Herzog Ernst, ein bayerischer Wittelsbacher, kauft die Grafschaft Glatz
Im Jahre 1454 kaufte der böhmische König Georg von Podiebrad das Glatzer Land in der Wojwodschaft Niederschlesien. Er tat es vor allem, um seinen Söhnen einen unabhängigen Machtbereich zu schaffen. Da seine Königsmacht in Böhmen immer wieder in Frage gestellt wurde, konnte er nicht auf die Gründung einer eigener Dynastie und auf die Beständigkeit des Königtitels für seine Familie zählen. Am 24. Juni 1459 verlieh er dem Glatzer Land den Grafschaftstitel und nach dem Anschluss des Landkreises Ziebicki übergab er ihn seinen Nachkommen. In eigenen Ernennungsurkunden bestätigte dies Kaiser Friedrich III. Die Bewohner der Grafschaft blieben, obwohl sie größtenteils Katholiken waren, dem „Hussitenkönig“ treu. Sie ignorierten sogar den Bann des damaligen Papstes Paul II. . Die Familie von Podiebrad bemühte sich, mit den Glatzern in Eintracht zu leben. Georg nahm sogar an den katholischen Messfeiern teil und Ursula, die Frau seines Sohnes Heinrich wurde in der Krypta der Pfarrkirche begraben. Ihre Söhne verkauften im Jahr 1501 die Glatzer Grafschaft an den österreichischen Grafen Ulrich von Hardeck  für 70.000 Gulden. Ihm gehörte die Grafschaft Glatz bis 1534, als neuer Besitzer kaufte sie der Böhmische König Friedrich I.. Es ist beachtenswert, dass nach der Schlacht bei Mohacz (Ungarn 1526) und dem Tod von Ludwig Jagiellonczyk II. die Glatzer Grafschaft und Böhmen zur Herrschaft des Hauses Habsburg kamen.
Friedrich gelang es wegen Mangelgeld nicht die Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Er hinterließ Johann von Pernstein das Verfügungsrecht über die Grafschaft. Friedrich, so wurde vereinbart, durfte in sechs Jahren das Glatzer Land ablösen. Doch wegen Geldmangels im Königstresor verblieb die Grafschaft bei der Familie Pernstein bis zum  Jahr 1548. In dieser Zeit bekam Johann von Pernstein das Recht, eigene Münzen  zu prägen, dieses Recht versuchten die Habsburger jedoch einzuschränken. Doch gelang es ihnen das nicht, da sie nur begrenzte Rechte gegenüber den Bewohnern des Glatzer Landes hatten. Noch zu Lebzeiten  von Johann fanden Verhandlungen über die Zukunft der Grafschaft statt.
Da trat ein bayerischer Adeliger auf die Bühne. Ernst von Wittelsbach zeigte Interesse an der Grafschaft. Um das Ziel zu erreichen, wurde er Höriger der Böhmischen Krone. Nur unter dieser Voraussetzung durfte er die Grafschaft 1549 für 140.000 Gulden erwerben. Friedrich I. bestätigte am 14. November 1549 die Rechte des Herzogs Ernst.
 
Wer war dieser Herzog?
Geboren 13.07. 1500 in München als dritter Sohn von Herzog Albrecht IV. von Bayern und dessen Frau Kunigunde, wurde Ernst schon früh für den geistlichen Stand bestimmt. Seine Mutter übertrug nach dem Tod des Vaters 1509 seine Erziehung dem bayerischen Hofhistoriographen Johannes Aventinus. Gemeinsam mit seinem Lehrer machte Ernst in den Folgejahren mehrere Reisen ins Ausland. Ein Studium in Ingolstadt begann er 1515.
Von1517 bis 1540 Administrator, war er de facto der 57. Bischof von Passau. Von 1540 bis 1554 als Administrator zudem Erzbischof von Salzburg.
Repro: Münzen Herzogs Ernst in Salzburg
 
Ernst erkannte mit Scharfblick die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit und trug ihnen – trotz der Türkengefahr – durch die Einberufung von landständischen Landtagen mit dem Ziel von Reformen Rechnung. Er straffte sowohl in Passau wie in Salzburg die Verwaltung. Er betätigte sich darüber hinaus sehr erfolgreich als frühindustrieller Unternehmer im alpinen Bergbau. Durch seine Gewinne aus diesem Geschäft erwarb er 1549 die schlesische Grafschaft Glatz.
Er hatte die Chance, als erster Wittelsbacher seit über 300 Jahren, den Stuhl des Erzbischofs von Salzburg zu besetzen. Er weigerte sich aber, denn er hätte die geistlichen Weihen annehmen und Priester werden müssen. Ihn interessierte mehr der Ausbau der modernen Verwaltung und der Wirtschaft, vor allem die Förderung des Bergbaus. Vom Papst bedrängt resignierte er 1554 und zog sich auf seinen schlesischen Besitz  zurück. Ernst siedelte sich in der Grafschaft an und befasste sich intensiv mit dem Ausbau der  Verwaltung. In die Analen der Glatzer Geschichte trug er sich als jemand ein, der entschlossene gegenreformatorische Aktivitäten vornahm.
 
