Quelle:

http://www.mosellandtouristik.de/de/reisethemen/radwandern.aspx


"Wasserweg" Trier über Koblenz" - Limburg a. d. Lahn nach Frankfurt

Landweg von Trier über Ingelheim -Mainz nach Frankfurt a.M.

 Die Region zwischen Trier - Mainz und Frankfurt am Main

Der Böhmische König und Römische Kaiser Karl IV.  aus dem Hause Luxemburg war stets bemüht, bei seinen häufigen Reisen auf eigenem Grund und Boden  zum Ziel zu kommen. So sicherte er den Weg von Prag nach Nürnberg und Frankfurt a. Main durch den Erwerb von Städten, Burgen und Lehen über „die Goldene Straße“. Dabei entstand das heutige „Neuböhmen“, das bis vor die Tore der Stadt Nürnberg reichte.

Was die Sicherung seiner Reise in die Luxemburger Stammlande anbelangte, konnte er ab Frankfurt über Mainz und Limburg an der Lahn, Koblenz und Trier unbesorgt weiterreisen. Dieses Gebiet unterstand der Herrschaft seines Oheims Balduin, Erzbischof zu Trier und später auch Erzbischof zu Mainz. Als einer der einflussreichsten Fürsten des Reiches hatte er es geschafft, ein geschlossenes Territorium zu bilden, das direkt an Luxemburg angrenzte.

Balduin von Luxemburg Erzbischof

Geboren in Luxemburg um 1285;+1354 in Trier stammte er aus dem luxemburger Geschlecht. Er war der jüngste Sohn des Grafen Heinich VI.(nach anderer Zählart III.) von Luxemburg. Sein Bruder Heinrich VII. sollte jedoch die Erbfolge antreten. Für Balduin war von Anfang an eine geistliche Laufbahn vorgesehen. In der Tradition der Luxemburger hatte Balduin  in Paris Theologie und kanonisches Recht studiert. Im Alter von 22 Jahren wurde er vom Trierer Domkapitel zum Erzbischof gewählt und 1308 von Papst Clemens V. zum Bischof geweiht. Von 1328 bis 1336 Administator im Erzbistum Mainz und von 1331 bis 1337 mit Unterbrechungen Administrator der Bistümer in Worms und Speyer. Balduin war einer der einflussreichsten Reichsfürsten seiner Zeit und gilt als bedeutendste Kurfürst von in Trier

Bei der Königswahl von 1314 unterstützte Balduin zunächst Ludwig von Bayern. Nach einiger Zeit distanzierte er sich von ihm und unterstützte seinen Neffen Johann bei der Wahl zum Kaiser, allerdings ohne Erfolg. Erfolg stellte sich 1346 bei seinen Großneffen Karl bei der Wahl des Kaisers ein. Zu ihm gab es im Gegensatz zu seinem Vater Johann, kein gespanntes Verhältnis. Karl unterstütze alle Vorhaben seines Oheims und so blieb dieser ihm bis zu seinem Tode eine wichtige Stütze im Westen des Reiches.

Balduin- geschickter Staatsmann und Finanzpolitiker seiner Zeit

Balduin, Onkel Karl IV.

Im Zeitraum von 1307 und 1354  gelang es Balduin eine geschlossene territoriale Verbindung zwischen dem oberen und dem unteren Erzstift herzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, scheute er nicht vor kriegerischen Auseinandersetzungen zurück. So gesehen kann er zu Recht als eigentlicher Begründer des Kurstaates Trier angesehen werden. Durch die Verbindung der beiden Zentren Trier undZ Koblenz entlang der Mosel und den Erwerb von verschiedenen Besitzrechten gelang es  ihm, das Kurtrierer Territorium zu festigen und fest zu verbinden.  Es scheint in der Familie der Luxemburger zu liegen: Balduins ausgeklügelte Finanzpolitik, die planmäßige Ansiedlung von Juden als „Banker des Mittelalters“ im gesamten Erzstift, brachten letztlich den Erfolg. Wie sein Neffe Karl IV., bevorzugte er es, seine Gegner durch Lehnsverträge oder andersartige Verpflichtungen an sich zu binden.

Die Entwicklung der Stadt Trier und deren Umfeld förderte und stärkte Balduin. Auch die Sanierung der Römerbrücke in Trier soll auf seine Initiative zurückgehen. Die Balduinbrück in Koblenz war für seinen Neffen Karl das Vorbild für den Auftrag an Peter Parler, dem Erbauer der Karlsbrücke über die Moldau in Prag.

Trier: Dom und Hauptmarkt

aus der römischen Vergangenheit, die Porta nigra, rechts Kurfürsliches Schloss

Noch heute zeugen die Burgruinen in der Region von der Macht des Erzbischofs aus dem Hause Luxemburg. Beispiele hierfür sind Burg Trutzeltz (auch Balduineltz oder Baldeneltz genannt) in der Eifel, Burg Baldenau (erbaut 1315) oder Burg Balduinseck (1325). 

