Landeshauptstadt Mainz mit dem Dom als Wahrzeichen

 

Foto: Grabmahl Erzbischof Peter von Aspelt, Dom zu Mainz

Erzbischof Peter von Aspelt

Peter von Aspelt, Sohn einer luxemburgischen Adelsfamilie, war einer der bedeutendsten Vertreter auf dem Mainzer Erzbischofsstuhl.

Das Grabmal ist aus rotem Sandstein und zeigt den Erzbischof in seinem Pontifikalgewand. Sein Kopf ist auf ein Kissen gestützt. Neben ihm stehen drei kleiner dargestellte Könige. Da sie nicht im Portrait, sondern nur idealisiert dargestellt sind, können sie lediglich durch die aufgemalten Wappenschilde voneinander unterschieden werden (von links: Johann von Böhmen, Heinrich VII. und Ludwig der Bayer). Sie halten alle Zepter in den Händen – die deutschen Könige tragen zudem noch die Reichsäpfel als Insignien ihrer Macht. Die Löwen unter den Füßen der Figuren sind Symbole für Tugenden wie Stärke, Mut und Tapferkeit, die man dem verstorbenen Erzbischof und den dargestellten Königen zuschreibt. Die Figuren werden durch eine portalartige Architekturrahmung im hochgotischen Stil (1250-1350) mit einem Krabben besetzten Kielbogen, ferner Blätterkelchkapitellen, Fialen und Maßwerk eingefasst. Das Grabdenkmal stellt damit den ersten Nachweis von Blendarchitektur im Kontext von Denkmälern im Dom dar. Die Vorbilder hierfür lagen wohl in gravierten französischen Stein- und Metallgrabplatten. Erstmals treten auch gotische Minuskeln in der eingehauenen Inschrift*  auf.

* Hinweis auf die Verbindung zu Böhmen…. Fert pius extremquoque Iohanni regna Bohemo. Huic quinos menses annos deca tetra repenses, Und schließlich gab er Johann das Königreich Böhmen. - Vergelt, o Herr, den Du zum Äther geführt

Das Grabdenkmal verweist auf die entscheidende Rolle des Mainzer Kurfürsten bei der Königswahl. Heinrich VII. wurde 1308 in Aachen vom Kölner Erzbischof gekrönt. Peter konnte 1314 in Aachen nur deshalb Ludwig zum König krönen, weil sich der Kölner Erzbischof auf die Seite des Konkurrenten Ludwigs, Friedrich des Schönen, gestellt hatte. Wenn die Krönung Johanns von Böhmen auf dem Grabdenkmal dargestellt wird - Böhmen liegt im Zuständigkeitsbereich des Mainzer Erzbischofs - ist dies die indirekte Anerkennung des territorialen Prinzips und damit des Kölner Anspruches auf das Krönungsrecht in Aachen. Außerdem ist in der Inschrift nicht von "Krone" und "Krönung" die Rede, was man hätte erwarten können, wenn es dem Mainzer darum gegangen wäre. Quelle: http://www.1000-jahre-mainzer-dom.de

Biografie des Peter von Aspelt

geb. ca. 1240/45, gest. am 5. Juni 1320 in Mainz, Amtszeit als Mainzer Erzbischof 1306-1320.

Er  studierte in Bologna und Padua, offensichtlich auch in Paris, war Leibarzt und Hofkaplan Rudolfs von Habsburg, dann an leitender Stelle in der Kanzlei Wenzels II. von Böhmen in Prag. Er war zudem Kanoniker am Prager Vyšehrad (seit 1291), dann auch in Breslau (seit 1292) belegt. Trotz der Erhebung 1297 zum Bischof von Basel, blieb er blieb bis zum Tod Wenzels ( 1305) im Amt als Kanzler. Papst Clemens V. ( Freund und Gönner Karl IV. aus der Zeit in Paris) erhob ihn im Jahre 1306 auf den Erzbischofsstuhl von Mainz. Er setzte sich für die Königswahl Heinrichs VII. (von Luxemburg) ein, behielt an dessen Hofe eine einflussreiche Stellung.

Zusammen mit den Zisterziensern in Sedlec bei Kuttenberg und Plasy vermittelte er die Hochzeit Elisabeths von Böhmen, der letzten Přemyslidentochter  mit Heinrichs Sohn Johann. Deren Hochzeit fand 1310 im Dom zu Speyer statt. Zusammen mit dem jungen Ehepaar zog er nach Prag und krönte dort  am 7. 2. 1311 Johann zum König von Böhmen.                                 

Bei der Doppelwahl 1314 hielt der Erzbischof zu Ludwig dem Bayern und krönte den Wittelsbacher zum deutschen König. Die Krönungshandlungen sind auf seinem Grabdenkmal im Dom dargestellt. Beide Königserhebungen und die damit verbundenen Wahlversprechungen bedeuteten für Mainz nicht nur Befreiung von Schulden (vor allem bei der Kurie), sondern auch Absicherung territorialer Ansprüche. In der Zeit seines Pontifikats, vor allem nach 1314, kamen dazu noch große Einnahmen aus verpfändetem Reichsgut. Er war jedoch nicht nur auf eine gesunde wirtschaftliche Basis seines Erzstifts bedacht, sondern wachte auch über die geistliche Disziplin in seinem Metropolitanverband, vor allem in Provinzialsynoden. 

