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Bedeutung der Verbotenen StraßeAuf der „Verbotenen Straße“ von Prag nach Nürnberg über Hirschau – Wernberg- Vohenstrauß –Pleystein- Waidhaus- Bor/Haid nach Prag
Der Name „Verboten Straße“ wurde erstmals im 19. Jahrhundert vom Oberpfälzer Altstraßenforscher Anton Dollacker verwendet.
Der Kaiser selbst hielt die von ihm befohlene Route nicht immer ein. Das lässt sich am Transport der Reichskleinodien von Karlstein nach Nürnberg im Jahre 1350 nachvollziehen. Abgang in Prag am 29. März 1350, Transport über Waidhaus, Ankunft in Nürnberg am 3. April. Aus diesem Bericht lässt sich gut ersehen, wie lange damals die Reise von Prag nach Nürnberg dauerte; genau sechs Tage! So gesehen dürfte der Zug am 1. April 1350 Wernberg durchquert haben. Zeichnung: Matti Häberlein, Nürnberg
Foto:Das Terrain der Grafen von Leuchtenberg mied Karl IV.- er verbot den Weg bei Strafe und befahl die Route Tachov-Bärnau-Neustadt- Weiden-Hirschau zu benutzen.
Der Verbindungsweg von Nürnberg nach Prag führte wie die Goldene Straße von Nürnberg bis Hirschau, von dort aber zweigte die Trasse ab in Richtung Schnaittenbach, Wernberg, Kötschdorf, Alletshof, Deindorf, Wittschau, Oberlind, Wallfahrtskirche Kalvarienberg, Vohenstrauß (Vohdres), Pleystein, Waidhaus (Waidthausen) , Roßhaupt, Pfraumberg (Primda) nach Haid (Bor) und weiter nach Kladrau (Kladruby. Dort vereinigt sich der Weg wieder mit der Goldenen Straße in Richtung Prag. Nachgewiesen ist die Strecke bereits durch den Böhmen -herzog Bretislaw I. um 1034.
Die Stadt Pleystein sperrte sich gegen den Durchgangsverkehr wegen Beschwerden durchziehender Soldaten. Nach 1616 fuhren die Fuhrwerke bereits auf der Rennstraße an Vohenstrauß vorbei.
Die Rennstraße (Boten- oder Rennsteig) meint die ehemalige Bundesstraße 14 die von Waidhaus über Zengerhof- Lohma-Braunerstrieth- Neuwirtshaus- Straßenhäuser führte und hier wieder in die Pragerstraße einmündete. Genutzt wurde die Strecke anfangs für Reiter und leichte Fahrzeuge. Wegen der hohen Berge über Pleystein – die Breslauer Kaufleute, so wird berichtet - fluchten über den Berg - und auch um die Pleysteiner Zollstelle zu umfahren, zog es allmählich auch den zollpflichtige Fuhrwerksverkehr auf diese Wegstrecke. So entstand ein jahrhundertelanger Zollstreit. Mit Gewalt wurden die Kaufleute durch Pleystein gezwungen, worüber sich die Nürnberger Kaufleute 1652 massiv beschwerten.
„Die Pragerstraße“, so wurde die sog. Verbotene Straße 1769 genannt Wernberg - Ketzdorf- Deimdorf - Witzau - Wieselrieth - Neues Wirtshaus Braunersried - Lohma - Waidhaus. Bereits 1774 wurden durch das Chur Bayerische Amt Vermessungen durchgeführt, die Straße stellenweise begradigt oder aufgeschüttet und befestigt. Die Vohenstraußer und Pleysteiner wollten die Straße nicht durch ihren Ort haben. Sie befürchteten Truppendurchzüge „fremde Läuse brauchen wir nicht“, so ihr Argument. Daraufhin baute der kurfürstliche Hofbaumeister Georg Heinrich Dobmeier die Straße so, wie die B 14 verlief.
Die Verkehrsbedeutung der sogenannten „Prager Straße“ nahm durch den Brückenbau zwischen Unterköblitz und Wernberg stark zu und wurde bald zur bevorzugten Straßenführung. Unter Wenzel IV. wurde die Brücke so breit gebaut, dass sechs Handelswagen nebeneinander über die Brücke fahren konnten.
Der Höhenübergang in Bärnau mit 697 m erwies sich als zu umständlich, was dazu führte, dass sich die Städte wie Weiden und Tachau beklagten. Hierbei ging es vor allem um mindere Zollabgaben. Sohn Wenzel und auch am Ende Karl selbst, verpflichteten sich die Landgrafen durch böhmische und bayerische Lehen, durch das Münzrecht und sie machten Johann von Leuchtenberg zum Tischgenossen des Kaisers.
Die im Jahre 1538 unter König Ferdinand I. errichtete Zollstelle in Pfraumberg hatte bald die höchsten Einnahmen- aller böhmischen Zollstellen in Richtung Bayern. Es wundert daher nicht, wenn die Straßenkarte der Gebrüder Jung aus dem Jahre 1641 diesen Verkehrsweg als einzige Handelsstraße zwischen Nürnberg und Prag und weiter nach Breslau in Schlesien einzeichnen.
Zolleinnahmen Da wurde ganz schön was umgesetzt:1539 musste Hans Lukas 373 Schock 10 böhmische Groschen für 1600 Ochsen als Zoll zahlen. 1541 ließ ein Hans Kerlin 291 Ochsen verzollen, zwei später trieb Friedrich Gutterer 230 Ochsen durch Pfraumberg Die Pilsner Bürger hatten es damals gut, sie mussten für einen Ochsen sieben böhmische Groschen bezahlen, hatten aber das Privileg in den böhmischen Kronländern und im gesamten deutschen Reich keinen Zoll mehr zahlen zu müssen.
Foto: Ein Marterstock (Steinkreuz) erinnert seit 450 Jahren an die Mordtat. Auf dieser historischen Straße zog bereits 1124 Bischof Otto von Bamberg, der im gleichen Jahr die Kirche in Altenstadt bei Vohenstrauß einweihte. Seine Reise führte über das Kloster Kladrau nach Prag. Den Geleitschutz verrichtete 1338 der Herr zu Nappurch (Nabburg) „Er soll gelieten was gen Böhmen will bis an die Raehling“ (Grenzbach bei Waidhaus).
Postwesen Bedeutung erhielt die Straße im Postwesen der Fürsten von Thurn und Taxis, die eine Poststrecke von Nürnberg nach Prag einrichteten (Cerhovice Station). 1620 sind in Waidhaus, Oberlind und Schnaittenbach fürstl. Thurn- und Taxis Posthalter bezeugt. 1796 benötigte die Post von Waidhaus nach Nürnberg 20 Stunden und 45 Minuten.
Im 19. Jahrh. gab es sogar eine gemeinsame Abfertigung der österreichischen und bayerischen Zöllner. Auch 1918 mit Einführung der Tschechischen. Republik änderte sich nichts an der verbindenden Funktion der Straße. Mit dem Grenzschein, den fast jeder hüben und drüben in der Tasche hatte, konnte man sich frei bewegen. Erst nach 1946 wurde die Grenze dicht, den Eisernen Vorhang zerschnitten symbolisch Hans Dietrich Genscher und Jiri Dienstbier 1989 nicht ohne Grund in Waidhaus.
Das Denkmal von Heinrich Langhammer, eine aus den Angel gehobene Tür, will zum Ausdruck bringen, dass die Ära des Eisernen Vorhangs beendet ist. Nie mehr sollen die Tore der beiden Nachbarn Bayern und Tschechien geschlossen sein. Welch eine Symbolik! |