Karte: Matthias Häberlein, Nürnberg

Neuböhmen - Bavaria trans silvam Boemicalem

Der Begriff „Neuböhmen“ wurde wohl erstmals 1783 von František Martin Pelcl, auch Franz Martin Pelzel genannt, in „Kaiser Karl der Vierte, König in Böhmen“ verwendet. Das heute allgemein so bezeichnete Gebiet umfasste in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts einen großen Teil der nördlichen Oberpfalz. Haupt- und Residenzstadt war zunächst 1355-73 Sulzbach, das auch Sitz eines Landgerichts wurde.
Landesherren waren in dieser Zeit Karl IV. (geb. 1316; 1346 deutscher König, 1347 König von Böhmen, 1355 König von Italien und römisch-deutscher Kaiser, 1365 König von Burgund; gest. 1378) und sein Sohn Wenzel IV. (geb. 1361 in Nürnberg; 1363-1419 König von Böhmen, 1378-1400 römisch-deutscher König; gest. 1419).

Seinen neuen Grundbesitz aus den Wittelsbacher Ländereien in der „Oberen Pfalz“ gliederte Karl 1355, im gleichen Jahr, als Prag Hauptstadt des gesamten deutschen Reichs wurde, als eigenständiges Territorium der böhmischen Krone an. Man nannte diesen Landstrich in Prag „Bavaria trans silvam Boemicalem“, wie eine Urkunde vom 4. Juli 1357 besagt. In einer anderen Urkunde vom 22. November 1363 spricht Karl von „allen unsern haubtluten vnd amtluten uff yenseit des Behemischen waldes“.

Tafel in der Zlata stezka- Goldene Gasse in Altenstadt/WN

Das erst über 400 Jahre später als „Neuböhmen“ bezeichnete Gebiet einen großen Teil der nördlichen Oberpfalz. Haupt- und Residenzstadt und Sitz eines Landgerichts wurde die Stadt Sulzbach. In der Geschichte dieser Stadt heißt es unter anderem: "Als Glücksfall für die Stadt erwies sich 1353 ihre Verpfändung durch Pfalzgraf Rudolf II. an Kaiser Karl IV., damals König von Böhmen. Mit „Neuböhmen" schuf er den Ansatz eines ersten modernen Staates im mittelalterlichen Reich und machte Sulzbach zu dessen Hauptstadt. In den 20 Jahren seiner Herrschaft förderte er die Stadt und ihre Bürger mit zahlreichen Privilegien. Er befreite die Sulzbacher Kaufleute vom Zoll in allen Reichsstädten und gestattete den Bürgern, im ganzen Sulzbacher Land Eisenerz zu fördern. Kaiser Karl IV. weilte, zählt man alle Tage seiner Besuche in Sulzbach zusammen, fast ein halbes Jahr in dieser Stadt. In seiner Regierungszeit vergrößerte sich die Altstadt auf etwa das Dreifache ihrer ursprünglichen Fläche. Auch der Neubau der Stadtpfarrkirche fällt in diese Zeit. Das Standbild am Ostchor dieser Kirche, das den böhmischen Nationalheiligen Wenzel mit den Porträtzügen Karls IV. darstellt, erinnert heute noch an die neuböhmische  Zeit."

Neuböhmen reichte damals bis vor die Tore Nürnbergs. In Erlenstegen erinnert ein Bildstock  an jene Zeit. Bei der Ausweitung des böhmischen Gebietes nach Westen in die Oberpfalz sollte man bedenken, dass Kaiser Karl "dabei nicht nur an eine Landbrücke nach Luxemburg dachte, sondern an ein Machtzentrum in Verbindung mit den Landen der Hohenzollern um Ansbach und Bayreuth und den fränkischen Reichsstädten (Anm.: insbesondere Nürnberg) im Westen."

