Poděbrady, Kurort an der Elbe

Die kaum fünfzig Kilometer von Prag entfernte Stadt Poděbrady mit zirka 13,400 Einwohnern. kann auf eine über tausendjährige Geschichte zurückweisen. In der fruchtbaren Elbniederung und besticht sie durch ihren malerischen Eindruck. Eine erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1224. An der einstigen Ansiedlung wurde später eine Burg errichtet. Sie hatte Wächterfunktion für die Furt (alte Bezeichnung „Stadt an der Furt“) über die Elbe und den Handelsweg der Zlata cesta von Frankfurt- Nürnberg Pilsen -Prag nach Ostböhmen und von hier weiter nach Schlesien und Polen.

 

Burg und Schloss

Diese wichtige Handelsstraße überquerte die Elbe westlich von der heutigen Stadt an der Stelle, die heute als „am Weinberg“ bezeichnet wird. Unweit der Furt entstand zudem eine Ansiedlung. Die Vermutung liegt nahe, dass sich der heutige Stadtname „Poděbrady“ von der Bezeichnung „pode brody“ (unter den Furten) ableiten lässt.

Die alte Burg aus der ersten Hälfte des 12. Jahrh. geht auf die Familie der Slavonikenfürsten, zurück. Ein berühmter Vertreter der Familie ist der  Heilige Adalbert. Unter der Regierungszeit von Přemysl Ottokar II. wurde die Burg erweitert und ob ihrer strategischen Lage an der Elbe als Wasserburg ausgebaut. Nach vielen Umbauten ist sie bis heute erhalten geblieben. Als Mitgift gelangte die Burg in die Hände der Familie Kunstat aus deren Geschlecht König Georg (geboren am 23. April 1421) stammte und Ahnherr der britischen Königin Elisabeth II. ist. Diese Familie baute die Burg im 14. und 15. Jahrhundert erneut aus, erweiterte die Wassergräben und hob so den Wasserspiegel.

Foto:Burghof

Unter dem Habsburger Ferdinand I. erfolgte ein Umbau im Renaissancestil.  Kaiserin Maria Theresia ließ durch einen italienischen Architekten barocke Umbaumaßnahmen durchführen.

Zuletzt befand sich die Burg von 1885 bis 1912 im Besitz der Fürsten von Hohenlohe. Heute sind im Schloss nur zwei Räume zugänglich, die Burgkapelle und das Geburtszimmer von König Georg von Podiebrad (Jirí z Podìbrad). Der Rest wird von der Universität Prag und anderen Institutionen genutzt.

Die Stadt Poděbrady

Kunsthistorisch gesehen verkörpert die Stadt Poděbrady heute die Jugendstil-Zeit. Weitere bedeutsame Gebäude und Denkmäler: Die Mariensäule auf dem Markt aus dem Jahre 1756. Das alte Rathaus, in dem heute die Stadtbücherei untergebracht ist.

Das Spital neben dem Stadtmuseum, es wurde 1444 von der ersten Frau Georg Podebrads, Kunigunde von Sternberg, gestiftet. Die älteren Menschen die hier im 17. Jahrhundert lebten, mussten täglich für das Wohl der Habsburger Dynastie beten.

Bedeutendes tschechisches Kurbad

Repro: Szene am Marktplatz der Stadt um 1830

Bereits im 17. Jahrhundert wurde an einer eisenhaltigen kohlensauren Quelle ein kleines Heilbad errichtet. Über die Entdeckung der Quelle berichtete bereits 1722 Comenius. Die neuzeitliche Geschichte der Kurstadt geht auf die letzten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts (Bad Podebrad) zurück. Ein historischer Einschnitt im Leben der Stadt war im Jahre 1905. Damals besuchte der deutsche Gutsherr von Bülow (Vorfahre Viktor von Bülow), ein bekannter Rutengänger, den Schlossherren. Auf dem Innenschlosshof bezeichnete er eine sehr starke Quelle, die in einer Tiefe von 96,7 m auch wirklich angebohrt wurde. Die Entdeckung dieses mineralischen, kohlendioxidhaltigen Wassers verursachte, dass schon im Jahre 1908 die erste Badesaison angefangen wurde. Nach dem 1. Weltkrieg verwandete sich Poděbrady in eine Kurstadt, die seit 1926 auf die Behandlung von Herz- und Kreislaufstörungen spezialisiert wird. In kurzer Zeit erlangte die Stadt einer guten Berühmtheit im In- und Ausland.

Als in Poděbrady. eine weitere, beträchtlich ergiebigere Mineralquelle mit hohem Kohlendioxid-, Magnesium- und CaIciumgehalt erschlossen wurde, gewann der Ort den Ruf eines Heilbades. Das heilkräftige Mineralwasser,das flache Gelände der Elbniederung und die niedrige Seehöhe (185 m) führten dazu, dass sich das Heilbad Podìbrady von Anfang an auf die Behandlung von herzkranken Patienten spezialisierte.

