Religiösen Sendungen hört man oft die Herkunft nicht an. Noch mehr als bei der Morgenfeier oder Andacht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk gilt das dort, wo religiöse Anbieter Sendezeit kaufen oder eigene Sender und Programme aufbauen. Nicht jeder katholische Anbieter ist auch die Stimme der römisch-katholischen Amtskirche. Noch weniger gilt bei protestantischen Radio- und Fernsehsendungen, dass sie mit einer traditionellen evangelischen Volks- oder Freikirche verbunden sind.
zur Geschichte und Einordnung der christlichen Medienkarbeit in Deutschland

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Media Vision
 
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Nele Vogelsang
Media Vision e.V., Büro Hamburg 
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Sendeplan 

Am 5. November 1983 wurde von rund 80 Personen vor allem aus dem Bereich des Forums Freikirchlicher Pfingstgemeinden die Media-Vision gegründet. Die Arbeit des  gemeinnützigen Vereins sollte sich ganz durch Spenden finanzieren. In die Media-Vision gingen jahrzehntelange Erfahrungen mit evangelistischer Rundfunkarbeit ein, die vorher wegen ihrer Zersplitterung kaum von einer breiten Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen worden war. Andere Mitgründer der Media-Vision standen am Beginn einer großen Medienarbeit, so Pastor Wolfgang Wegert von der Pfingstgemeinde Arche Hamburg.

1984 Sendungen im Kabelpilotprojekt Ludwigshafen
Die ersten Fernsehsendungen der Media-Vision kamen 1984 im Ludwigshafener Kabelprojekt. Pionier Gerhard Klemm brachte hier mit der christlichen Talk Sendung "Ein erfülltes Leben" Erfahrungen aus Kanada ein. Seine Verbindungen sorgten im Februar 1986 für eine gewisse internationale Einbindung des Projekt. Als Starthilfe aus Kanada machte ein gebrauchte Ü-Wagen eigene Produktionen möglich. Im Mai 1986 wurde beim Jugend-, Missions- und Sozialwerk Altensteig ein großes Studio eingeweiht.

eureka
Am meisten Furore machten 1986-1989 die Programme der Media-Vision bei eureka bzw. Pro 7, denn erstmals kamen ab dem 15. November 1986 pfingstlerische Inhalte und Verkündigungsweisen bundesweit auf die deutschen Bildschirme. Dabei handelte es sich bei den täglichen Sendungen nicht nur um spektakuläre Predigtprogramme, sondern auch um zum Teil sehr herkömmliche Fernsehgottesdienste, Talkshows, Fernsehbibelstunden, Musik- und Informationssendungen. Fernsehgerechte Formen zu finden, blieb wie beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine Herausforderung, auch wenn es gute Ansätze gab. Überseeische Evangelisten wie Pat Robertson, Jimmy Swaggart und Paul Yonggi Cho kamen bei der Media-Vision nur in der Sendung Evangelium International vor.

1986-1989 eureka
Die Media-Vision war am 12. Juni 1986 Gründungs-Gesellschafter bei Eureka und mit 25 Prozent Stimmenanteil einer von drei Teilhabern, schied aber später gegen eine Entschädigung mit Senderecht aus dem Konsortium aus. Eureka Television GmbH suchte das Gespräch mit den Großkirchen und distanzierte sich in Vor- und Abspann von den Media-Vision-Sendungen. Die Sendezeiten am Sonntagvormittag und täglich gegen Mitternacht lagen ohnehin am Rand des insgesamt wenig gesehenen Programms.
Aus eureka wurde am 1. Januar 1989 durch die Beteiligung neuer Interessenten Pro 7. Das Programm von eureka war im Dezember völlig zusammengebrochen, so dass religiöse Sendungen schon zur Hauptsendezeit am Abend kamen.Nach Auseinandersetzungen über  Wegerts Programme gab es ab dem 4. September 1989 bei Pro 7 keine Sendungen der Media-Vision mehr. Pro 7 hatte seinen Sendebeginn auf den frühen Vormittag und den Sendeschluss tief in die Nacht gelegt und keinen Platz für die Media-Vision.