Der nachfolgende Erzbischof von Trier war Boemund II. Nach Balduins Tod wurde er einstimmig gewählt. In hohem Alter stehend, mehr der Frömmigkeit als der Kriegstätigkeit ergeben, gedachte er friedlich zu regieren. Die Huld des Papstes und des Kaisers, besonders die Nachwirkungen von Balduins kräftigem Regiment schienen ihn zu begünstigen. In der Tat schützte er die Ruhe seines Kurfürstentums durch Landfriedensbündnisse und Einigungen mit Gerlach von Mainz Ruprecht von der Pfalz Heidelberg, mit den Herren von Lothringen, Luxemburg und andern benachbarten Fürsten. Er bewahrte die große Lehensmacht seiner Kirche, mehrte die Festen des Landes und nahm an Reichsgeschäften Anteil, wie er denn auf den Reichstagen zu Nürnberg und Metz 1356 bei Aufstellung der goldenen Bulle erschien, sich 1360 mit Kaiser Karl IV. gegen den „Herrn zu Wirtenberg" verband und 1362 zu Nürnberg den Herzögen von Österreich widersagte, weil sie dem Reiche kundliche Feindschaft angetan. Seine weiteren Nachfolger u.a.  Otto von Ziegenhain war von 1419 bis zu seinem Tode Erzbischof. Raban von Helmstatt, ab 1399 Bischof von Speyer und Erzbischof von Trier ab 1430 und damit einer der drei geistlichen Kurfürsten des Heiligen Römischen Reiches. Von 1414 bis 1418 war er als Leiter der Trierer Delegation Teilnehmer des Konzils von Konstanz. Er unterstützte die Kreuzzüge Kaiser Sigismunds (Sohn Karl IV.) gegen die Taboritischen Kämpfer unter Jan Ziska und Holy Prokop. Unglücklich verlief seine Teilnahme an den hussitischen Kreuzzügen nach Böhmen. Vernichtend und oft blamabel wurden die deutschen Ritterheere bei Tachov oder Tin die Flucht geschlagen.

Fünf Erzbischöfe folgten Balduin bis zum Ende der Luxemburger auf dem böhmischen Thron. Stets zeigten sie ihre Treue zum Kaiser und gewährleistet die friedliche Reise auf der „Landbrücke“ von Wroclaw (Breslau) über Prag- Frankfurt nach Luxemburg.

Quelle: u.a. Homepage der Stadt Trier ; Balduin aus dem Hause Luxemburg" Hrsg. Bistum Luxemburg und Stadt Trier

Luxemburger Landbrücke identisch mit der Via regia

Die historische Via Regia erstreckt sich von Frankfurt am Main bis nach Krakau. 1255 erwähnt sie der Markgraf Heinrich von Meißen in einer Urkunde erstmals als »strata regia«, als Königsstraße. Knapp 90 Jahre später, 1341, stellt der damals über Böhmen herrschende Johann von Luxemburg den Straßenabschnitt in seinem Machtbereich unter königlichen Schutz. Die Landesausstellung soll zeigen, wie sich Warenaustausch, Kultur- und Kunsttransfer auf der Via Regia vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert entwickelt haben. Es sind Geschichten von Kaufleuten aus dem Osten, die mit ihren Planwagen Felle und Leinen auf die großen Märkte wie den Brühl in Leipzig brachten; auch vom Handel mit Salz von West nach Ost.

Das selten gezeigte, empfindliche Pergament Heinrichs IV. aus dem Jahr 1071, in der Görlitz erstmals als »villa goreliz« erwähnt ist, wird ausgestellt, ebenso ein 1741 gefertigter Schrittzähler aus Messing. Kronjuwelen, die sonst nur im Grünen Gewölbe in Dresden zu sehen sind. Und selbst Bezüge zu August dem Starken fehlen nicht. 1697 begab der sich auf der Via Regia nach Krakau, um sich dort zum König von Polen krönen zu lassen.

Büchenbeuren wurde 1301 zum ersten Mal in einer Urkunde des  Geschlechts der Sonheimer Grafen erwähnt. Büchenbeuren gehörte bis zum Ende des Mittelalters zum Herrschaftsgebiet der Sponheimer Grafen. 1437 fiel der Ort den Markgrafen von Baden und den Pfalzgrafen bei Rhein zu. Ende des 18. Jahrhunderts hielt auch in Büchenbeuren langsam die Modernisierung Einzug.

http://www.buechenbeuren.de/  

Simmern im Hunsrück

Foto: Simmern, das neue Schloss

Alte Fachwerkhäuser, liebevoll restauriert, sind die Schmuckstücke der romantischen Ortsgemeinden. Idyllisch gelegene Ortschaften und die hügelige Hunsrückhöhe runden das Gesamtbild ab. Hier können Sie Ihre Seele baumeln lassen und sich vom Alltagsstress in der Natur erholen.Regionale Produkte und typische Hunsrückgerichte warten ebenfalls auf Sie! Unsere Gastronomie ist vielfältig und lässt keine Wünsche offen.Die Kreisstadt Simmern hat ebenfalls ein vielfältiges Angebot. Von Kultur über Shopping-Erlebnis, von Erlebnisgastronomie bis hin zu städtebaulichen Highlights. Simmern ist eine Reise wert.

Am 13. Juli 1330 verlieh Kaiser Ludwig der Bayer in Weißenburg im Elsass der Siedlung und Burg des Raugrafen Georg II. Stadtrechte. Der Ortsname Simmern ist vermutlich keltischen Ursprungs. Es finden sich Spuren römischer Besiedlung. Mit der Stadtrechtsverleihung wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Entwicklung geschaffen. 1359 kam die Stadt an die Pfalzgrafen bei Rhein aus dem Hause Wittelsbach, die auch Besitz in er heutigen Oberpfalz hatten.. Mit der pfälzischen Erbteilung im Jahre 1410 entstand unter Pfalzgraf Stefan, dem dritten Sohn König Rupprechts, die wittelsbachische Nebenlinie Pfalz-Simmern-Zweibrücken. Dieser Linie entstammten bedeutende Herzöge, Kurfürsten, Könige und Kaiser aus dem Haus Wittelsbach.

