© Dr. Hansjörg Biener
Religiösen Sendungen hört man oft die Herkunft nicht an. Noch mehr als bei der Morgenfeier oder Andacht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt das dort, wo religiöse Anbieter Sendezeit kaufen oder eigene Sender und Programme aufbauen. Nicht jeder katholische Anbieter ist auch die Stimme der römisch-katholischen Amtskirche. Noch weniger gilt bei protestantischen Radio- und Fernsehsendungen, dass sie mit einer traditionellen evangelischen Volks- oder Freikirche verbunden sind. Diese Internetseiten sollen zu ein wenig mehr Klarheit führen.  Für regelmäßige Informationen über die Senderszene gibt es »Medien aktuell: Kirche im Rundfunk«. Buch zur Grundinformation über die internationale Senderszene-Buch zur Grundinformation über die deutschen Radiomissionen

Lutherische Stunde
 
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Lutherische Stunde
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DE-27363 Sottrum
04264-243-Tel 6 / Fax -7
www.lutherische-stunde.de
Sendezeiten im Sommer 2011
montags, mittwochs, freitags 1323 kHz für Thüringen, 1215 kHz für Ost- und Mitteleuropa sowie Kurzwellen bei der Stimme Russlands 

19.55-20.00 Uhr ME(S)Z 1215 1323 9750-DRM 12010

Lutherische Stunde als Stimme des konfessionellen Luthertums
Die deutsche Lutherische Stunde entstand in den vierziger Jahren als Ableger der US-amerikanischen Lutheran Hour (*1930), die sich damals zum größten nichtstaatlichen Rundfunkprogramm der Welt entwickelte. Die Lutherische Stunde versteht sich als kirchengebundene christliche Rundfunkarbeit aus dem Raum der lutherischen Freikirchen und der Bekenntnisbewegung innerhalb der evangelischen Volkskirchen, die Programmaufsicht wird von der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche wahrgenommen.
Im Juni 1959 begründete Pastor Hans-Lutz Poetsch für die Korrespondenz die deutsche Geschäftsstelle. Da sich herausgestellt hatte, dass man die amerikanischen Sendungen nur schwer übersetzen konnte, begann 1962 die Produktion von Sendungen in Deutschland selber.

1960 berichtete die Zeitschrift des Hamburger Hans-Bredow-Instituts: "Seit dem 3.1.1960 kommen die deutschsprachigen Sendungen der 'Lutheran Hour' der Missouri-Synode, die über Radio Luxemburg verbreitet werden, über den Mittelwellensender 208 m nebst Kurzwellensender 19,54 m. / Die deutschsprachigen Sendungen von Radio Luxemburg II werden täglich von rd. 3,5 Mill. Hörern (25%) in der Bundesrepublik empfangen." [Chronik (1.10.-31.12.1959), in: Rundfunk und Fernsehen 8,1960,1, S. 72-88, S. 82.]
Für Jahrzehnte wurden die Viertelstundensendungen, die von Pastoren der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche und Landeskirchen erarbeitet werden, über Radio Luxemburg für Europa, sowie von November 1976 bis über FEBC Manila für Sibirien und über KGEI San Francisco für Südamerika ausgestrahlt. Die Haupthörerschaft von "1,5 bis 2 Mio." Hörern und Hörerinnen hörte über Radio Luxemburg zu. Bis Juni 1998 gab die amerikanische Lutherische Stunde einen Zuschuss, zuletzt etwa 67000 DEM, ein Sechstel des deutschen Haushalts. Heute aber muss sich das Jahresbudget ganz aus Spenden und Kollekten aus dem Bereich des konfessionellen Luthertums finanzieren.

