Die Hochwasserfreilegung Schmidmühlen
 
Übersicht über den Bauabschnitt 3
(Mittelbayerische Zeitung vom 26.05.2005 / Amberger Zeitung vom 31.05.2005)
Die Hochwasserfreilegung des Marktes Schmidmühlen geht mittlerweile in das dritte Jahr. Bei einer Baustellenbesichtigung wurde der neue Bauabschnitt 03 von Baudirektor Günther Schobert und Diplom – Ingenieur Bernd Georgi offiziell vorgestellt. Wie im letzten Jahr haben die Bürger die Möglichkeit sich aus erster Hand und vor Ort über die geplante Maßnahme zu informieren.

Bisher wurde viel von den Baufirmen, dem Wasserwirtschaftsamt und den Planungsbüros geleistet. Ein Blickfang wurde bereits im ersten Jahr die neue Doppelbogenbrücke und ist mittlerweile das „moderne Wahrzeichen“ von Schmidmühlen. Der gestalterische Entwurf hierzu stammte von Baudirektorin Christa Stanzel vom Staatlichen Hochbauamt Amberg. Die Gesamtmaßnahme wurde in gestalterischer Hinsicht vom Architekturbüro Günther Naumann aus Regensburg begleitet. Lob und Anerkennung gab es auch von 2. Bürgermeister Karl Fochtner für die bisherige Gesamtgestaltung. Schmidmühlen, so Fochtner, habe eine optische Aufwertung erfahren.

Blick zurück
In den vergangenen Jahren wurden bereits große Fortschritte bei der Hochwasserfreilegung gemacht. So verschwanden das ehemalige Fochtneranwesen, das Mosburger- und das Schuhhaus aus dem Ortsbild. Der Hammerbach wurde verlegt und hat ein naturnahes und ökologisch gestaltetes Bachbett erhalten. Viele Fische wurden im Zuge dieser Maßnahme durch den Fischereiverein geborgen und umgesetzt. Im Bericht der Fochtnerwiese wurde eine Sohlgleite und im Bereich der Vils eine Sohlrampe errichtet. Die Hochwasserschutzmauern wurden in weiten Bereichen gebaut. Fertig gestellt wurde die Doppelbogenbrücke mit der anschließenden Spannbetonbrücke. Im Zuge der Maßnahmen wurde auch der Zieglerweg an die örtliche Abwasseranlage angeschlossen. Die Schutzmauern in diesem bereich wurden komplett fertig.

Blick nach vorne
Die Schwerpunkte in diesem Jahr sind die Errichtung zweier Hochwasserverschlüsse, eines Klappenwehrs, die Fertigstellung der fehlenden Hochwasserschutzmauern sowie der Beginn des Baues des Hochwasserschutzdammes im Bereich der Hohenburger Straße. Mit dem Bau des Klappenwehres (gegenüber dem ehemaligen Sägewerk Karl Böhm)  und des ersten Hochwasserverschlusses (gegenüber dem Anwesen Karl Scheuerer) wurde bereits begonnen. Hierzu musste die Lauterach wiederum teilweise aus dem alten Bett in einen Behelfsarm umgeleitet werden. Beim Klappenwehr – es ersetzt dann in Zukunft die kleine  „Schütze“ - hat zukünftig die Aufgabe, den Wasserspiegel für die Wasserkraftanlagen zu gewährleisten. Durch dieses Klappenwehr wird dann auch der Hammerbach fließen. Für die Fische wird neben dem Bauwerk eine so genannte  Fischtreppe gebaut. Sie soll es den Fischen ermöglichen, neben dem Klappenwehr ungehindert die Lauterach flussaufwärts zu schwimmen.
 

Im Zuge der Hochwasserfreilegung werden an jedem Lauteracharm je ein Hochwasserverschluss gebaut. Das erste Verschlussbauwerk ist bereits im Bau (gegenüber Anwesen Scheuerer). Der Wasserzufluss zu den Wasserkraftwerken bleibt wie bisher. Im Falle eines Hochwassers kann der Wasserzufluss teilweise oder auch ganz unterbrochen werden. Mit dieser Maßnahme soll der Ort  vor Überflutung geschützt werden. Das Hochwasser wird dann in die Flutmulden umgeleitet. Die Regulierung der beiden Anlagen – Hochwasserverschluss und Klappenwehr – wird automatisch geregelt. Die Hochwasserschutzmauern werden ebenfalls in diesem Jahr weitergebaut und der Bau abgeschlossen. Am rechten Lauteracharm  verläuft die Schutzmauer bis unterhalb der Zimmerei Fischer und geht dann in einen Hochwasserschutzdamm über.  Die jetzige  Hammerstraße endet bei der Zimmerei Fischer. Dort erfolgt eine Neugestaltung der Straße mit einem Wendeplatz. Dabei wird auch das jetzige Bachbett des Hammerbaches in die Maßnahme mit eingeschlossen. Die Zufahrt zum Sportgelände wird ebenfalls verlegt. Sie wird etwa in Höhe der jetzigen Ortstafel in der Hohenburger Straße in Richtung Sportheim führen.   Mit dem Bau des Hochwasserschutzdammes wird in diesem Jahr ebenfalls noch begonnen; die Fertigstellung ist jedoch erst für das nächste Jahr geplant. Der Damm soll später die Hohenburger Straße vor Hochwasser schützen. Je nach Witterung wird die Baufirma mit dem Abtrag des Erdbodens in der Flutmulde (Höhe Oberes Schloss) beginnen; das Erdreich wird dann als Baumaterial für den Damm verwendet. Die Arbeiten werden bis zum Ende des Jahres durchgeführt, wobei viele Schritte vom Wetter abhängig sind, so Diplomingenieur Bernd Georgi. Vor Ort ist  mit der Bauausführung die Firma Steininger aus Neunburg vorm Wald  - wie bereits beim Bauabschnitt 02 - betraut. Die Planungsaufgabe hatte das Ingenieurbüro „Bau und Plan“ aus München mit Andreas Heisch als Zuständigem, die örtliche Bauleitung hat das Ingenieurbüro Weiß & Partner mit Bauleiter Hans Böckl. Sollten die Arbeiten so wie geplant verlaufen, werden heuer wohl 80 Prozent der gesamten Maßnahme abgeschlossen sein. Die restlichen Arbeiten werden dann im nächsten Jahr vollendet. Baudirektor Schobert und 2. Bürgermeister Kreisrat Fochtner bedankten sich auch für das große Verständnis der Anwohner und versprachen, bei Problemen und Schwierigkeiten stets ein offenes Ohr für die Bürger zu haben.
 
 
 
Die augenfälligste Baustelle ist der Bau des Klappenwehrs.- das Fundament wurde vor kurzem betoniert.
Um die Bauarbeiten zum Hochwasserverschluss durchführen zu können, musste die Lauterach umgeleitet werden.
Die kleine Schütze (Hintergrund) wird verschwinden – der Hammerbach verlegt.

 

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