Die Hochwasserfreilegung Schmidmühlen
Beginn des Bauabschnitts
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(Mittelbayerische Zeitung vom 18./19.05.2005 / Amberger Zeitung vom
19./20.05.2005)
Erster großer Arbeitseinsatz
für den Fischereiverein
Der
Startschuss zum dritten Bauabschnitt der Hochwasserfreilegung Schmidmühlen
ist gefallen und rief somit auch die Mitglieder des Fischereivereins auf
den Plan. Um die bevorstehenden Baumaßnahmen im Bereich der Hammerbrücke
ausführen zu können, musste die Lauterach wieder in einen Behelfsarm
umgeleitet werden. Der bisherige Streckenabschnitt wurde nun trockengelegt.
Um
die in diesem Streckenabschnitt verbliebenen Fische zu bergen, wurden die
Fachleute und fleißigen Helfer des Fischereivereins engagiert.
Die
Lauterach gilt in Fachkreisen als ein Salmonidengewässer. Hier leben
anspruchsvolle Fische wie Bachforelle, Äsche, Bachneunaugen oder Mühlkoppen. Mit
insgesamt 25 Helfern rückte am Samstag Vormittag der Fischereiverein
zu diesem Arbeitseinsatz an. Zusätzlich waren auch zwei Fachleute
für Elektrofischen des Oberpfälzer Fischereiverbandes sowie Vertreter
der Baufirma Steininger und ein Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes vor
Ort.
Zunächst
wurde die Fische mit einem speziellen Elektroabfischgerät betäubt
und von den Helfern eingesammelt. Der Rest des Flusswassers der Lauterach
wurde dann mittels leistungsfähiger Pumpen von der Baufirma abgepumpt.
In den verbleibenden Restwasser suchten dann die Mitglieder des Fischereivereins
nach Kleinfischen. Geborgen wurden unter anderem die auf der Roten Liste
stehenden Bachneunaugen und Mühlkoppen. Nach dem Leerpumpen des Gewässerabschnittes
kam auch das Flussbett zum Vorschein.
Hier
waren nicht nur die Anlieger der Lauterach überrascht. Ging man davon
aus, dass die Lauterach in diesem Abschnitt etwa 1.00 bis 1,50 Meter tief
ist, zeigte sich die tatsächliche Tiefe. Vor der Hammerbrücke
war die Lauterach teilweise über zwei Meter tief.
Der
Arbeitseinsatz für die Mitglieder des Fischereivereins dauerte rund
vier Stunden, wobei am nächsten Tag noch einmal ein Arbeitstrupp zur
Nachsuche in das Flussbett stieg. Erfreulich war die Tatschache, dass man
auch bei diesem Einsatz wieder zwei Steinkrebs bergen konnte. Die Leitung
vor Ort hatte des Vorsitzende des Fischereivereins Ingo Weiß.
Die Bilanz
des Abfischens
Bachforellen:
60
Äschen:
3
Steinkrebse
2
Mühlkoppen:
über 800
Bachneunaugen:
mindestens 350
Salmonidengewässer
Dies
sind Gewässer, in denen Fischarten wie Lachse (Salmo salar), Forellen
(Salmo trutta) oder Äschen (Thymallus thymallus) leben oder leben
könnten. Die Einstufung eines Gewässers dient der Klassifizierung
der Belastung mit Schwermetallen. Salmonidengewässer sind in einer
solchen Skala die am geringsten belasteten Gewässer, da die genannten
Fischarten gegenüber Verunreinigungen am empfindlichsten sind. Gefolgt
werden sie in der Skala von Cyprinidengewässern.
Überblick
über neue Maßnahmen
Nach
der Winterpause haben die Bauarbeiten zur Hochwasserfreilegung Schmidmühlen
wieder begonnen. Vor kurzem fiel der Startschuss zum dritten Bauabschnitt.
Viel wurde in den vergangenen zwei Jahren schon bewältigt. So wurde
unter anderem die alte Lauterachbrücke abgerissen und durch eine Doppelbogen
ersetzt. An diese schließt sich eine Spannbetonbrücke an und
umspannt die Flutmulde. Mittlerweile sind auch mehrere Gebäude, so
das Fochtneranwesen oder das Schuh- und Mosburgerhaus, aus dem Ortsbild
verschwunden. Abgerissen wurde auch die kleine Brücke über den
Hammerbach. Auch der Hammerbach erhielt ein neues Bachbett und verläuft
neben dem Zieglerweg.
Durch
die vielen Arbeitseinsätze der Mitglieder des Fischereivereins haben
Mühlkoppen, Bachneunaugen und die Bachschmerle im neuen Bach bereits
eine neue Heimat gefunden. DieMündung
des Hammerbaches in die Vils wurde ebenfalls etwas verlegt. Im Bereich
zwischen der neuen Lauterachbrücke und der Hammerbrücke wurde
die Flutmulde gestaltet. Mit einem Hochwasser im Winter bestand die Flutmulde
bereits die erste Probe. Fast ein ganzes Jahr lang wurde 2004 im Bereich
des Zieglerweges gearbeitet. Dort wurde die Hochwasserschutzmauer entlang
der gesamten Straße gebaut. Zugleich wurde auch der Kanal in die
Straße eingebaut, die Versorgungsleitungen sind jetzt ebenfalls erneuert.
Spektakulär
und mit großem Maschineneinsatz haben jetzt auch die Arbeiten zum
dritten Bauabschnitt begonnen. Hier werden sich die Baumaßnahmen
in erster Linie im Bereich der Hammerstraße abspielen. Hier wird
als erste große Maßnahme ein Verschlussbauwerk erstellt. Hierzu
musste die Lauterach erneut in ein Behelfsbett umgeleitet werden. Ein zweites
Verschlussbauwerk wird im Bereich der Zufahrt zum Sportplatz entstehen.
Zur Zeit wird auch Humus in die Flutmulde eingebracht und so auch naturnahe
gestaltet.Der 3. Bauabschnitt wird
in nächster Zeit noch der Bevölkerung vorgestellt.

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