Turbulente neunziger Jahre
Die neunziger Jahre brachten zahlreiche Veränderungen. Am 2. April 1992 strahlte die Lutherische Stunde ihr erstes Programm vom Gebiet der ehemaligen Sowjetunion aus. Für ein Vierteljahr kamen wöchentlich auf Mittelwelle Kaliningrad 1215 kHz im früheren Ostpreußen und den Kurzwellen von Radio Minsk Programme, die 1989 und 1990 schon auf dem sonntäglichen Sendeplatz bei Radio Luxemburg ausgestrahlt worden waren. Wegen der abenteuerlichen Postverbindung wurden die Sendungen über Radio Minsk jedoch wieder eingestellt.
Ab 4. November 1992 machte die Lutherische Stunde einen zweiten Versuch mit Sendungen vom Gebiet der ehemaligen Sowjetunion. Man sendete nun im Rahmen des mehrstündigen deutschen Auslandsprogramms von Radio Moskau. Anfangs kam hier nur dasselbe Programm wie bei Radio Luxemburg vom Vorsonntag.
Von Juli 1993 bis November 1995 verzichtete man ganz auf Radio Luxemburg und unterbrach damit eine Ära. Seit Bestehen der deutschsprachigen Sendungen hatte man über Radio Luxemburg gesendet, über viele Jahre hinweg auf dem Sendeplatz sonntags um 7.00 Uhr ME(S)Z auf 1440 und 6090 kHz. Begründet wurde die Maßnahme mit den günstigeren Preisen, besseren Sendezeiten und dem gleichmäßigeren Empfang bei Radio Moskau.
Zum 3. Oktober 1993 erweiterte die Lutherische Stunde die Moskauer Sendungen sogar um eine zweite Sendung. Zusätzlich zur Sendung mittwochs 20.43 Uhr MEZ wiederholte man zunächst sonntags 11.43 Uhr Sendungen, die besonders gut angekommen waren. Allerdings war hier der Empfang nicht immer befriedigend, gelegentlich wurden auch Mittelwellen willkürlich abgezogen.
Infolgedessen kehrte die Radiomission zu Radio Luxemburg zurück und kam schließlich zu dem langjährigen Sendeplan mittwochs 19.43 Uhr über die Stimme Russlands und donnerstags 19.30 Uhr über Radio Luxemburg. Die Sendekosten bei Radio Luxemburg betrugen 1997 etwa 70000 DM, bei der Stimme Russlands etwa 52500 DM. In Zusammenarbeit mit örtlichen Gruppen konnte man ab 1998 auch Programme in offenen Kanälen unterbringen.

Weitere Medien
Neben den Rundfunksendungen, die als Manuskripte auch in größeren Stückzahlen abgegeben werden, gibt es in Zusammenarbeit mit der Lutherischen Laien-Liga (in Deutschland *1963) an die 20 Bibelfernkurse und über 20 Traktate. 1990 schaltete die Lutherische Stunde vorübergehend außerhalb der Bürozeiten eine wöchentlich wechselnde Telefonandacht auf.
Ende 2000 machte die Lutherische Stunde mit sieben Kurzbeiträgen »Nachdenkliches aus dem Schrebergarten« einen ersten Schritt auf Videoarbeit hin. Inzwischen ist eine zweite Serie von Kurzbeiträgen erschienen sowie eine 7-minütige Selbstdarstellung. Aktuell gibt es aber keine laufende Videoproduktion mehr.
Nachdem es schon seit 1998 den Internetauftritt unter www.lutherischestunde.de gibt, kann man dort seit
Anfang 2001 Sendungen der Lutherischen Stunde auch als audiofiles abrufen. 2004 vervollständigte ein
Shop das Angebot, in dem sämtliche Materialien der Lutherischen Stunde bestellt werden können.

Hörerumfrage bei der Lutherischen Stunde
Zum 4. Dezember 2003 führt die Lutherische Stunde eine Umfrage durch, mit der die Hörgewohnheiten erfasst und Alternativen ausgelotet werden. So wird nicht nur nach der Nutzung der Sendeplätzen bei Radio Luxemburg und der Stimme Russlands und den vorhandenen Empfangsgeräten gefragt, sondern auch nach der Bereitschaft, Kassetten bzw. CDs zu nutzen. Als Anfang der achtziger Jahre bei einer massiven Veränderung der Sendekonditionen zahlreiche Radiomissionen bei Radio Luxemburg aufgaben, versuchte es etwa die Stimme des Glaubens mit einem Kassettendienst. In jüngeren Jahren überlegte auch das Schweizer Radio Freundes-Dienst diese Option, blieb dann aber bei Radiosendungen.