Quelle: http://www.deutsche-biographie.de

Stadtgeschichte Mainz

Im Laufe der Geschichte veränderte sich der Name der Stadt mehrmals, von einer verbindlichen Schreibweise kann erst seit dem 18. Jahrhundert gesprochen werden. Mogontiacum, der römische Name lässt sich von der keltischen Gottheit Mogon  (Mogont-i-acum: „Land des Mogon“) ableiten. Tatcitus verwendet den Namen und er bleib über mehrere Jahrhunderte Bestand. Das Wappen der Stadt Mainz zeigt zwei durch ein silbernes Kreuz verbundene, schräg gestellte, sechsspeichige, silberne Räder auf rotem Untergrund. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß.

  Wappen Baduins von Luxemburg als Bischof von Mainz

Ursprünglich zeigte das Wappen den Patron der Stadt, den Heiligen Martin. Das Ratssiegel der Stadt von 1300 zeigte diesen erstmals in Verbindung mit dem Rad. Der Erzbischof von Mainz, der zugleich auch Kurfürst, übernahm das Rad auch in das Territorialwappen.

Erste dauerhafte Ansiedelungen im Mainzer Stadtgebiet sind jedoch keltischen Ursprungs. Am Ende dieser Entwicklung stand eine herausragende Bedeutung auf kultureller, religiöser und politischer Ebene. Ab Mitte des 8. Jahrhunderts wurde von Mainz aus durch Erzbischof Bonifatius die Christianisierung des Ostens, vor allem der Sachsen, betrieben. 782 wurde Mainz Erzbistum. Es entstand die größte Kirchenprovinz  diesseits der Alpen. Im 9. und 10. Jahrhundert erwarb sich Mainz den Titel Aurea Moguntia. Der Einfluss der Mainzer Erzbischöfe ließ diese zu Reichserzkanzlern, Landessherren und als Kurfürsten zu Königswählern  aufsteigen. Erzbischof Willigis  (975–1011) ließ den Mainzerdom  Zeichen seiner Macht errichten. Zzeitweise war er als Reichsverweser  der bestimmende Mann im Reich. Im Zuge dieses Aufstieges der geistlichen Macht in weltlichen Angelegenheiten war die Stadt Mainz selber unter die Kontrolle ihres Erzbischofs gefallen.

Mit der Garantie des Mainzer Landfriedens von 1235 florieren stieg Mainz zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort auf. Die mittelalterliche Stadtbefestigung war ab der Mitte des 16. Jahrhunderts einer moderneren Festungsanlage  gewichen, die schließlich die ganze Stadt umfasste. Außerhalb dieser Festung durften keine Steinbauten entstehen, um anrückenden Truppen keinen Schutz bieten zu können. So konnte sich die Stadt nur in den innerhalb der Mauern verbliebenen Freiflächen entwickeln, was das Wachstum der Stadt bis in das 20.

Jahrhundert hinein stark begrenzte. Trotz dieser Festung wurde Mainz von der schwedischen Armee im Dreißigjährigen Krieg kampflos eingenommen. Maßgeblich zur Beendigung des Krieges trug Johann Philipp von Schönbon bei, der 1647 Erzbischof von Mainz wurde und unter dessen Pontifikat die Stadt sich schnell wieder von den Verheerungen des Krieges erholen konnte.

Mainzer Schloss

Johannes Gutenberg, Mainzer Bürger

Johannes Gutenberg ist der größte Sohn der Landeshauptstadt Mainz. Mit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern setzte er das Fundament der modernen Medienkommunikation. Seine herausragende Bedeutung ist international anerkannt: Das renommierte amerikanische Magazin "Time life" kürte Gutenbergs Erfindung 1997 zur bedeutendsten Entdeckung des vergangenen Jahrtausends. Ende 1998 wählten dann amerikanische Journalisten in ihrem Buch "1000 Years - 1000 People" mit dem Prädikat "Man of the Millennium" Gutenberg zur wichtigsten Persönlichkeit des 2. Jahrtausends. Im Jahr 2000 feierten die Mainzer mit ihren Gästen zwölf Monate den 600. Geburtstag des Jahrtausenderfinders.

  Gutenberg gehört zu Mainz wie Mozart zu Salzburg. Eine Exkursion auf Gutenbergs

   Spuren ist natürlich bei einem Besuch in unserer Stadt am schönsten (Gutenberg-

   Pfad). Absolutes Muss ist das Weltmuseum der Druckkunst, das Gutenberg-

   Museum. Virtuell auf die Spur kommen können Sie dem Mann des Jahrtausends und

   seinen Lebenswelten auf www.gutenberg.de 

Mehr Informationen unter   http://www.mainz.de