Die Hochwasserfreilegung Schmidmühlen;
Kunstwerk
Mühlrad aufgestellt
(30.07.2008)
von Josef Popp
Wie stellt man ein
Mühlrad schräg in einen Flusslauf?
Eine Frage, die sich sicher
selten noch jemand in unseren bayerischen Landen gestellt hat. Warum auch. Da
wiederum stellt sich die Frage, warum man so etwas überhaupt tun sollte.
Nun – diese Frage lässt
sich leicht beantworten, denn so eine Frage kann sich nur ein Künstler stellen.
Dieser heiß Klaus Caspers, kommt aus Regensburg und stellt in Schmidmühlen ein
altes Mühlrad als Kunstwerk – schräg - in einen neu geschaffenen Nebenarm
in die Lauterach.
Damit ist die zweite Frage
schon einmal beantwortet – bleibt noch die erste. Die ist tatsächlich
auch nicht gar nicht so einfach zu beantworten.
Ein großer Stab an
Handwerkern und Fachleuten tüftelte mehrere Wochen, wie man das Kunstwerk dem
Entwurf schräg in den Wasserlauf positionieren könnte. Letztendlich passte der
Plan, nur an einem Detail haperte es am Montag. Nicht, dass nicht ordentlich
geplant und gearbeitet wurde. Keinesfalls. Es war eine Kleinigkeit –
altes und neues Material wollten nicht so recht, wie Diplomingenieur Bernd
Georgi vom Wasserwirtschaftsamt Weiden trocken resümierte. Und nachdem man
wegen Termindrucks das Aufstellen nicht im Trockendock ausprobieren konnte,
waren acht Stunden harte Maßarbeit umsonst.
Als schließlich das
Wasserrad zwar in der Schräglage war, aber nicht so hielt wie es halten sollte,
gerieten Künstler, Kranführer, Arbeiter, Medienvertreter und Zuschauer selbst
in eine mentale Schräglage. Allerdings nur kurzzeitig – dann waren neue
Pläne geschmiedet. Optimismus machte sich breit. Schon der Antransport war eine
nervenaufreibende Sache. „Meine Nerven!“ – zwei Worte, mit
denen Klaus Caspers viel über die nervliche Belastbarkeit eines Künstlers
ausdrückte. Nachfragen war überflüssig.
Dass schon der Antransport
des neuen Schmidmühlener Kunstwerkes für die Flutmulde eine heikle Sache werden
wird, das war allen, die mit dem Projekt vertraut waren, klar. Dass der
Transport durch die Hauptstraße aber dann doch fast Millimeterarbeit werden
würde, trieb dem Regensburger Künstler und den Projektleitern noch im
nachhinein den Angstschweiß auf die Stirn. Es fehlten manchmal nur wenige
Zentimeter, dann hätte es große Probleme geben können. Die sind dann Dank eines
großen fahrerischen Könnens und mit etwas Glück ausgeblieben. Und nachdem aller
guten Dinge zwei sind, klappte das Aufstellen gestern dann doch noch. Viel Zeit
wäre dann nicht mehr geblieben.
Denn am 31.07.08 um 10 Uhr geht es mit den Feierlichkeiten zum offiziellen Abschluss der Hochwasserfreilegung los. Man kann viel von Kunstwerken halten – auch von diesem Kunstwerk. Aber Schmidmühlen hat mal wieder etwas was andere Gemeinden nicht haben. Und das passt zu einem kulturell gereiften und aktiven Schmidmühlen. Ein Abstecher in das „fast – tausendjährige“ Schmidmühlen und zu seinem schrägen Wasserrad lohnt sich allemal.



Um 13.55 Uhr war das Mühlrad erfolgreich eingesetzt - große Erleichterung