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Radio Österreich 1 International Würzburggasse 30 AT-1136 Wien oe1.ORF.at |
Sendeplan laut HFCC-Frequenzkoordination im Winter 2012/13 06.00-07.15: 6155 (300 kW, nd) für Europa 09.00-09.35: 18910 (100 kW, 255°) Mo-Sa auf dem langen Pfad für Australien und Ozeanien Uhr Weltzeit (+1=MEZ) Frequenz (Sender) |
Zur Geschichte
Nach ersten Versuchssendungen im Februar
1926 führte man ab 1929 auch in Österreich planmäßige
Kurzwellen-Experimente durch. Auf dem Sendegelände des Wiener Senders
errichtete man eine »Kurzwellen-Baracke«, in der an der Nutzung
der Kurzwelle gearbeitet wurde. Transportable Kurzwellensender dienten
bei Außenübertragungen als Verbindung zur nächsten terrestrischen
Fernsprechstelle.
Am 29. April 1929 gab es auch die ersten
Versuche mit Kurzwellensendungen für die Welt. Mitte 1930 wurden
die Sendungen wieder eingestellt, weil man die Kurzwellensender wieder
für die Außenübertragungen nutzen wollte. Als am 12. Februar
1931 der Vatikan-Sender eröffnet wurde, sorgte die Wiener Kurzwelle
dafür, dass die Ansprache des Papstes auch nach Deutschland übermittelt
wurde.
Im Februar 1932 wurden die regelmäßigen
Kurzwellensendungen wieder aufgenommen. Im November 1937 erteilte man den
Bauauftrag für einen 50-kW-Sender, der aber wegen des Anschlusses
an Nazi-Deutschland nicht mehr ausgeführt wurde.

Nach dem 2. Weltkrieg war Österreich in vier Besatzungszonen aufgeteilt und erlangte erst schrittweise seine Souveränität zurück. So waren die Kurzwellenaktivitäten in der Nachkriegszeit sehr bescheiden. Bleibend waren die Sendungen, die ab dem 15. Februar 1955 über einen Sender bei Linz ausgestrahlt wurden. 1960 konnte man 20 km vor Wien die Sendeanlage in Moosbrunn in Betrieb nehmen, wo man zuerst mit 50 kW sendete und ab 1965 die Leistung immer mehr erhöhte. Trotzdem schloss sich Radio Österreich International 1989 dem Trend an, lieber Sendezeit auszutauschen als weitere Sender aufzubauen. 1989 begann eine solche Kooperation mit Radio Canada International
Karten mit zeitgenössischer österreichischer Kunst als Dank für Empfangsberichte. Diese Serie aus den siebziger Jahren blieb unerreicht.

Ab dem 1. Januar 2002 wurde RÖI
nicht mehr von der Regierung, sondern aus dem ORF-Budget finanziert. Im
Herbst 2002 traten einschneidende Kürzungen in Kraft: Radio Österreich
International konnte zwar seine Sprachdienste erhalten, aber deutlich gekürzt.
Im deutschen Programm gab es verstärkt Übernahmen aus dem
Inlandsdienst. Die Überseeversorgung wurde auf ein Fünftel reduziert.
Die beim Kurzwellenzentrum Moosbrunn frei gewordenen Kapazitäten wurden
vermarktet, unter anderem an Adventist World Radio als größtem
Kunden, aber auch Programme wie Radio Everest International, das für
Nepalis in Europa senden wollte. Die Station Moosbrunn war erst im September
2000 modernisiert worden; installiert wurden zwei 100 kW starke Thomcast-Sender,
die zwei Sendegeräte aus den sechziger Jahren ersetzten. Auch die
Studiotechnik von Radio Österreich International wurde erst unlängst
mit erheblichem Aufwand erneuert.
Am 30. Juni 2003 beendete Österreich das 1955 begonnene eigenständige Kurzwellenprogramm, gegen Proteste von Auslandsösterreichern und der Belegschaft, aber auch von Stiftungsraeten der Anstalt wie Karl Krammer (SP). Der ORF-Stiftungsrat hatte am 26. März 2003 mit 22:11 Stimmen und einer Enthaltung gegen die Zukunft von Radio Österreich International entschieden. Vom bisherigen Auslandsprogramm des ORF bleiben Logo und Pausenzeichen, sowie 15-minütige Sendungen in Englisch. Im Übrigen wird überwiegend das Inlandsprogramm Ö1 übertragen, in dem es auch Nachrichten in Englisch und Französisch um 08.05 Uhr Ortszeit gibt. Damit werden fast 4,5 Mio. Euro (Budget 2002) eingespart.