Wechsel in der Leitung
Martin Benhöfer ist der neue Direktor der Lutherischen Stunde. Wie seine Vorgänger ist Benhöfer Pastor der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche, die die geistliche Aufsicht über das freie Missionswerk wahrnimmt. Er war seit 1990 Pfarrer einer Gemeinde in der Lüneburger Heide und seit zehn Jahren als Autor mit der Lutherischen Stunde verbunden. Die Einführung von Martin Benhöfer und Verabschiedung von Dr. Horst Neumann erfolgt am 18. Januar 2004 mit einem Gottesdienst und Empfang in der Dreieinigkeitsgemeinde in Hamburg.
Derzeit sendet die Lutherische Stunde donnerstags 19.30 Uhr auf der Stammstation Radio Luxemburg 1440 kHz für Nordrhein-Westfalen und mittwochs 19.45 Uhr in Berlin und Thüringen auf den Mittelwellen 603 und 1323 kHz sowie ausländischen Frequenzen im deutschsprachigen Programm der Stimme Russlands. Nach Angaben eines Finanzberichts der Lutherischen Stunde Anfang 2004 bezahlt man etwa 300 USD für die Sendung bei der Stimme Russlands und 482 Euro bei Radio Luxemburg.

Sendungen in Kooperation mit Radio Neue Hoffnung
In Kooperation mit Radio Neue Hoffnung, das ab 2001 auf eine terrestrische Frequenz hinarbeitete, kamen Sendungen der Lutherischen Stunde auch in dessen Internetradio bei www.rnh.de. Seit 1. Januar 2005 sind zweimal täglich (8.30 bis 9 Uhr und 19.30 bis 20 Uhr) Sendungen der Lutherischen Stunde im Programm von „Radio Neue Hoffnung“ zu hören, das über den ASTRA-Satelliten digital ausgestrahlt wird. Gleichzeitig sind die Sendungen im Internet zu hören.

Mai 2005 Ende einer Ära: Sendeende bei Radio Luxemburg
Im Programmheft für April-Mai 2005 wurde es noch als Möglichkeit angesprochen, doch Ende Mai gab
die Lutherische Stunde den Sendeplatz  donnerstags 19.30-19.45 Uhr bei RTL auf. Mit einer Lücke zwischen 1993 und 1995 war Radio  Luxemburg 1440 kHz immer die Hauptwelle der Lutherischen Stunde gewesen. Mittlerweile dürfte sie aber in einem Umfeld zwischen digitaler Testsendung und China Radio International wohl kein Massenpublikum in Nordrhein-Westfalen mehr erreichen.
Als Gründe gelten sowohl die Spendenlage als auch die Empfangslage. Ursprünglich als Ableger der US-amerikanischen Lutheran Hour bei Radio Luxemburg begonnen, werden die Sendungen heute von einem freien Medienmissionswerk unter programmlicher Aufsicht der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche getragen. Seit 1962 werden die Sendungen in Deutschland produziert, seit einigen Jahren müssen sie auch ohne Unterstützung der US-amerikanischen Lutheran Hour finanziert werden. Die Sendungen bei Radio Luxemburg betrugen 420 Euro pro Sendung.
Künftig wird die Lutherische Stunde terrestrich nur noch über die "Stimme Russlands" auf Mittel- und Kurzwelle zu  hören sein. Der russische Auslandsdienst bietet mit den Mittelwellen in Thüringen (1323 kHz) abgesehen von den europaweiten Mittel- und Kurzwellen noch Frequenzen, die man auch für Leute bewerben kann, die sich mit Rundfunkfernempfang nicht so auskennen. Trotzdem muss im Programmheft ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass die Sendungen „natürlich auf Deutsch“ sind. Außer terrestrisch ist die Lutherische Stunde über "Radio Neue Hoffnung" auf dem Satelliten Astra und im Internet bei www.lutherischestunde.de zu hören.

Neues Programmheft der Lutherischen Stunde
Das Programmheft der Lutherischen Stunde hat ein neues Gewand. Mit der Ausgabe für April-Mai 2005 präsentiert sich die Lutherische Stunde in einem neuen Design, neuen Format und neuem Papier. Das Konzept stammt aus der Hand der Grafikdesign-Studentin Andrea Otto und wird, so Direktor Martin Benhöfer, über die ersten Reaktionen gut angenommen. „Kritik bezog sich meist, ähnlich wie die Ihre, auf zu kleine Schrift (und Druckfehler). Wir arbeiten daran...“.

