von Frankfurt nach Seligenstadt

Frankfurt am Main ist mit über 659.000 Einwohnern im BUndsesland Hessen die größte Stadt und die fünfgrößte Stadt Deutschlands. Bereist im Mittelalter gehört Frankfurt zu den bedeutendsten Zentren Deutschlands.

Erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 794, war die Stadt am Main seit dem Hochmittelalter eine Freie Reichsstadt und bis 1806 durch Kaiser Karl IV. Wahl- und Krönungsstadt der römische-deutschen Kaiser. Von 1816 bis 1866 war Frankfurt Sitz des Deutschen Bundes und 1848/49 des ersten frei gewählten deutschen Parlaments. Heute ist Frankfurt ein bedeutendes europäisches Finanz-, Messe- und Dienstleistungszentrum: Sitz der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der Frankfurter Wertpapierbörse und bedeutende Messestadt. Durch ihre zentrale Lage gehört sie mit dem gleichnamigen Flughafen, dem Hauptbahnhof unddem Frankfurter Autobahnkreuz zu den wichtigsten europäischen Verkehrsknotenpunkten.

Foto Frankfurter Börse- Skyline

Frankfurter Rathaus

Foto Das Frankfurter Rathaus- der "Römer" Kaiser Karl IV. blickt von der Fassade, ihm hat die Stadt viel zu verdanken

Das Frankfurter Rathaus, der Römer, wird mit vielen Ereignissen von nationaler Bedeutung verbunden. Hier fand nicht nur das Krönungsfeierlichkeiten der deutschen Könige und Kaiser statt. Hier zeigten sich nicht nur Kaiser und Könige dem Volk sondern auch die deutschen Fußball-Weltmeister der Herren (1990) und Damen. (2003). Der Römer ist immer noch das Zentrum Frankfurts. Obwohl er von der mittlerweile nicht minder berühmten Skyline überragt wird ist er immer noch das unverkennbare Wahrzeichen der Stadt.

Der Name des Baumeisters ist nicht bekannt, der den Kaisersaal mit seinen fünfundvierzig Nischen errichtet hat. Als Maximilian II. im Jahre 1564 in Frankfurt gewählt wurde, zeigte er sich dem Volke von dem Balkon dieses Saales aus: Seitdem heißt er Kaisersaal, und seitdem fanden hier immer die Kaiser-Proklamationen statt. Da dachte man daran, ihn nunmehr auch auszuschmücken, und damals entstand die Idee, in den ringsumlaufenden Nischen die Bilder aller seit dem Erlöschen der Karolinger erwählten und gekrönten deutschen Kaiser anzubringen, wobei die übrigen Nischen künftigen Kaisern vorbehalten bleiben sollten. Oft wurde eine Erweiterung angedacht. 1794 nahm Franz II., der fünfundvierzigste römische König, die fünfundvierzigste Nische ein. Es war die letzte Nische und der letzte Kaiser. Als der Saal voll war, brach das deutsche Reich zusammen.

Der Kaisersaal mit den Bilder der deutschen Könige

Kaisersaal und Limpurgsaal:
Der Kaisersaal ist das Schmuckstück des Frankfurter Römers, der repräsentativste Festsaal für alle wichtigen Empfänge und gesellschaftlichen Anlässe. 1612 zum ersten Mal für das Festbankett anlässlich der Krönung von Kaiser Mathias verwendet, wurde er im 1900 Jahrhundert mit 52 Gemälden aller Kaiser und Könige des heiligen römischen Reiches ausgeschmückt. Der seitlich anschließende Limpurgsaal bietet den repräsentativen Rahmen für Feierlichkeiten im kleineren Kreise (Verleihung der Goetheplakette, oder Bundesverdienstkreuz). In beiden Säle vermischt sich mittelalterliche Bausubstanz mit Einflüssen aus der Romantik und des Wiederaufbaus der Nachkriegszeit.

Kaiserstadt Frankfurt

Offiziell wurde Frankfurt erst 1356 zum Schauplatz der Königs- und Kaiserwahl. Karl IV. bestätigte indes in seiner Goldenen Bulle, dem “Reichsgrundgesetz”, nur, was ohnehin Gewohnheit war. Schon seit Jahrhunderten waren in der Bartholomäuskirche, dem heutigen Dom, immer wieder Könige “gemacht” worden - im Jahr 855 etwa Lothar der II., der König von Lothringen.

