Ganz im Zeichen der Umsetzung des Agenda21-Leitbildes der Gemeinde Gebenbach stand die Sitzung des Gebenbacher Gemeinderates. So haben die Räte beschlossen, die neue Schulheizung mit erneuerbarer Energie aus Pflanzenöl zu betreiben und ein Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk zu installieren. Unterstützt wird dabei die Gemeinde vom Projekt "Abkürzung" der Volksschule Hirschau. Weiterhin genehmigten die Gemeinderäte den Bauantrag von Andreas Flierl. Er widmet im Sinne der Agenda 21 und Dorferneuerung Gebenbach ein landwirtschaftliches Gebäude seiner alten Hofstelle als Wohnung und Lagerhalle um.
Das Thema Erneuerbare Energien für die Grundschule Gebenbach stand
ganz oben in der Tagesordnung des Gebenbacher Gemeinderates. Bürgermeister
Peter
Dotzler konnte hierzu die Herren Brühschwein und Künzel von
der Volksschule Hirschau, die Ingenieure Zipfel und Kaelke vom Planungsbüro
Ecotopia und Herrn
Stellv. Landrat Dr. Klaus Schwinger als Stellv. Vorsitzender des Vereins
RegEn Opf. e.V. und Sprecher des AOVE-Arbeitskreises Erneuerbare Energien
begrüßen. So betreut Ekkehard Brühschwein als Lehrer das
Projekt "Abkürzung" der Volksschule Hirschau. Herr Künzel, er
hat als ehemaliger Schüler die Hauptschule Hirschau in diesem Jahr
verlassen, überreichte Bürgermeister Peter Dotzler symbolisch
das neue Energiekonzept für die Grundschule Gebenbach im Wert von
ca. 5.500 EURO. Es wurde vom Projekt "Abkürzung" der Volksschule Hirschau
in Auftrag gegeben und mit Preisgeldern aus ökologischen Projekten
an der Schule finanziert. Es soll dazu dienen, die bisher von der Schule
ausgehende CO²-Belastung von ca. 49 to pro Jahr einzusparen. Bürgermeister
Dotzler bedankte sich für dieses Konzept und übergab das Wort
an die Verfasser des Werkes, die Herren Zipfel und Kaelke vom Planungsbüro
Ecotopia. Diese erläuterten den Gemeinderäten die aktuelle Situation
in der Grundschule Gebenbach.
So sei die jetzige Ölheizung aus dem Jahre 1975 mit 244 KW Leistung
völlig überdimensioniert, veraltert und mit in Krafttreten der
neuen Abgasgrenzwerte im November 2004 nicht mehr zugelassen. Die Gemeinde
ist deshalb gezwungen diese Heizungsanlage zu ersetzen. Die Fa. Ecotopia
hat nun in zwei Schritten zum einen das Gebäude aus dem Jahre 1959
untersucht und mögliche Energiesparmaßnahmen vorgeschlagen.
Im zweiten Teil wurde speziell die Heizungsanlage untersucht und die Wirtschaftlichkeit
von drei möglichen Varianten errechnet. Als Energiesparmaßnahmen
am Gebäude ermittelten die beiden Ingenieure die Isolierung des Mauerwerkes
mit einem Einsparpotential von 18 %, die Erneuerung der Heizkörperthermostate
und Änderung der Steuerung mit 14 %, neue Fenster am Gebäude
mit 4 % und die Verbesserung der Deckenisolierung mit 2 % Energieeinsparpotential.
