© Dr. Hansjörg Biener
Religiösen Sendungen hört man oft die Herkunft nicht an. Noch mehr als bei der Morgenfeier oder Andacht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt das dort, wo religiöse Anbieter Sendezeit kaufen oder eigene Sender und Programme aufbauen. Nicht jeder katholische Anbieter ist auch die Stimme der römisch-katholischen Amtskirche. Noch weniger gilt bei protestantischen Radio- und Fernsehsendungen, dass sie mit einer traditionellen evangelischen Volks- oder Freikirche verbunden sind. Diese Internetseiten sollen zu ein wenig mehr Klarheit führen.  Für regelmäßige Informationen über die Senderszene gibt es »Medien aktuell: Kirche im Rundfunk«. Buch zur Grundinformation über die internationale Senderszene-Buch zur Grundinformation über die deutschen Radiomissionen

Camillo 92,9
 
Kontakt
Christliche Medienarbeit Franken 
Bienweg 2b 
90425 Nürnberg 
www.camillo929.de
Sendeplan
21.00-23.00 Uhr 92,9 MHz sonntags bis dienstags für den mittelfränkischen Großraum

Die Christliche Medienarbeit Franken (CMF) betreibt seit 1989 in Nürnberg das Spartenprogramm Camillo 92,9. Das christliche Hitradio, das sich die Frequenz mit Hitradio N1 und anderen religiösen Anbietern teilt, ist im Großraum Nürnberg in einem Umkreis von 70 km zu empfangen.

Bayern war 1984 einer der Vorreiter bei der Öffnung der deutschen Rundfunklandschaft für Privatfunk. Dabei setzte man auf eine Kombination von landesweiten und regional-lokalen Privatsendern. In Nürnberg fiel der Startschuss für vier, später fünf,und noch später noch viel mehr private Regionalfrequenzen 1986. Die großen Kirchen in Nürnberg setzten mit wechselndem Erfolg auf Kooperationsmodelle, um Andachten und Beiträge in den Privatsendern unterzubringen. Neu im Lokalfunk vertreten waren aber auch verschiedene Nürnberger Freikirchen, die sich als eigene Programmanbieter wöchentliche Sendezeit gesichert hatten.

1988 AREF-Sondersendungen zum Christival

Am 8. November 1987 waren auf 95,8 MHz die ersten "Lichtblicke" einer "Arbeitsgemeinschaft Rundfunk Evangelischer Freikirchen im Großraum Nürnberg" zu hören. Zunächst wurde nur eine Stunde wöchentlich gesendet. Beim Jugendkirchentag Christival im Nürnberger Messsezentrum betreute das AREF-Team 1988, verstärkt um weitere Interessierte wie Hj. Biener, zusätzliche Sendezeit, die von CMS-Radio Nürnberg zur Verfügung gestellt wurde. Diese Sondersendungen wurden live aus den CMS-Studios am Plärrer gefahren, und sorgten für einen großen Motivationsschub unter den Mitarbeitenden. Am 30. Juni 1988 stellte CMS-Radio aus finanziellen Gründen den Sendebetrieb ein und argumentierte dabei auch gegen das Frequenzsplitting mit dem links-alternativen Radio Z.

