Der Weg von Aschaffenburg bis Würzburg

Aschaffenburg Stadtgeschichte

Die erste urkundliche Erwähnung Aschaffenburgs stammt aus einer Urkunde Kaiser Ottos II aus dem Jahre 974. m Jahre 975 wurde mit dem Bau der Stiftskirche St. Peter, später St. Peter und Alexander, begonnen. 989 ließ der Erzbischof von Mainz, eine Holzbrücke über den Main bauen. Ausgangspunkt der sich um die Stiftskirche entwickelnden Oberstadt - bereits vor der Jahrtausendwende als „civitas“ bezeichnet - war eine kleine Erhebung in Dreieckform zwischen Main, Löhergraben, Landing und Schlossgraben. Um 1122 befestigte der Erzbischof von Saarbrücken die Siedlung. 1144 erhielt Aschaffenburg Marktrecht und 1161 Stadtrechte.

Als bedeutender Umschlagplatz, gelegen an der alten Handelsstraße durch den östlich von Frankfurt beginnenden Maingau bis zum Rhein, hatte Aschaffenburg nun Siedlungscharakter.

Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs der Stadt und ihrer dadurch ebenfalls gewonnenen wichtigeren strategischen Bedeutung ließ Erzbischof und Kurfürst Adalbert von Saarbrücken 1120/22 Aschaffenburg neu befestigen. Im 14. Jahrhundert erhielt Aschaffenburg Marktrecht, Münzprägeerlaubnis, Stadtrecht und ein eigenes Stadtwappen, die alte Burg wurde neu gebaut, und es entwickelte sich außerhalb der Stadtmauern eine Unterstadt. 1346 bestätigt Erzbischof Heinrich von Mainz die Privilegien der Stadt. Dadurch wurde Aschaffenburg im 14. Jahrhundert eine der bedeutendsten Bastionen im Erzbistum Mainz. Mit seinen mittelalterlichen Mauern, Türmen, Toren und Gräben, wurde die Stadt ab dem 14. Jahrhundert eine der relevantesten Bastionen des Erzbistums.

Der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Albecht von Brandenburg residierte ursprünglich in Halle an der Saale, wo er sich als großer Kunstmäzen erwies und besondersden fränkischen Maler Lukas Cranach umfangreiche Aufträge erteilte. Als er aufgrund der Ereignisse der Reformation 1541 aus Halle fliehen musste, verlegte er seine Residenz nach Aschaffenburg und nahm viele seiner gestifteten Kunstschätze mit. So kamen mehrere Cranach-Bilder und ein Reliquien-Kalender – zu jedem Tagesheiligen wurde eine Reliquie gesammelt – in den Besitz der Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg. Von hier aus führte Albrecht auch mitMartzin Luther den berühmten Schriftwechselzum Ablasshandel. Die Stiftsherren von St. Peter und Alexander beauftragten 1516 „Mathis, den Maler“ (Matthias Grünewald) mit der Erstellung von Altargemälden. Nach der Zerstörung der alten Burg im Jahre 1552 wurde 1608 Schloss Johannisburg errichtet, das 1619 fertig gestellt war. Von 1631 bis 1634 war Aschaffenburg Bestandteil des Schwedischen Staates in Mainz. König Ludwig I. von Bayern liebte die Stadt wegen ihres milden Klimas und schenkte ihr das Pompejanum (erbaut 1840 bis 1848).

Heute hat Aschaffenburg – so die Homepage der Stadt-  mit seinen inzwischen rund 67 000 Einwohnern auch als Konferenz- und Veranstaltungszentrum eine überregionale Bedeutung erlangt. Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Sportstätten, vor allem das moderne Stadion „Schönbusch“.
Inzwischen ist die „Pforte zum Spessart“, die „Brücke zur rheinischen Kultur“ oder das „bayerische Nizza“, wie König Ludwig I. von Bayern einmal bezeichnet haben soll, wieder zum Mittelpunkt des Untermaingebietes geworden. Sie kann mithalten mit den Aufgaben der Gegenwart, ohne dabei die Kräfte zu vergessen, die gerade dieser Stadt aus einer reichen geschichtlichen und künstlerischen Vergangenheit zufließen.

