Anhang "Elektrosmog"




Experimente/ Untersuchungen , die Beeinflussungen des Körpers durch EMF zeigen:
 


ES-Rep. = Elektrosmog Report (s.u.)

Grenzwerte für Elektromagnetische Strahlung

Deutschland, Elektrosmogverordnung (26. BImSchV)
entspricht ICNIRP-Empfehlungen (ICNIRP=International Commission on Non-Ionizing Radiaton Protection)
6 2/3 Hz (Bahnstrom) 1 20000 V/m; 300 uT
 50 Hz (Stromnetz) 5000 V/m; 100 uT
10 bis 400 Mhz  27,5 V/m, 0,073 A/m  bzw. 2 W/qm
400 bis 2000Mhz   f [MHz] * 5 mW/qm
2000 bis 300 000 MHz  61 V/m; 0,16 A/m  bzw. 9,8 W/qm
Mobilfunk C-Netz  2,3 W/qm
Mobilfunk D-Netz  4,4 W/qm
Mobilfunk E-Netz    9 W/qm

andere Länder (Mobilfunk)
Italien 1999  0,1 W/qm
Polen  0,1 W/qm
CSSR  0,24 W/qm
Rußland 1996 0,02 W/qm
Land Salzburg (freiwillige Vereinbarung)  0,001 W/qm
Schweiz (Vorsorgewerte)  1/10 der ICNIRP-Grenzwerte (s.o.)
Australen /Neuseeland  2 W/qm

gemessene Werte (Mobilfunk)
(Fakultät für Elektrotechnik der Universität der Bundeswehr München, 1997)
Wiese 100m vom Mast (D-Netz)  140 µW/qm
Höchster im Freien gemessener Wert (D-Netz)  430 µW/qm
 Höchster Wert im Schlafbereich  (D-Netz)  (100-400m vom Mast)  27 µW/qm
Durchschnittswert im Schlafbereich (D-Netz)  5,8 µW/qm
Hochhaus mit E-Netz Antenne auf dem Dach (Wohnung im obersten Stock)  60 µW/qm
Wohnhaus mit E-Netz-Antenne auf dem Dach Dachboden 
Schlafzimmer
  160 µW/qm 
  6 µW/qm



Technische Grundlagen zum „Elektrosmog“

Entstehung von elektrischen und magnetischen Feldern:

Ein elektrisches Feld entsteht, wenn zwischen zwei Körpern eine elektrische Spannung anliegt. Das Feld befindet sich hauptsächlich zwischen den Körpern (z.B. Stromleiter), strahlt aber auch in die Umgebung aus -abhängig von der Geometrie der Leiter. Das Feld ist umso stärker, je näher die Körper beieinander sind und je stärker die Spannung ist, die Feldstärke wird mit Volt pro Meter (V/m) bezeichnet; das elektrische Feld nimmt mit der Entfernung von den Leitern ziemlich schnell ab.
Die Feldstärke folgt in Richtung und Stärke der Spannung, also durch Gleichspannung entsteht ein Gleichfeld, durch Wechselspannung ein Wechselfeld mit gleicher Frequenz.
Elektrische Felder lassen sich leicht durch geerdete Folien oder Gitter abschirmen, wie z.B. beim Koaxkabel.

Feldquellen:
· Die Luftelektrizität kann sehr starke Gleich-Felder aufbauen (100 000e V/m), die sich durch Gewitter entladen.
· Stärkere künstliche Gleichfelder kommen im Alltag kaum vor, da Gleichspannung höchstens im 12V-Bereich (Auto) verwendet werden.
· Starke Wechselfelder kommen in unmittelbarer Nähe von Hochspannungsleitungen mit den Frequenzen 16 2/3 Hz (Bahn) und 50 Hz (Stromversorgung) vor.
· Netzkabel im Haus (220V) erzeugen nur geringe Felder, da die Leiter eng beeinander liegen und ggf. durch  Mauerwerk geschwächt werden.
 

Ein magnetisches Feld entsteht, wenn Strom fließt. Um einen stromdurchflossener Draht entsteht ein Feld, dessen Feldstärke mit dem Abstand abnimmt. Die Einheit der Feldstärke ist A/m oder Tesla (T), wobei das Feld in Richtung und Stärke genau dem Strom folgt. Magnetfelder lassen sich nur sehr schwer abschirmen, allerdings kompensieren sich Felder, die sich überlagern und unterschiedliche Richtung haben, z.B. bei Stromleitungen, bei denen Hin-und Rückleiter eng beeinander liegen.