1989 Sendebeginn der Welle Don Camillo

Bei der Ausschreibung der Frequenz im Oktober 1988 bewarb sich die AREF nur um eine weitere Stunde und sendete ab dem 4. Juni 1989 auf dem neuen Sendeplatz 11.00-13.00 Uhr an Sonn- und Feiertagen. Zugleich fanden sich mit der Welle Don Camillo und dem Salzstreuer zwei weitere christliche Anbieter auf der Frequenz.
Die "Christliche Medienarbeit Franken" war aus den Erfahrungen mit dem Christival gegründet worden, als Radio AREF nur eine weitere Stunde beantragen wollte. Einige Mitarbeiter meinten, man müsse mutiger sein und die schon einmal bewältigten zehn Stunden beantragen. Da es sonst aber keinen Dissens gab, konnten diese Radiogruppe im Studio von Radio AREF mit einziehen. Die erste Andacht des Programms wurde von Hj. Biener gemacht, damals als Vikar in einer Nürnberger Gemeinde tätig, der sich gelegentlich auch für ganze Sendungen mit ans Mikrofon setzte.
Nach wie vor war Radio Z ein Hauptnutzer der Frequenz, was die ersten Jahre der Welle Don Camillo mitbestimmte. So sendete man nicht, wie erhofft, montags bis freitags 20.00-22.00 Uhr, sondern eingeklemmt in den Programmblock von Radio Z freitags bis sonntags 22.00-24.00 Uhr. Das ungünstige und teilweise unfreundliche Programmumfeld machte die Welle Don Camillo zum reinen Einschaltprogramm. Dies schlug sich auch im Format nieder. So wie Radio Z monothematische Programmstunden für extreme und teilweise sich extrem äußernder Minderheiten machte, machte man bei der Welle Don Camillo eben ein Programm für die christliche Minderheit. Zu den echten Talenten dieser Zeit gehörte Andreas Wild, der später eine Rundfunkausbildung machte und derzeit beim Mitteldeutschen Rundfunk tätig ist.

1990 Wechsel auf  92,9 MHz: Entwicklung zum Hitradio Camillo 92,9
Beim Auslaufen der vier-Jahres-Verträge 1990 gab es besonders bei den Mischfrequenzen Auseinandersetzungen und Verschiebungen. Die christlichen Anbieter wechselten im Dezember 1990 von 95,8 MHz zur hauptsächlich von Radio N1 genutzten Frequenz 92,9 MHz. Hier sendete die Welle Don Camillo nun sonntags bis dienstags 21.00-23.00 Uhr im Programmumfeld eines jugendorientierten Techno- und Dance-Programms, also in einem Programmumfeld für eine Zielgruppe, die man selber auch erreichen wollte. Dies hatte schließlich eine radikale Neuformatierung zum christlichen Hitradio zur Folge, aber auch eine höchst erfolgreiche Positionierung in der Hörerschaft. Laut der Medienanalyse (6.2003)  ist Camillo 92,9 mit 40.000 Hörern und Hörerinnen pro Woche und einem Marktanteil von 15,1 %  der am zweitmeisten gehörte Nürnberger Lokalsender zu  dieser Sendezeit.
2001 zog man bei Radio AREF aus und im Nürnberger Funkhaus ein.


Die Neuformatierung schlägt sich sichtlich auch im Aufkleber wieder.

Nach der heutigen Programmlinie will man "vor allem jüngeren Menschen zwischen 14 und 29 Jahren das Thema Glaube und Kirche etwas näher bringen, sie zum Nachdenken über Jesus animieren und durch Beiträge, Musik und Veranstaltungstipps aus der christlichen Szene das Interesse an Gott und dem christlichen Glauben wecken, bzw. vertiefen." Ein Drittel der Musiktitel kommt aus der christlichen Musikszene, die andere aus den aktuellen Charts. Die mit den Jahrenimmer professionellere Redaktionsarbeit schlug sich dann auch in Anerkennungen nieder.

2001 Bewerbung um Sendezeit für Spartenprogramm in Bamberg
Am 12. Oktober 2000 beschloss der Medienrat der BLM die aktuelle Verteilung der  privaten UKW-Programme für den Großraum Nürnberg-Fürth-Erlangen und bestätigte hier auch die christlichen Anbieter. Ein neuer Bewerber CRF Christlicher Rundfunk Franken wurde abgewiesen.
Die Christliche Medienarbeit Franken versuchte sogar noch zu expandieren. Seit April 2002 liefert die Christliche Medienarbeit Franken in Kooperation mit der Evangelischen Funkagentur Kurzprogramme zu Radio Galaxy Bamberg 104,7 MHz.
Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien hatte am 21. Mai 2001 für die Bamberger Frequenz 104,7 MHz (500 W) "Spartenangebote mit hohem Wortanteil" ausgeschrieben und dabei "kirchliche, kulturelle, soziale oder medienpädagogische Programminhalte für die jugendliche Zielgruppe im Alter zwischen 14 und 29 Jahren" ausdrücklich genannt. Daraufhin bewarb sich die Christliche Medienarbeit im Juni 2001 um zehn Stunden Sendezeit in Bamberg. Überschattet von den Ereignissen des 11. September 2001 begann in Bamberg das Jugendradio Galaxy.

