Die Hochwasserfreilegung Schmidmühlen;
Start für den 4. Bauabschnitt
(Amberger Zeitung / Mittelbayerische Zeitung vom 14.07.2006)
 

von Josef Popp

Der lange Winter hatte den Beginn der diesjährigen Bausaison verzögert, aber seit einiger Zeit laufen die Arbeiten zur Hochwasserfreilegung des Marktes Schmidmühlen wieder auf vollen Touren. Dieser vierte und letzte Bauabschnitt wurde nun von Diplomingenieur Bernd Georgi vom Wasserwirtschaftsamt Weiden – Servicestelle Amberg vorgestellt. Die Kosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich auf ca. 1,5 Millionen Euro. Beendet wird die gesamte Baumaßnahme wohl erst im Spätsommer nächsten Jahres. 

Ein kurzer Rückblick

Ein Blick zurück. Begonnen haben die millionenschweren Bauarbeiten im Frühjahr 2003. Bereits im ersten Bauabschnitt gab es den ersten großen Einschnitt in das Ortsbild. So wurde die Lauterachbrücke abgerissen und durch eine Doppelbogenbrücke über die Lauterach sowie einer Spannbetonbrücke über die Flutmulde gebaut. In diesem bereich wurden die ersten Ufer- und Schutzmauern gebaut. Das an sich in dem Ortsteil dominante Fochtneranwesen wurde in diesem Zuge abgerissen. Zwei weitere Häuser sollten ein Jahr später im Jahr 2004 – beim zweiten Bauabschnitt – folgen: das Schuh- und das Moosburgerhaus. Der komplette Zieglerweg wurde vom Markt Schmidmühlen neu erschlossen und dabei der Kanal eingebaut und die Versorgungsleitungen erneuert. Der Hammerbach wurde neu gestaltet und wird mit einem Umgehungsbach mit Wasser versorgt. Die kleine Brücke abgerissen. Eine direkte Verbindung von der Hammerstraße zum Zieglerweg existierte nur noch als Fußgängerweg und als Radweg. Der Zieglerweg wurde eine „Sackgasse“ mit einem Wendehammer in der Nähe der Hammerkapelle. Zugleich wurde entlang des Zieglerweges eine Hochwasserschutzmauer gebaut. Weiter wurde ein Teil der Flutmulde gebaut. Neben den beiden Brücken im ersten Bauabschnitt wurden im letzten Jahr drei große Bauwerke gebaut: zwei Hochwasserverschlüsse beim Oberen Schloss und an der Hammerstraße sowie ein Klappenwehr ebenfalls an der Hammerstraße. Mit dem Damm an der Hohenburger Straße wurde ebenfalls im letzten Jahr begonnen.

Der vierte Bauabschnitt

Die angelaufenen Bauarbeiten zum vierten Bauabschnitt sind eher „etwas weg vom Schuss“. Die Lärm- und Staubbelästigungen dürften sich wohl in Grenzen halten. Der Großteil der Arbeiten laufen im Bereich zwischen Zimmereibetrieb Fischer und Vils ab. Hier werden in den nächsten Monaten ein kombiniertes Bauwerk entstehen: Dies besteht aus zwei Hochwasserverschlüssen mit jeweils 5 Meter lichte Weite undeiner Pumpstation. Darüber spannt sich eine Brücke und im Anschluss wird ein Betriebsgebäude erstellt. Ein ebenfalls dominantes Bauwerk, das große Trafohaus an der eisernen Brücke , wird dagegen abgerissen. 

Im Zuge der aktuellen Bauarbeiten musste eine 20 kV – Stromleitung verlegt werden. Diese Maßnahme kombinierte EON damit, die Versorgungsanlagen zu erneuern. Statt des großen Trafohauses wurde daneben eine kleine, eher unscheinbare Verteilerstation gebaut. Das alte Trafohaus wird in den nächsten Wochen abgerissen. Hierwird später eine Zufahrt zu den Hochwasserschutzanlagen und zur Flutmulde angelegt. Diese Zufahrt wird aber erst im nächsten Jahr fertig gestellt. Vorrangig, so Diplomingenieur Bernd Georgi, werden der Hochwasserverschluss und das Pumpwerk gebaut. Dies hat absolute Priorität, solange es das sommerliche Wetter ermöglicht, da bei Hochwasser die Baugrube geflutet werden müsste. Um diese beiden Bauwerke errichten zu können, musste die Lauterach wieder einmal provisorisch in einen Umleitungsbach geleitet werden. Später, nach der Fertigstellung , wird die Lauterach wieder in ihr altes Flussbett geleitet. Die Errichtung der Hochwasserschutzmauern ist abgeschlossen. Diese letzten Schutzmauern wurden entlang der Zimmerei Fischer gebaut. Der Schutzmauer schließt sich später ein Damm an. Entlang dieser Hochwasserschutzmauer führtder Fünf – Flüsse – Radweg. Soweit es die Hauptbaumaßnahmen ermöglichen, wird auch am Damm und der Flutmulde weiter gearbeitet. 

Die beteiligten Planungsbüros:

Auf Grundlage der wasserrechtlichen Entwurfsplanung des Wasserwirtschaftsamtes Amberg erfolgte die weitere Ausplanung des Vorhabens. Im Rahmen eines EU – weiten Wettbewerbes erhielten hierfür die Ingenieurbüros Bau + Plan aus München mit Weiß und Partner aus Neunburg vorm Wald als Arbeitsgemeinschaft den Auftrag.

Im vierten Bauabschnitt beauftragte Firmen

Ingenieurtiefbau Fa. Steiniger Neunburg v. W

Stahlwasserbau, Fa. Ritz – Atro Pumpwerksbau, Nürnberg

Die Finanzierung

Nachdem nun größtenteils die Leistungen vergeben sind, ist der zu erwartende Kostenrahmen bestimmt. Nach der Kostenschätzung aus dem Jahre 1990 war von 14 Millionen DM ausgegangen worden. Heute wird mit Gesamtkosten in Höhe von 9 Millionen Euro gerechnet, wobei die Kosten für den Grunderwerb mit etwas 1 Million Euro der Freistaat Bayern allein trägt. 

Das Bauvorhaben wird im Rahmen einer EU – Förderung kofinanziert. 

Die Baukosten in Höhe von knapp 8 Millionen Euro sind wie folgt aufzuteilen:

Freistaat Bayern51 Prozent, davon kofinanziert durch die Europäische Union mit 50 Prozent

Bezirk Oberpfalz29 Prozent

Markt Schmidmühlen 20 Prozent

Die finanzielle Hauptlast an dem Bauvorhaben trägt nach der Europäischen Union der Bezirk Oberpfalz.

 
 
Hier entsteht ein kombiniertes Bauwerk bestehend aus zwei Hochwasserverschlüssen und einer Pumpstation.
Das alte Trafohaus – markantes Bauwerk an der alten Vilsbrücke wird in den nächsten Wochen abgerissen.
Der Fünf – Flüsse – Radweg erhielt einen neuen Verlauf und führt innerhalb der Flutmulde entlang der Hochwasserschutzmauer.

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