Tschechien aktuell

Veröffentlicht von Rainer Christoph (rchristoph) am Jul 30 2012
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Der Berg Rip unweit der Elbe- von hier aus blickte - so die Sage- Urvater Cech über das fruchtbare Land und beschloss, dass die von Osten her eingewanderten slawischen Stämme sich hier ansiedeln sollten......

...etwas östlicher die gut erhaltene Burg Kokorin.

Die Burg Kokořín (Kokorschin) liegt auf einem Sandsteinfelsvorsprung über dem Tal Kokořínský důl, nördlich der gleichnamigen Ortschaft, inmitten eines Naturschutzgebiets. Ursprünglich stand in der Nähe eine mittelalterliche Festung, erbaut zur Regierungszeit des Königs Johann von Luxemburg, die zum Teil in den Felsen eingehauen war. Die ersten urkundlichen Erwähnungen Kokoříns stammen aus dem Jahr 1320, als Heinrich Berka von Dubá den Hof von Kokořín durch ein Tauschgeschäft vom Jindřich von Osměchov erwarb. Berka ließ hier – wahrscheinlich auch Mitte des 14. Jahrhunderts - eine Burg erbauen.

Im 19. Jahrhundert blieb von der Burg nur noch eine Ruine übrig, die romantische Künstler bezauberte. Im Jahr 1895 hatte die breite Öffentlichkeit die Burg dank dem Klub der tschechischen Touristen wieder entdeckt, der ihr Modell auf der Völkerkunde-Ausstellung in Prag vorgestellt und sich dafür eingesetzt hat, dass sie teilweise zugänglich gemacht wird.

Im Jahr 1896 kaufte das Herrengut von Kokořín samt der Ruine Václav Špaček, Adliger von Starburg, und begann 1911 die Burg mit Hilfe der führenden Historiker August Sedláček, Zikmund Winter, Čeněk Zíbrt und Eduard Sochor gründlich zu renovieren. Die Renovierung wird 1918 von seinem Sohn Jan abgeschlossen, der die ursprünglich kulturell-patriotische Konzeption um ein Familiendenkmal erweiterte. Trotz einiger Einwände gegen die Ausführung der Renovierung im Stil des späten Romantismus handelte es sich um die erste komplexe Rettung einer mittelalterlichen Ruine in Böhmen, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Nach dem Jahr 1950 wurde die Burg von den Kommunisten konfisziert. Erst 2006 kehrt die Burg zurück in die Hände der Familie Špaček, die an die Familientradition anknüpfen und die Sehenswürdigkeit auch weiterhin für die Öffentlichkeit erhalten möchte.

Zuletzt geändert am: Jun 04 2017 um 2:41 PM

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