Heimatserie
von Josef Popp
veröffentlicht vom
25.10.2008 in der Mittelbayerischen Zeitung
Sie arbeiten für Gottes Lohn
und ein Dankeschön
„Ich
mache es für den Herrgott.“ Kurz und prägnant, und mit wenigen Worten das
Wesentliche getroffen (so mancher Politiker könnte sich hier „eine
Scheibe abschneiden“), beschreibt Margareta Tischler ihre ehrenamtliche
Tätigkeit in Emhof. Sie ist Mesnerin und dies auch nicht erst seit einiger
Zeit. Im Gegenteil – über 40 Jahre, genau genommen sind es 42 Jahre, übt
sie diese Tätigkeit aus. Vier Pfarrern ist sie in diesen vier Jahrzehnten als
Mesnerin der St. Jakobuskirche beiseite gestanden: Franz – Xaver Schmid,
Hans Kiener, Wolfgang Kammermayer und Pater Andrezej Slowik. Mehr als vier
Jahrzehnte als Mesnerin zu arbeiten heißt auch viel Arbeit und Verantwortung
auf sich nehmen, auch wenn es in den letzten zehn Jahren etwas leichter geworden
ist. Damals bekam die Jakobuskirche ein elektrisches Läutwerk. Bis zu diesem
Zeitpunkt musste dreimal am Tag die Glocke per Hand geläutet werden: früh um 6
Uhr, mittags um 12 Uhr und abends zu jeweils unterschiedlichen Zeiten.
Viele andere Tätigkeiten sind geblieben: für den Gottesdienst herrichten, putzen, waschen, bügeln, für den Blumenschmuck sorgen, die Kapelle nebenan richten, bei Sterbefällen den Sterberosenkranz oder jetzt auch im Oktober den Oktoberrosenkranz beten. Da wäre ihr eine etwas bessere Beteiligung schon ein kleines Anliegen, meint Margareta Tischler. Sicher ist, dass nicht nur die Emhofer diese Arbeit und dieses Engagement zu schätzen wissen, sondern bestimmt auch der Herrgott, für den sie diese Arbeit macht.
Für den gleichen Lohn, um Gottes Lohn, kümmert sich seit mehr als 100 Jahren die Familie Auer um die „Schreinerkapelle“. Derzeit – und das heißt auch schon seit fünf Jahrzehnten – sind dies Margareta und Rupert Auer. Wie lange sich die Familie schon um die kleine gefällige Kapelle kümmert, weiß Rupert Auer nicht. Aber sicher ist, dass dies schon Aufgabe seiner Eltern und Großeltern war. 100 Jahre reichen da wohl nicht mehr, meint der „Auer Bert“, a wengerl mehr sans scho. Die Kapelle hat ursprünglich zum Schloss gehört, weiß seine Ehefrau Margareta zu berichten. Ein Blick auf das Altarbild zeigt die alte Schlossanlage, eingerahmt von den beiden Heiligen, denen die Kapelle geweiht ist: dem heiligen Leonhard und dem heiligen Wendelin.
Die Widmung der Kapelle beiden Schutzpatronen des Viehs und der Pferde lassen die Vermutung zu, dass sich in dem Bereich, in dem heute die Kapelle steht, wohl auch die Viehweiden des Schlosses waren. Die Umgebung passt. Einmal im Jahr rückt die Kapelle in den Blick der Öffentlichkeit, nämlich dann, wenn die Emhofer Christen zum Bittgang zur Kapelle kommen und hier um Gottes Segen bitten. Dass an der Betreuung einer Kapelle viel Arbeit hängt, braucht man eigentlich nicht sagen. So wurde in den letzten Jahrzehnten der Dachstuhl instand gesetzt, gegen die aufsteigende Feuchtigkeit angekämpft, der Putz und der Anstrich erneuert und natürlich das „Rundherum“ gepflegt. Auch hier kann man nur den Hut ziehen: Gut dass es viele ehrenamtlich engagierte Bürger in Emhof gibt.
