Foto: Die Mainbrücke in Kitzingen

Kitzingen - Eine mainfränkische Stadt mit alter Tradition

Kitzingen tritt zum ersten Mal in Zusammenhang mit der Gründung eines Benediktinerinnenklosters im Jahre 745 in das Licht der Geschichte. Der Sage nach hat Hadeloga, eine Tochter von König Pippin dem Jüngeren, das Kloster an der Stelle gegründet, an der ein Schäfer namens Kitz ihren vom Wind verwehten Schleier gefunden hat

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung einer "villa Kitzingen" (Dorfsiedlung) in Nähe des Klosters datiert jedoch in das Jahr 1040. In einer hohenlohischen Urkunde aus dem Jahr 1300 wird Kitzingen erstmals Stadt (civitas) bezeichnet, zudem wird auch die Alte Mainbrücke zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Siegel und Wappen von Kitzingen stellen seit dem 14. Jahrhundert eine weiße steinerne Brücke mit drei Pfeilern und fünf Zinnen auf blauem Grund dar, Symbol für die Alte Mainbrücke und die befestigte Stadt. Siegel und Wappen von Kitzingen stellen seit dem 14. Jahrhundert eine weiße steinerne Brücke mit drei Pfeilern und fünf Zinnen auf blauem Grund dar, Symbol für die Alte Mainbrücke und die befestigte Stadt.

Zwischen 1336 und 1406 kommt die Stadt durch Kauf und Tausch von den Grafen von Hohenlohe an das Hochstift Würzburg. Dieses verpfändet Kitzingen 1443 mit dem Recht auf Wiedereinlösung an die Markgrafen von Brandenburg-Ansbach.

In der Reformationszeit wird die Stadt evangelisch. Drei Jahre später beteiligen sich zahlreiche Bürger am Bauernkrieg des Jahres 1525. Markgraf Casimir bestraft nach dessen Niederwerfung 60 Aufständische mit Blendung und Stadtausweisung.

Nach einem Prozess vor dem Reichskammergericht kommt die Stadt 1629 durch Wiedereinlösung an das Hochstift Würzburg zurück. Die folgende Rekatholisierung veranlasst über 1000 evangelische Bürger - darunter 20 Ratsherren - zur Auswanderung. Erst 1650 wird den Protestanten in einem Gnadenerlass von Fürstbischof Johann Philipp I. von Schönborn Religionsfreiheit gewährt. Neben den beiden christlichen Konfessionen existiert zu diesem Zeitpunkt auch eine bedeutende jüdische Gemeinde, die bereits im 16. Jahrhundert eine Synagoge besaß.

Fürstbischof Friedrich Karl von Schönborn, ein Förderer des Mainhandels, erhebt Kitzingen 1746 zu einer fürstlichen Handelsstadt, lässt ein Lagerhaus mit einem Kran bauen und gewährt steuerliche Vergünstigungen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts vollzieht sich der letzte Wandel in der Landesherrschaft. Das 3.696 Einwohner und 774 Häuser zählende Kitzingen wird 1802 eine bayerische Stadt.

Der Weinhandel entwickelt sich in der Folgezeit zum wichtigsten Wirtschaftszweig. So steigt die Zahl der Weinhändler von 16 (1803) auf fast 100 (1906) an. Auch der Gemüseanbau spielt bereits zu Ende des 18. Jahrhunderts eine große Rolle. Damals wie heute ist er auf die Vorstadt Etwashausen konzentriert.

Der Anschluss Kitzingens an die Eisenbahn erfolgt im Jahre 1865 und bringt den Mainhandel und das blühende Kitzinger Fuhrwesen zum Erliegen. Erst mit Errichtung der Kettenschleppschifffahrt 1900 belebt sich dieser wieder. Mit dem Anschluss an die Großschifffahrtsstraße Rhein-Main-Donau durch den Bau der Staustufe 1958 und die Anlegung eines Hafengeländes will die Stadt ihre frühere Bedeutung als Umschlagplatz wieder zurückgewinnen.

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Aufgrund der zunehmenden Bevölkerungszahl, die in der rasanten Entwicklung der Industrie begründet liegt (u.a. Farbfabriken, Rosshaarspinnereien, Fassfabriken), wird 1865 der Gürtel der mittelalterlichen Befestigung gesprengt und die Stadt breitet sich nach allen Seiten aus. Am eindrucksvollsten ist die Ausdehnung im Osten zu beiden Seiten der Bundesstraße 8. Hier entwickelt sich seit 1924 aus einer Eigenheim-Siedlung ein weiterer neuer Stadtteil, die "Siedlung".

Auf den Höhen im Westen erheben sich seit 1936 Kasernen und seit 1951 die Wohnbauten für die Familien amerikanischer Soldaten, deren endgültiger Abzug aus Kitzingen bis Ende des Jahres 2006 erfolgen wird. In der jüngsten Zeit sind neue Industrie- und Gewerbegebiete wie "Goldberg", „Flugplatz“ oder "Schwarzacher Straße" außerhalb der Stadt entstanden.

Heute zählt Kitzingen, seit 1972 "Große Kreisstadt", zusammen mit seinen von 1973 bis 1978 eingemeindeten vier Ortsteilen über 21.000 Einwohner. Damit ist die Stadt nicht nur das größte Weinhandelszentrum im fränkischen Weinland, sondern auch Gewerbe-, Handels-, Kultur- und Schulzentrum des Landkreises. Kitzingen hat sich zu einer lebens- und liebenswerten, gastfreundlichen Stadt am Main entwickelt.

Dieser Beitrag stammt von der Stadtarchivarin, Frau Doris Badel, M.A., Stadtarchiv Kitzingen. Wir danken herzlichst!