Das Böhmische Salbüchlein

Fotos. Sulzbach-Hauptstadt Neuböhmens

Zwischen 1366 und 1368 ließ Kaiser Karl in Sulzbach das "Böhmische Salbüchlein" anlegen, "das mit einer für jene Zeit seltenen Gründlichkeit allen abgabefähigen Besitz verzeichnet, so dass auf der Grundlage einer generellen Landesaufnahme, freilich auf der Basis der Rentenleistungen und nicht im moderneren kartographischen Sinn, ein Besitzinventar entstand und zugleich eine Angabe der einzelnen Ämter und Beamten als Abgabenempfänger."

Zu finden sind darin Ortsnamen, von denen manche erstmals schriftlich genannt werden, manche heute nicht mehr existieren.
Aus den Angaben des Salbuchs können auch interessante Schlüsse über die Wirtschaftskraft und in etwa auch auf die Bedeutung eines Ortes gezogen werden. So heißt es z.B. "It. daz Pleche alle jare 12 lb. It. Aurbach… Andere Ort sind mit ihren jährlichen Abgaben an verschiedenen Stellen genannt, wie Weiden 180 lb, Pegnitz 80 lb, Hersbruck 70 lb, Sulzbach 64 lb, Lauf 24 lb usw.. Das "Böhmische Salbüchlein" liegt nach etlichen Wirrungen im Original im Hauptstaatsarchiv München.

Auerbach 1373 bis 1400 Hauptstadt von Neuböhmen


Im Vertrag von Fürstenwalde, geschlossen am 18. August 1373, gab Kaiser Karl IV. seinem Schwiegersohn, Markgraf Otto V. von Brandenburg, „Schlösser, Städte und Land Flozz, Hirsaw, Sultzpach, Rosenberg, … Neitstein, Harsprugk und Lauffen … Holenstain, … Hochenfels … gegen eine Pfandsumme von 100.000 fl.(Gulden)“. Was die Gerichtsbarkeit anbelangt, die im Auerbacher Schloss vollzoegen wurden, wurde dieses Recht bisweilen auch auf einer der vier eingezeichneten Gerichtsstätten in Luchsenbruck, Kasberg, Roslauben oder auf der Schnaittachbrücke vollzogen.

Der Rest von Neuböhmen umfasste immerhin noch die Ämter Auerbach, Beheimstein mit Pegnitz, Hollenberg, Thurndorf mit Eschenbach, Frankenberg, Erlangen, Rothenberg mit Schnaittach, Strahlenfels, Hohenstein, Hartenstein, Störnstein mit Neustadt a.d. Waldnaab und Bärnau.

Ende der neuböhmischen Zeit

Bestrebungen, wie sein Vater Karl die Kaiserkrone zu bekommen, unternahm Wenzel nie. Obwohl er für den Rest Neuböhmens viel getan hat, war Wenzel nun als römischer (seit 1376), sowie als böhmischer und deutscher (seit 1378) König doch wohl nicht der richtige Mann. Auch in seinem Stammland Böhmen überwarf er sich mit dem Adel und vor allem mit der Geistlichkeit. So zerstritt er sich 1393 mit dem Prager Erzbischof und ließ einige seiner Berater verhaften und foltern; dabei soll er selbst mit Hand angelegt haben.

Aus dem anfangs gerechten und gutgesinnten Herrscher war, wie verschiedene Geschichtsbücher sagen, ein der Trunksucht verfallener, jähzorniger Mann geworden. In Oberlahnstein wurde er im August 1400 von den Kurfürsten als deutscher König abgesetzt.

Der erste Auerbacher Chronist Johannes Neubig zieht für seine Vaterstadt Bilanz über die neuböhmische Zeit: „Im summarischen Überblick war diese böhmische Regierung von 1353-1400 für Auerbach ein großes Glück. ... Schon früher war für uns das herrlichste Morgenroth der wichtigsten Gnaden aufgegangen, welche durch Kaiser Karl und König Wenzel noch mehr ausgedehnt und erweitert wurden, so dass sich unter Auerbachs Himmel das regste Leben schön entfalten konnte. ... König Wenzel ... hat zwar den Beinamen des Bösen und Faulen erhalten, aber der böhmische Ostwind war wenigstens für Auerbach ein recht gesunder, thatenkräftiger, guter Wind.“ (8, Seite 24)

Der Wittelsbacher Ruprecht wurde am nächsten Tag in Rhens von den gleichen vier Kurfürsten zum neuen deutschen König gewählt. 1352 in Amberg geboren, heiratete 1374  Elisabeth von Hohenzollern-Nürnberg. Gleich nach seiner Wahl zum deutschen König setzte er alles daran, die Reste Neuböhmens und damit auch unsere Heimat unter seine Herrschaft zu bekommen.

