck Christian; Heusinger Martin; Michel Heiko
Das Werden des mittelalterlichen Europas, darin Heinrich IV. (RS 7)
Gruppe 2: Bucher Julia; Dobroschke Nina; Walther Kathrin; Ziener Katrin
Ansprechpartner Dr. Hj. Biener / Dr. Ch. Bühl-Gramer
Aufgabe für die Studierenden:
Gruppe 1: Beispiel, das sie nehmen werden, präzisieren und Präsentation für das Seminar ausarbeiten
Gruppe 2: Beispiel präzisieren und Präsentation für das Seminar ausarbeiten
23.12. Biehl-Aufsatz
9. Reformationsgeschichte (RS 7./8. Jgst.)
Beck Simone; Krause Johannes; Narr Markus; Wolf Stefanie
0.2.2 Auswertung Evaluation
Ansprechpartner Dr. Hj. Biener /
Dr. Ch. Bühl-Gramer
Aufgabe für die Studierenden:
Thema anhand des Realschullehrplans präzisieren und Präsentation für das Seminar ausarbeiten
30.12. Weihnachtsferien  
6.1.2004 Feiertag Heilige drei Könige  
13.1. 10. dunkle Seiten der Kirchengeschichte (HS 7./RS 9. Jgst.) (2 Gruppen) R. 1027 sowie R. 2047 Ansprechpartner Dr. Hj. Biener
Aufgaben für die Studierenden:
zwei Gruppen bilden, ggfs. zweites Thema angeben, Themen für das Seminar ausarbeiten
20.1. 11. Religion in der Neuzeit
Absolutismus, hier Thema aus Alltagsleben in Bayern im 17. und 18. Jahrhundert (HS 7)
Fees Sandra; Lang Christine 
Ansprechpartnerin Dr. Ch. Bühl-Gramer
Aufgabe für die Studierenden:
Beispiel, das sie nehmen, präzisieren und Präsentation für das Seminar ausarbeiten
27.1. 12. Geschichte in Lebensbildern?
Dühr Barbara; Otto Kathrin
Ansprechpartner Dr. Hj. Biener
Aufgabe für die Studierenden:
Beispiel, das sie nehmen, präzisieren und Präsentation für das Seminar ausarbeiten
3.2.    
10.2. 0.3 Abschluss-Sitzung  

Scheinerwerb bzw. Themen für Hausarbeiten
Scheinerwerb durch Referate und regelmäßige Anwesenheit
Die Vorbereitungen zu den Themenblöcken können in Gruppenarbeit erledigt werden (möglichst „gemischte” Teams). Die Dozenten stehen zur Beratung gerne zur Verfügung. Die schriftliche Ausarbeitung ist wegen der Scheinvergabe durch verschiedene Institute und jeweilige Vorgaben jedoch als Einzelleistung vorzunehmen.

Handout zur Anfertigung der schriftlichen Hausarbeiten

1. Formalia

Wissenschaftliche Form (kritische Verarbeitung von Sekundärliteratur, genaue Belegung von Zitaten, systematische Belegung verwendeter Literatur in einem Literaturverzeichnis, Rechtschreibung und Grammatik durch Textprogramm überprüft)
Umfang: 10-12 Seiten Text (ohne Deckblatt, Inhaltsverzeichnis, Anhang mit Unterrichtsmaterialien, Literaturverzeichnis)
1 ½ Zeilen Abstand, 12 p Schrift

Zum Literaturverzeichnis:
Beispiel für den Nachweis für eine Monographie:
Hasberg, Wolfgang: Kirchengeschichte in der Sekundarstufe I, Trier 1994.
(= alphabetisch geordnet: Nachname, Vorname, Titel des Buches, Ort und Jahr)
Beispiel für den Nachweis eines Aufsatzes aus einem Sammelwerk:
Biehl Peter: Die geschichtliche Dimension religiösen Lernens. Anmerkungen zur Kirchengeschichtsdidaktik; in: Religionsdidaktik, hrsg. v. Christoph Bizer u.a., Neukirchen-Vluyn 2002, S.135-143.
(= alphabetisch geordnet: Nachname, Vorname, Titel des Aufsatzes, Herausgeber, Titel des Sammelwerks, Ort, Jahr, Seitenzahlen des Aufsatzes)

Zur Zitierweise:
Für Fußnoten unten auf der Textseite müssen nicht zwingend die vollständigen Titel angegeben werden. Diese stehen im Literaturverzeichnis, so dass in den Fußnoten Kurztitel genügen.
Beispiele:
Hasberg, Kirchengeschichte, S. x
Biehl, Dimension, S. x
Wenn Sie einen gedanklichen Zusammenhang, eine längere Passage eines Autors aus einem Buch wiedergeben, vermerken Sie dies in der Fußnote durch: Vgl. Hasberg, S. x-x
Wenn Sie eine besonders wichtige Passage wörtlich wiedergeben, wird dieses wörtliche Zitat in Anführungszeichen gesetzt, das „vgl.“ entfällt dann in der Fußnote.

Abgabe: spätestens der Beginn des Sommersemesters 2004, lieber noch im laufenden Semester, was bei ausreichend gründlicher Vorbereitung der Seminarsitzungen nicht so schwierig sein sollte.
Bitte führen Sie vor Abgabe eine Rechtschreibkorrektur per Computer durch.

2. Aufbau

Deckblatt: Name, Anschrift, Studiengang, Semesterzahl; Titel der Lehrveranstaltung; Dozenten; Thema der Hausarbeit
Inhaltsverzeichnis mit Seitenangaben
Text mit Fußnoten
Anhang mit Unterrichtsmaterialien
Literaturverzeichnis

A. Fachwissenschaftlicher Teil
Sachanalyse zum Thema aus historischer und religions- bzw. kirchengeschichtlicher Sicht unter Einbeziehung bzw. Nachweis relevanter fachwissenschaftlicher Literatur (jeweils mindestens zwei Fachautoren)

B: Fachdidaktischer Teil
- Lehrplanbezug
- Didaktisches Potential des Themas:
geschichtsdidaktische Dimension und religionsdidaktische bzw. -pädagogische Dimension des Themas
- Umsetzungsvorschläge für den Unterricht:
inhaltliche Schwerpunkte der Stunde/der Stunden (Lernziele) und Begründung für deren Auswahl; Benennung der nötigen Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler;
Erläuterung der methodischen Möglichkeiten und Begründung für die jeweilige methodische Entscheidung unter Einbeziehung fachdidaktisch relevanter Literatur;
evtl. Anhang mit den vorgestellten Unterrichtsmaterialien

Hinweis
Für die Hausarbeiten werden ausschließlich Scheine im Bereich Fachdidaktik, jedoch keine EWS-Scheine ausgestellt
 
Eingangsseite Hj. Biener www.ewf.uni-erlangen.de