Auf der Goldenen Straße von Prag bis Podiebrady an der Elbe

Ausgehend vom Prager Altstädter Ring geht es nach Osten

Nach dem Umladen der Waren aus Nürnberg, ging der Weg der Breslauer Kaufleute weiter nach Osten.  Auch hier bestimmte der böhmische König Karl IV. den Weg durch Ostböhmen in die schlesischen Grafschaften bis Breslau. Der Weg führte durch den Pulverturm - bis das berühmte Gemeindehaus im Jugendstil erbaut wurde-  vergingen noch einige Jahrhunderte. Neben dem Pulverturm befand sich ein Königspalast, der u.a. von Wenzel IV. genutzt wurde.

Doch wie verlief der genaue Weg durch Prag in Richtung Nachod und Breslau? Dies herauszufinden, dauerte schon aus Zeitgründen etliche Jahre, schließlich hat die intensive Bebauung vieles verändert. Nach dem Besuch des Stadtteisl Vinohrady stand mir der Zufall "Pate". Bei einem Aufenthalt im Begegnungshaus der Katholischen Kirche Maria Poli im Osten Prags, machte ich mich gezielt auf die Suche und stieß ich in Horni Pocernice durch Zufall auf einen Straßennamen , der mich faszinierte: NACHODSKA- das muss der Weg gewesen sein: Nachodstraße!

Prag 9 – Horni Pocernice (ab 2002 Prag 20)

Die Straßen die von der Nachodska zurück ins Zentrum führen, sind ebenfalls bezeichnend und beweisen den Weg. Hier werden die weiteren Orte in Richtung Nachod aufgenommen: Chlumetzka (Chlumetz). Podebradska (Podiebrady). wie eine Perle reihen sich sich aneinander. Es ist die Straße mit den Nummern 10 und 611.

 

Der Stadtteil Horni Pocernice hat keine bauliche Verbindung mehr zur Prag. Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Chvaly des Vysehrad Kapitel des 1070. Wohlhabenden Bürger aus Prag hatten hier Besitz und Grundstücke.

Foto: Die Pfarrkirche zur Hl. Ludmilla in Horni Pocernice, daneben eine Schule und ein Schloss, das 2006/07 mit Mitteln der EU renoviert worden ist.  Weiter geht der Weg auf einer gut ausgebauten Straße vorbei an oder durch kleinere Ortschaften.

 

Burg Chvalská 

Die erste Erwähnung einer kleinen befestigten feudalen Sitzes – der Höhenburg Chvalská  - stammt aus dem frühen 15. Jahrhunderts. In zwei Jahrhunderten wechselte die Burg oft den Besitzer. Während der Hussitenkriege wurde die Festung zerstört und 1652  in einem desolaten Zustand an das Jesuitenkolleg St. Clemens (Clementinum in Prag) abgetreten. In dieser Zeit, wurde das Burggebäude in ein Renaissance-Schloss umgestaltet.  In diesem Zusammenhang wurden, teilweise in den Fels gehauen Keller aus Sandstein geschaffen. Nach dieser Rekonstruktion in ein  Barockschlosses wurde dessen Gestalt praktisch bis heute erhalten.

Das Archivbuch des Dorfes Chvaly besagt, dass es im Jahr 1734 im Schloss brannte, dabei wurde wahrscheinlich auch die Kirche beschädigt. 1793 - 1794 wurde die Ludmilla Kirche wieder aufgebaut. Ludmila. Hinzu kamen im Schloss Veränderungen, die ursprünglich  barocke Stuckdecke wurde durch eine Zwischendecke eingezoegn. Die dekorative Malerei ist in nur noch zwei Zimmer im zweiten Stock erhalten. Der Rest wurde übermalt.

Nach der Aufhebung des Jesuitenordens kam die Verwaltung von Grundstücken und Schloss an den Staat. Nach 1918 wurde es durch das Ministerium für Landwirtschaft genutzt. Im Jahr 1950 hat das Gericht das Schloss enteignet. 1955, bekam ein Objekt in Prag State Farm verwenden. Es wurde so von der Umfassungsmauer angerissen, das die Gefahr des Einsturzes bestand. In den achtziger Jahren erhielt das Schloss ein neues Dach, die Mietwohnungen aufgelöst. Basierend auf einem Gutachten Ende 1998 wurde der  Wiederaufbau und  die Restaurierung des Schlosses mit Fassade inklusive der Fenster und des Eingangsportal genehmigt. Mitte 2000 war die historische Erforschung abgeschlossen war, statisch wurden Gewölbe im Schloss und der Arkadenhof gesichert.

Ab dem 1. 5. 2008 wurde die Burg für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, es entstand  ein  Kultur-und Informationszentrum. So wird geworben: Chvalská Burg - ein Hauch von Romantik bis an den Rand von Prag. Wollen Sie von der normalen Hektik des Alltags ab? Besuchen Sie das Schloss in  Chvalská  Pocernice. Das malerische Gebäude in der historisch wertvollen Ort Chvalská Festung, bietet sich an mit  mehreren Restaurants und Einrichtungen.  Im Schloss können Sie aktuelle Ausstellungsprojekte, kulturelle Veranstaltungen genießen.  Es ist offen für Firmen-Meetings, Schulungen, Firmenfeiern . Oder sie nutzen die Burg für eine  romantische Hochzeit.  Der Chvalského Burghof ist einer der schönsten Orte in der Stadt um sich zu entspannen. Im Inneren der Burg gibt es eine dreistöckige Galerie mit einem reichen Programm für Kinder und Erwachsene, repräsentativen Festsaal und Lounges.

