Horovice und das Schloss der Kürfüsten von Hessen

Bis ins 10. Jahrhundert geht die Geschichte des Dorfes Horovice zurück. 1322 wurde der Ort zur Stadt erhoben. Der Ort selbst liegt südlich gegenüber der Stadt Zebrak in einem Tal und ist von der Autobahn Pilsen kommend kaum zu sehen. Eigentümer der Stadt war bis 1390 König Wenzel IV. Das Stadtwappen trägt einen Adler und drei Balken (silbern-blau-silbern) in den Farben der Luxemburger. Die Legende behauptet, dass Horovice auch die Geburtsstadt König Podebradys (1420) sei.

 

Schloss mit Museum u.a. altes Spielzeug

1685 fällt die Stadt durch Erbschaft an die Grafen von Würbenthal, diese beschließen den Bau eines Barockschlosses, dem heutigen neuen Schloss. Dieses prägte die Geschichte des Ortes. 1709 war es bereits fertig gestellt. im 17. Jahrh. nahmen die Herren von Hanau aus Hessen Besitz vom Schloss. Für rund 2,5 Millionen Gulden hatte es Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen vom stark verschuldeten Würbenthal aus einer Laune heraus gekauft. Ironie des Schicksals, 1866 wurde der Besitz zum politischen Asyl für die Kurfürsten. 1921 erhielt das Schloss nach einem Erbschaftsprozess Heinrich Graf von Schaumburg, verheiratet mit einer reichen Fugger Tochter aus Augsburg. Dieser Zweig der Familie wohnte bis 1945 im Barockschloss, das heute besichtigt werden kann.

 

Foto: Rathaus Horovice

Horovice, heute mit rund 6500 Einwohnern, war im 18. und 19. Jahrhundert bekannt für seine Eisen- und Hüttenindustrie. Berühmt der Gießschmuck, die Öfen, Reliefs und Statuen aus der Stadt (im Schloss zu besichtigen).

Mehr Infos:

http://www.horovice.info

Anschrift:
Stadtverwaltung - IC
Palacky uns. 2
268 01 Hořovice

Telefon:  +420 311513482                     E-mail: ic(at)mesto-horovice(dot)cz


Zdice an der Goldenen Straße

 

Foto: Gasthof zum Wenzel IV.

Zdice (268 m) liegt in einem Becken etwa 40 km westlich von Prag, am Fluss Litavka von Süden und den Bächen Cervený und Stroupinský von Südwesten her kommend. Erstmals erwähnt wird Zdice im Jahre 1147, als Fürst Diepold den Fürsten Sobeslav in einem Hof bei Zdice festgenommen hat und auf die Pfraumberger Burg schaffte.

 

Im 13. Jahrhundert gehörte die Gemeinde zum Prager Bistum, hier lag eine Mautstelle an der Goldenen Straße. Aus dieser Zeit stammt auch die gotische Kirche, nach der die Gemeinde auch kurze Zeit den Namen „Alba Ecclesia - Weiße Kirche“ führte.

Nach dem Tode des radikalen Hussitenführers Jan Zizka im Jahre 1424 verhandelten  am 16. Oktober des gleichen Jahres die Vertreter der Utraquisten und Katholiken über einen Waffenstillstand im „Gasthof zum König Wenzel“.  Kaiser Sigismund, Sohn Karl IV. ordnete Zdice dem königlichen Sitz Tocnik zu, so blieb es bis 1607. In dieser Zeit entwickelte sich der Ort zu einem blühenden Städtchen.

Das heutige klassizistisch umgestaltete Rathausgebäude gegenüber der Kirche wurde 1612 als Thurn und Taxische Poststation auf gotischen Grundmauern erbaut. Ursprünglich handelte es sich bei dem Gebäude um ein Einkehrgasthaus an der Goldenen Straße. Am 1. Juli 1994 erfolgte die Stadterhebung, heute hat der Ort zirka 4.000 Einwohner.

 

Králuv Dvur –Königshof

Foto Kraluv Dvur links Dietzenhofer Kirche dahinter Beroun und der Böhmische Karst.

Der Ort Králuv Dvur, der zum städtischen Ballungsraum Beroun-Králuv Dvur gehört, liegt im südwestlichen Teil des Berouner Beckens am Unterlauf des Flusses Litavka vor dessen Mündung in die Berounka. Das tiefe und breite Becken wird im Nordwesten von den Krivoklatsker Höhenzügen und im Südosten vom steil ansteigenden Massiv des Böhmischen Karsts eingerahmt. Die Geschichte von Králuv Dvur reicht bis in das Jahr 1253 zurück. Um das Jahr 1585 entstand an dieser Stelle ein Renaissance- Schloss, das später mehrmals umgebaut wurde. In der kommunistischen Zeit wurde die Autobahn quer durch den Königshof gebaut. Jahrlang stand die Ruine neben der Autobahn, abgeschirmt durch einen Holzzaun. 2004  begannen erste Sanierungsarbeiten.Die Industrietradition von Králuv Dvur geht bis in die Zeit Karl IV. zurück. Er förderte wie in Lauf an der Pegnitz 1346 die nach ihm benannte Karlshütte Karlova Hut. Hier arbeitete ein Eisenhüttenwerk in Form eines Hammerwerkes.

 

Foto: Jan Jan Vyhnaek

Architektonische Sehenswürdigkeiten sind die Barockkirche Mariä Himmelfahrt aus den Jahren 1730 - 1733 (erbaut von Kilian Ignaz Dientzenhofer), die Arbeiterkolonie nach einem Entwurf des Prager Architekten J. Kotera aus dem Jahr 1909 und das Gebäude der Grundschule in Pocaply aus dem Jahr 1914. Heute hat Kraluv Dvur zirka 5000 Einwohner.