Mit dem Ende der Dynastie der Staufer - unter denen sich Frankfurt zur Stadt entwickelt hatte - wurde zu Beginn des 13. Jahrhunderts die Wahlmonarchie zur Regel. Das Recht, den Herrscher zu wählen, war früher ein Privileg aller Reichsfürsten; die Goldene Bulle schränkte diesen erlauchten Kreis auf wenige Kurfürsten ein - zunächst waren es sieben, später neun. Sie hatten sich innerhalb von drei Monaten nach dem Tod eines Königs mit ihrem auf jeweils 200 Personen begrenzten Gefolge in Frankfurt einzufinden, um in der Bartholomäuskirche dessen Nachfolger zu bestimmen. Der Ablauf war in der Goldene Bulle genau festgelegt, und ebenso die vielfältigen Pflichten der Frankfurter: Sie hatten die Veranstaltung abzuschirmen und über die strenge Einhaltung der Regularien zu wachen. So musste sie etwa dafür sorgen, dass spätestens am Tag der Wahl alle Fremden die Stadt verließen. Eine Kopie der Goldenen Bulle liegt heute im Kaisersaal des Rathauses unter Glas ( Original in Berlin).

Die Goldene Bulle Karl IV. ermöglichte ein starkes Wachstum im 14. Jahrhundert

Kaiser Ludwig der Bayer, dem die Bürger die Tore der Stadt öffnete, gab Frankfurt 1329 die Erlaubnis, alle ihre verpfändeten Einkünfte, Ämter und Rechte einzulösen. Er erweiterte das Messeprivileg der Frankfurter Messe und erlaubte 1330 die Abhaltung einer Frühjahrsmesse. In einem Umkreis von zehn Stunden verbot er neue Zölle und gewährte der Stadt das Recht, Bündnisse zu schließen. Zusätzlich genehmigte er ihr 1333 eine größtmögliche Ausdehnung des ummauerten Stadtgebiets. Damit war praktisch der Grundstein für einen gewaltigen Aufschwung der Stadt als Handels- und Messestadt gelegt. Die Bevölkerung wuchs auf 10.000 Einwohner und bald platzte die Stadt aus allen Nähten. Die Folge, die Frankfurter Bürger mussten eine neue Befestigungsanlage errichten, heute ist noch der Eschenheimer Turm erhalten ist.

Foto: Das Eschenheimer Tor, das einzige noch existierende Stadttor aus der Befestigungsanlage von 1333

Wie in anderen Orten des Reiches wurden in Frankfurt die städtischen Ämter mit der Zeit ein Erbteil einzelner alt eingesessener Familien. Anlass für viele Streitigkeiten mit den Zünften. Dies änderte sein Nachfolger Karl IV.,  der durch den plötzlichen Tod Ludwig den Bayern, Königs und Kaisertitel errang, teilte deswegen den Rat in drei Bereiche: Schöffen, Gemeinde und Zünfte.

Durch das Gesetzeswerk der Goldenen Bulle Karl IV., dem großen juristischen und politischen Werk des Mittelalters, wurde Frankfurt 1356 ständige Ort der Wahl der deutschen Könige. Die Stadt hatte folgende Aufgaben übernommen: Keiner der  Kurfürsten durfte mehr als 250 Leute bei sich hatte, darunter höchstens 50 Bewaffnete. Auch mussten am Wahltag alle Fremden die Stadt verlassen. Eine unglaubliche Aufwertung der Stadt neben Nürnberg (Reichstage), Prag (Kaisersitz) und Aachen ( Krö- nungsstadt). Karl IV., auch der Kaufmann auf dem Thron genannt bevorzugte die Zusammenrbeit mit den reichen Kaufmanns-familien, ob in Nürnberg oder in Frankfurt.