Seit 1410 wurde Simmern als Residenzstadt ausgebaut. Ein Stich von Mathias Merian von 1645 erinnert an den einstigen Glanz der 1689 zerstörten Stadt. Übrig geblieben sind nur wenige Teile der alten Stadtmauer, ein Eckturm (Bastion am Römerberg) hinter der Stephanskirche und ein Pulver- und Gefängnisturm, in dem 1799 der Räuberhauptmann Schinderhannes gefangen gehalten wurde. In der Stephanskirche befinden sich noch die Grabdenkmäler der Simmerner Herzöge, die zu den bedeutendsten Werken der Renaissance zwischen Mainz und Trier zählen.
1559 bestieg Herzog Friedrich II. als Friedrich III. den Kurstuhl in Heidelberg. Bis 1685 kamen die Kurfürsten von der Pfalz aus dem Hause Simmern. Die ältere Simmerner Herzogslinie starb mit Herzog Reichard 1598 aus und wurde 1610 bis 1673 durch eine jüngere Herzogslinie wiederbegründet.

Elisabeth Charlotte (Liselotte) von der Pfalz, verheiratet mit dem Bruder Ludwigs XIV. dem Sonnenkönig, war die Schwester des letzten Kurfürsten aus dem Hause Simmern (Karl II.). Nach seinem Tod erhob Frankreich Anspruch auf die pfälzische Erbschaft und versuchte seit 1686 den Anspruch militärisch durchzusetzen. Im so genannten Pfälzischen Erbfolgekrieg wurden 1689 neben Simmern zahlreiche Siedlungen und Burgen im ehemals kurpfälzischen Gebiet zerstört.

Stadtrundgang und Schinderhannes Turm

Der Wiederaufbau der Stadt begann am Ende des 17. Jahrhunderts. Dabei diente der alte Stadtgrundriss als Vorbild. Schwere Brände ließen Ende des 19. Jahrhunderts eine interessante Backsteinarchitektur entstehen. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Stadt über die ehemalige Mauergrenze hinaus.
Simmern ist seit dem 16. Jahrhundert, als es unter der Regierungszeit Herzog Johanns II. eine kulturelle Blütephase erreichte, Schulstandort. Hier findet sich eines der ältesten Gymnasien des Landes Rheinland-Pfalz. Seit Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zum Eisenbahn- und Verkehrsknotenpunkt. Vor allem nach 1945 vergrößerten sich Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete. Schon seit 1926 verfügt die Stadt mit dem ehemals größten künstlichen Freibad in der Rheinprovinz über eine besondere Freizeitattraktion. Dieser Sektor wurde und wird mit dem Bau der Hunsrückhalle, dem Freizeitbad, dem Naturfreibad, mit der Trasse des Schinderhannes-Radweges, dem Kulturhistorischen Stadtrundweg, mit dem Hunsrück-Museum und der Bücherei im Neuen Schloss, mit dem Simmersee und der Gestaltung der Simmerbachaue im Laufe der Jahre immer mehr erweitert und ausgebaut. Als Tor zum Naturpark-Soonwald erhält die Stadt eine neue Herausforderung als touristisches Informationszentrum.

Schinderhannesfestpiele 2012  Pauschalangebot zum Musical "Carl Zuckmayers Schinderhannes"  Musical in Bearbeitung von Michel Becker und Carsten Braun

Termine:                                          Vorstellung:
08.-10.06.2012                                Samstag, 09.06.2012
15.-17.06.2012                                Samstag, 16.06.2012
22.-24.06.2012                                Samstag, 23.06.2012

Zum vierten Mal präsentiert die Stadt- und Verbandsgemeinde Simmern/Hsr. die Schinderhannesfestspiele. Das erfolgreiche Kulturevent der Region findet in diesem Jahr seine Fortsetzung als Open-Air Veranstaltung auf dem Schlossplatz..

Im Mittelpunkt der Handlung steht das Leben des berühmten und berüchtigten Räuberhauptmannes nach der Romanvorlage von Carl Zuckmayer. Vom alltäglichen Kampf ums Überleben, von Gewinnern und Verlierern, von Angst und von Verrat und vom freien, rechtlosen Leben vor dem Hintergrund der Herrschaft der damaligen französischen Besatzer im Hunsrück.  Und der Dreiecksgeschichte des Gendarmen Adam, des Julchen und des Schinderhannes – einer großen  Liebe, die nur tragisch enden kann.  

Historisches, Legenden und  Mythen rund um den „Schinderhannes" als Musical neu bearbeitet von Michel Becker und Carsten Braun verbinden die Historie des kurzen und bewegten Lebens des berühmten Räuberhauptmannes mit moderner, mitreißender Musik und innovativer Inszenierung.

http://www.simmern.de

 

Rheinböllen und seine Geschichte

Offenbar war Rheinböllen bereits einmal in seiner Vergangenheit Stadt – 1316 wird die Gemeinde in einem Schriftstück als Oppidum vermerkt. So hieß in römischer Zeit  jede stadtähnliche Siedlung und in den Geschichtsquellen stand die Definition häufig für Städte des Mittelalters gerade im 13. und 14. Jahrhundert. Rheinböllen war Hauptort des so genannten „Alten Gerichts“, uralter Kern der pfalzgräflichen Herrschaft auf dem Hundisrück. Zu diesem Besitz dürften auch Ellern, Erbach (teilweise), Dichtelbach und Kleinweidelbach gezählt haben. Die Ortsgeschichte beginnt viel früher, allerdings liegen aus der Zeit vor 1309 keine verbrieften Quellen vor, aus denen der Name „Rheinböllen“ hervor geht.

