Die Bedeutung des WeihrauchsEs ist schon imposant, was in unseren heiligen Hallen so alles zum Himmel steigt. Mit Interesse kann man bei den Messdienern und den Kirchenbesuchern sehen, wie der Eine dabei verzückt die Nase rümpft, ein anderer jedoch schier vom Hocker kippt.
Ja, ja, er hat's schon in sich, der Weihrauch.
WAS genau drin ist, WO er herkommt und WELCHE Bedeutung er hat, will ich Euch in den nachfolgenden Zeilen etwas erläutern.
WAS ist dran am Stoff, aus dem die Rauchwolken sind? Es ist
wirklich erstaunlich, wie ein halber Teelöffel dieser edlen und teuren Körner,
auf etwas glühende Kohle
gestreut, so viel Duft und Dampf entwickeln kann.
Weihrauch besteht aus orientalischen Baumharzen, bei deren Verbrennung
ätherische Öle frei werden, die dafür sorgen, dass sich der spezifisch
aromatische Duft verbreitet, der eben auch den Einen oder Anderen zum Husten
anstiftet. Übrigens, 1 Kilo der erlesenen und bunten Körner kostet zwischen 30
und 100 DM, da löst sich das Geld im wahrsten Sinne des Wortes in Rauch auf.
Jede Mischung hat auch einen eigenen Namen, wie z.B. Gloria, Vatikan, Pontifical,
usw.
Eine Politikerin der Partei, die sich unsere liturgische Alltagsfarbe auf die
Fahnen schreibt, behauptet sogar, dass im Weihrauchwölkchen auch etwas
Haschischduft mitschwebt. Dieses Haschisch soll wiederum Halluzinationen
(Sinnestäuschungen) hervorrufen, besonders bei Leuten, die dem Duft am
nächsten stehen, also den Priestern und den Ministranten. Von solchen
Sinnestäuschungen ist mir jedoch bis heute nichts bekannt, oder wisst ihr von
Ministranten, die statt dem Priester den Papst vor sich sehen, den Hochaltar auf
den Kopf gestellt oder einen Springturm am Taufbecken.
NEIN - noch nicht, naja dann wird es wohl nicht so schlimm sein, ansonsten kann
ich nur raten: "Bei Risiken oder Nebenwirkungen lesen Sie die Bibel oder
fragen Sie Ihren Pfarrer oder Kaplan."
So, dann hätten wir schon mal geklärt, aus WAS Weihrauch ist und dass aus dem
Hochamt kein High-Amt wird und es somit in absehbarer Zeit keinen Weihrauch
"Light" geben wird.
WO kommt er her, der Duft, der großen
weiten Welt? Weihrauch
gibt es schon seit einigen tausend Jahren in den verschiedensten Kulturen auf
der ganzen Welt. Er ist also keine Erfindung der katholischen Kirche, die ja
noch gar nicht so alt ist.
In den alten Mittelmeerkulturen wurde er vor allem beim Totenkult gebraucht, um
den Verwesungsgeruch zu vertreiben. In Arabien und Indien diente er vor allem
der Besänftigung der Götter. In der Antike, vor 3000 Jahren, war es ein
Zeichen, dass man sehr reich war, wenn man Weihrauch vor sich her tragen ließ.
Er hatte ungefähr den Stellenwert wie für uns ein Nobelauto. In Israel wissen
wir von König David, er lebte 1000 Jahre vor Christus, dass er bereits den
Weihrauch kannte und in seinen Psalmen, das sind die Lieder Israels, sogar
erwähnte. Im Psalm 141 heißt es: "Wie Weihrauch steigt mein Gebet zu dir,
o Gott".
Diesen symbolischen Sinn hat der Weihrauch auch heute noch. Die ersten Christen
lehnten den Weihrauch jedoch vorerst ab, weil die christenfeindlichen Römer
ihre Götter ebenfalls mit Rauch verehrten und sie mit ihnen nichts gleich haben
wollten. Nachdem aber 313 das Christentum Staatsreligion im römischen Reich
wurde, führte man auch den Weihrauch wieder ein.
Das ist auch die Geburtsstunde des Weihrauchfasses, wie wir es heute kennen:
rund, praktisch, gut!
Es wurde anfangs jedoch nur zum feierlichen Einzug des Papstes in die Kirche
gebraucht, später auch zu anderen Prozessionen und für den Gottesdienst.
Weihrauch ist heute auch ein Zeichen besonderer Verehrung und ein Ausdruck der
Festfreude.
WELCHE Bedeutung hat der Weihrauch im Gottesdienst heute?
Bei Gottesdiensten an denen Ihr oder andere Ministranten Rauchfass und
Schiffchen mitführt, habt Ihr Euch bestimmt schon gefragt, was das feierliche
Beräuchern (Inzensieren) überhaupt soll und WIESO, WESHALB, WARUM es gemacht
wird. Es ist ein Zeichen für besondere Ehrfurcht und Feierlichkeit. Ich will
Euch die einzelnen Gegenstände und Personen, die beräuchert werden, genau
beschreiben und in den Ablauf des Gottesdienstes einordnen.
Jedes Mal, wenn der Priester Weihrauch einlegt, segnet er ihn anschließend.
Nach dem Einzug, vor dem Evangelium, bei der Gabenbereitung.
| Inzensen die der Priester macht: | |
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Altarinzensen (nach dem Einzug): Wir verehren den Altar als Tisch des Herrn, hier wird uns Jesus Christus bei der Wandlung in Form von Brot und Wein begegnen. |
| Inzens des Evangeliars (vor dem Evangelium): Im Evangelium steht die Frohe Botschaft, hier spricht Christus selbst zu uns. Das Evangelium ist der Höhepunkt des Wortgottesdienstes. |
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| Inzens der Gaben (nach der Gabenbereitung): Es ist ein Lobpreis auf die Schöpfung (Brot und Wein) und auf ihren Schöpfer. |
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| Inzensen, die die Ministranten machen: |
| Priesterinzens (nach der Inzens der Gaben): Der Priester steht bei der Wandlung stellvertretend für Jesus Christus am Altar, so wie Jesus beim Abendmahl vor seinen Jüngern stand. |
| Volksinzens (nach der Priesterinzens): Jeder von uns ist ein Abbild Gottes, wir Alle sind Gottes Volk. Wenn wir in der Kirche sind wird Gottes Geist in uns lebendig. |
| Inzens bei der Wandlung: Brot und Wein werden in Leib und Blut Christi gewandelt. Das ist der Höhepunkt der Eucharistiefeier. |
Ich hoffe, Ihr habt jetzt Alle einen Einblick oder gar einen Durchblick
bekommen über die Geschichte und Bedeutung des
Weihrauchs.