Nach Schlesien zog er 1556, nachdem er 1554 von seinem Amt als zurückgetreten war. Ernst bleibt bis zu seinem Tode am 7. Dezember 1560 in Glatz, wo er noch im Sinn der Gegenreformation für den Erhalt der katholischen Kirche eintritt.
Repros: Vorder- und Rückseite der Münze 1554
Er prägte auch eigene Münzen – Dukaten, manche von ihnen sind noch heute im Museum der Stadt Glatz zu bewundern. Auf dem Avers der Münzen ist der Böhmische Löwe zusehen, auf dem Revers die Wappen der Oberen Pfalz in Bayern und Glatz. Herzog Ernst trug viel zum Ausbau und zur Modernisierung der Stadt Glatz bei. Sein Kammerarchitekt Lorenz Krischke baute die Burg auf dem Festungsberg im Renaissancestil um. In Zusammenarbeit mit König Friedrich berief der Wittelsbacher am 2. Juli 1558 eine Kommission ein, um die Glaubensverhältnisse in der Glatzer Grafschaft zu erforschen. Der Kommission gehörten Kreisräte, kommissarische Verwalter des Prager Erzbistums und andere Personen an.
Unter anderem wurden allen Geistlichen folgende Fragen gestellt: Was ist die christliche Kirche? Wodurch ist sie erkennbar? Besteht außer der Kirche Seelenheil  und Sündenerlass? Hat der Mensch einen freien Willen? Das Ergebnis, Herzog Ernst blieben nach dem Forschungsergebnis in der Grafschaft lediglich 13 katholische Priester übrig, wobei elf von ihnen verheiratet waren. Die Kommission stellte weiterhin fest, dass die Bürger, in der Mehrheit Protestanten, abgesehen von einigen Angehörigen nichtkatholischer Bewegungen, waren. Der Bericht der Kommission richtete sich vor allem gegen die „Schwenkfelder“, eine protestantische Gruppierung von Protestanten, deren Name auf Kaspar von Schwenkfeld zurückgeht, der einige Zeit in Klodzko lebte. Nach seinem Wegzug, blieb der Name für seine Anhänger.
Ernst setzte das um, was er ursprünglich in Salzburg vorhatte und führte im Glatzer Land europäische Regierungsnormen ein. So bekam die Administration qualifizierte und kompetente Ämter. Er verwies dabei ganz deutlich auf die Pflichten und Verantwortung der Beamten. Nach seinem Tod am 7. Dezember 1560 ging die Grafschaft Glatz als Erbe an Herzog Albrecht V., der die Grafschaft an König Ferdinand abtrat.
Die Glatzer Stände brachten eine Ablösungssummer auf, zunächst nur einen Teil im Jahre 1561, der Rest kam 1567 zusammen, somit kauften sie das Glatzer Land von den Habsburgen. Mit diesem Akt wurde die Grafschaft von der Lehenspflicht befreit.
Ernst wurde zunächst in der Glatzer Schlosskirche begraben, sein Leichnam aber später nach München überführt. Die Grabplatte des Herzogs Ernst in der Kirche des Heiligen Martin, die ehemals zu Füßen des Festungsberges stand, wurde nach deren Abriss in der südlichen Außenmauer der Festung eingemauert. Die Platte des Wittelsbachers Ernst steht somit als Erinnerung an eine bayerische Epoche in der Glatzer Geschichte.
Autor: Mieczyslaw Kowalcze, Geschichtslehrer am ZSS in Klodzko Übersetzung:Ewa Rychel, Klodzko                                         Literaturverzeichnis beim Autor  
 