An der Spitze eines böhmischen Heeres leistete der böhm. Pfleger Borziwoi erbitterten Widerstand gegen eine Besetzung Neuböhmens durch König Ruprecht von der Pfalz. Doch vergebens: Am 23. September des Jahres 1400 eroberten die Truppen Ruprechts das durch den Verteidigungskampf schon schwer beschädigte Auerbach. Amberg war seit dem Hausvertrag von Pavia 1329 bis zum Jahre 1812 die Hauptstadt des Gebietes, das damals einen Großteil der heutigen Oberpfalz umfasste.) Die Not der Auerbacher und anderer Orte war nach dieser Einnahme durch die Truppen König Ruprechts so groß, dass der neue Herr die Stadt und ihre Bewohner für 12 Jahre von allen Abgaben befreite, damit wenigstens die Häuser wieder aufgebaut werden konnten.

Quelle: http://www.weber-rudolf.de (Mein Kollege hat sich mit diesem Thema zutiefst befasst)

 

Neustadt an der Waldnaab "Auf ewige Zeiten Holz zum Brennen und zur anderen Notdurft

Bayern und Böhmens Verbindungen reichen weit zurück. Eine wichtige Epoche war die Zeit Kaiser Karl IV. , der am 14. Mai vor 690 Jahren in Prag geboren wurde. Sein Vater Johann stammt aus der Luxemburger Linie, sein Großvater der Deutsche Kaiser Heinrich VII. Die Mutter Eliška, ist nicht nur die Tochter des letzten Přemysliden Königs Wenzels II, sie ist auch die Enkelin Kaiser Rudolfs von Habsburg.

Mit der Heirat Karl IV. der rheinischen Wittelsbacherin Anna von der Pfalz 1353 war die "Herrschaft Neustadt - Sternstein - Altenstadt" über viele Jahrhunderte mit der Krone Böhmens verbunden. Unter Karl IV. erlebte Neustadt durch Karl einen enormen Aufschwung. In seinen Besitz kam die Stadt durch eine finanzielle Verlegenheit seines wittelsbachischen Schwiegervaters Pfalzgraf Rupert I. . Dieser, in sächsische Gefangenschaft gekommen, sollte gegen eine Leistung von 12 000 Mark Silber wieder frei kommen. Karl übernahm die Summe und erhielt dafür im Gegenzug neben Neustadt die Orte Hirschau, Lichteneck, Waldeck, Murach und Treswitz als Pfand, das genaue Datum ist festgehalten; es war der 17. Juli 1553. Noch im gleichen Jahr erwarb er Neustadt und Störnstein endgültig als böhmisches Kronlehen.

Durch eine Vorstadt, "die Freyung", die eine eigene Gemeinde wird, erweiterte er den Ort 1358 Damit sollte sich die zu klein gewordene gemauerte Stadt ausweiten können. Um die Finanzierung zu gewährleisten, erhielten die Bürger zehn Jahre Zins- und Steuererlass. Noch heute besitzt der genannte Ortsteil einen geräumigen gleichmäßig angelegten und von ähnlichen Häusern umrahmten „Stadtplatz“, der nach Karl „zum gemeinen Nutzen aller Kaufleute willen“ errichtet wurde. Erst 1559 wurde der selbständige Ortsteil durch einen Vertrag mit der Stadt zusammengeschlossen.

Holzrecht bis heute gültig

Weiterhin gab der Böhmenkönig den bedürftigen Bürgern der Stadt und der Freiung am Freitag nach dem St. Jakobstag 1354 in einer Verfügung das Recht "auf ewige Zeiten Holz zum Brennen und zur anderen Notdurft" zuerhalten, "ein staatlicher Eingriff habe tunlichst zu unterlassen". Es handelte sich dabei exakt um 10 Huben Holz ( rund 500 Tagwerk ) , fünf Huben bei Floß (Liebesberg) und fünf Huben bei Altenstadt ( Bürgerwald ).

