Heimatserie

von Josef Popp

 

veröffentlicht vom 24.10.2008 in der Mittelbayerischen Zeitung

 

 

 

Stimmungsvoll und liebenswert

 

Wer kennt Schmidmühlen nicht – das stolze Obere Schloss, das prächtige und aufwendig renovierte Hammerherrenschloss, die stattliche Pfarrkirche im Ortszentrum, die alten Bürgerhäuser und neuerdings auch die Bauwerke der Hochwasserfreilegung. Sie fallen dem Betrachter gleich ins Auge. Aber nur einige Schritte abseits vom Zentrum eröffnet sich ein etwas anderes ja besonders liebenswertes Schmidmühlen – gestaltet von den Bürgern und der Geschichte des Ortes.

Alleine ein Spaziergang entlang dem Weinbergweg zeigt derzeit die Pfarrkirche Schmidmühlen umrahmt von buntem Blätterwerk. Blumen umranken Eisenstäbe. Imposant steht das Obere Schloss im Zentrum und nur einige Schritte zur Seite und schon eröffnet sich ein neuer Blickwinkel auf das Schloss – eingerahmt von bunten Blättern eins Kastanienbaumes.

Es sind nicht nur die großen Gebäude, die einen Ort liebenswert machen, sondern es sind vielmehr die Bauten, die sich nicht symmetrisch oder aufgeräumt zeigen: Ein großer Haufen mit gespaltenen Holzscheiten lässt den nahenden Winter erahnen, ein alter Holzwagen eines Sägewerkes, der still im alten Betriebsgebäude schlummert, erinnert an umtriebiges Schaffen der Leute, die Figur des Heiligen Konrads, der ein Nischendasein führt legt immer noch Zeugnis einer gelebten Volksfrömmigkeit ab oder auch Fensteröffnungen in alten Mauerwerken, die den Blick auf Sehenswertes fokussieren.

Die vielen Apfelbäume zeigen stolz in rot oder gelb ihre Früchte oder auch die Lauterach, die nicht nur für Mühlkoppe oder dem Eisvogel als Lebensraum, sondern auch dem Menschen als Lebensraum dient. Besonders die Wildspezialitätenwochen, die am kommenden Samstag beginnen, bieten die Gelegenheit, bei Spaziergängen das etwas andere Schmidmühlen kennen zu lernen.