Wenzel IV. und Frankfurt

Weit außerhalb dieser Stadtmauer entstand nach der Genehmigung durch Karls Sohn, König Wenzel IV. (1393) die Frakfurter Land- wehr. Diese aus Dornen und Gebüsch bestehende Anlage, deren Bau sich über die nächsten 150 Jahre erstreckte, wurde an den Kreuzungen mit den großen Ausfallstraßen mit Türmen versehen. Das Ziel der Landwehr war außer der militärischen Verteidigung auch die optische Abgrenzung des eigenen Gebietes, insbesondere gegenüber den nahen Grafen von Hanau, mit denen es immer wieder politische Streitigkeiten gab. Mitte des 14. Jahrhunderts war Frankfurt vor allem das Zentrum des Tuchhandels. Mehr als 300 Mitglieder der Zunft der Weber lagerten zu Messezeiten ihre Waren in den umliegenden Häusern des Messeplatzes, darunter auch in den Gewölben des heutigen Rathauses, dem nach dem Besitzer benannten "Römer".

Fotos links Kaiserdom, rechts die Paulskirche, in der deutsche Geschichte geschreiben wurde.

Die Frankfurter Nationalversammlung tagte 1848/49 in der Paulskirche in der Altstadt, dem damals größten und modernsten Saal der Stadt.

Auch die Böhmen, schließlich stellten sie seit Karl IV. den Kurfürsten, wurden nach Frankfurt eingeladen. Der böhmische Abgeordnete Franz Palacky lehnte die Einladung ab. Palacky zählt ohne Debatte zu einem der größten tschechischen Historiker. Er war auch populärer in der Politik und Erfinder der Idee des Austroslavismus. In Mähren ist er geboren, sein Vater war Lehrer. Franz hatte 11 Geschwister und ging nicht auf die Hochschule, weil ihn seine Eltern finanziell nicht unterstützen konnten. 
Im Jahr 1823 entschloss er nach Prag zu ziehen. Er konnte schon 11 Sprachen, schrieb zwei Bücher mit Poesie und verblüffte mit seinen Kenntnissen aus Historie, Politik und Ethik. Bald darauf hat er die Tochter von einem reichen Kaufmann geheiratet und wurde ein professioneller Intellektuelle. Er schrieb ins Magazin der Prager National Museum und finanziell unterstützte die Ausgabe der tschechischen Literatur.
Im Jahr 1830 wurde Palacky als nationaler Geschichtsschreiber genannt und fing an auf seiner größten Publikation zu arbeiten – „Die Historie des tschechischen Volks in Böhmen und Mähren.“ Das Werk beendete er 1848, rechtzeitig, damit er die politische Situation aus Sicht eines Experten kommentieren konnte. Als eine wichtige Person des gesellschaftlichen Lebens wurde er auf den Kongress in Frankfurt eingeladen. Dort verhandelte sich die Frage des deutschen Staates. Palacky hat es abgelehnt und seine Entscheidung erklärte er im Brief für die Öffentlichkeit, wo er akzentuierte, dass die tschechische Historie immer auf der Beziehung mit den Deutschen basierte. Diese Stellung definierte die Ära, in der Palacky und die damaligen Leute lebten.

