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Nordbayern

Nordbayern ist geographisch gesehen, der nördliche Teil des Freistaates Bayern (nördlich der Donau gelegen). Hierzu gehören die  Regierungsbezirke Unterfranken, Mittelfranken und Oberfranken, sowie der Regierungsbezirk Oberpfalz. Der Name Oberpfalz leitet sich historisch gesehen von der Zuggehörigkeit des Gebietes zur Pfalz Heidelberg ab. Reisten die Kurfürsten (der Winterkönig) von Heidelberg in ihr Amberger Schloss, sagten sie: "Wir besuchen unsere obere Pfalz". Keltische Siedlungsgürtel zogen sich von Westen bis Prag. Ein slawischer Siedlungsgürtel von Osten bis Kitzingen (Unterfranken).

Wer sind die Franken?

Mit Franken sind in der Regel die bayerischen Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und  Oberfranken gemeint, wobei letzteres durch die Gebietsreform von 1972 in seiner Fläche zugunsten Oberbayerns gemindert wurde. Die Bewohner der Region „Franken“ bezeichnen sich als „Franken“ oder werden „Franken“ genannt, auch wenn sie nicht fränkisch sprechen.

Überblick

Die fränkische Kultur- und Naturlandschaft reicht vom Odenwald bis zum Fichtelgebirge, von der Röhn bis zum Fluss Altmühl. Sie ist durchzogen vom Main und von den ihn säumenden sonnigen Rebhängen. Besucher finden zahlreiche Städte mit historischen Stadtkernen, weltberühmten Kunstschätzen und kulinarischen Köstlichkeiten.

Das historische Herzogtum Franken im 10. Jahrhundert endete grob gesehen am Regnitzverlauf. Wie hinauf ging es nach Norden und umschloss  die Stadt Kassel, reichte weiter nach Süden und bis südlich von Calw. Westlich reichte es bis nördlich über Andernach am Rhein und westlich bis vor Trier. Östlich dieses Flusses begann die Markgrafschaft Nordgau.

Besser bekannt ist der sogenannte Fränkische Reichskreis.  Kaiser Maximilian I. (reg. 1493-1519) führte eine Neueinteilung und Reformierung Deutschlands in 12 Reichskreise ein. Sein Ziel, war es den Landfrieden im Reich auf sichere Füße zu stellen. So wurde dieses „Franken“ geschaffen. Diese Reform wurde 1512 beendet. Als einer der ersten Kreise wurde der Fränkische Reichskreis im Jahr 1500 installiert. Dieser hatte bis Ende des ersten Deutschen Kaiserreiches - 1806 - Bestand.

Der Fränkische Reichskreis reichte von westlich Wertheim bis östlich über Hof und Wunsiedel. Nördlich bis Bad Salzungen und südwärts bis über Eichstätt.

Unterfranken

ist ein bayerischer Regierungsbezirk und liegt im Nordwesten des Freistaates. Im Süden und Westen Angrenzung an die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, im Norden an den Thüringen und im Osten an die bayerischen Regierungsbezirke Ober- udn Mittelfranken Der Fluss Main durchfließt Unterfranken, weshalb die Region auch als Mainfranken bezeichnet wird. Verwaltungssitz und Regierungssitz ist Würzburg. Mit dem Wiener Kongress kamen die unterfränkischer Gebiete zum Königreich Bayern. So entstand der Untermainkreis mit Würzburg als Hauptstadt. Seit dem 1. Januar 1838 trug der Bezirk den Namen Unterfranken.

Mittelfranken

Mittelfranken ist ein weiterer Regierungsbezirk durch den die Goldene Straße verläuft. Seine Grenzen hat er im Nordwesten mit Baden-Württemberg und weiteren fünf Regierungsbezirkane in Bayern. Verwaltungs- und Regierungssitz des Regierungsbezirks ist Ansbach. Nürnberg, als ehemalige Reichsstadt ist größte Stadt und bezirksfrei. Mit dem Übergang mittelfränkischer Gebiete, insbesondere des Fürstentums Ansbach und der Reichsstadt Nürnberg ans neue Königreich Bayern. So entstand der Rezatkreis mit Ansbach als Hauptstadt.

Oberfranken

Oberfranken liegt im Nordosten des Freistaats und grenzt an die Bundesländer Sachsen und Thüringen sowie an drei Regierungsbezirke. Hier verläuft eine Außengrenze zur Tschechischen Republik, konkret zum Verwaltungsbezirk Karlsbad (Karlovarský kraj). Verwaltungs- und Regierungssitz von Oberfranken ist Bayreuth.

In der Völkerwanderungszeit dehnten zuerst die Thüringer ihren Einflussbereich nach Oberfranken aus. Nach dem Sieg Chlowigs 496 n. Chr. über die Alemannen geriet zunächst das westliche Maingebiet unter fränkischen Einfluss. Als im Jahre 531 auch die Thüringer geschlagen wurden, geriet das ganze Maintal unter fränkische Herrschaft. Es war jedoch auch slawische Zuwanderung zu beobachten (Bavaria Slavica).