Als wichtigstes natürliches Heilmittel kommt in Poděbrady. kohlensaures Mineralwasser zur Anwendung. Hautindikation sind Herz- und Gefäßkrankheiten, Diabetes mellitus und die damit zusammenhängenden Komplikationen sowie Bewegungsstörungen. Heute ist das Kurareal von einer ausgedehnten Parkanlage umgeben, die gemächlich fließende Elbe wird auf beiden Seiten von grünen Auenwäldern gesäumt.

Poděbrady. hat sich auch durch die Herstellung Kristallglases einen Namen gemacht. Im Mai gibt es Tage der Poesie, Internationales Pferderennen; „ König-Georg-Festtage“ im Juni.

AUSFLÜGE IN DIE UMGEBUNG

Pøerov nad Labem — Freilichtmuseum der Elbniederung, Schloss ( frühere Wasserfestung)

Nymburk - Stadt mit einzigartig erhaltenem mittelalterlichem Grundriss, gotische St.-Georgs -Kirche, Türkischer Turm (errichtet in der Renaissancezeit als Wasserturm), Hrádek u Nechanie - Schloss im romantischen Stil der englischen Gotik, wertvolle Sammlungen und Bibliothek; Englischer Garten und Wildgehege Dvùr Králové - Zoo mit Spezialisierung auf afrikanische Fauna - Safari, Rettungsprogramme für bedrohte Tierarten.

Kladruby (nicht zu verwechseln mit dem Ort in Westböhmen) deutsch Kladern, besitzt eine berühmte Zucht altspanischer und altitalienischer (Neapolitaner) Pferde, weltweit bekannt als „Kladruber Grauschimmel" Krchleby. 2007 besuchte das Gestüt Prinzessin Anne von Großbritannien.  Der Ort besitzt ein stattliches Schloss mit einem ausgedehnten Englischen Garten: Im Sommer gibt es Konzerte alter Musik.

Stadtinformation:   Straße George nám.19, CZ 29001 Poděbrady

www.mesto-podebrady.cz/                        e-mail. ticpodebrady(at)polabi(dot)com

Interaktivní mapa

König Podiebrad

Jede politische Anarchie gebiert irgendeinmal den notwendig starken Mann, so auch der Hussitismus, der sich allmählich totlief. Georg von Podiebrad hieß der Mann der Stunde, der sich im gemäßigten Flügel der Utraquisten an die Spitze arbeitete. Sigismund, der letzte Sohn Karl IV. war gestorben, sein Schwiegersohn Albrecht II., König von Böhmen und Ungarn starb nach der Rückkehr eines Türkenfeldzuges und so übergaben die böhmischen Stände, Georg von Podiebrad die Krone. Polen hätte gern den jungen Kasimir auf dem Thron gesehen. Doch Podiebrad setzte sich als „Ketzerkönig" durch und der schlesische Adel, bis auf den Breslauer Bischof, erkannte ihn als Lehnsherren an. Georg übergab die Grafschaft Münsterberg sowie das Herzogtum Troppau als Lehen an seine Söhne. Als König Podiebrad am 22. März 1471 starb, fielen weitere schlesische Herzogtümer und Grafschaften an seinen Sohn Heinrich. Dieser wurde durch die Gunst Kaiser Friedrich III. im Jahr 1642 sogar Reichsfürst . Das bedeutendste Mitglied der böhmischen Königsfamilie war ohne Zweifel Karl II. von Münsterberg, der zwischen 1560 und 1603 in Oels eines der schönsten Renaissanceschlösser Schlesiens erbauen ließ. Die böhmische Krone selbst hatte Podiebrad laut Testament an den polnischen König Vladislavus vermacht. Sein Sohn Heinrich gewann mehr Macht in Schlesien und konvertierte zum katholischen Glauben. Als der letzte dieser Familie, Karl Christoph, 1596 starb, fiel das Lehen an die nun in Prag residierenden Habsburger zurück.

Georg selbst, benannte sich nach seinem Heimatort. Auf seine Empfehlung wurde Poděbrady im Jahre 1472 zur königlichen Stadt erhoben und mit wichtigen Stadtrechten und Vergünstigungen sowie mit einem Stadtwappen geschenkt. Der Böhmenkönig, der auch als Hussittenkönig in die Geschichte einging, verstand es „ein zweierlei Volk“ (katholisch und hussitisch) zu regieren und versuchte 1644 durch die  Sendung von Botschaftern an alle europäischen Königshöfe eine „europäisch christliche Einigung“ zu erzielen, die jedoch durch die Egoismen der damaligen Kleinfürsten auf Unverständnis stieß.