František Palackýs berühmter Brief nach Frankfurt vom 6. April 1848

Mit freudiger Überraschung las ich darin das vollgültige Zeugniß des Vertrauens, welches Deutschlands ausgezeichnete Männer in meine Gesinnung zu setzen nicht aufhören; denn indem sie mich zur Versammlung „Deutscher Vaterlandsfreunde“ berufen, sprechen sie mich selbst von dem eben so ungerechten als oft wiederholten Vorwurfe frei, als habe ich mich gegen das deutsche Volk jemals feindselig bewiesen. Mit wahrem Dankgefühle erkenne ich darin die hohe Humanität und Gerechtigkeitsliebe dieser ausgezeichneten Versammlung an, und finde mich dadurch um so mehr verpflichtet, ihr mit offenem Vertrauen, frei und ohne Rückhalt zu antworten. ...... Ich bin ein Böhme slavischen Stammes, und habe ich mit all dem Wenigen, was ich besitze und was ich kann, mich dem Dienst meines Volkes ganz und für immer gewidmet. Dieses Volk ist zwar ein kleines, aber von jeher ein eigenthümliches und für sich bestehendes; seine Herrscher haben seit Jahrhunderten am deutschen Fürstenbunde Theil genommen, es selbst hat sich aber niemals zu diesem Volke gezählt, und ist auch von Andern im Ablauf aller Jahrhunderte niemals dazu gezählt worden. Die ganze Verbindung Böhmens zuerst mit dem heil. römischen Reiche, dann mit dem deutschen Bunde, war von jeher ein reines Regale, von welchem das böhmische Volk, die böhmischen Stände kaum jemals Kenntniß zu nehmen pflegten. Diese Thatsache ist allen deutschen Geschichtsforschern wohl eben so gut, wie mir selbst bekannt; und sollte sie ja noch von Jemanden in Zweifel gezogen werden, so bin ich erbietig, sie seiner Zeit bis zur Evidenz sicher zu stellen. Selbst bei der vollen Annahme, daß die böhmische Krone jemals im Lehensverbande zu Deutschland gestanden (was übriges von böhmischen Publizisten von jeher bestritten wird), kann es keinem Geschichtskundigen einfallen, die ehemalige Souverainität und Autonomie Böhmens nach Innen in Zweifel zu ziehen. Alle Welt weiß es, daß die deutschen Kaiser, als solche, mit dem böhmischen Volke von jeher nicht das Mindeste zu thun und zu schaffen gehabt haben; daß ihnen in und über Böhmen weder die gesetzgebende, noch die richterliche oder vollziehende Gewalt zukam; daß sie weder Truppen noch irgend Regalien aus dem Land jemals zu beziehen hatten; daß Böhmen mit seinen Kronländern zu keinem der ehemaligen deutschen Kreise gezählt wurde, die Competenz des Reichskammergerichts sich niemals über dasselbe erstreckte usw.; daß somit die ganze bisherige Verbindung Böhmens mit Deutschland als ein Verhältniß, nicht von Volk zu Volk, sondern nur von Herrscher zu Herrscher aufgefaßt und angesehen werden muß. Fordert man aber, daß über den bisherigen Fürstenbund hinaus nun mehr das V o l k von Böhmen selbst mit dem deutschen Volke sich verbinde, so ist das eine wenigstens neue und jeder historischen Rechts-Praxis ermangelnde Zumuthung, der ich für meine Person mich nicht berechtigt fühle, Folge zu geben, so lange ich dazu kein ausdrückliches und vollgiltiges Mandat erhalte..... 

Um endlich meine lange und doch nur flüchtig hingeworfen Rede zu schließen, muß ich meine Überzeugung in kurzen Worten dahin aussprechen, daß das Verlangen, Österreich (und mit ihm auch Böhmen) solle sich volksthümlich an Deutschland anschließen, d. h. in Deutschland aufgehen, eine Zumuthung des S e l b s t m o r d s ist, daher jedes moralischen und politischen Sinnes ermangelt; daß im Gegentheil die Forderung, Deutschland möge sich an Österreich anschließen, d. h. der österreichischen Monarchie unter den oben angedeuteten Bedingungen beitreten, einen ungleich besser begründeten Sinn hat. Ist aber auch diese Zumuthung dem deutschen Nationalgefühle gegenüber unstatthaft, so erübrigt nichts, als daß beide Mächte, Österreich und Deutschland, neben einander gleichwertig sich constituieren, ihren bisherigen Bund in ein ewiges Schutz- und Trutzbündniß verwandeln, und allenfalls noch, wenn solches ihre beiderseitigen materiellen Interessen zusagt, eine Zolleinigung unter einander abschließen. In allen Maßregeln, welche Österreichs Unabhängigkeit, Integrität und Machtentwicklung, namentlich gegen den Osten hin, nicht gefährden, bin ich mitzuwirken immer freudig bereit.

Genehmigen Sie, meine Herren! den Ausdruck meiner aufrichtige Verehrung und Ergebenheit. Praha, den 11. April 1848.

Franz Palacký

Das war das Ende des alten Reiches und der Idee des großen europäischen Vordenkers aus dem Hause Luxemburg, Karl IV.

das Zentrum von Frankfurt 1945;  Ergebnis nationalen Größenwahnsinns und nationaler Überschätzung.

Von Frankfurt her kommend die alte VIA REGIA oder "Hohe Straße" , weiterführend über Erfurt, Bautzen, Görlitz nach Breslau (Wroclaw) und die Abzweigung der Hohen Straße nach Würzburg, Nürnberg Pilsen, Prag. Beides wichtige europäischen Verkehrsverbindungen vom frühen Mittelalter bis weit in die Neuzeit hinein. In den schriftlichen Quellen erscheint sie unter verschiedenen Bezeichnungen. Der deutsche Name "Hohe Straße" geht etwa auf das 15./16. Jh. zurück. Doch die Geschichte der Via regia, wie auch der Goldenen Straße, beginnt in Europa wahrscheinlich bereits vor der Zeitenwende. 