Neuanfang für die „Lutherischer Stunde“
Am 21. Januar 2006 beschloss die Mitgliederversammlung des "Lutherische Stunde e.V." zahlreiche Satzungsänderungen und bestätigte den auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 11. November 2005 gewählten Vorstand auch nach der neuen Satzung. Als Vorstand fungieren Propst i.R. Manfred Weingarten (Verden/Aller) und Pfarrdiakon Detlef Löhde (Laatzen). Der dritte Platz bleibt wegen der Vakanz im Amt des Direktors vorerst frei. Die Stelle wird in Absprache mit der  Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche besetzt. Die Lutherische Stunde ist zwar ein freies Medienwerk, arbeitet aber unter inhaltlicher Aufsicht der SELK.
Der bisherige Direktor, Pfarrer Martin Benhöfer (Stadensen) war, wie die anderen Vorstandsmitglieder Propst i.R. Christoph Horwitz (Stelle) und Dipl.-Bibl. Petra Schmid (Sottrum), auf der Mitgliederversammlung im  November zurückgetreten. Die Lutherische Stunde hatte in den letzten Jahren mit erheblichen finanziellen Problemen zu kämpfen und sich immer mehr auf die Radioarbeit als Kernkompetenz konzentriert. Im Mai 2005 wurde die Mittelwellensendung über Radio Luxemburg aus Kostengründen beendet. Seither verbreitet die Lutherische Stunde evangelistische Programme nur noch im deutschen Auslandsprogramm der Stimme Russlands und im Satellitenprogramm von Radio Neue Hoffnung. Wie Vorstandsmitglied Detlef Löhde bei der Mitgliederversammlung am 21. Januar in Sottrum mitteilte, sollen die anderen Medien wieder ausgebaut werden.
Die deutsche Lutherische Stunde entstand in den vierziger Jahren als Ableger der US-amerikanischen Lutheran Hour, die sich damals zum größten nichtstaatlichen Rundfunkprogramm der Welt entwickelte. Seit vielen Jahren muss die deutschsprachige Medienarbeit auch ganz aus dem deutschsprachigen Raum finanziert werden.

2011 Neuer Sendeplan der Lutherischen Stunde bei der Stimme Russlands

Die Lutherische Stunde hat mit Beginn der Sommerzeit 2011 ihre Sendungen im deutschen Auslandsprogramm der Stimme Russlands umstrukturiert. Sie werden nun dreimal wöchentlich montags, mittwochs und samstags 19.55-20.00 Uhr ME(S)Z als Fünfminutenprogramm ausgestrahlt; zuvor gab es mittwochs 19.42 Uhr ME(S)Z ein viertelstündiges Programm. Die Stimme Russlands sendet in dieser Stunde auf den Mittelwellen Kaliningrad 1215 kHz (1200 kW) und Wachenbrunn 1323 kHz (1000 kW) sowie auf den Kurzwellen Moskau 9750 kHz (40 kW digital) und Samara 12010 kHz (250 kW analog). Die Programme können zeitgleich im Internet bei http://95.81.162.158:8000/germany.m3u und zeitlich unabhängig on demand im Audio-Archiv der Lutherischen Stunde bei www.lutherischestunde.de/ gehört werden.

Rückmeldungen auf die Sendungen sind durchaus erwünscht, da es auch jetzt wieder Probleme bei der Ausstrahlung gab. In früheren Jahren wurden auch QSL-Karten ausgestellt; wegen geringer Nachfrage wird aktuell nur auf etwas besseren Karton kopiert.

Nachdem es in den USA schon deutschsprachige Luther-Stunden gegeben hatte, übernahm Pastor Drs. Hans-Lutz Poetsch im Auftrag und mit Unterstützung der amerikanischen Lutheran Hour 1959 die Gründung einer in Deutschland beheimateten Arbeit. Die volksmissionarischen Radiosendungen wurden vor allem über Radio Luxemburg ausgestrahlt und mit evangelistischem Schrifttum begleitet. Poetschs Nachfolger waren 1991-2003 Pfarrer Dr. Horst Neumann und 2004-2005 Pfarrer Martin Benhöfer die Direktorenstelle. Ab 2006 wurde das Direktorenamt auf mehrere Personen gelegt und zunächst von Propst em. Manfred Weingarten und Dipl.-Finw. und Pfarrdiakon Detlef Löhde wahrgenommen. Seit dem 26. November 2010 wirken Dir. i. R. Dr. Horst Neumann, Hans-Heinrich Dittmer und Hermann Schröder als Vorstand. Geschäftsführerin ist die vollzeitlich angestellte Dipl.-Bibl. Petra Schmid.
 

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