(Amberger u. Mittelbayerische Zeitung vom 13.10.2005)
von
Josef Popp
Auf den
ersten Blick erscheint Baustelle zur Hochwasserfreilegung im Bereich der
Hammerstraße als ein Puzzlespiel. Hohe Mauern, viel Beton, Baumaschinen
und Erdhügel prägen das Bild. Im Vergleich zu den bisherigen
Bauabschnitten werden in diesem Bereich mehrere Bauwerke auf verhältnismäßig
kleinem Areal gebaut. Bei einem Pressetermin erörterte Diplomingenieur
Bernd Georgi vom Wasserwirtschaftsamt Amberg die Baumaßnahme.
Hochwasserverschluss
fast fertig
Bereits
eindeutig zur erkennen ist der Hochwasserverschluss beim Anwesen Scheuerer.
Bis auf wenige technische Arbeiten ist dieses Bauwerk schon fertig. Es
steht quer zur Lauterach und hat zwei Öffnungen, durch die die Lauterach
zu den Wasserkraftwerken fließt. Dieses Verschlussbauwerk soll bei
Hochwasser den Ortskern vor Überflutung schützen. Dies geschieht
dadurch, dassim Hochwasserfall die
beiden Öffnungen „dicht“ gemacht, das heißt verschlossen werden.
Der Lauteracharm und die wasserkraftanlagen erhalten dann Bauwerk vorübergehend
kein Wasser. Der Durchfluss kann aber auch durch das Verschließen
einer Öffnung entsprechend geregelt werden.
Klappenwehr
Eine
etwas andere Aufgabe hat das Klappenwehr, das sich derzeit hinter einer
hohen Schutzmauer versteckt. Dieses Bauwerk tritt dann (automatisch gesteuert)
in Aktion, wenn nach dem Verschließen des Hochwasserverschlusses
das Hochwasser in Richtung Flutmulde gelenkt wird. Eine in dieser Wehranlage angebrachte
Klappe (auf Bild ...als großes
schwarzes Teil zu erkennen), legt sich dann und lenkt die Fluten die in
diesem Bereich fertig gestellte Flutmulde. Dadurch
will man mit Blick auf die in der Lauterach lebenden Fische eine unkontrollierte
Überflutung der Flutmuldenwiesen vermeiden. Dies hätte zur Folge,
dass die Fische auf die Wiesen geschwemmt würden und bei zurückgehenden
Hochwasser nicht mehr in das Flussbett zurückkehren könnten.
Neben dem Klappenwehr wird ein Umgehungsbach gebaut, der es den Fischen
ermöglichen soll, ungehindert die Lauterach hinauf- oder hinunter
zu schwimmen. An diesem Bauwerk wird derzeit mit Hochdruck gearbeitet.
Die Betonarbeiten sind schon weitgehende abgeschlossen. Derzeit wird die
Schutzmauer, die sich an das Gebäude anschließt gebaut. Auch
hier legt man seitens des Wasserwirtschaftsamtes Amberg großen Wert
auf eine augenfällige und möglichst naturnahe Gestaltung. (Bild).
Das Klappenwehr hat nach dessen Fertigstellung quasi auch eine Brückenfunktion.
Man kann über das Bauwerk gehen; ein geschotterter Weg verbindet über
das Klappenwehr den Zieglerweg mit der Hammerstraße.
Hochwasserschutz
im Bereich des Rathauses
Emsig
wird auch im Bereich des Oberen Schlosses gebaut. Hier hat man begonnen,
die Hochwassermauer entlang der Lauterach zu bauen. Im Bereich des linken
Lauterarms wird ein weiterer Hochwasserverschluss gebaut. Auch kommen die
Arbeiten gut voran, die Konturen des Bauwerkes sind schon deutlich zu erkennen.
Dieses Bauwerk soll heuer noch fertiggestellt werden. Sukzessive wird der
Damm, der die Hohenburger Straße vor Hochwasser schützen soll,in
diesem Bereich aufgeschüttet. Er soll ebenso wie das Verschlussbauwerk
heuer noch weitgehend fertig gestellt werden, um bereits für das nächste
Jahr einen Hochwasserschutz zu gewährleisten.
Neue
Zufahrt zum Sportheim
Im
Zuge der gesamten Baumaßnahme wird auch die Zufahrt zum Sportheim
verlegt. Mit dem Bau der neuen Verbindungsstraße wurde ebenfalls
schon begonnen; der Straßenverlauf ist schon zu erkennen. Die bisherige
Zufahrt wird „aufgelassen“; die Behelfsbrücken werden am Ende der
gesamten Bauarbeiten wieder zurück gebaut. Berücksichtigt wird
beim Bau der Zufahrtsstraße möglich Hochwasser aus dem Blaugrund.
Hierfür werden, so Diplomingenieur Bernd Georgi, neben Staatsstraße
ein Muldeneinlauf gebaut. Das Wasser wird dann unter der Staatsstraße
durchgeführt, läuft dann neben der Sportheimzufahrt in einem
Graben und wird dann wieder unterhalb dieser Straße mit einem Kanal
in Richtung Flutmulde geleitet.
Baufortschritt
und Finanzierung optimal
Die
Hochwasserfreilegung Schmidmühlen wird aus verschiedenen Finanztöpfen
gefördert. Neben dem Markt Schmidmühlen und dem Freistaat Bayern
fließen auch Mittel der Europäischen Union, die sich mit immerhin
50 Prozent an den Gesamtkosten beteiligt. . Diese Finanzierung optimal.
Sehr zufrieden zeigte sich Bernd Georgi auch mit dem durchwegs reibungslosen
Verlauf des Bauabschnitts 3.