Das Gebiet des heutigen Oberfrankens bestand später im Wesentlichen aus den zwei historischen Territorien des Hochstifts Bamberg und des Fürstentums  Bayreuth (Hohenzollern (seit 1791/1792 preußisch).Bekann ist auch der Begriff Markgraftum Brandenburg-Bayreuth bzw. früher Brandenburg-Kulmbach). Nach der militärischen Besetzung Bambergs durch bayerische Truppen entstand 1802 zunächst die Bayerische Provinz Bamberg, die am 1. Oktober 1808 in Mainkreis umbenannt wurde.

Das von 1806 bis 1810 als pays reservé (Privatbesitz Napoleons) unter französischer Herrschaft stehende Markgraftum Bayreuth wurde zum Betrag von 15 Millionen Francs von Bayern den Franzosen abgekauft und am 30. Juni 1810 an das Königreich Bayern übergeben. Nun entstand der Obermainkreis mit Bayreuth als Hauptstadt. Den Namen Oberfranken trägt der Bezirk seit dem 1. Januar 1838 in Anlehnung ans Herzogtum Franken. Seine Abrundung erhielt der Bezirk, als zum 1. Juli 1920 der Freistaat Coburg Bayern eingegliedert wurde. Welch ein Glück für deren Bwohner, ansonsten wären sie 1945 zur DDR geschlagen worden.

Auch die Oberpfalz gehört zu Nordbayern

Dieser Bezirk liegt im Nordosten Bayerns und grenzt an die Tschechische Republik Verwaltungssitz ist die Stadt Regensburg. Bis zum Jahr 1954 wurden die Regierungsbezirke Niederbayern und Oberpfalz gemeinsam verwaltet.

Die Oberpfalz ist eine Mittelgebirgslandschaft, in den flacheren Regionen finden sich zahlreiche Weiher, Teiche und Seen. Im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands hat die Oberpfalz eher ländlichen Charakter und ist dünner besiedelt. Die Region Oberpfalz ist als eine der preiswertesten deutschen Ferienregionen bekannt; die Preise von Gaststätten und für Beherbergungen sind auf vergleichsweise günstigem Niveau.

Ehemalige Nordgau verwirrende Besitzverhältnisse über Jahrhunderte

Historisch ist die Oberpfalz mit dem bayerischen Nordgau identisch. Der Name des Regierungsbezirkes Oberpfalz steht im direkten Zusammenhang mit der Pfalz bzw. dem davon abgeleiteten Namen der Kurpfalz. Wenn ein Geschichtsprofessor einen Studenten ärgern will, dann fragt er ihn nach den Besitzverhältnissen der Oberpfalz vor 1806. Mit anderen Worten, es herrschte ein völliges Durcheinander. So lag im Altlandkreis Neustadt a. d. WN das böhmische Gebiet der Lobkowitzer, manche Dörfer wurden besitzmäßig mittig oder willkürlich und nicht nachvollziehbar geteilt. Erst 1806/07 endete die böhmische Herrschaft durch Verkauf ans Königreich Bayern. Nicht wenige waren darüber unglücklich, der Rat der Ortschaft Waldthurn verweigerte dem König die Huldigung.

Nach dem Tod Ludwig II., des Strengen, teilte sich das Haus Wittelsbach 1329 (Hausvertrag von Pavia) in die ältere Linie Pfalz und die jüngere Bayern, wobei die Pfälzer Linie in Heidelberg einen Teil der Gebiete in Nordbayern erhielt, die später als "Obere Pfalz gen Bayern" genannt wurden. Aus dieser Bezeichnung entstand Anfang des 19. Jahrhunderts der Name Oberpfalz im Zuge der Neuordnung des Königreichs Bayern.

Die Oberpfalz wurde von 1329 bis zur Schlacht am Weißen Berg bei Prag am 8. November 1620 und in der vorherigen kurzen Regierungszeit des sogenannten Winterkönigs Friedrich V. von Pfalz Heidelberg-Amberg  aus regiert. Nach 1555 musste die Bevölkerung evangelisch-lutherisch, später teilweise calvinistisch werden. Dann kam der 30jährige Krieg, der das Land entvölkerte. Nach 1621 begann durch die Rekatholisierung und der Verlagerung der Handelsstraßen von und nach Prag, ein wirtschaftlicher Niedergang der Oberpfalz, die sich erst in den letzten Jahrzehnten günstiger entwickelte.

Alljährlich werden die Nordgautage im Regensburger Bezirk in unterscheidlichen Städte gefeiert. So findet der 39. Bayerische Nordgautag, das zentrale Kulturfest der Oberpfälzer im Jahr 2012 in der Marktgemeinde Lappersdorf im Landkreis Regensburg statt.

Von 1806 bis 1808 wurde das Königreich Bayern in 15 (staatliche) Kreise eingeteilt, deren Namen sich nach Flüssen richtete. Der Regenkreis umfasste zunächst 13 Landgerichte und seit 1809 die kreisunmittelbare Stadt Straubing. 1810 wurde er erheblich vergrößert, unter anderem durch das Fürstentum Regensburg. Bei der von König Ludwig I, veranlassten Gebietsreform vom 29. November 1837, bei der man sich auf die historischen Landesbezeichnungen besann, erfolgte die Umbenennung in Kreis Oberpfalz und Regensburg, Amberg verlor seinen bisherigen Status.

Karte des ehemaligen Nordgaus.

* in memoriam Helmut- mein Freund, wie gerne wäre ich mit dir noch weiterhin auf Spurensuche gegangen....