Auf den Spuren der Böhmischen Könige von Würzburg nach Kitzingen 

Heidingsfeld- der Böhmische Löwe im Stadtwappen 

Heidingsfeld, heute Stadtteil von Würzburg- das alte Stadtwappen beinhaltet den Böhmischen Löwen. Gleich vorweg:  "Heidingsfeld war ab 1367 bis zu seiner endgültigen Eingliederung in das Fürstbistum Würzburg 1508 eine böhmische Königsstadt. Der Grund zur Stadterhebung dürfte sicher darin zu suchen sein, den böhmischen Königen oder deutschen Kaisern aus Böhmen als sicherer Aufenthaltsort auf ihren Reisen von Prag nach Frankfurt, wo die Reichstage stattfanden, zu dienen." All dies zusammen mit der starken Hausmacht der Lützelburger, die ja als böhmische Könige und deutsche Kaiser regierten, sind der Grund zur ersten Heidingsfelder Besonderheit. Die Stadt gehörte mittelbar zum Reich und war doch keine Reichsstadt.

Heidingsfeld- ist seit 1930 Stadtteil von Würzburg. Die Grafen von Rothenburg und Hohenlohe, die Dynastie der Staufer bemühten sich um den Besitz der Stadt. Mit dem Luxemburger Karl IV. und dessen Sohn Wenzel begann eine enge Bindung zu Böhmen. Heidingsfeld lag am Weg der böhmischen Könige von Prag über Nürnberg nach Frankfurt und die Stammlande Luxemburg. 1367 verlieh der böhmische und deutsche König Wenzel IV. der Stadt das Privileg  unabhängig zu werden. Im ehemaligen Wappen der Stadt thront noch immer der Böhmische Löwe.

Karl IV. , der durch die Heirat mit der Wittelsbacherin Anna v. der Pfalz-Heidelberg in den Besitz der nördlichen Oberpfalz und großer Teile Mittefrankens auf dem Weg nach Nürnberg gelangte, war bestrebt, sich den westlichen Weg bis Frankfurt zu sichern. Folgende Orte und Burgen nahm er durch Tausch, Pfand oder Kauf in seinen Besitz: Burg Wilhermsdorf, Erlangen, Burg und Stadt Wertheim, Kreuzwertheim, die Burgen Kropfsberg und (Vorder) Frankenberg, Burg Willanzheim und einen Teil der Stadt Schweinfurt. 1366 Burg und Ort Prichsendorf am Main sowie Burg Michelfeld bei Bernheim. Niemand hinderte ihn an diesem Vorhaben.

Fotos: Stadtmauer und Zehenthof

1366 musste der Würzburger Bischof dem Kaiser die beiden Reichsdörfer Heidingsfeld und Bernheim für Karls Sohn Wenzel IV. auszulösen. Bereits im Dezember 1366 weilte Karl mit seinem kleinen Sohn in Heidingsfeld und stellte hier Urkunden aus. Heidingsfeld wurde bald zum beliebten Aufenthaltsort des Kaisers  auf seinem Weg zwischen Frankfurt und Nürnberg. Anders als in Sulzbach, der Hauptstadt „Neuböhmens“ in der Oberen Pfalz, war Heidingsfeld, wie auch die anderen Mainfränkischen Orte als Reichspfandschaft und Reichslehen im Besitz der böhmischen Könige. Nach dem Tode Wenzels übernahm dessen Halbbruder, der böhmische König und römische Kaiser Sigismund die Rechte des Ortes, als Stadtherr bestimmte er Nürnberg, den Schutz übernahm der Bischof von Würzburg.

Wie Würzburg, wurde auch Heidingsfeld von der alliierten Bomberangriffen 1945 großteils vernichtet.  Die Stadtmauer ist noch heute - gut sichtbar - renoviert. Auch die Nachfolger der Luxemburger auf dem böhmischen Thron bestanden auf die Zugehörigkeit zur Krone Böhmens. Gemeint sind König Ladislaus von Ungarn und Böhmen, sowie der als "Ketzerkönig" titulierte Georg von Podebrady (siehe auch Ostböhmen Stadt Podebrady). Aktenkundig sind diverse Vorfälle, wie ein Befehl König Georgs vom 5. August 1456. Hier handelte es sich um einen "Befehl zum Gehorsam gegen den bestehenden Rat".

Als König Podebrady 1471 starb ging es erneut um die Pfandschaft Heidingsfelds zur Böhmischen Krone. Zwischen Georgs Sohn Herzog Heinrich, Markraf des schlesischen Münsterbergs, Georgs Nachfolger der polnische König Wladislaus (1471-1516) und dessen Gegenspieler Matthias Corvinius von Ungarn kam es zum Streit. Reichsadler und Böhmischer Löwe, früher am Obertor befestigt, sind heute am Zehnthof, dem heutigen Malteser Spital in die Wand eingelassen.

1473 trat der westböhmische Adelige, Burian von Guttenstein in die Geschichte Heidingsfelds und Bernheims als Pfandherren ein. Sie übernahmen 1488 auch die Stadtrechte Nürnbergs. Die Guttensteiner waren unter Karl IV. Pfandherren der Herrschaft Störnstein - Neustadt / WN. Immer wieder kam es zu Konflikten mit dem fränkischen Ritteradel. Das Auslösungsrecht behielt sich jedoch der böhmische König vor.  

