Beroun, Ausgangspunkt in den Böhmischen Karst -

Bezirkshauptstadt an der Berounka

Die Stadt, die nach dem gleichnamig vorbeifließenden Fluss genannt wird, steht auf einer Halbinsel und hieß tschechisch „na Brode“ (= an der Furt). Der Name Beroun ist allerdings keltischen Ursprungs. Erste urkundliche Erwähnungen stammen aus dem Jahre 1088. Schon die Přemysliden liebten die Stadt, aus dem Jahre 1265 stammt die erste offizielle Urkunde. Unter Karl IV. erreichte Beroun seine Blütezeit erreichte. „Verona mea“, nannte sie der Kaiser und erhob sie zur Königsstadt. Reich beschenkte er Beroun mit Privilegien und schützte den Ort durch Mauern und Türme.

 

Fotos: Links das Prager Tor und rechts das Pilsen Tor sind Zeugen der Befestigung.

1992 wurde die Innenstadt von Beroun unter Denkmalschutz gestellt. Von der mittelalterlichen Befestigungsanlage mit einst 37 Türmen sind nur die beiden Stadttürme, das barocke Pilsner (1740) und das gotische Prager Tor (hier wohnte einst der Turmwächter) erhalten geblieben. Wie viele andere Orte litt Beroun als katholische Stadt unter den Hussitenkriegen; 1421 wurde die Stadt durch Jan Ziška erobert, das Dominikaner Kloster, in dem sich Anhänger Kaiser Sigismunds befanden, total zerstört.

Zu Zeiten Karl IV. war die Stadt bekannt durch berühmte Töpfereien, Tuchmacher, Mälzer, Braumeister und Weinbauern. In der Stadt lebten viele deutschsprachige Familien. Die Tradition der Töpferei ist bis heute erhalten geblieben. Alljährlich finden seit 1997 in Beroun wieder Töpfermärkte statt, so am zweiten Septemberwochenende des Jahres. Hier findet der Besucher Vertreter der besten Töpfereien aus Böhmen und Mähren am großen denkmalgeschützten Marktplatz. Jedes Jahr gibt ein eigenes Motto für den Markt, eine Jury bewertet die besten Produkte und dazu ist ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten. Kunsthandwerkermärkte gibt es auch jedes Jahr  im Frühjahr, da kommen sogar Töpfern aus der Slowakei, Polen und Ungarn.

Fotos: Links das Rathaus, davor ein Hus Denkmal. Links. Am Eingang des Rathauses

wacht des Bürgermeisters Freund, der gute Kobold Klepácek. Jedesmal, wenn ein Besucher den Bürgermeister anschwindelt, klopft der gute Klepacek, den würde sich auch jeder Bürgermeister in Bayern wünschen.

Sehenswert auf dem Marktplatz mit 31 Baudenkmälern aus dem 17. und 18. Jahrhundert, ist das 1903 im neubarocken Stil renovierte Rathaus. Im Rathaussaal befinden sich fossile Trilobiten (= ausgestorbene Urkrebse) im Stuck. Durch plastische Gestaltung sehen sie aus wie Kobolde.

Foto: Der Marktplatz steht unter Denkmalschutz und am Markttag im Sommer spielen imme wieder Blaskapellen. Regelmäßig finden am großen Marktplatz Markttage mit vielfältigen Angeboten aus der Region statt.

Bei dieser Blasmusik fühlt sich jeder bayerische Besucher gleich heimisch. Seit 1982 wird Beroun in den Herbstmonaten zur "Musikstadt". das Festival, zu dessen Patron Sr. Charles Mackerras wurde, nennt sicc nach dem Dirigenten Vaclav Talich: Musikfestival "Talichuv Beroun".

Als im Jahre 1862 die Eisenbahn Prag - Pilsen erbaut wurde, blühte die Stadt wirtschaftlich wieder auf.

 

Foto: Das Innere der St. Jakobkirche

Die St. Jakobskirche, im 13. Jahrhundert gegründet, brannte im 30-jährigen Krieg aus und wurde im 17. Jahrhundert erneuert. Über der Stadt ragt eine Marienkirche von Hans Mocker, dem Architekten des Prager Doms, auf. Das ungewöhnlich aussehenden Bürgerhaus Nr. 43 mit dem Kelch am First wird seit 1922 als Betsaal der Kirche der Böhmischen Brüder und der Hussitischen Kirche des Landes genutzt. Bedeutsam für Freunde der Gesteinskunde, das Museum des Böhmischen Karstes am Marktplatz von Beroun.

