Die Hochwasserfreilegung Schmidmühlen;
Kunstwerk
Mühlrad fertig gestellt
(14.07.2008)
von Josef Popp
In rund drei Wochen ist es soweit – dann werden die Arbeiten zur Hochwasserfreilegung in Schmidmühlen offiziell abgeschlossen. Zu einem Festakt, zu dem der Bezirk Oberpfalz und der Markt Schmidmühlen Gäste und Bevölkerung einladen, wird auch Bayerns Umweltminister Dr. Otmar Bernhard kommen. Sämtliche Arbeiten wurden mittlerweile abgeschlossen. Derzeit arbeitet allerdings noch ein Bagger in der Flutmulde. Er bereitet den Standort für das Kunstwerk – das ehemalige Mührad – vor.
Das künftige Mühlrad selbst steht derzeit noch in Regensburg. Wer glaubte, das Mühlrad ließe sich mit wenigen Arbeitsschritten zum Kunstwerk ummodeln, war und ist auf dem Holzweg. Eine komplette Rundumsanierung war nötig. So musste entgegen der Planung der gesamte Muschelkalk entfernt werden. Das war auch gut so, wie Künstler Claus Kaspers in Regensburg Bürgermeister Peter Braun und Dipl. Ing. (FH) Bernd Georgi vom Wasserwirtschaftsamt Weiden erläuterte. Unter dem Jurakalk war schon Rost. Sage und schreibe 1,5 Tonnen Kalk wurden deshalb entfernt und das Metallgerüst musste komplett bearbeitet werden. Das Mühlrad selbst wird nach der Aufrüstung mit den Holzbrettern etwa 3 Tonnen wiegen. Diffizile Planungs- und Kleinarbeit sind derzeit nötig, um das Mührad zum Kunstwerk umzufunktionieren. Dies geschieht bei der Spezialfirma Viktor Gresser in Regensburg. Der Chef selbst kümmert sich hier mit dem Künstler und Facharbeitern um die Planungs- und Detailarbeiten.
Kurz vor der offiziellen Einweihung am 31. Juli wird das Kunstwerk mit einem Schwertransporter nach Schmidmühlen transportiert und in der Flutmulde aufgestellt. Auch der Transport wird nochmals eine logistische Herausforderung. Denn es wird gar nicht so einfach werden, das tonnenschwere Mühlrad millimetergenau zu platzieren.
Der Festakt beginnt am 31. 7. um 10 Uhr beim Rathaus Oberes Schloss.
Hintergrund
Seit Jahrhunderten gehörten Wasserräder zu Schmidmühlen und auch zum Lauterachtal. Zur Blüte des Hammerschlosses trieben die Wasserräder die Hämmer des Hammerwerkes oder Mühlen an. Eisen wurde verarbeitet. Später dienten die Wasserräder dazu den Betrieb der Papier-, Mahl- und Sägemühlen in Schmidmühlen zu ermöglichen. Diese wurden aber zunehmend unrentabel und dann teilweise durch Turbinen zur Stromerzeugung ersetzt. Das alte Wasserrad hatte nach neun Jahrzehnten seinen Dienst getan. Durch die Schenkung der Familie Böhm an den Markt Schmidmühlen bleibt es der Nachwelt erhalten. Bei einem Kunstwettbewerb entschied sich die Kommission den von Claus Kaspers eingereichten Vorschlag - das „Mühlrad in Schieflage“ – als Kunstwerk in der Flutmulde aufzustellen.


Das Kunstwerk wird zwischen dem Oberen Schloss und dem Zieglerschloss in der Flutmulde stehen