Auf der Goldene Straßen in Mittelböhmen durch

Myto, Holoubkov, Zbiroh, Cerhovice nach Prag

Mýto, Mautort an der Goldenen Straße

Das erste Mal wird Mýto im Jahr 1296 erwähnt. Der kleine Ort liegt direkt an der einstigen „Goldenen Straße“. Hier befand sich eine Mautstelle - wahrscheinlich führte dies zur Namensgebung.

Zwei Kirchen gibt es in Mýto - die ältere stammt aus dem Jahr 1296 und ist dem Hl. Stephan geweiht, die andere Kirche wurde 1350 erbaut und nach dem Hl. Jan benannt. Johann von Luxemburg erteilte im Jahr 1310 den Bürgern von Mýto das Braurecht. Karl IV. bestätigte die Mautstelle, von hier ging der Geleitschutz nach Pilsen.

 

Holoubkov, Erholungsregion für Prager und Pilsner

Die Gemeinde Holoubkov, erstenmals 1397 erwähnt, liegt eingebetet in herrlicher Landschaft in der Mitte von Brdske Wälder, 9 km östlich von der Stadt Rokycany. Dank der günstigen und schönen Lage ist Holoubkov ab Ende des 19. Jahrhunderts zu einem beliebten Erholungsgebiet geworden. Hauptsächlich an der Landeshauptstraße ließen sich reiche und bedeutende Leute aus Prag und Pilsen nieder und bauten große Häuser mit Gärten. Aus dem Jahre 1909 stammt Mareks Landhaus, das nach dem architektonischen Entwurf des berühmten tschechischen Architekten Jan Kotery gebaut und in den 70er Jahren zu einem kulturellen Denkmal erklärt wurde.

Cerhovice - einst Poststation der Fürsten von Thurn und Taxis auf dem Weg von Frankfurt nach Prag


 

Gegründet wurde Cerhovice im 12. Jahrhundert von Kaufleuten auf dem Weg von Pilsen nach Prag. Aus dem Namen Trhovci = Kaufleute entstand der Name des Dorfes. Die erste Erwähnung des Ortes in einer lateinisch geschriebenen Chronik auf der Burg Krivoklát zur Zeit Premysl Otokar II. stammt von 1275. Die Pfarrkirche des Hl. Martin ( im Bild) wurde 1376 erbaut.

  

Foto: Postlinie Thurn und Taxis Frankfurt –Prag Eine Art Wiederbelebung der einstigen Funktion an der Goldenen Straße erfolgte 1612. In diesem Jahr führte erstmals die Poststrecke mit einer Poststation durch Cerhovice nach Prag. Das graue Haus mit der Rundbogentüre war die Poststation.

 

Kurz nach dem Bau der Eisenbahn von Prag nach Pilsen ereignete sich 1868 bei Cerhovice ein schreckliches Zugunglück.

Foto: links Denkmal für die Zugtoten, rechts Kirche St. Martin.

http://www.cerhovice.cz

 

Zebrák - ein historischer Ort an der Goldenen Straße

 

Durch Zebrák (Bettlern), dessen Geschichte in das Jahr 1280 zurückgeht, führte einst die „Goldene Straße“. Archäologische Forschungen bestätigen, dass hier bereits in der ersten Hälfte des 4. und 5. Jahrtausends Menschen siedelten, denen später die Kelten folgten. Funde slawischer Siedlungen stammen aus dem 9. Jahrhundert. Durch die „Goldene Straße“ wurde der Ort im 13. Jahrhundert zu einem belebten Handelszentrum. Neben der Siedlung steht die gleichnamige Burgruine mit ihrem Rundturm auch von der Autobahn zu sehen. Wenzel IV. ernannte 1396 Zebrak zur königlichen Stadt und ließ zum Schutz um den Ort Mauern errichten und erweitern, versehen mit drei Stadttoren, diese standen bis ins 17. Jahrhundert. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurden sie von feindlichen Heeren zerstört. Bedeutsam ist die Pfarrkirche des Hl. Vavrínec am Marktplatz aus dem 14./15. Jahrhundert.