Foto: Die alte Wache zu Frankfurt

Einst militärisches Wachgebäude, seit fast einhundert Jahren ist die "Alte Wache" ein Café im Herzen der Stadt. Mit großartigem Blick auf die Katharinenkirche, in der Johann Wolfgang Goethe getauft wurde, und in das Gewimmel auf der "Zeil", die oft als umsatzstärkste Meile Deutschlands beschrieben wurde. Unter der Hauptwache: Eine U- und S-Bahn-Station in vier Ebenen, der Knotenpunkt des städtischen Nahverkehrs.

Alle Fotos: Tourismusamt der Stadt Frankfurt- wir danken

Informationen

Frankfurt am Main
Römerberg 23
60311 Fankfurt am Main

Tel.: 069 / 21 23 88 00
Fax: 069 / 21 23 78 80

E-Mail: info(at)infofrankfurt(dot)de
Internet: www.tourismus-frankfurt.de           
              www.frankfurt-rhein-main.de

  

Foto. Wappen von Hanau

Hanau - Geburtsort der Gebrüder Grimm

An der Via Regia von Frankfurt nach Aschaffenburg gelegen kommen wir nach Hanau.

Schloss Philippsruhe ist "der Hanauer liebstes Kind": Barockschloss und ehemaliger Sommersitz der Grafen von Hanau-Lichtenberg, sowie Landgrafen und Kurfürsten von Hessen-Kassel, zuletzt Residenz der Grafen von Hessen-Rumpenheim. Besichtigung incl. Schlosspark (englischer Landschaftsgarten) mit Orangerie und Amphitheater, Spielstätte der Brüder Grimm-Märchenfestspiele in den Sommermonaten, und Historischem Museum mit Papiertheater-Museum.
Foto /Text TouristInfo Hanau

 "Ach wie gut, dass jeder weiß...".  in Hanau nimmt sie ihren Anfang: die Deutsche Märchenstraße. Auf mehr als 600 Kilometern reihen sich die Lebensstationen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm aneinander, die in Hanau geboren wurden und hier ihre ersten Kindheitsjahre verbrachten. Auch Ludwig Emil Grimm, der „Malerbruder“, erblickte in Hanau das Licht der Welt.

1896 wurde das Nationaldenkmal der Brüder Grimm auf dem Marktplatz eingeweiht. Das eindrucksvolle Bronzestandbild im Herzen der Stadt ist Ziel zahlreicher Besucher aus der ganzen Welt. Vom Uhrtürmchen des Neustädter Rathaus, 1733 mit rotem Sandstein im Barockstil erbaut, begleitet ein Glockenspiel mit Musik von Paul Hindemith durch den Tag. Mittwochs und samstags verwandelt sich der zentrale Marktplatz in einen der schönsten und größten Wochenmärkte Hessens. Die Deutsche Märchenstraße
 

Die Gräber der Gebrüder Grimm am Matthäus Friedhof in Berlin

Als Wasserburg wurde Hanau erstmals 1143 erwähnt. Um die Burg entwickelt sich in der Folgezeit eine Siedlung. Am 2. Februar 1303 verleiht König Alberecht I.  der Siedlung das Markt- und Stadtrecht. Damit war das Recht verbunden, Märkte abzuhalten, einen Rat und Bürgermeister an der Spitze zu wählen und den Bürgern die Freiheit zu ermöglichen "Stadtluft macht frei". In dieser Zeit wurde mit dem Bau der ersten Stadtmauer begonnen.

Herrliche Altstadt

Als Fachwerkhaus wurde das Deutsche Goldschmiedehaus an der Längsseite des Altstädter Marktes zwischen zwei steinernen Giebelwänden und auf einem steinernen Sockelgeschoss errichtet. Es entstammt der Spaätgotik und Frührenaissance. Eine Bauinschrift verweist auf das Jahr 1538. Sein funktionaler Vorgängerbau als Rathaus aus dem 15. Jahrhundert stand an der gegenüberliegenden Seite des Marktplatzes. Eine Gedenktafel am Haus „Altstädter Markt 1“ erinnert daran.

