Foto: Der niederbayerische Baumeister Benedikt Ried von Piestung war Baumeister der polnischen Piastenkönige. Die Burg Frankenstein trägt seine Handschrift. Sein berühmtester Bau: Der Vradislaus -Saal auf der Prager Burg.

Baumgarten /poln. Braszowice

Das stattliche Bauerndorf Baumgarten ist mit einer Längenausdehnung von  ca. 3,5 km und einer Flächengröße von 1402 ha ein vergleichsweise großes Dorf. Bei der amtlichen Volkszählung vom 17. Mai 1939 hatte Baumgarten 1023 Einwohner.

Der Ort besitzt einen bislang unbekannten kostbaren Kirchenschatz, der unversehrt die Zeit des Krieges überstanden hat. Zu erwähnen ist exemplarisch  eine barocke Monstranz aus dem Jahre 1683 zu der sich noch weitere sakrale Gegenstände von kunsthistorischer Bedeutung gesellen. Am 20. Februar 1945 ließ der damalige Pfarrer vor seiner Flucht die besten Kirchengeräte von vertrauenswürdigen Gemeindemitgliedern vergraben. Da die Front aber Ende Februar bzw. Anfang März 1945 in einer Entfernung von ca. 25- 30 km südlich von Baumgarten zum Stehen kam, blieb den Dorfbewohnern die Flucht erspart.  Die Rote Armee besetzte das Dorf am 8. Mai 1945 ohne größere Kampfhandlungen. Nachdem sich die Lage beruhigt hatte, wurden die liturgischen Geräte wieder ausgegraben.

Frankenstein / Ząbkowice Śląskie

altes Wappen mit Böhmischen Löwen und schlesischem Adler.

Die ehemalige Kreisstadt, eine Siedlung der Franken hatte 1939 rund 10.800 Einwohner. Ende 2010 betrug die Einwohnerzahl der Stadtgemeinde rund 15.800. Der Anstieg ist z.T. auf die nach 1946 erfolgte Eingemeindung des Dorfes Zadel , das unmittelbar an Frankenstein grenzt, zurückzuführen. Frankenstein wurde um 1287 nach dem Magdeburger-Neumarkter Stadtrecht an der alten Königsstraße von Böhmen nach Breslau durch Heinrich IV. von Breslau gegründet. Hussiten (1428) und Schweden im Dreißigjährigen Krieg eroberten, brandschatzten und plünderten den Ort. 1646 wurde das einstmals prächtige Renaissance Schloss, durch Herzog Karl I. von Münsterberg-Oels erbaut. Leider wurde es durch die Schweden gesprengt. Die Ruine zählt zu den größten Schlossruinen Schlesiens.

Foto: Das Wahrzeichen Frankensteins ist der „Schiefe Turm“, ein Glockenturm der nebenstehenden katholischen Pfarrkirche St. Anna mit einer Höhe von 38 Metern. Seit einer Erdsenkung am Ende des 16. Jahrhunderts hängt er seitlich über. Eigentlich sollte er nach dem großen Stadtbrand von 1858 abgerissen werden. Doch die katholische Kirchengemeinde ließ es nicht zu. Die Kirche St. Anna stammt von 1415 und wurde 1450 zur gotischen Hallenkirche umgebaut. Das Grabmahl Melchiors Scholz von Löwenstein in der Pfarrkirche ist ein Meisterwerk der Renaissance.

Foto. Rathausturm( 72m ) - der obere "Ring" (Marktplatz), davor  Kommandanten-, bis 1945 Kreishaus- Blick vom Kirchhof

Beherrscht wird die Stadt von dem 72 Meter hohen, 1532/34 erbauten und 1862/65 wiederhergestellten Rathausturm. Die mittelalterliche Ausdehnung der Stadt betrug 21 Hektar, die neuzeitliche rund 413 Hektar. Vom Rathausplatz, dem Ring führten einst die alten Straßenzüge zu den nicht mehr existenten Stadttoren. Geblieben ist die alte im Westen und Norden gut erhaltene Stadtmauer. Heute umfährt der Reisende Frankenstein durch eine westliche Umgehungsstraße.