Besiedelt war die Region Rheinböllen bereits in der Steinzeit. Arbeiter fanden kurz nach 1900 bei Erdarbeiten in der Nähe des Bahnhofs ein geschliffenes und poliertes Steinbeil als ältesten Nachweis für die Anwesenheit von Menschen. Funde im Bereich des „Altdorfes“ (Dreieck zwischen Simmerner Straße, Poststraße und Bahnhofstraße) deuten auf keltischen Ursprung hin. Die Römer führten später eine Straße durch die Ansiedlung.

Der Namensteil „Rhein“ lässt auf eine historische Abhängigkeit von Bacharach schließen, zu dessen Vogtei es wohl einst zählte, ehe es pfalzgräflich wurde. Der frühere Lehrer und Heimatforscher Junges hat „Bollen“ zurück geführt auf die Begriffe „Hügel“ oder „Höhe. Demnach könnte man Rheinböllen mit „Rheinhöhe“ übersetzen. “ Im Laufe der Geschichte wurden für Rheinböllen die verschiedensten Schreibweisen angewandt: Rinbul, Rinbulle, Rynbuhel, Reynbullen, Rymbul, Rymbulen, Rynbule Rinbelle, Bollen, Bullen, Rinbulde, Rheinbullen.

Das älteste bislang bekannte Dokument über den Ort ist ein auf den 1. Mai 1309 datierter Pachtvertrag, der zwischen dem als Burggraf zu Böckelheim amtierenden Johann von dem Stein und dem Schultheißen von Rheinböllen abgeschlossen wurde. Der Böckelheimer trug zwei Äcker im Bischofsfeld als pfalzgräfliches Lehen und übertrug sie der Gemeinde.

Nach Hermann von Stahlecks Ableben übertrug Kaiser Barbarossa 1156 die Pfalzgrafschaft bey Rhein seinem Stiefbruder Konrad. Dieser hatte gleichzeitig die Rechte an Gütern im Nahegau, wozu man höchstwahrscheinlich auch Rheinböllen zählen darf.

Kaiser Ludwig der Bayer und sein älterer Bruder Rudolf teilten sich den Besitz an der Rheinpfalz. Um die Gunst der rheinischen Fürsten zu erlangen, verpfändete Ludwig unmittelbar nach Beginn seiner Regentschaft (1314) das Alte Gericht Rheinböllen zusammen mit Schloss Fürstenberg und den Siedlungen Diebach und Manubach an den Mainzer Erzbischof Peter. Zwei Jahre darauf versetzte der Monarch eine Hälfte des Ortes an den Trierer Erzbischof Balduin und weitere vier Jahre später an König Johann von Böhmen, Balduins Neffen. Dafür ging nun die zweite Hälfte des Dorfes an den Trierer Kleriker. Die Siedlung war einer der Hauptorte der Pfalzgrafschaft (und galt wahrscheinlich zu jener Zeit als „Stadt“), ehe Simmern 1359 durch Verpfändung von 1800 Florentiner Gulden zum Besitz hinzu kam und später zur Amtshauptstadt erhoben wurde.Pfalzgraf Rudolf II. gewährte nachweislich zwischen 1314 und 1347 die Marktrechte.

Rheinböllen als Puzzle

Rheinböllens Zugehörigkeit änderte sich im 14. und 15. Jahrhundert noch häufig.

Bei der pfälzischen Teilung von 1338 zwischen den Pfalzgrafen Rudolf II., Ruprecht dem Jüngeren und Ruprecht dem Älteren wechselte die Herrschaft über Rheinböllen erneut: Die zwei letztgenannten Ruprechte waren die neuen Herren. Noch im gleichen Jahr verzichtete König Ludwig auf alle Ansprüche unter anderem auf das „halbe“ Rheinböllen und verweist die Pfandinhaber (Johann von Böhmen und Erzbischof Balduin) an die Pfalzgrafen Rudolf und die beiden Ruprechte. 1352 gab Ruprecht I. dem Erzstift Trier das halbe Rheinböllen zum Lehen, weshalb der Ort fortan als halb mit dem alten und neuen Gericht auf dem Hunsrück erscheint.

Um 1400 hatten die Pfalzgrafen mehrere Rittergeschlechter mit Teilen aus ihrem Rheinböller Besitz belehnt. Zwei Jahrhunderte später gehörte Rheinböllen zur Churpfalz und zählte 48 Feuerstätten (Haushalte). Zum Ende des Mittelalters war Rheinböllen Poststation der Strecke von Innsbruck nach Mechelen im heutigen Belgien. Eine geographische Beschreibung aus dem 18. Jahrhundert klärt uns auf, dass durch den Flecken (sich) die von Bacharach führende Landstraße zieht.

Daxweiler

Ritter Werner II. Von Bollanden erwähnte den Ortsnamen Daxweiler (Dahswilre) erstmals im Lehensverzeichnis von 1190. 1419 übernahm die Kurpfalz Daxweiler vom Erzbischof von Mainz, zuvor hatte sie es schon 1375 gepfändet. Es blieb im Besitz der Kurpfalz bis zur Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts.