Foto links Frankfurter Tor, rechts Neiderländische wallonische Kirche

Fotos TouristInfo Hanau- wir danken

Tourist-Information Hanau
Am Markt 14-18
63450 Hanau
E-Mail: touristinformation(at)hanau(dot)de

Tel: 06181/295-950
Fax: 06181/295-959
http://www.hanau.de

 

 

 

Foto Kloster Seligenstadt

Seligenstadt

Seligenstadt und sein Geleitwesen

Seligenstädter Geleitwesen ist eng verknüpft mit der Stellung der Stadt Frankfurt und deren Entwicklung zur Freien Reichsstadt. 1372 begann die Entwicklung der Stadt zum bedeutenden der Waren- und Geldmarkt. Der Haupthandel spielte sich auf den „Messen“ ab. Wir müssen sie uns als Warengroßmärkte vorstellen, auf dem Kaufleute ihre Güter feilboten und verkauften. Das Einzugsgebiet der Frankfurter Messe erstreckte sich fast über ganz Europa. Über den Handelsweg von Prag und Nürnberg oder über Krakau, Breslau, Dresden auf der Via regia kamen die Waren. Um die Gütertransporte zu schützen wurden die Wagen der Kaufleute durch Truppen des Kaisers als    Schutzherren gegen eine Gebühr gesichert. War der Verlauf der Strecken anfangs noch frei, bevorzugt wurde der kürzeste, beste und sicherste Weg, wurde im 14.Jahrhundert der Weg vorgeschrieben.  Von 1374 bis 77 nahmen die Nürnberger Kaufleute den Weg über Babenhausen oder Jügesheim zur Frankfurter Messe. An diesen Orten übernahmen die Frankfurter Geleittruppen die Aufsicht. 1385 schließt der Kurfürst von Mainz mit Frankfurt einen Vertrag, dass die Stadt nur in einer Fünfmeilenzone das Geleit nehmen dürfe. 1389 kam es zu einem Überfall und Raub eines größeren Kaufmannszuges bei Seligenstadt durch den Ritter von Frankenstein (Iphofen).1486 erhielt der Kurfürst von Mainz das Geleitrecht von nun an führte es nur noch durch sein Territorium..

Bereits im 11. Jahrhundert zogen Kaufleute in das günstig gelegene Frankfurt, um dort auf Märkten ihre Waren feilzubieten. Als die Kaufmannszüge an Zahl und Größe immer mehr zunahmen, war es verlockend, die reichen Kaufleute, auch Pfeffersäcke genannt, zu überfallen und auszurauben. Bald bestand Handlungsbedarf, würde man heute sagen, und so unterzeichnete der Staufenkaiser Friedrich II. am 11. Juli 1240 ein kaiserliches Privileg. Der Schutzbrief garantierte allen zur und von der Messe Reisenden körperlichen Schutz durch kaiserliche Truppen. Wörtlich heißt es dort: "Wer gegen dieses Gebot verstieß, sollte wissen, dass er mit dem Zorn unserer Majestät zu rechnen hat."

Diese Schutzgarantie führte zu einem enormen Aufschwung der Messe und die Zahl der "geleiteten Züge" wuchs und wuchs. Inzwischen waren die Landesherren verpflichtet worden, den Schutz der Kaufmannszüge zu übernehmen, was ihnen gutes Geld einbrachte, denn für eine sichere Reise mussten die Kaufleute kräftig in die Tasche greifen. Es gab viele Geleitswege, aber uns interessieren in erster Linie die Wege von Augsburg und Nürnberg nach Frankfurt. Diese erfuhren im Laufe der Zeit einen deutlichen Wandel, da durch das Erstarken der Territorialherren die fürstlichen Landesherren in hohem Maß eigensüchtige Interessen vertraten und die Wege nach ihrem Gutdünken festlegten. In Seligenstadt wurde meistens die letzte Rast vor der Ankunft in Frankfurt gemacht und man hatte das Schlimmste hinter sich, die 20 km bis Frankfurt waren im Allgemeinen kein großes Problem mehr. Drum gab man sich auch sehr ausgelassen und vergnügt. Mit der Zeit entwickelte sich der Brauch, einen großen, 1 Liter Wein fassenden, Löffel in einem Zuge zu leeren. Das Trinken fand mit einer großen Zeremonie statt, und die Akteure mussten vor dem Trunk durch Beantwortung schwieriger und humorvoller Fragen ihr Wissen und ihre Schlagfertigkeit unter Beweis stellen.