Informationen unter Oficiální stránky městské části Praha 20 - Horní Počernice

infocentrum(at)pocernice(dot)cz                 http://www.pocernice.cz

  

 Mochov

28 Kilometer von Prag entfernt, lohnt es sich die Umgehungsstraße zu verlassen und in den Ort zu fahren. Die Bergkirche St. Bartholomäus hat den Charakter einer "Kirchenburg" und ist von einer dicken Mauer umgeben. Der Ort zieht sich um die Kirche herum. Die erste schriftliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 1360. Mochov ist die Heimat der großen tschechischen Tiefkühlkostkette Mochavska . Der Ort hat rund 1000 Einwohner. Das Wappen von Mochov erinnert ein wenig an den Schlesischen Adler.


 

Velenka (deutsch Welenka)  liegt sieben Kilometer westlich von Sadska und gehört bereits zum Kreis Nyburk. Die erste schriftliche Erwähnung des ursprünglich aus vier Salaschen bestehenden Dorfes erfolgte im Jahre 1352. Im Jahre 1437 kam Velenka zur Herrschaft Podebrady. Nach dem 16. Jahrhundert kam es zu verschiedenen Besitzerwechseln.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete Velenky ab 1850 eine Gemeinde im Bezirk Česky Brod.. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Kerskowald ein beliebtes Erholungsgebiet der Prager Oberschicht. Im Wald entstand eine Ferienhaussiedlung. Seit 1961 gehört Velenka zum Kreis  Nymburk. Nach 1990 entstand die politische Gemeinde Velenka wieder. Der Ort besteht heute aus 123 Häusern.

 

Sadská (deutsch Sadska) ist eine Stadt im Okres Nymburk

Auf einem Hügel oberhalb des wichtigen Handelsweges von Prag nach Breslau, der Fortstezung der Goldenen Straße Karl IV. entstand – vermutlich an der Stelle einer früheren slawischen Feste – ein Fürstenhof. Hier wurden bereits im 12. Jahrhundert Hoftage abgehalten. Auf dem Hoftag von 1189 wurden in Sadska die Statuten /Gesetze des Ottonen Herzogs Konrad III.  (Statuta ducis Ottoni), die zu den ältesten böhmischen Rechtsvorschriften gehören, verabschiedet.

In unmittelbarer Nähe des Fürstenhofes gründete Herzog Borivoj II, Anfang des 12. Jahrhunderts das Kollegialstift der Hl. Apollinaris. Dieses verlegte Karl IV. 1362  in die Parger Neustadt, wo es eine neue Heimstatt auf dem Windberg (Větrná hora) fand Ein Kloster der Augustinerchorherren ist für 1363 ist jedoch in Sadska belegt.

Unterhalb der Anhöhe entwickelte sich eine Siedlung, die 1562 durch König Ferdinand I. zu einem königlichen Kammerstädtchen erhoben wurde. 1665 und 1712 wurde das Städtchen durch Brände verwüstet. Im 18. Jahrhundert entstanden um eine Mineralquelle Badehäuser und Badeanlagen, die später jedoch an Bedeutung verloren. Kaiser Josf II. erhob Sadska 1784 zur königlichen Kameralstadt.

Vor dem Rathaus befindet sich ein großer Platz mit einer Mariensäule (1748)  und den böhmischen Heiligen. Im Vordergrund  der heilige Wenzel.Die Kirche liegt hoch auf einem Hügel über der Stadt. Die Pfarrkirche St. Apollinaris (Kostel Sv. Apolináře) entstand um 1370. Sie wurde zwischen 1737 und 1739 nach Plänen von Kilian Ignatz Dientzenhofer barockisiert.Von ihm stammen auch die Pläne für die Kapelle der Schmerzensreichen Muttergottes (Kaple Bolestné Panny Marie) in der Nähe des ehemaligen Kurzentrums Heute hat Sadska über 3.000 Einwohner.

Informationen:

info(at)mesto-sadska(dot)cz           www.mesto-sadska.cz       

pajkrtova(at)mesto-sadska(dot)cz

 

Kostelni Lhota -  Piskova Lhota (rund 800 Einwohner)

 

Nachdem Bocek I. Von Podiebrad 1351 durch Heirat die spätere Herrschaft Podebrady  erworben hatte, begann er mit der Besiedlung des unwegsamen Sumpflandes an der Vvrovka. 1354 gründete er die Ansiedlung Lhota und ließ eine Kirche errichten.

Ab 1850 eine eigenständige Gemeinde. 1876 wurde die Kirche renoviert. Am 2. und 3. März 1912 weilten Erzherzog Karl und seine Gattin Zitta auf der Reise zur Garnison Stara Boleslav als Gast beim Pfarrer František Wolf. Im Jahre 1942 entstand die neue örtliche Schule. Seit 1961 gehört die Gemeinde zum Kreis Nymburk.

Foto: Kirche Mariä Himmelfahrt, erbaut 1354

http://www.kostelni-lhota.cz