Eng verbunden ist die Geschichte des Ortes mit der Familie Puricelli, die ein Unternehmen auf der Stromberger Neuhütte und auf der Rheinböller Hütte besaßen und damit für Arbeit in der Region sorgte. Ihr Familienwappen findet man daher auch im Ortswappen von Daxweiler wieder.

 http://www.gemeinde-daxweiler.de/tourismus.html

Bingen am Rhein

Schon vor den Römern gab es hier wegen der verkehrsgünstigen Lage (Zusammenfluss von Nahe und Rhein, Eintritt des Rheins in das Engtal) eine keltische Siedlung mit Namen „Binge“ (=Graben). Anfang des ersten Jahrhunderts AD wurden an der Rheimtalstraße römische Truppen in Bingen stationiert. Sie änderten den Namenin Bingium.

Die Binger strebten immer wieder nach Unabhängigkeit, 1165 führte dies zu Streitigkeiten zwischen dem Erzbischof von Mainz und dem Kaiser und zur Zerstörung . Im 13. Jahrhundert war Bingen Mitglied des Rheinischen Städtebundes.  Ein letzter Versuch war die erfolglose Teilnahme am Bauernkrieg 1525. Vom Erzbischof erwarb das Mainzer Domkapitel 1424 und 1438 in zwei Hälften die Stadt. Bis Ende des 18. Jahrhunderts blieb Bingen unter dessen Verwaltung. Wie viele Städte im Tal litt Bingen durch mehrere Stadtbrände und Kriege.

http://www.bingen.de/

Hildegard von Bingen -Land der Hildegard

Die Hildegard-Stadt Bingen, die bedeutendste historische Wirkungsstätte der Heiligen, möchte den Menschen auch unserer Zeit die Möglichkeit bieten, sich auf die historischen Spuren der großen Äbtissin zu begeben. 1147 wurde Kloster Rupertsberg durch Hildegard von Bingen gegründet. Diese große Persönlichkeit des Mittelalters erlangte bereits zu Lebzeiten hohes Ansehen als Mystikerin, Naturforscherin, Ärztin und Gelehrte. Quelle: Stadt Bingen

Neben der großen Hildegard-Ausstellung und dem "Hildegarten" des Binger Museums am Strom betreut die Stadt Bingen daher auch das Internetportal zum "Land der Hildegard", wo umfassende Informationen zu Leben und Werk Hildegards von Bingen sowie aktuelle Veranstaltungstipps rund um ihre Person abrufbar sind.Quelle: Wikipedia

Internetportal "Land der Hildegard"

Stadtgeschichte

Die Geschichte der Stadt Bingen - bekannt als Tor zum Mittelrhein - reicht weit in die vorrömische Zeit zurück. Hierauf lassen Funde keltischen Kulturgutes schließen. Alt-Bingen nach Merian um 1650 Quelle: Stadt Bingen

Die Bedeutung des Wortes Bingen ist trotz der größten Bemühungen noch ungeklärt; der Name Bingen scheint jedoch weder germanischen noch römischen, sondern keltischen Ursprungs zu sein. Schon die Römer wurden durch die verkehrsgünstige Lage Bingens dazu veranlasst, hier am Zusammenfluss von Rhein und Nahe das Castell Bingium zu errichten. In Bingen teilte sich die aus Mainz kommende Römerstraße. Eine Straße führte weiter rheinabwärts nach Koblenz, die andere nahm ihren Weg über den Hunsrück nach Trier.

   Foto: Burg Klopp erfolgte im 13. Jahrhundert

Am 14. Juni 983 übertrug Kaiser Otto II. auf dem Reichstag zu Verona  aus Dankbarkeit seinem Kanzler, dem Erzbischof Willigis von Mainz, die Herrschaftsrechte über die Stadt Bingen und das Binger Land. Dieser Schenkungsakt ist auch als Reichsakte zu Verona bekannt,  welche nach dem 2. Weltkrieg zum historischen Ausgangspunkt für partnerschaftliche Beziehungen zwischen der Provinz Verona und dem heutigen Landkreis Mainz-Bingen, in welche die Städte Verona und Bingen eingeschlossen sind, wurde.

Während der Kämpfe zwischen Papsttum und Kaisertum ein markantes Datum: Am Weihnachtsabend 1105 wurde Kaiser Heinrich IV. von seinem Sohn Heinrich V. auf Burg Klopp gefangengesetzt, um dessen Abdankung zu erzwingen. In der kaiserlosen Zeit war Bingen an den großen Städtebünden beteiligt. Ihre Streitkräfte kämpften stets mit, gegen Räuber zu Wasser und zu Land und halfen den Landfrieden zu sichern.  Im Zollkrieg 1301 des Königs Albrecht I gegen die rheinischen Kurfürsten wurde Bingen samt Burg belagert und erobert. Dabei wurde die Burg Klopp zerstört. 1424 ging Bingen gemäß einem Abkommen an das Mainzer Domkapitel über.

1403 und 1490 brannte Bingen beinahe ganz nieder. Im 30-jährigen Krieg wurde die Stadt stark zerstört. Auch die Soldaten Ludwigs XIV. äscherten die Stadt ein. Im 18. Jahrhundert brausten Kriegsstürme über Bingen hinweg. Im 19. und 20. Jahrhundert nahm Bingen, das zum Großherzogtum bzw. später zum Volksstaat Hessen gehörte, am Geschick der deutschen Länder und danach des Reiches teil.

Manche herausragende Persönlichkeit ist aus Bingen hervorgegangen oder hat hier gelebt. Genannt sei hier nur der große Dichter Stefan George.