Feldquellen :
· Das Magnetfeld der Erde ist ein sehr starkes Gleichfeld.
· Stärkere künstliche Gleichfelder kommen im Alltag allenfalls bei der 12V-Technik (Auto) bei hohen Strömen vor.
· Starke Wechselfelder werden von Hochspannungsleitungen (v.a. bei Schräglast) erzeugt, sind aber nur in unmittelbarer Nähe wirksam.
· Die Hausstromversorgung (220V) erzeugt i.A. nur relativ schwache Magnetfelder, da die Ströme meist gering sind und die Leiter eng beeinander liegen.
· Ziemlich starke Felder erzeugen Transformatoren und Elektromotore ggf. auch Heizwicklungen (Kochplatten).
 

Elektromagnetische Felder /Funkwellen :
Felder, die durch Gleichstrom oder niederfrequente Wechselspannung (bis ca. 30 KHz) entstehen, können elektrisches uns magnetisches Feld unabhängig voneinander betrachtet werden. Diese Felder bleiben an den Ort ihrer Entstehung gebunden, die Feldstärke nimmt mit Abstand von der Quelle -abhängig von Geometrie und Umgebung- sehr schnell ab.
Anders bei hochfrequenten Feldern: Hier hängen magnetische und elektrische Komponente eng zusammen. Das elektrische Feld entsteht immer wieder aus dem magnetischen und umgekehrt, wodurch sich hochfrequente Felder mit Lichtgeschwindigkeit -theoretisch unendlich- ausbreiten. Dies nutzt man zur Nachrichtenübertragung und spricht von Funkwellen. Zur Erzeugung von Funkwellen benutzt man Antennen, diese sind im Prinzip Drähte, in denen die hochfrequenten Ströme hin- und herlaufen und dadurch das Feld erzeugen. Antennen können sehr unterschiedliche Formen haben und das Funkfeld mehr oder weniger stark in jeder Ebene bündeln, so strahlen Rundstrahlantennen gleichmäßig rundherum, während Richtantennen das Funkfeld in einer Richtung konzentrieren; beim Richtfunk wird ein sehr enger Richtstrahl durch Parabolspiegel-Antennen („Schüsseln“) erzeugt. Mit Richtantennen kann die Feldenergie um bis zum 100-1000fachen verstärkt bzw. geschwächt werden.
Die Feldstärke des Funkfeldes nimmt immer quadratisch mit der Entfernung von der Antenne ab und wird durch Hindernisse (Mauern, Bäume, ...) je nach Material und Dicke zusätzlich geschwächt. Allerdings können Funkfelder auch reflektiert werden, und so an unvermuteten Stellen auftreten.

Feldquellen:
· Natürliche elektromagnetische HF-Strahlung über das gesamte Spektrum kommt aus dem Weltraum, hat aber nur geringe Intensität; Licht und Wärme sind elektromagnetische Strahlen, aber mit sehr hoher Frequenz. Auch Blitze erzeugen hochfrequente Impulse, diese können -insbesondere von wetterfühligen- Menschen über große Entfernungen -unbewußt- wahrgenommen werden und lassen sich im Muster der Gehirnströme nachweisen.
· Funkfelder werden von einer Vielzahl von Funkstationen/-anwendungen erzeugt: Rundfunk, Fernsehen, Richtfunk, Mobil- und Datenfunk, Betriebsfunk, Amateur- und CB- Funk, Fernbedienungen, drahtlose Telefone, BOS (Polizei, Behörden, Hilfsdienste), Militärfunk, Radar, .......
· Funkfelder werden aber auch unbeabsichtigt von einer Vielzahl von Geräten erzeugt, da in deren Inneren hochfrequente elektrische Signale erzeugt werden, die -insbesondere bei unzureichender Abschirmung- in die Umgebung dringen: Computer, Schaltnetzteile (Energiesparlampen!), Hf-Verstärker, Mikrowellenherd, ....
 