Teil des Bürgerwaldes mit Gedenkstein für den Kaiser am Süßenloher Weiher in Altenstadt/WN. Original Handschuh Karl IV. im Museum Neustadt/WN

Im Grundsteuer- und im Liegenschaftskataster der Stadt ist die genossenschaftliche private Einrichtung seit über 600 Jahren vermerkt. Das Holzrecht kann nicht veräußert werden und ist jeweils mit dem zugehörigen Haus verbunden. Die Urkunde des Kaisers trägt keine Unterschrift, aber das Siegel. Ein Duplikat hat die Corporationsgemeinschaft, bestehend aus rund 140 Mitgliedern unter der Vorstandschaft von Hans Greiner. Selbst im 3. Reich wurde das Recht, so Greiner, "nie angetastet". Als Bekräftigung seines Wortes hinterließ Karl 1354 einen „Pfand Handschuh“ als Faustpfand, der im Original und mit Expertise versehen, den Stolz des Stadtmuseum darstellt.  Sicher gibt es nicht viele Schenkungen in unserem Land, die eine derart lange Epoche unverändert überstanden. Kein Wunder, dass die Holzrechtler ihren Kaiser noch heute verehren. Bei Roschau im Osten von Neustadt errichteten sie ihm einen Gedenkstein, einen weiteren im Bürgerwald am Süßenloher Weiher bei Altenstadt. Und zum Jahresanfang lassen sie ihm zu Ehren und den verstorbenen Corporationsmitgliedern zum Gedenken in der Stadtpfarrkirche eine Heilige Messe lesen.

Verbunden mit der Waldverleihung bestand zudem der Erlass, dass im Umkreis von einer ganzen Meile um Neustadt niemand malzen, brauen, schenken, Lederwerk verarbeiten, backen oder schmieden darf. Dieses Gesetz sollte die Bürgerschaft stärken und die Konkurrenz eindämmen. Nach dem Rückzug des Kaisers aus Neuböhmen blieb Neustadt zusammen mit Auerbach weiterhin bei der Krone Böhmens.

Der Handschuh im Museum ist jedoch mehr als nur ein museales Objekt, er ist ein historisches Zeugnis aus einer Zeit, als Böhmen und Deutsche in unserer Gegend noch friedlich vereint und mit Karl IV. einem Mann huldigten, der aus heutiger Sicht europäische Denkweisen verkörperte und als einer der klügsten und weltkundigsten deutschen Fürsten zählt, den man auch im Ausland ernst nahm.

Besitz in Neuböhmen

Anna von der Pfalz (1329 – 1353) Karl zweite Gemahlin

In zweiter Ehe heiratete der 33-jährige Karl IV. 1349.gegen den päpstlichen Rat, Anna, die 20 Jahre alte und einzige Tochter des Pfalzgrafen Rudolf II. von Heidelberg in der Stadt Bacharach. Im Juli 1349 wurden Karl und Anna in Aachen durch seinen Großonkel Balduin erneut zum römischen König und seine junge Frau zur Königin gekrönt. In Prag wurde Anna am 1. November auch als böhmische Königin gekrönt. Mit dieser Heirat gelang dem Böhmenkönig ein eleganter Schachzug, er spaltet die ihm nicht gerade gut gesonnene Wittelsbacher Familie entscheidend und festigte seine politische Situation.