Unter Karl IV. wurde das Dorf Heidingsfeld zur Stadt erhoben und als befestigter Herrschaftsmittelpunkt ausgebaut und gesichert. Karl, der stets die Rechte der Bürger und Städte sicherte und förderte, verfuhr hier wie in seinen neuböhmischen Landen. Heidingsfeld erhielt Markt- (1367), Münz-(1368) und Zollrecht. Als böhmische Untertanen unterstanden die Bürger auch den Gerichtsbarkeiten, festgehalten in der Goldenen Bulle 1356. Eine Provokation gegenüber dem mächtigen Würzburger Bischof, die erhaltenen Rechte mussten in den kommenden Jahrzehnten nicht selten gegen ihn vertei- digt werden. Das Siegel von Heidingsfeld zeigte mit dem böhmischen Löwen auf die Zughörigkeit Böhmens hin. Heidingsfeld war somit „keine Reichsstadt sondern eine böhmische Landstadt“. Bei seiner Königswahl erneuerte Wenzel IV. 1397 die Rechte, gleiches regelte 1422 sein Nachfolger Sigismund und dessen Nachfolger auf dem böhmischen Thron bis hin zum Jahre 1524 unter Kaiser Karl V. Die Sonderstellung Heidingsfeld wurde im Laufe der Zeit systematisch abgebaut. 1628 wurde die böhmische Pfandschaft in ein böhmisches Lehen umgewandelt. Von dem Lehen berichtet nach der Schlacht auf dem Weißen Berg in Prag (1620) als Würzburg die katholische Liga gegen den  kalvinistischen „Winterkönig“ von Pfalz Heidelberg unterstützte, der erhaltene erste böhmische Lehensbrief für Würzburg über Heidingsfeld 1628 (abgebildet in der Chronik Heidingsfeld  S: 115). Was blieb, war der böhmische Löwe im Siegel. Diese Lehensherrschaft bestand bis 1796.

Quelle: Chronik von Heidingsfeld

Würzburg- Bezirkshauptstadt von Unterfranken

Über Jahrmillionen hat der Main sein Tal in den Muschelkalk gegraben. Beste Voraussetzung an den sonnigen Hängen für den heutigen Weinanbau. Der Regierungssitz von Unterfranken besitzt mit seiner Residenz ein für Touristen begehrtes Ziel: Die zum UNESCO Welterbe gekürte Resident der Fürstbischöfe. Der in Eger geborene Baumeister Balthasar Neumann hatte in Würzburg seinen Wohnsitz und war geschätzter Bürger der Stadt, die heute zu der fünftgrößten Stadt Bayerns mit rund 130.000 Einwohnern zählt. Alljährliich wird in Würzburg die Nepomukverehrung am Namenstag des Brückenheiligen mit einem Lichterschwimmen im Main zum Ausdruck gebracht.

Würzburg- Stadt an der Straße von Frankfurt über Nürnberg nach Prag hat verkehrstechnisch einiges zu bieten, zum einen besitzt es den Zugang zum Main, der hier schon immer schiffbar war, zum anderen liegt es seit der Frühzeit am Schnittpunkt bedeutender Straßen. Bereits im 8. Jahrhundert nutzte das Bistum Würzburg diese zentrale Stellung. Vielfach sind die Steckenverbindungen der alten Wege nicht mehr nachvollziehbar, oft änderten sie auch ihre Ausrichtungen.

Der Verbindungsweg  Kaiser Karl IV. von Prag über Nürnberg nach Frankfurt führte im 14. Jahrhundert an Würzburg vorbei. Trotzdem gibt eine Verbindung zu Böhmen, denn woher käme der Wenzelssaal – die „gute Stube“ im historischen Rathaus der Stadt?

Davon berichtet folgende Geschichte:

Die bewegte Geschichte Würzburgs ist geprägt von ihren Bischöfen, die in der Vergangenheit bei den Bürgern nicht immer willkommen oder gar beliebt waren. Gerhard von Schwarzenberg, wurde durch Papst Gregor XI. gegen den Willen des Domkapitels und der Bürgerschaft inthronisiert. Fehden, Belagerungen, Zerstörungen, drückende Sondersteuern auf Getreide und Wein provozierten Revolten. Als der damals herrschende deutsche und böhmische König Wenzel IV., Sohn Kaiser Karl IV. aus dem Hause Luxemburg auch noch eine Zusatzsteuer auf diese Waren zugunsten des Bischofs legte, war das Maß voll.

Die Bürgerschaft schloss sich mit 13 andern Städten zu einem Verteidigungsbund zusammen. Ein Verhandlungsbereitschaft ignoriert Gerhard Schwarzenburg, im Gegenteil er verhängte das Interdikt, das Verbot der Abhaltung an Gottesdiensten; im MA eine schreckliche Strafe für die Gläubigen.

Foto: Die Restaurierung und Wiederaufstellung der Nepomukstatue auf der Alten Mainbrücke in Würzburg vor 50 Jahren organisierte die 1946 aus katholischen Vertriebenen entstandene Ackermann-Gemeinde. Bischof Dr. Julius Döpfner segnete die neue Statue am 13. Mai 1956.

Würzburg in der Wein

Julius Echter Spital

Der Garten- ein idealer Fotopunkt für Hochzeiten

In alten Fässern wird der Wein Keller des Spitals gelagert um dann in die berühmten "Boxbeutel" abgefüllt zu werden.

Das Julius Spital - eine Stiftung des Bischofs Julius Echter -ist eines der größten Weingüter Deutschlands.

Würzburg heute

Kultur am Hafen- der Kulturstadel, der Architekten Gruppe Brückner & Brückner aus Tirschenreuth erhielt höchste Auszeichnungen.