Seit 1958 besteht eine Patenschaft der ehemaligen Sudetendeutschen für die aus Stadt und Kreis Graslitz (tschechisch: Kraslice).

Tourist Info
Schlossplatz
63739 Aschaffenburg
E-mail: tourist(at)info-aschaffenburg(dot)de

Älteste Kirche der Stadt

St.Peter und St.Alexander, erbaut um 950 durch Herzog Liudulf, Sohn des Kaisers Otto I. und seiner Frau Ida von Schwaben vermutlich zwischen 947 und 957 initiiert, die Zeit vor 954 ist wahrscheinlich, da Liudolf infolge einer Auseinandersetzung mit seinem Vater das Herzogtum in diesem Jahr abgesprochen bekam.  Ab 975 wurde mit dem Bau der Stiftskirche begonnen. Im Jahre 1304 kam es zu einem Aufruhr der Aschaffenburger Bürgerschaft, der sich gegen die Abgabefreiheit des Stifts richtete; eine diesbezügliche Klage der Stadt wurde später gerichtlich abgewiesen. Das Stift konnte seine Privilegien weiter ausbauen, unter anderem mit Unterstützung Kaiser Kaiser Karl IV. (1349).

Fotos: Stiftskirche und Jesuitenkolleg

Das Schloss Johannisburg

Es diente bis 1803 als zweite Residenz der Mainzer Kurfürsten Und Erzbischöfe. Erbaut in der Zeit von 1605 bis 1614 vom Straßburger Baumeister Geor Ridinger aus Rotsandstein. Die Anlage besteht aus vier großen Flügeln mit je drei Geschossen. Auf jeder Ecke befindet sich ein Turm, in den vier Ecken des Innenhofs zusätzlich kleinere Treppentürme. Das Schloss dominiert bis heute das Bild der Stadt Aschaffenburg und gilt als ihre größte Sehenswürdigkeit. Ein Aschaffenburger Heimatdichter sagte einmal: „Die Stadt ist ihr Schloss.“ Eigentümerin ist die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen.

Berühmter Aschaffenburger

Prof. Dr. med. Alois Alzheimer (1864–1915) zählt zweifellos zu den weltweit berühmtesten Aschaffenburgern. Er kam als Zehnjähriger nach Aschaffenburg und absolvierte hier das Gymnasium. Später studierte er Medizin und entdeckte 1901 in Frankfurt die nach ihm benannte Krankheit. Er starb als Arzt und Hochschullehrer 1915 in Breslau. Sein Großvater war Lehrer in Aschaffenburg, sein Vater hier Notar und sein Onkel Karl Alzheimer (1827–1904) wirkte lange Zeit als Pfarrer an St. Agatha.

Quelle: Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V.

Zwischen Aschaffenburg und Mähren – die Familie von Dalberg im 19. Jahrhundert

Der Name der Reichsfreiherren von Dalberg ist nicht nur in Aschaffenburg, sondern auch in Datschitz in Mähren gut bekannt. Im Jahr 1809 erbten Friedrich von Dalberg und später sein Bruder Karl die Herrschaft Datschitz von ihrem Onkel, dem letzten Grafen von Ostein. Beide Brüder standen mit ihrer Mutter, die bis auf einige Ausnahmen Aschaffenburg nie mehr verließ und ihre Söhne in den österreichischen und böhmischen Ländern auch nie besuchte, in regem Briefkontakt. Diese Korrespondenz aus den Jahren 1809 bis 1828 spiegelt das Schicksal dieser Menschen, ihre Familiensorgen und Freuden, aber auch die kleinen und großen Ereignisse der Zeit. Der Vortrag stellt die vorbereitete Veröffentlichung der Briefedition, insgesamt 477 Briefe, vor.

Dr. Jana Bisová Bibliothekarin Quelle: Geschichts- und Kunstverein Aschaffenburg e.V.