 

Denkmal am Markt "Löffeltrunk"

Dieser sogenannte Löffeltrunk war aber nicht nur eine Trinkgewohnheit, nein, er war auch ein Rechtsbrauch, denn mit ihm wurden neue Mitglieder in die Gilde der Kaufmannschaft aufgenommen. Meist handelte es sich um Neuankömmlinge, die zum ersten Mal die Strapazen einer solchen Geleitsreise auf sich genommen hatten und nun vollwertige Mitglieder der "Compagnie" wurden.

Belegt ist dieser Rechtsbrauch durch einen Spruch auf einer Silberplatte des Augsburger Löffels, der lautet: " Willkommen zu Seligenstadt, hier pflegt man einzuschenken und dabey zu gedencken, was recht der Löffel hat"

Jede Kaufmannsgilde hatte ihren Löffel und so gab es den Nürnberger Löffel in barocker Form mit dem Reichsadler am Ende und einer 80 cm langen Kette, das Ganze aus einem Stück Holz geschnitzt. Es gab den Augsburger Löffel, mehr glatt und gerade, so wie man einen Löffel kennt. Die Löffel wurden im jeweiligen Gasthaus der einzelnen Kaufmannschaften aufbewahrt, genauso wie die zugehörigen Löffelbücher, in denen die Protokollierungen standen und die bis heute die wichtigsten Quellen des Löffeltrunkes darstellen.

 Man kann sich vorstellen, dass die Ankunft eines Geleitzuges ganz Seligenstadt in helle Aufregung versetzte. Und so war wohl alles auf den Beinen, um alte Bekannte zu begrüßen oder neue kennen zu lernen. Neben dem Leben und der Kommunikation, die durch die "Fremden" in die Stadt kam, spielten auch wirtschaftliche und finanzielle Gesichtspunkte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Heute ist dies alles Historie, die Waren werden auf anderen Wegen sicher und schnell zur Messe gebracht. Besucher und Touristen sorgen täglich für Leben in unserer liebenswerten, alten Stadt. Der Löffeltrunk ist heute mehr eine Ehre, die auserwählten, trinkfesten Persönlichkeiten angetragen wird, die damit zum Ritter vom steyffen Löffel zu Seligenstadt werden. Nebenbei sei bemerkt, dass ein solcher Löffel und eine solche Trinkzeremonie nirgends sonst wo bekannt ist; man darf mit Fug und Recht hier von Einmaligkeit sprechen. Quelle: Seligenstädter Geleitwesen, Dr. Joseph Schopp

Geleitwechsel seit 2003 neu belebt

Im Jahr 2003 fand der erste Kaufmannszug der 200 Jahre eingestellt war zur Erinnerung statt. 200 Kilometer beträgt die Strecke von Nürnberg nach Seligenstadt. Das Geleitsfest im vierjährigen Turnus soll an jene Zeit erinnern und Anlass sein, wertvolles Brauchtum zu pflegen und die wechselvolle, reiche Geschichte Seligenstadts lebendig werden zu lassen.

Stadtgeschichte

„Obermühlheim“, wie Seligenstadt zur Karolingerzeit hieß, wurde am 11. Januar 815 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Einhard, der Biograph Karls des Großen, begann um 830 mit dem Bau der nach ihm benannten Basilika, die bis heute das Wahrzeichen der Stadt ist. In der dazugehörigen, im Barock erneuerten Abteianlage lebten bis 1803 Benediktinermönche.

Im Jahr 1175 erhielt die Ortschaft durch Kaiser Friedrich Barbarossa Stadtrechte und durfte sich bis 1309 „freie Reichsstadt“ nennen. Nach dem Untergang des Stauferreiches fiel Seligenstadt an das Erzbistum Mainz, dessen lange Herrschaft noch heute in unserem Wappen zu erkennen ist.

Handwerk und Handel ließen Seligenstadt im Mittelalter erblühen. Es entstand eine liebenswerte historische Altstadt, der zahlreiche, umsichtig restaurierte Fachwerkhäuser ein ganz besonderes Gepräge geben.
 

