Nach einer kurzen Winterpause
wurden die Bauarbeiten zur Hochwasserfreilegung in Schmidmühlen vor
Ort wieder aufgenommen. Baudirektor Günther Schobert
und Diplomingenieur Bernd Georgi vom Wasserwirtschaftsamt Amberg informierten
in Beisein von Bürgermeister Peter Braun und den Vertretern des beteiligten
Planungsbüros, Ingenieurbüro A. Weiss
ausNeunburg, DiplomingenieurHans Böckl
über die für heuer geplanten Baumaßnahmen. Über die
derzeit laufenden Kanalbaumaßnahmen
informierte das Ingenieurbüro Renner, Dipl. Ing.
Auch in diesem Jahr
wird sich das Ortsbild durch die Baumaßnahmen erheblich verändern.
So wird unterhalb der neuen Lauterachbrücken die Flutmulde mit einem
naturnahen Ausbau fürNiedrigwasser
erstellt. Mit diesem Bau der Flutmulde werden auch die zwei alten zusammengebauten
Häuser am Zieglerweg („Moosburgerhaus“)
mit allen Nebengebäuden abgerissen. Ebenso werden alle Gartenhäuschen
und Zäune der Hochwasserfreilegung weichen müssen. Die Obstbäume
werden gerodet. Erhaltenswerte Bäume werden umgesetzt; für die
alten Obstbäume wird als Eingrünung der Flutmulde eine Ersatzpflanzung
vorgenommen. Die Abbrucharbeiten sollen bis spätestens Ende Mai abgeschlossen
sein.
Etwa in Höhe des
Häusertraktes, wo jetzt etwa der Holzschuppen steht, mündet dann
ein Fußweg in den Zieglerweg. Dieser Fußweg wird von der Hammerbrücke
auf kürzestem Weg zum Zieglerweg gebaut.Dieser
Fußwegverläuft zunächst
durch einen Grünstreifen vom Zieglerweg getrennt neben dieser Straße
(etwa 100 Meter) Richtung Süden (Emhof). Im Bereich des ehemaligen
Marterls mündet der Fünf – Flüsse – Radweg in den Zieglerweg
ein. Die Hochwasserschutzmauer wird entlang des Zieglerweges (linke Seite)
gebaut und endet etwa in Höhe des Anwesens Balk.
Hier wird die neue Höhe des Ziegelweges so verlaufen, dass eine Schutzmauernicht
mehr notwendig sein wird.
Die Höhe der Hochwasserschutzmauer,
so Diplomingenieur Bernd Georgi, wird maximal 1,10 Meter betragen und wird
zur Wasserseite hin angeböscht. Etwa in Höhe der jetzt noch bestehenden
Häuser wird eine Sohlgleite gebaut.
Diese soll bei Hochwasser ein sicheres und ungehindertes Abfließen
des Wassers gewährleisten. Da der Boden hier sehr weich ist, wird
ein entsprechender Bodenaufbau mit Steinen vorgenommen, um „im Ernstfall“
eine Ausspülung zu verhindern.
Der Hammerbach wird
ein neues Bachbett erhalten. Ein Teil dieses neuen Bachbettes wurde bereits
hergestellt. Bevor das alte Bachbett „trocken gelegt“ wird, sollen möglichst
alle Mühlkoppen, Bachneunaugen, Forellen und Äschen in das neue
Bachbett umgesetzt werden. Bis dies geschehen ist, wird der Bach nur zum
Teil im neuen Bachbett fließen. Die bereits abgebaute „Mutter – Gottes
- Grotte“ wird nach Fertigstellung der Bauarbeiten in diesem Bereich wieder
einen würdigen Standort bekommen. Im Bereichder
Einmündung des Hammerbaches wird im Uferbereich der Vils eine Sohlrampe
gebaut. Diese soll ebenso wie die Sohlgleite
ein sicheres und ungehindertes Abfließen des Hochwassers in die Vils
ermöglichen. In diesem Bereich wird in die Vils ein Leitwehr („Insel“)
eingebaut, die die Aufgabe hat, das gegenüberliegende Ufer zu schützen
und das Gewässer vielfältiger zu gestalten.Unterhalb
der Zimmerei Fischer wird schließlich ein Retentionsraum (Rückhalteraum)
entstehen. Mit dem Bau dieses Retentionsraumes soll, so Bernd Georgi, ein
Teil des verlorengegangenen Überschwemmungsgebietes
ausgeglichen werden. Die Ergebnisse der bisherigen Ausschreibungen, so
Baudirektor Günter Schobert abschließend,
zeigen, dass man mit den für heuer geplanten Baumaßnahmen auch
imgesteckten Finanzrahmen bleibt. Und auch in
diesem Jahr gilt: Man will die Belastungen für die Anwohner so gering
wie möglich halten. Bei Problemen oder Wünschen können sich
betroffene Bürger sowohl an das Wasserwirtschaftsamt Amberg oder die
Gemeindeverwaltung wenden.