 

Bild: Bedeutsam die mächtige Reiterstatue von König Georg, erschaffen von Bohuslav Schnirch. Sie gilt als ein Meisterwerk der tschechischen Monumentalplastik aus dem 19. Jahrhundert und wurde bereits bei der Weltausstellung in Paris gezeigt und 1896 feierlich in Poděbrady. enthüllt.

 

 

Chlumec Karlova Koruna (Karlskrone)

Chlumec Cidlinou eine Stadt in Zentralböhmen am Zusammenfluss der Flüsse Cidlina und Bystřicí. Die erste schriftliche Erwähnung von Chlumec stammt aus 1235 Die ursprüngliche Siedlung wuchs unter dem bewaldeten Hügel, auf dem eine hölzerne Festung zum Schutz der Handelsstraße (Zlata cesta) Frankfurt- Nürnberg-Pilsen über Prag nach Glatz und Breslau. Aus dem Wasserschloss wurde eine Burg gebaut, während des Dreißigjährigen Krieges wurden Schloss und Stadt weitgehend zerstört. Nn mehreren Berichten ercheint der Name Ian Chlumec. Es war die spätere adelige Familie Sternberg, die Chlumec 1397 an Otto Berg verkauften. 1425 wurde die Stadt durch die Hussiten erobert. Es entwickelte sich anschließend eine starke Gemeinschaft der Brüder-Unität. Die Burg wurde dann nicht nach mehreren Bränden erneuert. Im Jahre 1611 schenkte Kaiser Matthias das Anwesen Chlumec Vchynských  der Adelsfamilie Kinsky sowie alle umliegenden Anwesen. Die Tradition der Fischzucht stammt aus dem 15. Jahrhundert.

 

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Chlumec mehrmals durch die Schweden erobert und geplündert. Große wirtschaftliche Verluste brachten die Schlesischen Kriege, die Stadt wurde zweimal von den Preußen besetzt. Im Jahre 1775, strömen Bewohner zusammen und sich zur Verteidigung der Stadt gegen die einfallende Armee von Bauern zu wehren.

Im 19. Jahrh. ging es friedlich zu, der wirtschaftliche Aufschwung breitete sich positiv auf die Stadtentwicklung aus.

Information Center Chlumec Cidlinou

Web:  http://ic.chlumecnc.cz          www.chlumecnc.cz        e-mail  knihovna(at)chlumecnc(dot)cz

 

Schloss Zámek Karlova Koruna

Das hochbarocke Schloss bei Chlumec nad Cidlinou (Chlumetz) wurde für Franz Ferdinand Kinsky in den Jahren 1721 - 1723 erbaut. Der architektonische Grundentwurf erarbeitete Johannes Babtiste Santini-Aichel, er auch viel in Westböhmen baute (Kloster- Kladruby). Viele Details und einen Anteil am Aufbau können dem nicht weniger berühmten František M. Kaòka zugeschrieben werden. Zu Ehren des Besuches von Kaiser Karl VI. erhielt das Schloss den Namen Karls Krone. . Die Burg trägt die typischen Elemente von Santini Persönlichkeit und Genie, wie wir sie vom Kloster Kaldruby bei Stribro kennen. Um dem zentralen Zylinder aus zwei Etagen verbunden entstehen dreigeschossige quadratische Flügel. Im nördlichen Teil des Flügels schiebt Santini eine Treppe zum ersten Stock ein. Die perfekte zentrale Komposition zeigt sich schon aus der Lage des Schlosses.

 

Der Grundriss des Schlosses zeigt eine der bemerkenswertesten Schlossarchitekturen in Böhmen. Den mittleren höheren Walzenkörper des Baus nimmt der zweistöckige Hauptsaal ein, dem drei Wohnseitenflügel angeschlossen sind. Dadurch braucht das Schloss keine Gänge, und sein äußeres Aussehen verändert sich für den Beobachter danach, wie er um es herumgeht. Im Schloss ist eine reiche Ausstellung untergebracht, die den Besuchern das Geschlecht der „Kinsky“ vorstellt, einschließlich einer umfangreichen Sammlung von Portraits. Bekannt ist die Pferdezucht für Jagd-und Zuchtpferde in Chlumec.

Nach 1948 wurde die Burg vom tschechoslowakischen Staates konfisziert. Untergebracht wurde eine Ausstellung „Barock in Böhmen“. Im Jahr 1992 geht das Schloss über das Gesatz der Restitution wieder in die Hände der ursprünglichen Besitzer, der Familie Kinsky über. Die Exposition der National Gallery wurde durch eine neue Ausstellung und über die Geschichte der Kinsky-Pferdezucht in Chlumec bezieht ersetzt.

Anfahrt: Das Schloss ist in Chlumec Cidlinou liegt auf der  D11 Route Prag - Hradec Kralove, Ausfahrt 61 km, Ausfahrt 62.

Kontakt: Schloss Karlskrone
CZ 503 51 Chlumec Cidlinou

morvay(at)kinsky-dal-borgo(dot)cz            www.kinskycastles.com