 

Bild: Karl und Anna v. d. Pfalz - Dauerausstellung in der Prager Burg

Als Morgengabe seines Schwiegervaters gelangte er 1335 in den Besitz weiter Teile Neuböhmens. Den Rest erhielt er von Ruprecht dem Jüngeren, den er aus der Gefangenschaft in Sachsen-Wittenberg loskaufte. Zum Ausgleich erhielt er von der Familie der Wittelsbacher die Festungen Waldeck, Störnstein, Neustadt/WN, Hirschau, Murach und Treswitz verpfändet. Im Todesjahr seiner Frau Anna verstarb sein Schwiegervater Rudolf II., der bei Karl hohe Schulden hatte. Mit dem Erben König mit Ruprecht dem Älteren verhandelte Karl und erhielt für die Schulden die oberpfälzischen und fränkischen Städte und Festungen Hauseck, Ruprechtstein, Werdenstein und Lichtenstein sowie Sulzbach, Rosenberg, Thurndorf, Hilpoltstein, Hohenstein, Lichteneck, Frankenberg, Lauf, Eschenbach, Hersbruck, Hartenstein, Neidstein, Auerbach, Velden und Plech. Die Burgen Waldeck, Murach und Treswitz gab er wieder zurück. Der männliche Thronfolger, Sohn Wenzel, geboren 1350, starb ein Jahr später auf der Burg Zebrak und ist, wie seine Mutter Anna, die 1353 starb, im Veitsdom in Prag begraben.

Wenzel IV.

Nach dem Tode seines Vaters 1378 übernahm er die Regierung. Seine Frau Sophie (1373- 1425), eine Wittelsbacherin aus München, verzauberte mit ihren zwölf Jahren den fünfzehn Jahre älteren König so sehr, dass am 2.Mai 1389 in Prag die Hochzeit stattfand. Nicht politische Hintergedanken sondern "die Liebe" standen bei der Ehe im Vordergrund. Ihre Krönung wurde jedochj immer wieder verschoben und fand erst elf Jahre später  im Jahre 1400 statt. Zur Krönung erschien der gesamte Luxemburger Adel, wer jedoch fehlte, war ihr königlicher Ehemann. Als Katholikin unterstützte Jan Hus und wurde 1919 durch ihren Schwager Sigismund zur Verwalterin Böhmens ernannt.

Wenzels Regierungszeit stand unter keinem guten Stern. Die weltpolitische Lage war diffus, das kirchliche Schisma bestand weiter, die Pest breitete sich aus,  die Umsetzung des Reichslandfriedens von Eger 1389 gelang  nicht so recht. Jan Hus trat auf die politische Bühne, ihn unterstütze er anfangs,  sein Halbbruder Sigismund, König von Ungarn, untergrub die Krönung zum Kaiser. Selbst im Landesinneren gab es Probleme mit den Bischöfen.

Der Prager Erzbischof Johannes von Jentzenstein, anfangs enger Freund und Hofkanzler des Königs, untergrub die Anweisung der Königs, die Abtwahl im Kloster Kladruby (Kladrau) zu verhindern. Heimlich schickte er seinen Generalvikar Johannes von Pomuk nach Westböhmen um die Wahl durchzuführen. Nepomuk, Zeitgenosse von Jan Hus, musste dies mit dem Tode bezahlen, Johannes wurde erst 400 Jahre später, also 1729 von Papst Benedikt XIII. heilig gesprochen.

Schließlich verlor er auch das Vertrauen der Kurfürsten, die ihn am 20. August 1400 absetzten. Am gleichen Tag wurde Ruprecht von der Pfalz mit der Mehrheit seiner eigenen Stimme zum neuen König gewählt. Wenzel erlag er im Juli 1419 einem Herzversagen, als aufrührerische Husanhänger im Rathaus am Karlsplatz den „ersten Prager Fenstersturz“ verursachten. Begraben ist er neben seinem Vater im Veitsdom zu Prag.

Wenzel IV., der zwar viele angefangenen Bauwerke seines Vaters vollendete und an der „Goldenen Straße“ bei Zebrak die Burg Tocnik erbauen ließ, ging nicht ruhmreich in die Geschichte ein, nicht wenige Schmählieder und Spottverse gibt es ob seiner Trunksucht und seinem Jähzorn, wie die Weise von Karl Böhmer nach dem Text von E.G. Drimborn zeigt:

"Was schiert mich Reich und Kaiserprunk mit all den bösen Plagen,
will mir viel besser doch ein Trunk in Ruhe hier behagen!"
So sprach der Kaiser Wenzeslaus und trank den vollen Humpen aus
¦:beim Königsstuhl zu Rhense.:¦