Seligenstadt Innenbereich Foto unten: Rathaus der Stadt

Information

http://www.seligenstadt.de

Tourist-Info

Marktplatz 1
63500 Seligenstadt
Telefon: 06182/ 87177 FAX: 06182/ 87170

E-Mail:
 
Ehemalige Benediktinerabtei Seligenstadt
 
Die ehemalige Benediktinerabtei Seligenstadt ist eine der wenigen nahezu komplett erhaltenen Klosteranlagen in Hessen

 

Die Gründung des Klosters Seligenstadt geht auf Einhard, den Biographen Karls des Großen zurück. Im späten 17. und frühen 18. Jh. wurde das Kloster im Zuge der Barockisierung stark umgebaut. Fast tausend Jahre lebten und arbeiteten Mönche hinter den Klostermauern nach den Regeln des heiligen Benedikts, bis das Kloster 1803 im Zuge der Säkularisation aufgelöst wurde.

Seit den 1980er Jahren wird die Klosteranlage von der VSG behutsam im Sinne der letzten Blütezeit des 17. und 18. Jh. restauriert. Heute bietet das ehemalige Benediktinerkloster mit den Klausur- und Wirtschaftsgebäuden sowie dem Klostergarten einen unvergesslichen Einblick in das klösterliche Leben. Ab 1986 wurden die Gärten auf Basis von Quellen und Grabungsfunden gemäß ihrer historischen Struktur und Bepflanzung rekonstruiert. Sie vermitteln ein anschauliches Bild vom vielfältigen Einsatz der in barocker Zeit hier kultivierten Nutz- und Zierpflanzen. Die gesamte Anlage erfreut sich größter Beliebtheit bei der Bevölkerung und wird gerne und häufig von Vertretern der Landesregierung für Veranstaltungen genutzt.

 
Die erhaltene Innenausstattung der Basilika spiegelt die letzte große Blütezeit von Stadt und Kloster: Im 18. Jahrhundert wurde rund um die Kirche eifrig gebaut – und für den Innenraum viel Gediegenes angeschafft. Das schmiedeeiserne Chorgitter, die Altäre oder die Kanzel, vermittelt noch heute einen Eindruck vom bodenständig-geschmackvollen Kunstverstand der Seligenstadt
   

Entlang der Klostermauer, vorbei am sandsteinernen Erzengel Gabriel aus der Werkstatt des Mainzer Hofbildhauers Burkhard Zamels, erreicht man am Freihof das Hauptportal der Benediktinerabtei. Hier, am Schnittpunkt des geistlichen und weltlichen Seligenstadt, errichteten die Bürger 1715 ihr erstes öffentliches Schulhaus, einen eindrucksvollen Fachwerkbau .  

Die hinter dem Abteiportal liegende „Klosterstadt" mit ihren Gärten, Wirtschaftshöfen, Vorratskellern, ihren Brunnen und Skulpturen, Mönchszellen und Prunkräumen ist ein Musterbeispiel barocker Klosterarchitektur. Ein vorbildliches Zusammenwirken von kulturwissenschaftlicher Forschung und tatkräftigem Engagement der Bürger trägt dazu bei, das Ensemble der Klostergebäude mit Leben zu füllen und einen Eindruck klösterlichen Wirtschaftens und Alltagslebens zu vermitteln. 
  

Rekonstruiert wurde das Mahlwerk der Klostermühle von 1574, Taubenschlag, Bienenstock und Schafspferch spiegeln das Wirtschaften der Mönche wieder. Und die ab 1699 errichtete Prälatur, Gäste- und Repräsentationsbau und Wohntrakt des Abtes mit ihren Prachträumen läßt barocke Lebensart spürbar werden. Durch das Portal der „Alten Abtei" betritt man den Konventgarten, das „Kellerhöfchen" mit den Zugängen zu den Weinkellern der Abtei hinter sich lassend. 
Quelle: Text Tourismusamt Seligenstadt Fotos: Webmaster

Information

Ehemalige Benediktinerabtei
63500 Seligenstadt

Museum:
Tel.: 0049 (0)6182 22 640
Fax: 0049 (0)6182 28 726

Garten und Verwaltung:
Tel.: 0049 (0)6182 82 98 82

Gastronomie:

Klostercafé
Förderkreis Lichtblick e.V.
Tel.: 06182 898360
www.klostercafe-seligenstadt.de