Karpfen (kapr) chov kaprů (Karpfenzucht) verbindet Bayern und Böhmen

Böhmen war bereits im späten Mittelalter für seine Zuchtkarpfen berühmt. Karpfen wird dort heute noch oft gegessen - besonders an Ostern und Weihnachten. Aber der böhmische Karpfen ist berühmt und wird viel ins Ausland exportiert. Die Blütezeit der Karpfenzucht war in Mitteleuropa das 15. und 16. Jahrhundert. Die große Macht der Kirche band die Gläubigen an die Fastenzeit und an den fleischlosen Freitag, da lockte der Karpfen um so mehr. 180.000 Hektar an Karpfenteichen gab es allein in Böhmen und Mähren, bis schließlich deren Ausweitung per Dekret verboten wurde, um den weiteren Verlust wertvoller Ackerfläche zu verhindern. Heute wird die aktuelle Teichwirtschaftsfläche mit rund 60.000 ha angegeben. Bei Reisen durch Südböhmen begegnet der Besucher überall verstreuten Teichen. Im Herbst verändert die Fläche von 45.000 Hektaren Teich, die in Tschechien seit dem 13. Jahrhundert der Fischzucht dienen, ihren Charakter. Dann wird das Wasser in den Teichen jeweils fast vollständig ausgelassen, so dass der schlammig graue Teichgrund zum Vorschein kommt und die Fischer mit riesigen Netzen die Fischleiber aus dem kühlen Nass in Boxen hieven. Die Karpfenzucht ist in Tschechien laut dem zuständigen Ministerium der am besten florierende Landwirtschaftszweig, zumal die meisten Karpfen nach Deutschland, Österreich, aber auch Frankreich exportiert werden. Der Fischzuchtbetrieb in Trebon beispielsweise gehört mit 6976 Hektaren zu den größten in Europa. Die Zuchttradition geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück, als man in Südböhmen Donaukarpfen zu veredeln begann, auch Karl IV. förderte das Anlegen von Fischteichen. Damals wie heute hatten die Fischzüchter mit Wilddieben zu kämpfen, die sich am reichen Inhalt der Teiche bedienen, im 16. Jahrhundert zögert man nicht den Übeltätern die Ohren oder gar die Hand abzuhacken. Wie geheimnisvoll die Karpfen in der freien böhmischen Natur wirken, wusste Ota Pavel in seiner Erzählung "Karpfen für die Wehrmacht" einzufangen. Literatur: Ota Pavel „Und die Märchen sprechen deutsch“.

Land der 1000 Teiche Tirschenreuther Teichpfanne - Voda kam az oko dohlende... v kraji Stiftland

So wird das alte Stiftland, der Landkreis Tirschenreuth heute bezeichnet und vermarktet. Entlang der Goldenen Straße finden wir diese Weiher und Teiche in Hülle und Fülle. Seit nahezu 1000 Jahren wird in diesem Gebiet Teichwirtschaft betrieben.

Die Landschaft um Tirschenreuth zählt sicher zu den schönsten und auch ökologisch bedeutendsten Teichlandschaften Europas. In Anlehnung an das Land der tausend Seen, womit Finnland gemeint ist, bezeichnet man die Gegend um Tirschenreuth auch liebevoll als Land der tausend Teiche. In Wirklichkeit sind es sogar über 3800 Gewässer rund um Tirschenreuth. Im gesamten Landkreis Tirschenreuth kommt man auf zirka  4000.

Forellen, Hechte und Karpfen sind hier in ihrem Element und sorgen dank der fachkundigen Gastgeber der Region für kulinarische Höhepunkte. Ein Großteil der Karpfen, die in Deutschland verzehrt werden, kommen aus dieser Region.

Kontakt und Infos beim Tourismuszentrum Oberpfälzer Wald  Landkreis Tirschenreuth

Mähringer Straße 7  in 95643 Tirschenreuth Tel Info: 09631/ 88223     Fax 09631 88305

 tourismus(at)tirschenreuth(dot)de

Die nördliche Oberpfalz, vor rund 600 Jahren durch Kaiser Karl IV. als Neuböhmen erworben, weist  eine nahezu 1000 jährige Tradition des Teichbaus auf. Dazu zählen neben den Tirschenreuther Teichen mit einst zwei Quadratkilometer Wasserfläche, unter anderem die Teichlandschaften um Eschenbach i.d. OPf (.Rußweiher), Kemnath, Schwandorf, Schwarzenfeld. Eine besondere Rolle spielten dabei die beiden Klöster Waldsassen und Speinshart.