Zebrak litt stets unter den durchziehenden feindlichen Heeren: 1425 plünderten die Hussiten die Stadt, 1639 brannten die Schweden die Stadt nieder. Besitzer der Stadt waren u.a. Wallenstein, die Lobkowitzer, durch sie bekam die Stadt das Braurecht. 1798 zog die russische Armee mit 38.000 Soldaten durch, kurz danach mussten rund 1000 französische kriegsgefangene Soldaten untergebracht werden.

 http://www.mestozebrak.cz

 

Burg Zebrák und der Landfrieden von Cheb / Eger

Der Rundturm in der hügeligen Landschaft ist das Wahrzeichen der etwa drei Kilometer südlich gelegenen Gemeinde mit gleichen Namen und der deutschen Übersetzung „Bettlern“. Der Name des Burggründers ist ebenso wenig bekannt, wie das Datum der Gründung. Nach dem Chronisten Hajek erbaute Fürst Oldirch (Ulrich) die Kapelle des des Hl. Apolinarius auf der Burg. Das Gebiet gehörte im 13. Jahrhundert dem Geschlecht der Waldecker.

1336 tauschte Zbynek Zajic die Burg mit dem Luxemburger Johann, dem Vater Karl IV., somit wurde die Burg Königliche Burg. 1349 erwarb Karl IV. die Burg an der die „Goldene Straße“  mit der Option sie nie zu verpfänden, was sich aber nicht durchhalten ließ und es später zu mehreren Besitzerwechseln kam. Die Bedeutung von Zebrák stieg erst, als Wenzel IV. die Burg zu seinem Jagdsitz machte. In den Wäldern zwischen Zebrák und Pürglitz (Krivoklát) gab es viel Wild. Die Burg ließ er ausgebauen und wohnlich umgestalten. Im Jahre 1390 wurde in der Burg der Vertrag über den Egerer Landfrieden unterzeichnet.

 Der Niedergang der Burganlage begann 1395, als Zebrák ausbrannte. Ab 1992 wurden Teile der Burg restauriert. Der Aufstieg ist nicht unbeschwerlich. Der Turm ist begehbar.

Tocnik, Burg Wenzel IV.

 

Von der Via Carolina aus ist die mächtige Burgruine Tocnik auf dem Weg nach Prag im Nordosten der Autobahnausfahrt Zebrák gut zu sehen. Sie zählt zu den bedeutendsten Burgruinen Böhmens. Eine ähnliche Verbindung wie Karlstein mit Kaiser Karl IV. haben Tocnik und der Sohn Karl IV., Wenzel IV. Von ihr aus überblickt der Besucher große Teile der wichtigen Straße von Prag nach Nürnberg.

1395 wurde der Bau dieser Burg beschlossen, drei Jahre später verweilte Wenzel IV. bereits in ihren Räumen. Nach ihrer Absicherung mit Mauern und Türmen wurden um 1400 sogar Teile der Reichskleinodien auf die Burg geschafft. 1409 diskutierte man auf der Burg den Streit um die Karlsuniversität - das Ergebnis, die Kuttenberger Dekrete. Wenzels Bruder Sigismund verpfändete die Burg 1421, oft wechselten in den nächsten Jahrzehnten die Besitzer. 1681 war die Burg schon nicht mehr bewohnt. Im 19. Jahrh. entdeckte die Bewegung der "Romantik" die Ruine.

Foto: Weit geht der Blick übers Land...

Ihr Bestand wurde gesichert. In den letzten Jahrzehnten diente sie als Kulisse für tschechische Märchenfilme. Die Burg ist für Kinder sehr interessant. Im Burggraben leben zwei Braunbären. 

Das Burgmodell baute Adolf Pierling

 http://www.turistik.eu/cz/kraje/mittelbhmischer-kreis/okres-beroun/zdice/hrad-tocnik