Mit einem Energiekonzept für das Rathaus Gebenbach, dem Radweg zwischen Gebenbach und Hirschau und der Änderung der Rahmenvereinbarung für den Strombezug beschäftigte sich der Gebenbacher Gemeinderat in seiner letzten Sitzung. Bürgermeister Peter Dotzler konnte zur Vorstellung des Energiekonzeptes für das Rathaus Prof. Markus Brautsch begrüßen.
Zur Erstellung eines Energiekonzeptes beleuchtete Brautsch zunächst den Zustand des etwa 35 Jahre alten Gebäudes. So musste er feststellen, dass sich mit einer qualitativen Wärmedämmung der Bausubstanz bereits eine große Menge Energie einsparen lässt. In einem zweiten Schritt beleuchtete er dann die Energieversorgung des Rathauses. Bisher existiert lediglich eine Elektroheizung mit Boilern zur Warmwasserversorgung. Aufgrund der schlechten Energieeffizienz bei der Erzeugung scheidet die Elektrobeheizung wegen der hohen CO2-Belastung gemäss der gültigen Energieeinsparverordnung aus. In einer CO2-Bewertung des Primärenergiebedarfs schnitt unter den verglichenen Heizungsvarianten der Betrieb eines Blockheizkraftwerkes mit Pflanzenöl am besten ab. Hier hätte die Gemeinde aufgrund der Stromerzeugung einen CO2-Ausstoß von 14,36 kg/m² im Jahr. Ein vergleichbarer Betrieb mit Ölbrenner hätte eine jährliche CO2-Belastung von 58,73 kg/m2, z.Zt. produziert das Rathaus jährlich 321,88 kg/m² CO2. Bei der Wirtschaftlichkeit liegt jedoch der Wärmegestehungspreis bei einem Pflanzenöl-BHKW mit 0,21 EUR pro kWh um ein Drittel höher als bei einem normalen Ölbrenner mit 0,14 EUR pro kWh. Dies liege nach Aussage von Prof. Brautsch an den höheren Investitionskosten des Pflanzenöl-BHKW. Andere untersuchte Heizungsvarianten wie Heizöl-BHKW oder Holzpelletbrenner liegen dazwischen. In der Diskussion wurden noch weitere Varianten wie Hackschnitzelheizung, Pflanzenölbrenner oder Erdwärme angesprochen. Auch hier konnte Prof. Brautsch keine bessere Wirtschaftlichkeit erkennen. So zog Bürgermeister Dotzler das Fazit, dass eine Renovierung mit Verbesserung der Wärmedämmung aufgrund der schadhaften Wände und Fenster sowieso notwendig wäre. Eine Heizung mit alternativen Energien ist dann wirtschaftlich für die Gemeinde, wenn für die Investition eine Förderung erzielt werden kann und sich dadurch der Kapitaleinsatz reduziert. Das Energiekonzept wird nun einem Architekten zur Umsetzung zugeführt.
Das Straßenbauamt Sulzbach-Rosenberg teilte der Gemeinde eine geänderte Trasse des Radweges von Gebenbach nach Hirschau mit. Um die Trassenführung südlich der B14 durchgängig zu gewährleisten werde der Radweg auf der bestehenden Brücke über die Bahnlinie geführt. Anschließend mündet die Radler-Trasse an der Gemeindeverbindungsstraße nach Krondorf wieder in den bestehenden Seitenweg ein und läuft parallel zur Bundesstraße in Richtung Hirschau. Der Gemeinderat nahm den geänderten Trassenverlauf zur Kenntnis und stimmte der Vereinbarung auf Basis der bestehenden Vereinbarung zu. Aufgrund mangelnder Breite kann ein Winterdienst auf dem Brückenbauwerk nicht durchgeführt werden.
Für den Strombezug der kommunalen Einrichtungen in den Jahren 2004 und 2005 hat der Bayerische Gemeindetag eine Nachtragsvereinbarung mit der Fa. EON abgeschlossen. Die Gebenbacher Räte stimmten dieser Rahmenvereinbarung zu. Am verrohrten Ruthenbach in Atzmannsricht wurde durch die Gemeinde die Straßenentwässerung verbessert, um bei Starkregenfällen die Überflutung eines angrenzenden Wohnhauses zu verhindern. Mit einer neuen Wasserführung und drei neuen Straßeneinläufen soll eine neuerliche Überflutung verhindert werden. Dies wurde von der gemeindlichen Versicherung gefordert. Die Kosten hierfür lagen bei ca. 7.000 EUR. Bürgermeister Dotzler gab dies dem Gremium zur Kenntnis.
Ebenso warb der Bürgermeister für den Erwerb von Solarbausteinen,
um mit dem Bau des Gebenbacher Bürgersonnenkraftwerks beginnen zu
können. Gemeinderat Andreas Wendl kündigte an, dass die CSU-Fraktion
zwei Solarbausteine erwerben werde. Eine nichtöffentliche Sitzung
schloss sich an.