Bei den drei alternativen Heizungsvarianten verglichen sie eine Niederthemperatur-Ölheizung,
ein Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk mit 24 KW thermischer Leistung unterstützt
durch einen Spitzenlast-Pflanzenölbrenner und ein Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk
mit 40 KW thermischer Leistung und einem zusätzlichen Pufferspeicher
von 3000 Litern als Spitzenlastreserve. Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung
armotisieren sich die Mehrkosten der Variante 3 mit dem größeren
Pflanzenöl-BHKW bereits nach 5 bis 7 Jahren. Dies geschieht über
die zusätzliche Stromeinspeisung des BHKW's, während eine reine
Ölheizung nur Kosten verursacht und keine Erträge erzielt. Zusätzlich
wirkt sich Pflanzenöl als Brennstoff CO²-neutral aus. Also
können mit dieser Heizungsvariante im Jahr über 49 to des schädlichen
Treibhausgases eingespart werden. Diese Einsparung bringt die Gemeinde
zusätzlich in den Genuss eines zinsgünstigen KfW-Darlehens für
die Umbaumaßnahme am Schulgebäude.
Zweiter Bürgermeister Karl Erb wies daraufhin, dass Pflanzenöl
bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung preislich nicht zu niedrig einzuschätzen,
da bei steigenden Heizölpreisen auch mit steigenden Pflanzenölpreisen
zu rechnen sei. Gemeinderat Andreas Wendl fragte bei den Ingenieuren nach
anderen Alternativen bei den erneuerbaren Energien, wie Hackschnitzel-,
Holzpellets- oder Getreideverbrennung nach. Dies wurde von der Fa. Ecotopia
auch beleuchtet. Aufgrund der fehlenden Möglichkeit eines Blockheizkraftwerkes
rechnet sich bei diesen Varianten die Wirtschaftlichkeit nicht. Gemeinderat
Wolfgang Kredler stellte die Frage nach der Betriebssicherheit eines BHKW's
mit Pflanzenöl. Hier konnte Herr Brühschwein aus seiner Erfahrung
berichten. Er betreibt sein BHKW bereits seit 6 Jahren und hatte noch keine
nennenswerte Störungen. Dr. Klaus Schwinger nannte das Pflanzenöl
als Energie der kurzen Wege mit regionaler Wertschöpfung. So seien
in der näheren Umgebung bereits Ölpressen installiert und auch
für die nahe Zukunft neue Projekte in Planung. Ebenso werde diese
Energieart in einer Langzeitstudie wissenschaftlich begleitet und als sicher
eingestuft. So beschloss der Gemeinderat einstimmig, die alte Schulheizung
mit einem Pflanzenöl-Blockheizkraftwerk zu ersetzen und energiesparende
Maßnahmen am Schulgebäude durchzuführen. Als Überraschung
für den Gemeinderat übergab Herr Künzel einen Gutschein
im Wert von 10.000 EURO an Bürgermeister Dotzler. Dieser Gutschein
ist nach erfolgreicher Installation der neuen Heizung beim Projekt Abkürzung
der Volksschule
Hirschau einzulösen. Das Gemeindeoberhaupt bedankte sich für
die großzügige Unterstützung und nannte es einen Dominoeffekt,
wenn von einer Nachbargemeinde zur anderen neue ökologische Projekte
ins Leben gerufen werden. Mitinitiator Ekkehard Brühschwein freute
sich über den Gemeinderatsbeschluss. Ihm ist es ein Anliegen die Bevölkerung
über die neuen Möglichkeiten zu informieren. Dies ist mit der
Präsentation der neuen Heizung in Gebenbach verstärkt möglich.
Sehr positiv wurde der Bauantrag von Andreas Flierl, Gebenbach vom Gemeinderat eingestuft. Er baut ein landwirtschaftliches Gebäude an der Bahnhofstraße als Wohnung und Materiallager für eine Trockenbau- und Malerbetrieb mit drei Beschäftigten um. Dieser Bauantrag ist ganz im Sinne der Dorferneuerung und dem Agenda21-Leitbild. Er wurde einstimmig mit Auflagen genehmigt.
Eine nichtöffentliche Sitzung schloss sich an.
Bürgermeister Dotzler, Lehrer Brühschwein und der ehemalige
Schüler Künzel aus Hirschau bei der Übergabe eines Gutscheins
im Wert von 10.000 EURO.