Induktion durch elektromagnetische Felder:
Der umgekehrte Vorgang, also die Erzeugung von elektrischen Spannungen und Strömen aus Feldern, wird Induktion genannt. Im Prinzip werden in allen elektrisch leitfähigen Körpern Spannungen durch elektrische Felder und Ströme durch magnetische Felder induziert, die Stärke hängt von der Leitfähigkeit, der Resonanz und der Ausrichtung (Polarisation) des Leiters ab. Da auch organische Körper mehr oder weniger leitfähig sind, verwandeln auch sie Feldenergie in elektrische Energie.
 

Modulation/ Demodulation und Pulsung von Funksendern, Mischprodukte, Resonanz :
Um Informationen (Musik, Sprache, Daten, Schrift, Bild,...) per Funk zu übertragen, muß die Hochfrequenz im Takt der Information verändert werden, dies nennt man Modulation. Man kann nun entweder die Frequenz oder die Amplitude (Stärke) des Senders verändern. Bei der Frequenzmodulation (FM) wird nur die Frequenz des Senders verändert, die Sendestärke bleibt immer gleich. Bei der Amplidutenmodulation (AM) schwankt dagegen die Sendeleistung -und damit die Feldstärke- im Takt der niederfrequenten Information.
Im Empfänger wird dieser Vorgang rückgängig gemacht (Demodulation). Während nun für die Demodulation eines FM- Senders eine besondere Schaltung nötig ist, genügt zur Demodulation der AM schon eine Diode, also ein Bauteil, das den Strom in eine Richtung durchläßt, in die andere nicht oder weniger. So eine Dioden-Wirkung können auch organische Substanzen, z.B. Körperzellen haben. Daher ist es möglich sein, daß der Körper die niederfrequenden Anteile aus einem Funkfeld wahrnimmt und von diesen beeinflußt wird.
 

             Amplitudenmodulation (analog) 

      Frequenzmodulation (analog)

        Mobilfunksender werden gepulst betrieben, d.h. der Sender sendet die Information für einen Empfänger immer nur als ganz kurze „Stichprobe“  im Abstand von 1/217tel Sekunde. Nach jedem Puls folgt der Puls für den nächsten Empfänger , so daß auf der gleichen Frequenz 8 Funkverbindung zeitlich ineinander verschachtelt betrieben werden können.
Diese Pulsung (oft fälschlich als digitale Modulation bezeichnet) wirkt wie eine „starke“ Amplitudenmodulation und kann von Organismen genauso wieder rückgewonnen werden. Da hier ein ständig gleiches Signal vorliegt und dieses u.U. im Bereich der körpereignen Kommunikation liegt (EEG), gelten Mobilfunksender als besonders gefährlich.

Mischprodukte: Im Raum bestehen Funkfelder verschiedener Frequenz unabhängig voneinander. Werden diese Funksignale in einem Empfänger in Strom/Spannung rückgewandelt und treffen dabei auf nicht-lineare Bauteile, so entstehen neue Frequenzen, die sich aus Differenz und aus Summe der Original-Frequenzen ergeben. (Mischprodukte).
Dieser Vorgang könnte auch im Körper von Mensch und Tier entstehen, woraus Abweichungen bei Versuchen u.ä. erklärbar wären. So könnten z.B. aus zwei für sich allein „ungefährlichen“ Sende-Feldern durch Mischung Frequenzen als Produkt entstehen, auf  die der Körper resonant reagiert.
Unter Resonanz versteht man die Erscheinung, daß Technik nur auf ganz bestimmte Frequenzen reagiert. So sind im jedem Radio Schwingkreise enthalten, die auf eine Sendefrequenz abgestimmt werden, so daß nur die Signale eines Senders verarbeitet werden.
Auf gleiche Weise kann der Organismus nur für ganz bestimmte Frequenzen anfällig sein.


  Resonanz : Energieaufnahme an Anhängigkeit von der Frequenz



Bestimmung von Feldstärken:

Die Feldstärken von Mobilfunkstationen lassen sich relativ leicht berechnen:

Für die Feldenergie gilt:
, wobei P0 die effektive Leistung der Funkstation und r der Abstand von der Antenne ist.  Bei der effektiven Leistung muß der  Gewinn oder Verlust der Antenne in Abhängigkeit von der Richtung berücksichtigt werden. Die Leistung der Funkstationen wird für die Berechnung der Grenzwerte gemittelt, die Impulsspitzenleistung -die für athermische biologische Effekte angesetzt werden müßte- kann sehr viel höher sein.