Die Einwohnerzahl beläuft sich auf rund 25.000. Seit Jahrhunderten wird in Bingen Weinbau und Weinhandel betrieben. Bekannte Weinlagen, wie Scharlachberg, Schwätzerchen, Bubenstück und Sankt Rochuskapelle haben im In- und Ausland einen Qualitätsbegriff geschaffen. Durch den Ausbau der Fußgängerzone, die eine Länge von rund 1.000 Metern aufweist, wurde die Urbanität der Innenstadt gefördert. Attraktive Geschäfte laden zu einem gemütlichen Einkaufsbummel ein.  Alles in allem ist die Stadt Bingen am Rhein, auf historischem Boden gewachsen, doch jung geblieben und voller Dynamik. Sie hat die Funktion eines Mittelzentrums mit einem Einzugsbereich von rund 50.000 Menschen. Quelle: Stadt Bingen

Eine große Tradition hat die Stadt Bingen auch auf dem Sektor des Fremdenverkehrs aufzuweisen. Das Binger Winzerfest, das am ersten Wochenende im September gefeiert wird, zieht tausende Besucher in seinen Bann. Die Wallfahrt zum Heiligen Rochus, die am Wochenende nach dem 16. August stattfindet, ist ebenfalls weit über die Grenzen der Stadt Bingen bekannt.

Ingelheim - Kaiserpfalz der Karolinger, Ottonen und Staufer

 

Eine der größten und einst am prachtvollsten ausgebauten Pfalzen erwartet Sie im Stadtteil Nieder-Ingelheim.

Wir verweisen auf die Seiten des Historischen Vereins Ingelheim (und ihre Unterseiten):

http://www.ingelheimergeschichte.de/index.php?id=69  sowie

http://www.ingelheimergeschichte.de/?id=139

Der böhmische und deutsche König Karl VI. richtete am 14. Januar 1354 im Ingelheimer „Saal“, einem Teil der berühmten Pfalz Karls des Großen, eine Betreuungsstation für tschechische Pilger ein, die auf dem Weg nach Aachen waren. In den Resten der ehemaligen Pfalz wurden den Pilgern ein Raum mit dem Geburtsbett Karls des Großen gezeigt sowie ein Raum, in dem ihm ein Engel das Glaubensschwert gebracht habe (gemäß einer Sage aus staufischer Zeit). 1375 verpfändete Karl IV. das gesamte Ingelheimer Reichsgebiet ebenso wie die Reichsstadt Oppenheim und die Orte Nierstein, Dexheim und Schwabsburg an den Pfälzischen Kurfürsten zu Heidelberg, so dass Ingelheim bis zur französischen Revolutionszeit zur Kurpfalz gehörte.

Foto: Hartmut Geißler/Historischer Verein Ingelheim e. V.

Unsere Stadtführer bringen den Besuchern das frühe Mittelalter näher und versetzen Sie in die Zeit der Kaiser zurück. Neben Aula Regia, Halbkreisbau mit Heidesheimer Tor, Pfalzkirche und Wehrmauern  hat die Pfalz mehr zu bieten als nur tote Steine. Besuchen Sie die historische Stätte von vielen Reichsversammlungen, Synoden, Osterfestkrönungen, Hochzeiten, ja sogar der Absetzung eines Kaisers. Lockere, kurzweilige Führungen geleiten Sie durch zwölf Jahrhunderte.

Außerdem besteht für Besucher die Möglichkeit, im Besucherzentrum bei der Kaiserpfalz einen elektronischen Kaiserpfalzführer mit GPS-Navigation zum Preis von 2,00 € auszuleihen (in Deutsch oder Englisch).

Sebastian Münster, 1488 in Nieder-Ingelheim geboren, zählt zu den bedeutendsten Gelehrten des Humanismus und ist der größte Sohn Ingelheims. Er wirkte - hauptsächlich an der Universität Basel - in der Epoche der großen Entdeckungen, der Reformation und der Bauernkriege. Berühmt wurde seine Weltbeschreibung „Cosmographia“, die in vielen Auflagen erschien.

Bei einem Rundgang ist mehr über diesen großen, vielseitig begabten Mann des Humanismus und der Renaissance zu erfahren. Der Rundgang beginnt bei der Remigius-Kirche in Nieder-Ingelheim.

  

Ritter Philipp von Ingelheim in der Burgkirche.

Sebastian Münster vor der Remigiuskirche in Nieder-Ingelheim Fotos: Hartmut Geißler/Historischer Verein Ingelheim e. V.

Das kleine, aber feine Museum, ganz in der Nähe der Kaiserpfalz, zeigt Exponate zur Geschichte Ingelheims und vor allem viel Interessantes rund um die Kaiserpfalz, darunter originale Säulen, eine Goldmünze mit dem Bild Karls des Großen und ein Modell der Pfalz zur Zeit der Karolinger. Im Besucherzentrum informiert man Sie gerne über die einzelnen Themenblöcke.

Beeindruckend auch die spätgotische Burgkirche in Ober-Ingelheim mit ihrem Kreuzgewölbe und Deckenbemalungen, den Grabmälern der Adelsfamilien und als Höhepunkt dem eindrucksvollen Marienfenster aus dem frühen 15. Jahrhundert. Ein Rundgang auf der Wehrmauer, die die Kirche und einen alten Kirchhof umgibt, sowie ein Spaziergang entlang eines Teils der alten Ortsbefestigung schließen die Führung ab.