Camillo 92,9 wächst immer mehr in das Alter seiner Hauptzielgruppe hinein. 1989 als Welle Don Camillo auf einer anderen Frequenz und mit anderem Programmformat entstanden, hat sich Camillo 92,9 seit 1990 als Hitradio für Jugendliche und Junge Erwachsene inzwischen besser positioniert. Laut der jährlich von der BLM (Bayerische Landeszentrale für neue Medien) erhobenen Umfrage, ist Camillo 92,9 mit 17.000 Hörern pro Woche und einem Marktanteil von 12,4 % zu dieser Sendezeit! (06/2004) ausgezeichnet positioniert.
Jeden Sonntag bis Dienstag von 21.00 bis 23.00 Uhr senden die ehrenamtlichen Radiomacher im Umkreis von 60 Kilometern um Nürnberg ein Programm, das vor allem den 14- bis 29-Jährigen Lust auf den Glauben machen oder erhalten soll. Über die gängige Chartmusic hinaus, die im Frequenzpartner Hitradio N1 zu hören ist, bietet Camillo in seinen wöchentlich sechs Sendestunden Berichte, Interviews und Veranstaltungstipps aus der christlichen Jugendszene. Etwa ein Drittel der Songs kommen aus der christlichen Popmusik - vorausgesetzt Produktionsniveau und Sound genügen professionellen Ansprüchen. Sonderserien wie "Sport und Glauben" oder "Jugend und Behinderung" sorgen für inhaltlichen Tiefgang. Für diese Arbeit bekam Camillo 92,9 im Januar 2002 von der Mittelfränkischen Medienbetriebsgesellschaft einen Medienpreis für herausragende journalistische Leistungen in der Sparte Radio-Kurzberichte verliehen.
Der Sendebetrieb unter der Redaktionsleitung von Marc Peratoner wird von einem überkonfessionellen Team von 30 ehrenamtlichen Moderatoren, Redakteuren, Technikern und Verwaltungshelfern getragen. Die erforderlichen Gelder kommen überwiegend aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Seinen 15. Geburtstag feierte Camillo 92,9 stilgerecht am 30. Oktober in der Nürnberger Jakobskirche.

"Christmas Night" auf UKW 92.9
Auch 2004 gibt es Heiligabend im Großraum Nürnberg auf UKW 92.9 die Christmas-Night. Der Frequenzführer N1 hat seine Sendezeit von 21 - 24 Uhr wieder den christlichen Radiomachern von Camillo 92.9, Meile 1 und Radio AREF überlassen. Am Mikrofon sind Heike Riehlein und Roland Greger.
Christmas-Night: 24.12.04, 21 - 24 Uhr

Verkündigungspreis für herausragende Radio-Beiträge
(HjB) Der evangelische Gemeindepfarrer Klaus Dieter Schlee (Nürnberg-Gustav Adolf Kirche) und der Journalist Marc de Vere Peratoner (Camillo 92,9) sind mit dem Verkündigungspreis 2005 im bayerischen Lokalradio ausgezeichnet worden. Schlee wurde für seine beim Nürnberger Sender Radio F laufende Serie „Auf's Maul g'schaut“ ausgezeichnet, de Vere Peratoner vom christlichen Hitradio Camillo 92,9 für seinen Beitrag „Farbrituale“. Eine lobende Erwähnung erhiel-ten Gabi und Alexander Fröhlich für ihre Reihe „Heiliges Land! Vergessenes Land? Eine Reise durch die Heimat Jesu“, die beim katholischen Satellitensender Radio Horeb lief.
Die Preise sind jeweils mit 1.500 Euro dotiert und wurden auf der Jubi-läumsveranstaltung „20 Jahre lokaler Rundfunk in Bayern“ in Nürnberg übergeben. Der Verkündigungspreis wird vom Evangelischen Presse-verband für Bayern und der St. Michaelsbund ausgelobt. Bestimmt werden die Preisträger von einer unabhängigen Jury unter Leitung von BLM - Geschäftsführer Martin Gebrande.
 
 
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