Bereits im Zuge des
Brückenneubaus im letzten Jahr zeigte es sich, dass das Wasserwirtschaftsamt
Amberg nicht nur an der technischen Durchführung der Baumaßnahme
„Hochwasserfreilegung“ interessiert ist, sondern auch großen Wert
auf eine ökologische und auch optisch sehr gefällige Gestaltung
Wert legt. So fügen sich die mit Natursteinen verblendete Ufermauer
mit der dahinter liegenden Hochwasserschutzmauer gut in das Ortsbild ein.
Damit ist es aber noch nicht getan. In den nächsten Tagen werden Landschaftsgärtner
mit der Bepflanzung des Pflanzstreifenszwischen
den beiden Mauern beginnen. Hier ist eine abwechslungsreiche Bepflanzung
mit Sträuchern und Stauden geplant.Der
Beginn der Maßnahme ist aber Wetter abhängig.
Die spätere Flutmulde
im Bereich der Hammerbrücke und der im letzten Jahr gebauten Brücken
soll in Zukunft ein kleines „Naherholungsgebiet“ für die Bürger
von Schmidmühlen werden. Um hier in diesem Bereich ein Spazieren gehen
zu ermöglichen, wurde eine Treppe an der Südostseite derDoppelbogenbrücke
angebaut. Sie führt von der Brücke zur Flutmulde. Etwa zehn Meter
unterhalb der Brücke ist auch eine „Ablegestelle“
für die Allerseelenschiffchen vorgesehen. Vermutlich wird man in diesem
Jahr nochmals die Allerseelenschiffchen am linken Lauterachufer starten
lassen, denn der Bereich zwischen den Brücken wird bis in den Spätherbst
hinein eine Baustelle sein. Noch nicht entschieden wurde über die
Gestaltung des Kunstwerkes, das auf der Doppelbogenbrücke stehen wird.
Nicht realisieren ließ sich der Behelfsarm der
Lauterach als ständiger kleiner Nebenarm. Hier wäre ein
neues wasserrechtliches Verfahren notwendig geworden, was letztendlich
einen Stillstand der Baumaßnahme bedeutet hätte. Aber in diesem
Bereich wird es in der Flutmulde eine Vertiefung geben, in der sich unter
Umständen im Winter Wasser ansammeltund
so Schlittschuhlaufen möglich ist, meinte Bürgermeister Peter
Braun.
In den nächsten
Monaten wird einer der Schwerpunkte der Ausbau des Zieglerweges sein. Der
Kanal wird eingebaut, die Wasserleitung erneuert, die Straße erweitert
und ein Gehweg gebaut. Hinter dem Anwesen Braun werden entlang des Zieglerweges
alle Schuppen, kleinere Gebäude und Zäune im Zuge der Hochwasserfreilegung
abgerissen. Auch die Obstbäume werden der Hochwasserfreilegung weichen
müssen Erhaltenswerte Obstbäume werdenumgepflanztoder
durch Ersatzpflanzungen entlang der Flutmulde ersetzt. Direkt hinter dem
Anwesen Braun entstehen sechs PKW - Stellplätze für Friedhofsbesucher.
Nach Abschluss der Baumaßnahmen beim Zieglerweg sollen weitere Stellplätze
entstehen. Hierzu müssen aber erst die jetzt laufenden Baumaßnahmen
abgeschlossen werden, informierte Bürgermeister Peter Braun.
Der Hammerbach erhält
ein vorläufiges Bachbett. Der kleine Bach rückt zum Bau des Kanales
um einige Meter nach links in die jetzigen Hammerwiesen hinein. Wie Diplomingenieur
Bernd Georgi erläuterte, werden allerdings der endgültige Bau
des Hammergrabens erst nach Fertigstellung der Flutmulde vorgenommen werden.Zum
zweiten und damit wohl zum letzten Malwerden
die Mühlkoppen, Bachneunaugen, Forellen, Äschenund
sicherlich auch viele Amphibien umgesetztund
werden im neuen Bachbett eine neue Heimat finden. Der Hammerbach ist ein
wichtiges Laichgewässer für die Forellen und Äschen als Strömungslaicher.
Bis die Umsetzung erfolgt ist, läuft der Hammerbach noch einige Zeit
zweigeteilt auch im alten Bett. Aber bereits jetzt ist der Bereich des
vorläufigenBachlaufes gutzu
erkennen.
Wo wird die Hochwasserschutzmauer,
die entlang dem Zieglerweg verlaufen wird, enden? Diese Frage wird in Schmidmühlen
immer wieder diskutiert. Bei der Vorstellung der Baumaßnahme gab
es von Baudirektor Schobert die Antwort:
Die Schutzmauer wird in Höhe des Anwesens Balk
enden. Ab dort etwa wird der Zieglerweg so ausgebaut sein, dass eine Schutzmauer
nicht mehr notwendig sein wird. Es wird hier ein „fließendes Übergehen“
geben. Während der Umbaumaßnahme wird links neben dem jetzigen
„alten“ Hammerbach eine Behelfsstraße gebaut. Der gesamte Zieglerweg
wird in diesem Bereich zum Bauraum, so Diplomingenieur Bernd Georgi. Betroffen
von den Baumaßnahmen werden auch die Radfahrer auf dem Fünf
– Flüsse – Radweg sein. Sie müssen dann ihr Rad durch die Baustelle
schieben, so Bürgermeister Peter Braun bei der Begehung. Dies ist
mit der Polizei so abgesprochen.