http://www.ingelheim.de/stadtfuehrungen.html?&L=0%252

http://www.ingelheim.de/tourismus.html

Hattersheim und die Familie Thurn und Taxis mit einem Exkurs nach Böhmen

Erstmals wird Hattersheim als „Heyderesheym“ in einer Urkunde des Erzbischofs Adalbert von Mainz erwähnt. Der Ortsname deutet aber auf eine frühere Gründung in fränkischer Zeit hin. Das erst jüngst am westlichen Ortsausgang gefundene Gräberfeld belegt, dass schon vor ca. 2.500 Jahren die Kelten hier ansässig waren. Verschiedene Landesherren, wie die Falkensteiner, Eppsteiner und Mainzer, übten bis zur Angliederung Hattersheims an das Herzogtum Nassau im Jahre 1806 ihre Hoheitsrechte aus. 1866 fiel Nassau – und damit auch Hattersheim – an Preußen. [ Foto: Keltengrab Mainzer Landstraße, Foto Stadtarchiv ]

Alter Posthof

Eine herausragende Rolle erhielt Hattersheim durch seine Mittellage an der mittelalterlichen Geleitstraße Frankfurt – Mainz, die Teil der viel befahrenen Ost-West-Achse von Wien nach Brüssel war. Die Fürsten von Thurn und Taxis errichteten hier eine kaiserliche Reichspost-, Pferdewechsel- und Umsteigestation. Ende des 18. Jahrhunderts erlebte der Posthof seine Blütezeit. Bis ins 19. Jahrhundert galt er als eine der einträglichsten und bedeutendsten Poststationen auf dem Land.
[ Foto: Blick auf den Alten Posthof um 1960, Foto Stadtarchiv, Aufnahme Irmgard Schoffers ]

Nassauer Hof

Hattersheim profitierte vom regen Durchgangsverkehr. Zwischen dem Untertor am Schwarzbach und dem Obertor an der Mainzer Landstraße reihten sich zeitweise bis zu acht Gastwirtschaften aneinander. Schmiede und Wagner hatten in Hattersheim alle Hände voll zu tun, da jährlich bis zu 72.000 durchziehende Pferde sowie die Wagen und Kutschen versorgt werden mussten. 1818 errichtete Carl Werle, Neffe des Posthalters Adam Werle, vor dem ehemaligen Obertor das damals vornehmste Gasthaus Hattersheims, den Nassauer Hof. Wohlhabende Reisende ritzten mit ihren Diamantringen ihre Namen in die Fensterscheiben der Gaststube. In dem schräg gegenüber vom Posthof gelegenen Anwesen wird nach der Sanierung, neben anderen öffentlichen Nutzungen, wieder ein Gasthaus seine Türen öffnen.

 

Thurn und Taxis Poststation

 

Hattersheim war zunächst ein wichtiger Knotenpunkt in der Postbeförderung durch Kutschen: hier bestand „eine der größten Poststationen der Fürsten von Thurn und Taxis

Thurn und Taxis Postweg Trier - Frankfurt –Nürnberg – Pilsen - Prag

Auf die Geschichte der berühmten Familie Thurn und Taxis einzugehen, ist hier nicht möglich. Die Zentrale befand sich bis zum Jahre 1701 in Brüssel, damals die Hauptstadt der Spanischen Niederlande. Im Sanischen Erbfolgekrieg wurde sie nach Frankfurt und 1748 nach Regensburg verlegt.  Mit der Niederlegung der Reichskrone 1806 durch KaiserKaiser Frank II.und der Auflösung des Heiligen Römischen Reiches endete die Kaiserliche Reichspost.  

Dass einer ihrer Postwege auch Böhmen führte hatte natürlich seine Gründe. Am 2. Dezember 1649 erhielt Lamoral Claudius ein kaiserliches Patent, das ihn berechtigte, überall im Heiligen Böhmischen Reich die Betreibung der Kaiserlichen Reichspost durchzuführen. Auf dem Reichstag zu Regensburg, wo er Sitz und Stimme hatte, setzte er sich ein  für die Ausdehnung des Postnetzes unter seiner Leitung.Nach dem Tod Kaiser Rudolfs II. am 20. Januar 1612 in Prag, wurde Erzherzog Matthias am 13. Juli 1612 in Frankfurt zum deutschen König und Kaiser gewählt.

Am 20. Juli 1615 verpflichtete sich Lamoral von Taxis, eine Ordinarispost  von Köln über Frankfurt und Nürnberg bis zur böhmischen Grenze zu legen. Von dort aus sollte die dem Kaiser unterstehende Hofpost den Betrieb nach Prag fortsetzen. Diese Verbindung war dem Kaiser wichtig, weil der Fürstbischof von Mainz als Reichskanzler in Aschaffenburg  residierte. Als Dank erhielt das Haus Taxis vom Kaiser am 27. Juli 1615 das Amt des Generalpostmeisters zum Erbmannslehen. Ende August 1615 begann Johann von Coesfeld  mit der Einrichtung eines Postkurses von Köln nach Prag und ernannte Hans Georg Haid zum Postmeister in Nürnberg. Der Nürnberger Stadtrat und die örtliche Botenanstalt widersetzten sich dem kaiserlichen Ansinnen und bereiteten der Kaiserlichen Reichspost für mehrere Jahre Schwierigkeiten.

Nach vielen Wirren und politischen Ränkespielen wurde nach dem 30jährigen Krieg Alexander Ferdinand am 25. Januar 1748 erneut durch Kaiser Franz I. zum Prinzipalkommissar beim Immerwährenden Reichstag in Regensburg ernannt. Dafür musste er sich verpflichten, seine Residenz und die Postzentrale von Frankfurt nach Regensburg zu verlegen.