Polnische Version
(Arcybiskup) Ernst Wittelsbach, książe bawarski – właściciel i władca Hrabstwa Kłodzkiego (1548-1560)
W 1454 roku ziemię kłodzką kupił czeski regent Jerzy z Podiebradów. Zrobił to przede wszystkim po to, by stworzyć swoim synom odpowiednio znaczący zakres rządzenia. Jego władzę królewską stale w Czechach podważano, więc nie mógł liczyć na założenie dynastii i na ciągłość tytułu królewskiego w rodzinie. 24 czerwca 1459 roku nadał ziemi kłodzkiej tytuł hrabstwa, a łącząc je z ziemią ziębicką oddawał swoim potomkom. Akt założycielski potwierdził cesarz Fryderyk III. Mieszkańcy Hrabstwa pozostali wierni swojemu husyckiemu panu mimo, że w większości byli prawowiernymi katolikami. Nie przejęli się klątwą i interdyktem nałożonymi na nich przez wysłanników papieża Pawła II. Ród Podiebradowiczów czynił starania, by zgodnie żyć z kłodczanami. Jerzy brał udział w katolickich mszach, a żona jego syna Henryka Starszego Urszula zastała pochowana w krypcie kościoła parafialnego. Ich synowie sprzedali Hrabstwo Kłodzkie austriackiemu hrabiemu Ulrichowi von Hardeck za 70 tys. guldenów w 1501 roku. Należy ono do tej rodziny do roku 1534, kiedy to kupił je król czeski Ferdynand I. Warto pamiętać, że po bitwie pod Mohaczemi i śmierci Ludwika Jagiellończyka Hrabstwo wraz z Czechami znalazło się pod panowaniem Habsburgów. Ferdynand nie mógł jednak wywiązać się z umowy z powodu braku pieniędzy. Zastawił więc wszystkie prawa do tej ziemi Johannowi von Pernstein. Układ miał zostać zrealizowany w ciągu 6 lat. Mimo ich upływu nadal, z powodu braku pieniędzy w skarbcu królewskim, von Pernsteinowie rządzili Hrabstwem Kłodzkim do 1548 roku. W tym czasie Johann von Pernstein dołączył do tych władców i właścicieli Ziemi Kłodzkiej, którzy mieli prawo wybijania własnej monety. Habsburgowie próbowali ograniczyć ten przywilej. Jednakże bez skutku, ponieważ mieli tylko ograniczoną jurysdykcję wobec mieszkańców Kłodczyzny. Jeszcze za życia Johanna odbyły się negocjacje co do przyszłości Hrabstwa. Arcybiskup Salzburga Ernst Wittelsbach , ksiaże bawarski, zainteresowany jego przejęciem, został poddanym Korony Czeskiej, gdy zgodę na to wyraziły tzw. stany czeskie. To był ważny warunek przejęcia Hrabstwa. Ferdynand I potwierdził przekazanie tych ziem 14 listopada 1549 roku.
 
Ernst osiedlił się w Hrabstwie, za które zapłacił 140 000 guldenów i zajął się nim energicznie, ograniczając swoją aktywność poza nim. Swój program pracy w Hrabstwie przedstawił juz na poczatku pobytu. W historii Ziemi Kłodzkiej zapisał się jako ktoś, kto podjął zdecydowane działania kontrreformacyjne, a także wybijał własną monetę – dukaty. Ich przykłady można obejrzeć w Muzeum Ziemii Kłodzkiej. Na awersie oglądamy czeskiego lwa, na rewersie herby Palatynatu, Bawarii oraz Kłodzka. Książe Ernest przyczynił się do rozbudowy i modernizacji Kłodzka. Jego nadworny architekt Lorenz Krischke przebudował w stylu renesansowym zamek na Górze Fortecznej. We współpracy z królem Ferdynandem Ernst 2 lipca 1558 roku powołał na kłodzkim zamku komisję do zbadanie stosunków wyznaniowych w Hrabstwie Kłodzkim. W jej skład weszli radcy cesarscy, komisaryczny administrator arcybiskupstwa praskiego Henryk, a także dr Neatius, prowadzacy wczesniej w Kłodzku synod. Warto przytoczyć niektóre pytania, jakie zadano wszystkim duchownym Hrabstwa: czym jest Kościół chrześcijański, po czym jest rozpoznawany, czy poza Kościołem istnieje zbawienie i odpuszczenie grzechów, czy ci, którzy od niego oddzielaja się są poczytywani za kacerzy i odszczepieńców, czy człowiek ma wolna wolę, czy można prosić o pomoc Marię i innych świętych? Książe Ernst otrzymał następujący wynik badania: w Hrabstwie pozostało jedynie 13 księży wiernych kościołowi katolickiemu, przy czym 11 z nich było żonatych. Komisja jednoznacznie mogła stwierdzić, że mieszkańcy w większości stali się protestantami kilku ruchów niekatolickich, w tym schwenkfeldyzmu przeciwko któremu głównie skierowane było sprawozdanie komisji. Ernst wprowadził do Hrabstwa Kłodzkiego europejskie normy rządzenia. W administracji zatrudniał urzędników wykwalifikowanych i kompetentnych. Dzielił jasno obowiązki i odpowiedzialność. Po jego śmierci kłodczyzna pozostawała nadal zastawem, a stany kłodzkie, nie chcąc przedłużać tej sytuacji, zebrały sumę wykupu i najpierw częściowo w 1561, a póżniej w całości w 1567 roku i uwolniły się od miana ziemi będącej ciągłą pożyczką.
 
Płyta nagrobkowa księcia Ernesta z kościoła św. Marcina, który stał kiedyś u stóp zamku na Górze Fortecznej, została wmurowana w zewnętrzny mur Donjonu /Twierdzy (Kłodzkiej) od strony południowej jako pamiątka po ważnej dla historii Ziemi Kłodzkiej osoby.
Aus dem Buch: Mal Bayerisch, mal böhmisch- jednou Bavorsky, jednou Chesky....