Die Hochwasserfreilegung Schmidmühlen
von Josef Popp
(Amberger und Mittelbayerische Zeitung v. 06.08.2005)

Der Begriff „Großbaustelle Hochwasserfreilegung“ trifft nun seit einigen Tagen im wahrsten Sinne des Wortes für die Baumaßnahme in Schmidmühlenzu. Wurde in den letzten Monaten schwerpunktmäßig im Bereich der Hammerbrücke beim Anwesen Scheuerer gearbeitet, so sind nun auch die Arbeiten am linken Lauteracharm im Bereich der Hohenburger Straße angelaufen. Damit läuft der dritte von vier Bauabschnitten auf Hochtouren. In diesem Jahr werden rund eine Million verbaut, so Diplomingenieur Bernd Georgi. Mit 50 Prozent ist auch die Europäische Union an der Gesamtfinanzierung beteiligt – bis heute wurden etwa vier Millionen Euro ausgegeben. Trotz des vielen Regens in den letzten Wochen ist man nach wie vor im Zeitplan. 

1. Hochwasserschutzdamm / Hochwasserverschluss – linker Lauteracharm

Erste Konturen nehmen mittlerweile die Schutzbauten im Bereich der Hohenburger Straße an. Hier werden die Häuser durch einen Schutzdamm vor den Hochwasserfluten geschützt. Eine Mauer ist wird hier nicht gebaut.

Der künftige Dammverlauf ist bereits jetzt zu erkennen. Durch die Bauausführende Firma Steininger wurde eine kleine Baustraße errichtet, die in ihrem Verlauf auch so bleiben wird undden gewässerseitigen„Dammfuß“ bildet.  Mit dem Dammaufbau wird bereits in den nächsten Tagen (soweit es das Wetter zulässt)begonnen. Der Damm erstreckt sich etwa auf einer Länge von etwa 300 Metern. Seine Höhe wird – je nach Geländeverlauf zwischen 1,60 Meter und 2,00 Meter betragen.Wie am dem Verlauf der Baustraße zu erkennen ist, verläuft der Damm nicht „schnurgerade“,sondern wird sich optisch gefällig in den Uferbereich einfügen. Im Zugedieses Dammbaues wird auch die Zufahrt zum Sportplatz verlegt. Dies, so Dipl. Ing. Bernd Georgi, wird heuer noch im Spätherbst erfolgen.

Bei der letzten Marktratssitzung hat der Marktrat beschlossen, den Gehweg entlang der vielbefahrenen Staatsstraße zu verlängern. Der Damm endet dann bei einem Hochwasserverschluss, der etwa im hinteren Bereich des oberen Schlosses gebaut wird. Auch hier wurden bereits vorbereitende Arbeiten vorgenommen. Dies ist auch die Stelle, an der bei der Umsetzaktion des Fischereivereins die vielen Krebse geborgen wurden. Die 20 kV – Leitung wurde in diesem Bereich durch die Firma EONschon abgebaut.

Mit der Errichtung des Hochwasserverschlusses wird nach den Betriebsferien der Baufirma begonnen. Das Obere Schloss und eben dann auch der obere Markt werden dann durch eine Schutzmauer vor möglichem Hochwasser geschützt. Die auf dem Foto rechts zu erkennenden Bäume werden noch zu dem Schlossgarten gehören. Die Mauer wird dann die beiden Flutmulden oberhalb des Oberen Schlosses verbinden. Wichtig ist, so Dipl. Ing. Georgi, dass nach Fertigstellung des Dammes für den Bereich der Hohenburger Straße ein Hochwasserschutz gegeben ist.

2. Hochwasserschutzmauer /Hochwasserverschluss – Hammerbrücke – rechter Lauteracharm

Weit fortgeschritten sind die Bauarbeiten im Bereich der Hammerbrücke (rechter Lauteracharm). Hier wird noch ein letztes Stück der Hochwasserschutzmauer gebaut . Beim Hochwasserverschluss direkt beim Anwesen Scheuerer sind die Betonarbeiten abgeschlossen. Die Verschlusseinrichtungen werden in nächster Zeit eingebaut, dann ist das Bauwerk fertig. Auch die Hochwasserschutzmauer ist bis auf ein kleines Reststück fertig. Die Fläche zu den Privatgrundstücken wird noch verfüllt, dann sind auch diese Arbeiten abgeschlossen. Rechts neben dem Hochwasserverschluss wird die zukünftige Ausleitung des „neuen“ Hammerbaches sein.  Dieser wird dann durch das Klappenwehr fließen. Etwa zur Schmidmühlener Kirchweih am ersten Septemberwochenende wird die Lauterach wieder in ihr altes Bett geleitet und durch den Hochwasserverschluss  fließen. Bevor der Behelfsarm wieder trocken gelegt wird, sind die Mitglieder des Fischereivereins wieder mit einem Arbeitseinsatz gefordert.

3. Abschluss

Sehr zufrieden zeigte sich Bauingenieur Bernd Georgi mit dem bisherigen Verlauf der Bauarbeiten. Alle beteiligten Firmen und Ingenieurbüros leisten hervorragende Arbeit, die Zusammenarbeit mit dem Markt Schmidmühlen klappt bestens. Ein großes Lob gilt auch den unermüdlichen Helfern des Fischereivereins, die vorbildliches Engagement beim Bergen und Umsetzen der Fische und Krebse zeigen. Der Dank des Wasserwirtschaftsamtes gilt auch den Anwohnern für ihre große Geduld und Rücksichtnahme. Die gesamte Baumaßnahmeliegt im Finanzrahmen und im Zeitplan, stellte Diplomingenieur Bernd Georgi abschließend fest.
 
 

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