Franken aktuell

Veröffentlicht von Rainer Christoph (rchristoph) am Apr 10 2012
Neuigkeiten >>

Beziehungen Frankens und der Oberpfalz

Die Stadt Lauf bereitet den 700. Geburtstag von Karl IV. vor. Auf Initiative des Oberbürgermeisters der Stadt, Herrn Bendedikt Bisping, nahmen am ersten Workshop im April 2013 Interessenten bis aus der Oberpfalz teil. Natürlich sollen auch die tschechichen Kommunen mit einbezogen werden. Die Städte an der Goldenen Straße iun im ehemaligen Neuböhmen tragen zum teil noch immer seine Spuren und so manche Stadt verdankt ihm seine heutige Situation.

 

Zum Thema: Metropol Region Nürnberg „Sehr offen gegenüber Oberpfalz" ,

Der Neue Tag Weiden führte ein Interview mit der Geschäftsführerin der Metropolregion Nürnberg, Frau Dr. Christa Standecker

Grundlage des Interview: „Seit 2005 existiert die Metropolregion Nürnberg. Ihre rund 3,5 Millionen Einwohner erzielen eine Wertschöpfung (Bruttosozialprodukt) von mehr als 100 Milliarden Euro. Sie ist damit wirtschaftlich vergleichbar mit der Tschechischen Republik oder Ungarn“

Als gebürtige Oberpfälzerin, war die zu Interviewende  genau die richtige Mittelsfrau zwischen der Oberpfalz und Franken. beide Regionen, im 14. Jahrhundert eng mit Böhmen verbunden, hatten sich im Laufe der Jahrhunderte aus den Augen verloren. Terra Incocnita, so die Situation, als der Oberpfälzer Altstraßenforscher Michael Hardt seine Recherchen über die Goldene Straße in den 50er Jahren anstellte.

Dr. Christa Standecker erzählt im Interview, sie sei selbst „erstaunt, wie wichtig für die Oberpfälzer ihre Identität ist. Die familiären Wurzeln in Hahnbach im Landkreis Amberg-Sulzbach sind für mich hilfreich, die unterschiedliche Mentalität von Franken und Oberpfälzern zu verstehen. Hier verläuft wirklich eine Art kulturelle Grenze“.  Auf die Frage, ob sich die Oberpfälzer und Franken durch die Metropolregion näher gekommen sind antwortet sie:  „Man sagt, jeder echte Nürnberger hat eine Oberpfälzer Großmutter. Im Nürnberger Dialekt finden zahlreiche oberpfälzische Sprachmerkmale ihren Niederschlag. Der Einfluss des "ou" ist sprachwissenschaftlich belegt. Die Nürnberger sind so gesehen halbe Oberpfälzer. Meine eigene Mutter stammt aus der fränki- schen Alb, wo die Grenze zwischen der Oberpfalz und Mittelfranken verläuft. Die Nürnberger und die Franken generell sind sehr offen gegenüber den Oberpfälzern. Am Ende bedeutet die Verbindung beider Kulturen einen großen Reichtum - wie er auch in der Metropolregion Nürnberg zum Ausdruck kommt.“

Erlangen, unter böhmischer Herrschaft zur Stadt erhoben.

Auf eine über 600 jährige Stadtgeschichte kann Erlangen zurückblicken. Die Stadtgründung erfolgte im 14. Jahrhundert,, als die Luxemburger in Prag auf dem Thorn saßen.

Die Festschrift, hg. v. Heimatverein Erlangen und Umgebung, Erlangen 1967 = Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung 14 (1967), S. 5-32. [Bischoff, Erlanger Stadtgründungen Kaiser Karls IV.] Quelle : Bischoff, Johannes gibt dazu viele Auskünfte.

Der Böhmische Löwe noch heute im Wappen vertreten

Das Wappen von Erlangen zeigt drei Schilde: den sogenannten Altstadtschild dazu gehört der doppelschwänzige, golden gekrönte und rot gezungte goldene Löwe. Es ist der böhmischen Löwe , der über der Stadtmauer sowie die beiden Adlerwappen der Neustadt bis ins 20. Jahrhundert die Stadt bewacht. Als Kaiser Karl IV. seine Interessen in der Oberpfalz und Mittelfrankens zurückschraubte und sich der Region Brandeburg und Mecklenburg-Vorpommern zuwandte, hielt er an der Landbrücke von Böhmen in sein Stammland Luxemburg fest. Auerbach wurde an Stelle von Sulzbach zur Hauptstadt Neuböhmens. Der Weg führte nun von Bärnau oder Waidhaus kommend, über Grafenwöhr, Eschenbach, Auerbach, Schnaittenbach /Rothenberg, nach Erlangen und weiter über Iphofen, Mainbernheim Heidingsfeld nach Frankfurt und Luxemburg.

Das heutige Erlangen entstand 1812 durch die Vereinigung der Altstadt mit der Neustadt und führt seit 1835 mit Genehmigung von König Ludwig I. das Dreifachwappen. Kaiser Karl IV. erwarb 1361 vom Hochstift Bamberg das Dorf Großerlangen. König Wenzel erhob 1398 Erlangen zur Stadt und verpfändete es 1402 an die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, die bis 1792 Stadtherren in Erlangen waren. Aus dem Jahr 1389 ist für die Altstadt der Abdruck mit dem Löwen in einem Siegel überliefert, das um 1370 entstanden ist. In einem zweiten Siegel aus dem 15. Jahrhundert, der im Abdruck von 1511 belegt ist, fehlt das Tor, der Löwe ist bekrönt. Gleiches Bild mit nur geringfügigen Abweichungen zeigen die Siegel bis ins 18. Jahrhundert. In einer farbigen Abbildung von 1605 steht in Blau über torloser silberner Zinnenmauer der wachsende, gekrönte goldene Löwe. Die Neustadt ist eine Hugenottensiedlung, die Markgraf Christian Ernst (1661 bis 1712) im Jahr 1686 gegründet hat. Sie hieß zunächst Neu-Erlangen, von 1701 bis 1812 Christian-Erlang. In den Jahren danach kam es immer wieder zu Wappenänderungen. Seit 1835 ist wieder das Vollwappen in Gebrauch, oben der brandenburgische und preußische Adler, unten der böhmische Löwe. Quelle: Haus der Bay.Geschichte

Besuchen Sie auf dem Weg nach Nürnberg oder Erlangen das alte Badhaus in Pommelsbrunn

   

 

Zuletzt geändert am: Apr 20 2013 um 8:50 PM

Zurück