Die Feldenergie ist das Produkt aus elektrischer (E) und magnetischer (H) Feldstärke, also  P= E*H .
E und H hängen über den Wellenwiderstand RWF  des Freiraum, der mit 376 Ohm konstant ist, zusammen:  E = H * RWF.
Daraus ergibt sich für die Berechnung der elektrischen Feldstärke : 
bzw. die magnetische Feldstärke: 

Während für Wärmeeffekte die mittlere Sendeleistung (über 6 min) und sich daraus ergebende Feldleistung maßgeblich ist, kann man annehmen, daß für athermische Effekte die Spitzenleistung der elektrischen bzw. magnetischen Komponente betrachtet werden muß.

Alle obigen Formeln gelten nur für das Fernfeld von Funksendern. Das Fernfeld beginnt etwa ab dem Abstand der 4-fachen Wellenlänge, da Mobilfunksender Wellenlängen von nur 30cm und weniger haben, läßt sich die Formel für die Belastung der Allgemeinheit praktisch immer anwenden. Das Feld wird durch Hindernisse wie Bäume, Wände, usw. zusätzlich geschwächt -abhängig von Material und Dicke. Durch Reflexionen können aber auch lokal stärkere Felder auftreten.

Im Nahfeld von Funksendern und bei Stromleitungen sind elektrisches und magnetisches Feld unabhängig voneinander. Die Feldstärke hängt hier -außer von Strom und Spannung- von der Geometrie der Leitungen und der Umgebung ab. Will man die Feldstärken wissen, sollte man messen, leider sind zuverlässige Feld-Messgeräte ziemlich teuer.
 

Beispiel : EM-Belastung in Abhängigkeit vom Standort

Eine Mobilfunk-Firma (D-Netz) möchte einen Sender errichten, es stehen 2 Standorte zur Auswahl:
a) auf einem Hügel neben der Stadt, erforderlich ist ein 15m Mast (genehmigungspflichtig), die Entfernung zum nächsten Wohnhaus beträgt 200m.
b) mitten in der Stadt auf einem Geschäftshaus, es genügt ein 5m kurzer Mast (genehmigungsfrei),die nächste Wohnung ist 20m entfernt und in etwa gleicher Höhe wie die Antenne.
Die (mittlere) Leistung des Senders beträgt in jedem Fall 20 W, die Antenne ist ein (horizontaler) Rundstrahler mit vertikaler Richtcharakteristik, Gewinn 3dB (=2fach) in der Horizontalen bzw. -3dB (0,5 fach) nach schräg unten.

Der Grenzwert nach BImSchV für diesen Sender beträgt 41,2 V/m, dieser Wert ist bereits im Abstand von 60cm von der Antenne erreicht.

Die Feldstärke beträgt:

im Fall a) beim 1. Wohnhaus (200m) :  20 uW/qm bzw. 0,086 V/m

im Fall b) in der nähesten Wohnung (20m) : 8 mW/qm bzw. 1,7 V/m

Die Feldstärke(leistung) ist also im Fall b) 400 mal höher, da die Entfernung im Quadrat wirksam wird, und sich das Antennenricht-Diagramm vierfach auswirkt.
Bei der elektrischen Komponente wirkt sich der gleiche Effekt 20fach aus, Also der Wurzel aus 400, ebenso bei der magnetischen Komponente.



Quellen und Literaturempfehlungen :

Der Elektrosmog-Report des Nova Instituts erscheint zusammen mit dem Strahlentelex (Radioaktivität) monatlich und kann als Abo für 98DM/Jahr bezogen werden bei:
Thomas Dersee, Strahlentelex,Rauxeler Weg 6, 13507 Berlin
www.nova-institut.de

Die meisten Angaben aus diesem „Merkblatt“ stammen aus dem Elektrosmog-Report (ES-Rep.)
 

Eines der wenigen guten und objektiven Bücher ist „Elektrosmog“ von Katalyse e.V., Verlag C.F. Müller, ISBN 3-7880-7586-4,



Verfasser /Copyright :
Werner Rother,Dipl.Ing.(Nachrichtentechnik)
Sulzbach-Rosenberg
ödp KV Amberg-Sulzbach
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