 

 Fotos: links Plößberger Weiher, rechts Rothenbürger Weiher bei Tirschenreuth

Im späten Mittelalter wurden (Stau-)Seen/ Teiche angelegt, deren Hauptzweck nicht nur die Fischzucht, sondern auch die Energielieferung war. Der größte dieser Teiche – und sogar der größte mittelalterliche Stausee des Heiligen Römischen Reiches – war der Pfrentschweiher zwischen Waidhaus und Eslarn mit einer Fläche von ca. 4,6 Quadratkilometern.(Siehe unsere Webseiten Neuböhmen)

In der Renaissancezeit ließ Pfalzgraf Ottheinrich von der Burg Parkstein aus, bei Altenstadt a.d. Waldnaab 1485 den Süßenloher Weiher mit zirka 33 Hektar mit einem Damm von 450 Metern anlegen, der heute noch der Teichwirtschaft dient. Foto: Süßenloher Weiher

1536/37 reiste Pfalzgraf Ottheinrich von Neuburg a.d. Donau nach Polen.

Sein Maler hielt - wie viele andere Orte- auch den Pfrentscher Weiher fest.

Nach der Hussitenzeit wurde er abgelassen, über seinen Damm verläuft heute die Straße von Waidhaus nach Eslarn.

Wöllershof im Landkreis Neustadt/WN

Hervorzuheben ist der Teichwirtschaftlichen Beispielsbetrieb des Bezirks Oberpfalz in Wöllershof auch das Thema Fachberatung-Ausbildung-Zucht von Speisefischen bei uns beheimatet ist. Siehe den Link

 

http://www.oberpfaelzerwald.de/aktiv/angeln/angelgebiete-und-geschichte/geschichte-teichwirtschaft/teichwirtschaftlicher-beispielsbetrieb-woellershof.html

Museumsquartier Tirschenreuth

Ausgangspunkt des MuseumsQuartiers in Tirschenreuth ist das bereits 1993 eröffnete Oberpfälzer Fischereimuseum, das Einblick in die traditionsreiche Teichwirtschaft des Oberpfälzer Stiftlandes bietet. Zum Museumsquartier gehören jetzt neben dem Fischereimuseum das Touristeninformationszentrum, das „Haus am Teich“, der rekonstruierte Klostergarten und das sanierte Alte Kloster, in dem die Stadtgeschichte neu präsentiert wird. Dabei sind die wichtigsten Stationen der Stadtgeschichte in einem unterirdischen Gang zwischen den Museumsgebäuden zu sehen.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag von 11 - 17 Uhr. Montags geschlossen. An allen Feiertagen im Jahreslauf hat das Museum geöffnet, nur am 24. und 25. Dezember ist das MuseumsQuartier nicht geöffnet.

Fischerei

Im  Museumsquartier Tirschenreuth befindet sich das Oberpfälzer Fischereimuseum. Hier wird die nahezu tausendjährige Entwicklung der heimischen Teichwirtschaft erläutert. Es gibt lebende heimische Fische in vier großen Aquarien zu bestaunen.

Ein Museum zum Schauen, Entdecken, Beobachten und Studieren. Das Oberpfälzer Fischereimuseum macht Naturkunde verständlich. Für Kinder und Erwachsene ist es ein Erlebnis, den Fischen zuzusehen. 

Haus am Teich 

Neueste Attraktion des Museums-Quartiers mit Großaquarien seit 2011 öffentlich zugänglich

Rekonstruktion des historischen Stadtteich

2013 präsentiert die Kreisstadt Tirschenreuth eine kleine Gartenschau in deren Gesamtkonzept die Rekonstruktion des ehemaligen Stadteichs rund um den Fischhofs mit rund sechs Hektar Größe eine zentrale Rolle spielt. Das Projekt mit einem Investitionsvolumen von 2,3 Millionen Euro wurde europaweit ausgeschrieben und stieß bei 31 Unternehmen auf Interesse.