Diese sind auch die Stützen der Freiwilligen Feuerwehr in Emhof. Hier passt der Slogan „eine starke Truppe“ allemal. Denn die FFW Emhof gehört mit zu den zuverlässigsten Wehren im südlichen Landkreis. Dies kann man immer wieder aus berufenen Munde hören und bei Einsätzen live miterleben. Auch wenn es derzeit etwas am Nachwuchs fehlt, so ist auf die Wehr Verlass, wie sie es zuletzt bei einem Brand in Schmidmühlen und einer Großübung in Winbuch unter Beweis stellen konnte. Tatkraft ist ebenfalls ein Begriff, der auf die FFW Emhof passt. Tatkräftig, und dies im wahrsten Sinne des Wortes - war man vor etwa zehn Jahren, als man das Feuerwehrgerätehaus selbst umgebaut und erweitert hat. Einige tausend Arbeitsstunden wurden hier geleistet. Regelmäßiges Üben gehört nach wie vor zu den Aufgaben der aktiven Wehr und das Ausrücken, wenn´s brennt. Und dies alles für den gleichen Lohn wie Messnerin Margareta Tischler und Rupert und Margareta Auer – für ein Dankeschön der Bürger und sicher auch für Gottes Lohn. Bleibt nur zu hoffen, dass es noch lange so bleibt, dass es Leute gibt, die sich um ihr Dorf, um den Blumenschmuck und die Grünanlagen, um die Jugend und die Alten, um den Spielplatz und den Gemeinschaftssinn kümmern - im südlichsten Dorf des Landkreises Amberg - Sulzbach.
Die erste urkundliche Nennung Emhofs entstammt – genau wie jene über Schmidmühlen – der Tradition des Klosters Emmeram. Dort wird 996 beurkundet, dass der Abt dieses Klosters den Zins einer Hube für die Lichter in den Kapellen „Premberg und Emmhofen“ gibt. Mit Emmenhofen ist das heutige Emhof gemeint. Dieses Kirchlein ist dem St. Jakobus geweiht. Es stand immer schon innerhalb des Burgbergrings; bei ihm war auch schon in den früheren Jahrhunderten ein Begräbnisplatz angelegt. Der kleine romanische Bau verrät, obwohl er mannigfaltige Restaurationen über sich ergehen lassen musste sein hohes Alter. Die Turmanlage stammt aus ältester Zeit; der Oberbau und die Kuppel wurden im 18. Jahrhundert aufgesetzt. Das romanische Portal ist unverändert. Die Turmuhr wurde zu Beginn des vorigen Jahrhunderts von der Familie des damaligen Schlossbesitzers Freiherrn von Rummel gestiftet. Die Uhr stammte vom ehemaligen Kapuzinerkloster in Burglengenfeld, welches 1803 der Säkularisation zum Opfer fiel. Diese Kapelle stand von Anfang an innerhalb der Burganlage der Burg Emhof. Adam von Fassmann die Burg Emhof. Dieser ließ dann die Burg mit ihrem recht ansehnlichen viereckigen Turm abbrechen. Während seiner zeitweiligen Abwesenheit vernichteten die Arbeiter das im Turm untergebrachte Archiv – und mit diesem die wertvollen Dokumente. An der Stelle der abgerissenen Burg wurde 1816/1817 das „neue Schloss“ gebaut. Mit dem im Bering aufgeführten Stallungen, einem Jägerhaus und einem Tor war dies eine recht ansehnliche Anlage. Aus dem Schloss wurde später eine Brauerei, ein Gasthaus und wird jetzt als Wohnhaus genutzt.
1126 Familie Emhofer
1343 Ulrich Emhofer
1347 Ott der junge Chegler von Emhofen
1385 Hans Emhofer
1458 Stephan Amringer
1523 Willhelm von Schlammersdorf
1555 Oswald von Gleissenthal? Georg von Gleisenthal, ehem. Prälat des Klosters Speinshard und später Vicedom in Amberg? Tobias Herstenzki von Herstein, ein Adeliger böhmischer Abstammung? Julius Visconti
1665 Karl Ferdinand Freiherr von Muggenthal
1670 – 1769 die Maffey (siedelten später nach München über; sie waren die Begründer der berühmten Maffeywerke)
1769 – 1800 die Rummel
1810 Adam von Fassmann
Im Jahr 1810, also rund 200 Jahre nach diesem historischen Gefecht erwarb es der Amberger Apotheker
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Margareta
und Rupert Auer kümmern sich seit 50 Jahren um die Schreinerkapelle |
Für den
Herrgott - seit 42 Jahren Mesnerin in Emhof: Margareta Tischler |
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FFW Emhof |
Vilswehr |