Berühmte Zeitgenossen übernachteten in Frankenstein auf ihrer Durchreise. So Feldmarschall Fürst Blücher in der Breslauerstraße, 1813 Zar Alexander I. von Russland, als Verbündeter der Preußen. Friedrich der Große 1778 im Komanandenhaus. In der Brauhaus -straße, in sie mündet die Tuchmacherstraße, steht das Geburtshaus des schlesischen Dichters Moritz Graf Strachwitz. Das Kommandantenhaus am Ring 38 steht neben dem Rathaus, hier übernachtete Friedrich der Große 1779. Vor dem 2.Weltkrieg befand sich in Frankenstein die Staatliche Polizeischule für ganz Schlesien.

Informationen

Urząd Miejski w Ząbkowicach Śląskich 

http://zabkowiceslaskie.pl/de

e-mail: urzad(at)zabkowiceslaskie(dot)pl

 

Der Zobten (Sobótka) mit dem Dorf Rogau (Rogow Sobocki)

 

Der 718 m hohe Berg, bis Breslau sind es nur mehr 35 Kilometer, beherrscht die mittelschlesische, fruchtbare Ackerebene und gilt als Wahrzeichen Schlesiens  Ursprünglich „Siling“ genannt, galt er als altes Stammesheiligtum der Kelten, der germanischen Silinger, einen Stamm der Vandalen, der bei der Völkerwanderung nach Spanien wanderte, aber ebenso der Slawen. Im 12. Jahrhundert holten die polnischen Piastenfürsten Siedler ins Land. Der Name Zobten oder „Zottenberg“ bürgerte sich im 14. Jahrhundert ein unter ihm lag der Ort Zopten am Berg. Rings um den Zopten lag die älteste Kulturlandschaft Schlesiens. Aus der Zeit um 400 vor Christus stammen seine Ringwälle.

Rogau- Rosenau mit dem Schloss der Fürsten von Pückler

Sehenswert, die St. Anna Kirche, in der historischen evangelischen Kirche wurde am 27. März 1813 das Lützower Freikorps durch Pastor Peters eingesegnet.

 Nimptsch- Niemcza

Erste Siedlungsspuren reichen bis ins 12. Jahrhundert vor Christus zurück. Im 4. Jahr nach Christus gab es bereits einen befestigten Burgstall Silingischer Stammessippen. Der Ortsname geht auf die Ansiedlung im 6. Jahrhundert zurück. Als die Silinger auf die bereits vorhandenen Bewohner trafen, konnten sie diese sprachlich nicht verstehen und so entstand der Name „Nemici“, was soviel bedeutet, wie Stumme / Fremde. Bei der ersten urkundlichen Burgsiedlung von 1017 wurde die Bezeichnung beibehalten. 1155 wurde Nimptsch piastischer Kastellansitz, 1282 erhielt die Siedlung Stadtrechte, auf dem Gelände der altpolnischen Stadt erfolgte eine Stadtgründung nach deutschem Recht. 1329 gehörte Nimptsch zur böhmischen Krone, 1562 habsburgisch und 1752 preußisch. Im 2. Weltkrieg erfolgten keine Zerstörungen, 1964 wurden alte Bürgerhäuser, das Schloss und die katholische Hedwigskirche abgerissen, deren barocke Ausstattung befindet sich im Nationalmuseum Breslau. Die Barockaltäre wurden in der Pfarrkirche St. Peter und Paul aufgestellt, eine Kirchengründung aus dem Jahre 1295, nach einem Brand 1853 im neuromanischen Stil wiedererbaut.

Als Zeuge aus dem 30jährigen Krieg gibt es heute noch eine Stadtmauer, die 1926/34 und 1966 restauriert wurde.  Blick auf den Marktplatz Heute wohnen in der kleinen Stadt rund 4.000 Einwohner.

Foto. Rathaus 

Niemcza und das Schloss der Heiligen Hedwig – der Patronin von Schlesien

Niemcza gehört zu den ältesten Städtchen in Niederschlesien. Die erste Erwähnung der hiesigen Burg finden wir schon um 990 in der Sázavachronik:  Es befand sich an einem der ältesten Handelswege Europas.Die Burg war lange im Besitz des Geschlechts der Slezanen. Und als um 990 Schlesien zu den Herrschaften des polnischen Herrschers kam, wurde die Burg von Niemcza umgebaut und erweitert. Um ihre Wehrfähigkeit zu erhöhen, umgab man sie nicht nur mit Erdwällen, sondern auch mit einer auf ihre Art in Schlesien ganz einmaligen Steinpalisade. Tatsächlich ging es um eine sehr gut befestigte Burg, wovon sich auch deutsche Angreifer überzeugen konnten, die 1017 vergeblich versuchten, Niemcza zu erobern. Die Stadtrechte erwarb Niemcza im Jahre 1282, als hier schon mehr als 3000 Einwohner lebten. In jener Zeit entstand auf städtischem Boden durch Umbau der Burg nach und nach eines der ältesten schlesischen Schlösser, das später St. Hedwigsschloss enannt wurde.