 http://www.erlebnis-fisch.de/

Bereits im April 2011 ließen sich die Umrisse erahnen, bis zum Spätherbst soll das bis zu zwei Meter tiefe Gewässer fertig gestellt sein. Gigantische Zahlen tauchen bei diesem Vorhaben auf: Bewegt werden 130.000 Kubikmeter Erdreich, nach der Flutung werden 70 000 Kubikmeter Wasser Eingang finden. Das Wasser liefert der bestehende Netz- und Mühlbach, letzterer ein Nebenarm der Naab. Die Initiatoren rechnen mit einer Flutungsdauer von sechs Wochen. Der Wanderweg- hier ist der alte Philosophensteg entlang der Netzbaches eingebunden - der sich später um den Stadtteich zieht hat eine Länge von zirka zwei Kilometern. Das Vorzeigegebäude der Stadt Tirschenreuth, der ehemalige Fischhof  des Waldsassener Klosters (heute Amtsgericht) und dessen Zugang über die dominante Fischhofbrücke erhält wieder ihre ursprüngliche Bedeutung zurück. Mit dem Ablassen der Stadtteiche im Jahr 1808 stand das 300 Jahre alte Bauwerk mit seinen Brückenbögen verloren auf dem Trockenen.

Fast 600 Jahre, von 1217 bis 1807, war Tirschenreuth eine Inselstadt, umgeben von zwei großen Stadtteichen. Bereits um 1200 bauten die Grafen von Ortenburg den Oberen Stadtteich mit einer Fläche von 265 Tagwerk (90 ha). Die Ortenburger waren ein bedeutendes ostbayerisches Adelsgeschlecht und bis um 1220 Besitzer des „praedium Tursinrut“, eines riesigen Gutsareals rund um Tirschenreuth. Den Unteren Stadtteich mit einer Fläche von 285 Tagwerk (97 ha) baute das Kloster Waldsassen in den Jahren von 1217 bis 1219, teilweise noch vor dem Kauf des praediums Tirschenreuth. Die Grafen von Ortenburg nahmen zu dieser Zeit am fünften Kreuzzug teil. Die Tirschenreuther Stadtteiche zählen damit zu den am frühesten angelegten Großteichen ganz Europas. (Quelle: Erlebnis Fisch siehe auch Webseiten)

Ausmaße und Karten zum künftigen Teich auf der Webseite der Berliner Landschaftsarchitekten

http://www.k1-berlin.de/gartenschau-natur-in-tirschenreuth-2013

Weitere Informationen
www.gartenschau-tirschenreuth.de   und        www.erlebnis-fisch.de

 

 Natural_reserve_Zahorsky_rybnik

Teichwirtschaft im Nachbarland Tschechien

Viele Parallelen finden wir in der Entwicklung der Teichwirtschaft unserer beiden Nachbarländer. Anfang des 15. Jahrhunderts schritt die Zeit der Entwicklung der böhmischen Teichwirtschaft fort und erreichte ihre Spitze. Wurde bis dato überwiegend in einzelnen Teichen gewirtschaftet, kam es jetzt zum Aufbau von ganzen Teichsystemen. Die Ursache muss in der Erfindung der dreistufigen Aufzuchtmethode gesehen werden, welche hervorragende wirtschaftliche Ergebnisse brachte. In allen geeigneten Örtlichkeiten in Böhmen, Mähren und in Schlesien wurden neue Teiche errichtet. In dieser Zeit existierten zirka 25 000 Weiher in Böhmen. Teichmeister arbeiteten an den Teichbauten. Sie waren entweder feste Mitarbeiter der Bauernhöfe oder gedungen. Die Arbeit der Teichbauer war schwierig, aber gut bezahlt, im Durchschnitt verdienten sie das Vierfache, als in der Landwirtschaft.