1993 Media Vision beim Super Channel
1993 beteiligte sich die Media-Vision an der Arbeitsgemeinschaft Christliches Fernsehen von zehn deutschsprachigen Anbietern, die wöchentlich Sendungen über den Super Channel ausstrahlte. Im selben Jahr wurde der Satellitenkanal vom US-amerikanischen NBC-Network übernommen und hatte einige Zeit keine religiösen Sendungen. Im Oktober 1993 hatte die Media Vision wöchentlich viermal 30 Minuten auf dem Mischkanal Berlin, wöchentlich 30 Minuten im Ingolstädter Regionalfernsehen und  wöchentlich viermal 30 Minuten in Riga.

1999 Offizielle Medienvertretung des Bundes freikirchlicher Pfingstgemeinden
Nachdem die Media Vision de facto immer eng mit pfingstkirchlichen Gemeinden und Missionswerken zusammengearbeitet hatte, wurde sie im Frühjahr 1999 als Medienwerk in den Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden aufgenommen und sollte dessen Medieninteressen vertreten. Anlässlich der Sonnenfinsternis am 11. August produzieren Jürgen Single und Stefan Loß einen Beitrag, der sich mit dem Thema Endzeit auseinandersetzte und in der ARD-Sendung „Report“ ausgestrahlt wurde.

2001 Partner beim Bibel TV
Am  11. Januar 2001 beteiligte sich die Media-Vision mit einem  Prozent an der  Gesellschafter der  Trägerstiftung für das Bibel TV. Das Programm sollte der erste christliche Spartenkanal  im deutschen Fernsehen werden. Als Zulieferung produzierte Media Vision 2002 über 150 Kurz-Interviews mit Prominenten und normalen Bürgern für Bibel TV.

2005 Jugendsendung Freistil TV auf Das Vierte
(Freistil 21.7.2006/HjB) Das Jugend-orientierte Freistil TV ist ab sofort auch beim Hamburger Stadtsender Tide TV und dem bundesweiten Privatsender Das Vierte zu sehen. Mit Das Vierte, das im Kabel bundesweit analog und digital zu empfangen ist, hat sich die Zahl der erreichbaren Haushalte auf ganz Deutschland ausgeweitet. Hamburgs Stadtsender Tide TV wird seit April 2004 im Hamburger Kabel ausgestrahlt und erreicht rund 1,3 Mio. Einwohner.
Initiiert wurde Freistil TV 2005 von der Jugendgruppe des Christus Centrum in Tostedt bei Hamburg. Die Sendungen werden dort im eigenen Jugend-Café im zweiwöchentlichen Rhythmus aufgezeichnet. Zur Mannschaft gehören Fernseh-Spezialisten, die auch für andere christliche Sendungen aktiv sind und Berater wie Hans van Dahlen (Evangelische Omroep, Holland) und David Wessler (Media Vision, Hamburg).
Die Idee des 30-minütigen Reality-Talks ist im deutschen Jugendsektor einzigartig: Ohne festgelegten Ablauf sprechen die vier Moderatoren mit Jugendlichen über Themen wie Magersucht, Selbstmordgedanken, Drogen und Missbrauch. Kurzclips wie Umfragen und Musikvideos gestalten die Sendung zum Thema passend mit. Zuschauer-Reaktionen und -Interaktionen sind ausdrücklich erwünscht, z.B. im Internetforum, per Email oder Telefon. Unter www.freistiltv.de/sternstunde/ können Jugendliche sich anmelden, um ihre eigenen Erlebnisse zu filmen und bei Freistil TV einzureichen.
freistiltv begann ursprünglich bei Bibel TV und kommt jetzt auf folgenden Programmen:
Das Vierte: 2. und 4. Samstag/Monat 8.30 Uhr
Tide TV (HH) mittwochs 18.30 Uhr
bw family.tv (BW) samstags 16.30 Uhr, donnerstags 23.00 Uhr (Wdh.)
Bibel TV: donnerstags 23.00 Uhr , samstags 16.30 Uhr (Wdh.)

2008 Erstmals ZDF-Gottesdienst aus einer Pfingstkirche
Am 18. Mai 2008 wird der Sonntags-Gottesdienst aus dem Christus Centrum Tostedt bei Hamburg von 9.30 bis 10.15 live im ZDF übertragen. Es ist der erste Gottesdienst aus einer Pfingstgemeinde überhaupt, der im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet wird. Hintergrundinformationen.
 
© Dr. Hansjörg Biener 0309
letzte Bearbeitung 0805
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