Es erfüllte in der früheren Epoche der Geschichte des polnischen Staates auch die Aufgabe einer Grenzburg und hatte ebenfalls einen Kastellan, der gleichzeitig die Aufsicht über das Gebiet hatte und zu dessen Verwaltung das „provincia de Nemchi“ genannte Territorium gehörte. Die Burg beherbergte öfter auch Henryk den Bartigen und eine Zeitlang weilte hier ebenfalls seine Gemahlin Jadwiga (Hedwig). Diese verbarg sich an Ort und Stelle offensichtlich in den Jahren 1213-1216, als Konflikte zwischen den Fürstensöhnen ausbrachen. Die deutsche Bezeichnung Hedwigsburg ging gerade aus dieser Tradition hervor, die zwar erfunden, aber genauso gut auch authentisch sein kann.

Bild:Schloss der Hl Hedwig und deren Abbildung

Ende des 13. Jh. wurde in Niemcza ein großes Schloss aus Stein gebaut, in dem der Burgvogt seinen Sitz hatte. Im Jahre 1331 belagerte die Burg ohne Erfolg ein Heer des Johann von Luxemburg, das den Kreuzrittern zu Hilfe eilte. In den Jahren 1429-1434 siedelten die Hussiten auf der Burg. Und damals endete auch die legendäre Überlieferung, die von ihrer Uneinnehmbarkeit kündete. Damals rissen sie die Gegner der böhmischen Hussiten nieder, aber kurze Zeit später wurde sie wieder errichtet und gleichzeitig entstanden auch in der Stadt neue Bauten.

 1585 hat man die Burg, deren Umbau zu einem Schloss lange dauerte, unter der Leitung von Bernard Niuron und Giovanni Lugano erneut erweitert und im Stil der Renaissance umgestaltet. Damals wurde aus ihr schließlich jene luxuriöse Residenz der Fürsten von Brzesk, die hier aber niemals vorbeikamen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss mehrmals belagert und später großenteils zerstört, als sich für eine gewisse Zeit der kaiserliche Generalissimus Albrecht von Wallenstein seiner bemächtigt hatte. Im Jahre 1675 verstarb im Alter von fünfzehn Jahren der letzte Nachfahr der schlesischen Piasten, Jerzy Wilhelm. Er hatte keine Erben. Niemcza ging damals in habsburgischen Besitz über. Zu Beginn des 18. Jh. wurde mit Unterstützung des österreichischen Kaisers in Niemcza eine katholische Kirche errichtet. Und schon 1735 wurden dort die ersten Gottesdienste abgehalten. Auch in den folgenden Jahren arbeitete man an ihrer Ausstattung, während das Schloss von Niemcza mit Sgrafitti ausgeschmückt wurde.

1926 entstand hier das Stadtmuseum. Aber der Kirche von Niemcza, die sich ihres achteckigen Baus im Stil der Renaissance rühmte, drohte der Einsturz auf schütterem Boden. Und deswegen musste sie in den sechziger Jahren des 20. Jh. aberissen werden. Wir können aber immer noch ihre Grundfesten sehen, die sich in der Stadt erhalten haben. Bis in die neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts war in den Schlossräumen ein Textilbetrieb untergebracht. Momentan hat das Schloss einen neuen Besitzer, der es umbauen möchte.    Text über die Hedwig und die Beziehungen zur Stadt: Alicja Berbec, Lehrerin in N.

Information

http://www.um.niemcza.pl                      sekretariat(at)um(dot)niemcza(dot)pl

 

Die weiteren Orte von Nimptsch bis Breslau (oft neben der heutigen Umgehungsstraße):

Groß Wilkau – Wilkow Wlk.

Heidersdorf – Lagiewniki 

Jordanmühle – Jordanow SL mit Wappen

Lorankowitz

Koberwitz

Bettlern

Klettendorf              

Unser Ziel nach rund 1200 Kilometern ab Stadt Luxemburg: Breslau  ( Wroclaw )