Teichgebiete entlang der Elbe 15./ 16. Jahrhundert

Das wichtigste Teichgebiet in Böhmen war am Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts das fruchtbare Flachland entlang der Elbe. Das Teichsystem um Pardubice verwies auf ein perfektes Beispiel der Reife der böhmischen Teichwirtschaft. Im Jahre 1560 gab es 215 Weiher in der Herrschaft, davon einige große, mit der Fläche von mehreren Hunderten Hektar. In der gleichen Zeit entstand das Teichsystem in der Kammerherrschaft von Poděbrady. Seine Achse war der neu aufgebaute Kanal Lánská strouha, der das Wasser von Cidlina abnahm. Der größte Teich im Gebiet von Poděbrady und gleichzeitig der größte Teich in Böhmen war Blato mit der Fläche von 990 Hektar. Weitere bedeutende ostböhmische Teichsysteme breiteten sich bei Městec Králové, Hradec Králové und in der Umgebung. Die Familie der Rosenberger nützte die günstigen natürlichen Bedingungen für den Teichaufbau. Zu den älteren Teichen kamen weitere hinzu: 1491 Starý Koclířov, 1495 Ruda, 1503 – 1505 Velký Tisý.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts entstand das literarische Basiswerk der böhmischen Teichwirtschaft. Geschrieben wurde es vom Olmützer Bischof Johan Dubravius (geb. 1486 in Pilsen) in der Zeit von 1535 – 1540. Er selbst galt als  erfahrener Teichbauer. Über die Bedeutung des Werks zeigt sich in der Tatsache, dass es in kurzer Zeit viele Neuausgaben hatte (ohne Ortsangabe, vielleicht Zürich 1559, Nürnberg 1596, Nürnberg 1623, englische Übersetzung 1599, polnische Übersetzung 1600). Es diente als Lehrwerk den Fischern in ganz Europa.

Die Situation im Dreißigjährigen Krieg unterstützte den Teichaufbau nicht. Viele von ihnen verkamen, viele hatten Soldaten abgelassen und völlig vernichtet. Nur unter großen Schwierigkeiten erholte sich die Teichwirtschaft. Das Ende des 18. Jahrhunderts und der Anfang des 19. Jahrhunderts brachten den Untergang von Teichen im großen Ausmaß. In fünfzig Jahren, bis zum Jahre 1840, wurden 50 Prozent der Teichfläche Böhmens aufgelöst. Von den bestehenden Teichsystemen sind lediglich die südböhmischen Teiche erhalten geblieben, wo man von der Auflösung der Teiche auf wenig fruchtbaren, sumpfigen Böden nicht sehr viel gewinnen konnte.

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 Heutige Situation

Das südböhmische Land der Teiche gehört zu den attraktivsten Regionen der Tschechischen Republik. Der Reichtum der Region ist eng mit der Tradition der Karpfenzucht um Třeboň / Wittingau verbunden. 460 Teiche wurden ab der Mitte des 14. Jahrhunderts gebaut. Ein ausgeklügeltes Kanalsystem – ein technisches Wunderwerk des Mittelalters – verbindet viele miteinander. Die Kulturlandschaft „Teichenland“ wurde für den Eintrag in die Liste der UNESCO nominiert. die Fläche von 45.000 Hektaren Teich, die in Tschechien seit dem 13. Jahrhundert der Fischzucht dienen, ihren Charakter. Die Karpfenzucht ist in Tschechien laut dem zuständigen Ministerium der am besten florierende Landwirtschaftszweig, zumal die meisten Karpfen nach Deutschland, Österreich, aber auch Frankreich exportiert werden. Einer der größten Teiche liegt zirka 25 Kilometer südlich von Jindřichův Hradec nahe der österreichischen Grenze. Es ist der Teich Hejtman, erbaut 1560–1570, mit 85 ha Wasserfläche.

Quelle: Lomnice nad Lužnicí (eine Stadt in malerischer Teichlandschaft Südböhmens) Luftaufnahme: : Homepage der Stadt Lomnice. Drei Fotos mit freundlicher Genehmigung der Tourismusgemeinde Chlum u Trebone. Der Fischzuchtbetrieb in Trebon beispielsweise gehört mit 6976 Hektaren zu den grössten in Europa. Die Zuchttradition geht bis auf das 13. Jahrhundert zurück, als man in Südböhmen Donaukarpfen zu veredeln begann, auch Karl IV. förderte das Anlegen von Fischteichen.

 Bilder zum Text "Teichwirtschaft in Böhmen":

·         Přírodní rezervace Hořejší rybník u obce Tchořovice, okres Strakonice, Česko.

·         Natural reserve Zahorsky rybnik in winter

·         Písek: Milevsko

·         Přírodní památka Zelendárky nedaleko Žďáru, okres Písek, Česko. Rybník Skopec a samota Medenice. Písek: Protivín, Žďár

Wir danken für die Unterstützung: Alle Bilder: Urheberecht: Chmee2