Nach dem En­de des Al­ten Rei­ches muss­ten sich die Thurn und Ta­xis in ei­ner völ­lig ver­än­der­ten Um­ge­bung zu­recht­fin­den. Das Amt des Reichs­ge­ne­ral­post­meis­ters war wie die Reichs­post mit der Auf­lö­sung des Rei­ches er­lo­schen. Das „Fürs­ten­tum Thurn und Ta­xis“ wur­de me­dia­ti­siert, es ver­lor sei­ne staats­recht­li­che Selb­stän­dig­keit und wur­de zum blo­ßen Grund­be­sitz. Re­gens­burg, bis­her Freie Reichs­stadt und Sitz des Im­mer­wäh­ren­den Reichs­tags, ein Zen­trum des Hei­li­gen Rö­mi­schen Rei­ches Deut­scher Na­ti­on, sank zu ei­nem be­deu­tungs­lo­sen Nest in der baye­ri­schen Pro­vinz ab. Auch Hattersheim verlor einen bedeutenden Punkt in seiner Ortsgeschichte.

Karl Alex­an­der Fürst von Thurn und Ta­xis (1770 –1827) muss­te sich da­mit aus ei­ner un­güns­ti­gen Po­si­ti­on her­aus in ei­ner Welt der Un­si­cher­heit – erst der Na­po­leo­ni­schen Krie­ge, dann der Ver­hand­lun­gen auf dem Wie­ner Kon­greß – be­haup­ten. Zu­nächst muss­te ge­spart wer­den, denn die Ein­nah­men bra­chen weg. Die Kos­ten der Hof­hal­tung (zu­letzt 400.000 Gul­den) wur­den auf die Hälf­te re­du­ziert.
Al­ler­dings wuß­te das Re­gens­bur­ger Fürs­ten­haus mit den Schick­sals­schlä­gen krea­tiv um­zu­ge­hen. Fürs­tin The­re­se von Thurn und Ta­xis, ei­ne ge­bo­re­ne Prin­zes­sin von Meck­len­burg-​Stre­litz (1773 –1839) und Schwes­ter der preu­ßi­schen Kö­ni­gin Lui­se, ver­han­del­te in­ten­siv und er­folg­reich über die Ent­schä­di­gung für die Ent­eig­nun­gen. Nach Ar­ti­kel 17 der „Deut­schen Bun­des-​Ac­te“ wur­den Thurn und Ta­xis der Be­sitz der Pos­ten und die Ent­schä­di­gun­gen aus Sä­ku­la­ri­sa­ti­ons­be­sitz ga­ran­tiert. So er­hielt Thurn und Ta­xis et­wa von Bay­ern die ehe­ma­li­ge Reichs­ab­tei St. Em­meram in Re­gens­burg mit den Herr­schaf­ten Do­naust­auf, Wörth und Ein­künf­ten aus dem Rent­amt Me­ran in Süd­ti­rol; von Preu­ßen er­hielt man die Do­mä­nen Adel­nau, Kro­to­schin, Or­pis­ze­wo und Ro­dra­ze­wo im Groß­her­zog­tum Po­len, die 1819 zu ei­nem Fürs­ten­tum un­ter preu­ßi­scher Lan­des­ho­heit ver­eint wur­den.

Thurn und Taxis in Böhmen

 

Aussstellungsstück in Schloss Loučeň in Westböhmen

In Böh­men kauf­te Fürst Karl Alex­an­der 1822/23 von den Gra­fen Kins­ky die Herr­schaf­ten Cho­tie­schau, Chraus­to­witz mit Ho­leg­schowitz und Ri­chen­burg.

Eine Linie der Familie kam bereits 1809 nach Loučeň in Westböhmen und lebte hier bis zum Zweiten Weltkrieg. So gibt es natürlich einen  Zusammenhang zwischen dem Postwesen und dem hiesigen Schloss Es war natürlich im Interesse des Fürsten, in Loučeň ein Postamt zu errichten. Die Familie lebte aber in Böhmen sonst von einem ganz anderen wirtschaftlichen Zweig – von der Zuckerproduktion. Die Thurn und Taxis haben vor allem in den 1830er Jahren einige Zuckerfabriken in Böhmen gegründet. Eine davon ist immer noch im Betrieb. Sie befindet sich im nahe gelegenen Dobrovice. An den Zuckerverpackungen findet man bis heute die drei großen Buchstaben ´TTD´. Diese stehen für ´Thurn-Taxis Dobrovice´.“

Schloss Loucen

Weniger schön ist folgende Geschichte: Als die böhmische Linie, von den Kommunisten vertrieiben, bz. verfolgt, in Regensburg auftauchte, wurde sie sehr "pikiert" empfangen und machten sich schnell auf den Weg in die USA. Quelle: Böhmischer Adel

Den Namen der Thurn und Taxis kennen die meisten Tschechen dank den berühmten Pferderennen in Pardubice / Pardubitz.

In Pardubice werden seit 1874 die bekanntesten Pferderennen in Böhmen veranstaltet. Das schwierigste Hindernis bei der ´Velká Pardubická Steeple-Chase´ ist der berüchtigte Taxis-Graben. Benannt wurde er eben nach dem Grafen Egon Thurn-Taxis. Eine sprachliche Besonderheit, die mit dem Namen der Familie Thurn-Taxis verbunden ist, ist die Bezeichnung für die Taxis. Die Thurn und Taxis sind einst mit der Post durch ganz Europa gefahren. Diese Postdienstleistungen umfassten früher nicht nur die Zustellung von Briefen, sondern auch die Beförderung von Menschen. Wenn eine gelbe Kutsche vorbeifuhr, haben die Leute gesagt: ´Guck mal, da fährt der Taxis!´ Die Bezeichnung ´Taxi´ hat sich inzwischen überall verbreitet.

 

 

 

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Thurn & Taxis Post

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