Beroun präsentiert sich heute als moderne und aufstrebende Stadt mit gesunder Infrastruktur vor den Toren Prags. Die Einwohnerzahl liegt bei etwa 18.000. Empfehlenswert die Gastronomie, Cafes und Hotels. Der Bahnhof liegt günstig, von hier aus ist der Besucher schnell in Prag oder an einem Wanderziel im südlichen Karst. Ab 1869 wird Beroun für die Kalk- und Zementerzeugung bekannt, die Staubwolken hingen bis 1994 über der Stadt, das ist heute vorbei.  Groß geschrieben wird Eishockey, beim EV Weiden standen schon etliche Spieler aus Beroun unter Vertrag.

Oktoberfest an der Berounka

An der Berounka gibt es Anfang Oktober eine Kopie des Münchner Oktoberfests, allen Bierfreunde auf der Welt ein Begriff. Seit einigen Jahren gibt es ein kleines Pendant zu dem großen Bierfest Unweit von Prag im schönen Berounka-Tal. In Černošice wurde am Freitagabend das Oktoberfest eröffnet. Zu kosten gibt es bekannte und unbekannte Biere der Region. Zum Bierfest kommen auch ausländische Gäste, darunter Vertreter der bayerischen Stadt Gerbrunn, die seit etwa zehn Jahren die Partnerstadt von Černošice ist.

Informationen.

Städtisches Informationszentrum     Husova nam. 69  (im Rathaus)    26601 Beroun       

 e-mail: mic(at)muberoun(dot)cz                                                  www.mesto-beroun.cz

Weiter führt der Weg der Goldenen Straße (links) parallel zur Autobahn Via Carolina von Beroun nach Prag über Lodenice und Rudna nach Prag.


Loděnice u Berouna

 

http://www.lodenice.cz

 

Rudna

Die Gemeinde Rudna existiert erst seit 1951, hier wurden mehrere Orte zusammengelegt. Die älteste bekannte Erwähnung des Dorfes Horelica stammt aus dem Jahr 1052. Der ursprüngliche Ort Dušnice gehörte dem weiblichen Orden der Benediktinerinnen des Prager St. Georg Kloster. Die Äbtissin Agnes bestätigt in einem Dokument mit dem königlichen Siegel die Besitzungen des Klosters St.. Georg, dazu gehörte auch und das Dorf  Horelica. Papst Gregor IX. bestätigte im Jahre 1233 Dusniky als Besitz des Klosters. In den nächsten  200 Jahren blieb die Zugehörigkeit zum Kloster. Später wechselten sich die Besitzer, u.a. der Erzbischof von Prag. Im 30jährigen Krieg kam es zur totalen Zerstörung des Ortes.


 

Postamt Horelica (Rudna) und barocke Kirche

Im Jahre 1558 führte der regelmäßige Postdienst der Fürsten von Thurn und Taxis zwischen Prag nach Frankfurt über Regensburg in Bayern auf der Hauptstraße ( der Goldenen Straße- Zlata cesta) durch Beroun nach Pilsen. Horelica wurde die erste wichtige Station auf dem Weg nach Prag. Um das Jahr 1700 wurde neben der Post auch ein Gasthof eingerichtet. Es gab drei Postillone, den Gasthof mit Wirt, Portier und Kellner. Die Post war erblich. Aus dem ehmaligen  Hořelická Postamt ist heute das alte Wirtshaus entstanden. Als 1924 das Gebäude repariert wurde, war es wieder so hergestellt, wie im Jahre 1690.

Der Ort Horelica besitzt eine schöne Barockkirche mit dem Patronat des Hl Johannes des Täufers. Die erste Erwähnung der Kirche stammt aus dem Jahre 1356. Im  Dreißigjährige n Krieg beschädigt., wurde sie anschließend barockisiert.

Quelle: Gemeinde Rudna 

http://www.mestorudna.cz   E-Mail sekretariat(at)mestorudna(dot)cz