Seit 1. Juli 2003 kommt das deutsche Programm auf Kurzwelle vom Heimatdienst OE1 der ORF, so wie vor 1955 Radio Wien von der RAVAG auf Kurzwelle umgesetzt wurde. Die französischen und spanischen Auslandsprogramme wurden aufgegeben und der englische Report from Austria von 28 auf 15 Minuten gekürzt. Mehr als 20 Arbeitsplätze sind verlorengegangen. Bereits 2001 hatte der Bund das „wichtige Fenster nach aussen“ (Außenministerin Benita Ferrero-Waldner) aufgegeben. Im ORF-Gesetz räumte der Gesetzgeber dem ORF die Möglichkeit ein, auf eigene Kosten ein Auslandsradio zu veranstalten, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk allerdings nicht dazu verpflichtet.
Als letzte Sendung von Radio Österreich International (http://roi.orf.at) lief bis 23.57 Uhr Ortszeit der englische „Report from Austria“, danach war bis 24.00 Uhr letztmalig die Stationskennung von ROI zu hören. Es folgte die Übertragung des „Mitternachtsjournals“ von Ö1, bis die Kurzwellensender schließlich um 00.08 Uhr abgeschaltet wurden. Als einzige Auseinanderschaltung lief in Europa auf 6155 und 13730 kHz montags bis freitags 12.45-13.00 (MESZ 14.45) Uhr der „Report from Austria“ und am Sonnabend und Sonntag in der Stunde 12.05-13.00 Uhr zweimal „Insight Central Europe“, eine Koproduktion mehrerer Stationen, aus der Radio Österreich 1 International später ausschied.
2005 Gründung der Österreichischen
Rundfunksender GmbH & Co KG
Der ORF-Stiftungsrat hat am 7. Dezember
2004 der Ausgliederung der Sendetechnik zugestimmt. Damit werden 1840 Hörfunk-
und Fernsehsender an 477 Standorten seit dem 1. Januar 2005 von der Österreichischen
Rundfunksender GmbH & Co KG betrieben. Die ORF-Tochter ist auch für
den Betrieb und die Vermarktung der Kurzwellenanlage von Moosbrunn zuständig.
2010 weitere Reduzierung der Sendezeit
Die Österreichische Rundfunksender
GmbH wird ihre Kurzwellensender in Moosbrunn bei Wien über das Jahresende
hinaus in Betrieb halten.Dabei werden die Ausstrahlungen des Österreichischen
Rundfunks jedoch auf ein Minimum reduziert.
Ab dem 1. Jan. 2010 läuft die angestammte
Europafrequenz 6155 kHz nur noch von
6.00-7.15 (Sa So 7.10) Uhr, wie bisher
mit einer Übernahme der ORF-Welle Ö1.
Hinzu kommen noch einige 30minütige
Ausstrahlungen für Zielgebiete in Übersee, die sonntags entfallen:
13.00-13.30: 17855 Mo-Sa für Asien/Australien
eine Aufzeichnung von Ö1 um 6.00 Uhr,
00.00-01.00: 7325 Di-So für Mittel-/Nordamerika
eine Aufzeichnung von 17.00 Uhr sowie noch einmal um
01.00-01.30: 9840 Di-So für Südamerika.
Wie bei der Europafrequenz 6155 kHz beträgt
die Sendeleistung jeweils 300 kW.
Damit reduziert sich die Auslastung der
Sendeanlage um fast die Hälfte. Unverändert weiter laufen die
Ausstrahlungen fremder Kunden, die den Erhalt der Sendeanlagen überhaupt
erst ermöglichen.
Auch nach dem Ende des regulären
Auslands- bzw. Fremdsprachendienstes freuten sich internationale Kurzwellenfreunde
über ein „Zeichen des Interesses” bzw. die Informationsmöglichkeit
über Österreich. In der Viertelstunde, die 7.00-7.15 (MEZ 8.00=
Uhr auf 6155 kHz ausgestrahlt wird, finden sie immer noch als Übernahme
aus dem Inlandsdienst Nachrichten in Englisch gegen 7.08 Uhr und Französisch
gegen 7.11 Uhr. In anderen Ausstrahlungssegmenten gibt es solche fremdsprachigen
Bestandteile nicht.
| ©
Dr. Hansjörg Biener 0103
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