Von Nürnberg  über Behringersdorf, Rückersdorf und einem Abstecher auf den Rothenberg bei Schaittach nach Lauf a.d.Pegnitz

Erste Station nach Nürnberg ist Erlenstegen. Der heutige Stadtteil von Nürnberg hat an der Hauptstraße seinen dörflichen Charakter beibehalten. Am Ortsausgang in Richtung Lauf steht ein Flurstock aus hellem Sandstein mit dem Hinweis auf die einstige Böhmische Grenze. Im Sommer durch das Grün mächtiger Bäume fast verdeckt, zeigt ein Relief im oberen Kapitel die Kreuzigung Christi und die Figuren der Maria und des Johannes, an den Schmalseiten den Schmerzensmann. Das Original aus dem 16. Jahrhundert wurde 1946 stark beschädigt und soll ins Germanische Museum gebracht worden sein. Die heutige Kopie wurde 1959 errichtet, seit 1989 steht der Flurstock an jetziger Stelle.

 

Foto: Behringersdorf - Böhmische Grenze zur Reichsstadt Nürnberg

Durch Behringersdorf wurde die Böhmische Straße erst 1834 neu gebaut. Ursprünglich verlief sie daran vorbei. Noch heute erinnert die Flurbezeichnung „Zollholz“ an eine Zollstation vor der Freien Reichsstadt Nürnberg

 

Rückersdorf

Der Charakter des Straßenortes, dessen Häusergiebel seit 650 Jahren auf beiden Seiten zur Goldenen Straße blicken, hatte eine wichtige Funktion bei den Fuhrleuten des Mittelalters. Vor  Nürnberg war Rückersdorf ein gewichtiger Rastplatz für die Reisenden und Kaufleute, später auch Poststation. Als Dorf ohne Befestigung war es besser geeignet als eine Stadt, da nachts nie ein Tor verschlossen ward. So entwickelte sich der Ort als eine Art Hauptanlaufstation der Reisenden, die in den Abendstunden ankamen. Viele, heute noch existierende Gasthöfe, erinnern an den Fuhrmannsort Rückersdorf.

 

Auch Flurnamen, wie „Sieh dich für“, ein alte Bezeichnung aus der Fuhrmannssprache, was so viel wie „ Pass auf oder Vorsicht!“ ( tschechisch POZOR, Pozorka) bedeutet, verweisen auf die berühmte Altstraße.

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Osterbrunnen vor dem Gemeindezentrum- im Wappen der Hinweis auf den Handelsweg der Goldenen Straße

 

Heimatmuseum in den Räumen des alten Tucherschlosses. 90607 Rückersdorf, Schlossgasse. Öffnungszeiten: Ostermontag und Erntedankfest: 14 –18 Uhr, jeden zweiten Sonntag und Montag im Juli von 15 Uhr bis 19 Uhr, oder nach Vereinbarung.

Informationen: 0911 / 5706332 oder Gemeinde: 0911 – 57054-26.

www.rueckersdorf.de

 

Der Rothenberg bei Schnaittach

sollte die Goldene Straße bewachen                                                                     

Von der einst stolzen und oft umgebauten Burgveste sind nur mehr Reste vorhanden um die sich der Heimatverein Schaittach kümmert.

 Die Feste Rothenberg, idyllisch in der Fränkischen Schweiz gelegen, diente Karl IV. zur Sicherung der Goldenen Straße in Richtung Erlangen, Frankfurt und der Straße nach Eger. Der Rothenberg eine Burg aus dem 13. Jahrh. wurde zwischen 1729 und 1750 aufwändigst und großzügig umgestaltet. Das heutige Bauwerk ist zu 2/3 saniert und eine der letzten Rokokofestungen in Europa.

Der Markt Schnaittach hat den Namen des Baches übernommen, weil sie nicht nur der älteste bewohnte Ort des Tales ist, sondern von Anfang an auch Mittelpunkt der Landschaft war. „Schnaittach" bedeutet soviel wie „Grenzbach". Das Schnaittachtal liegt unmittelbar am Fuße der Albstufe, vom Markt Schnaittach abwärts senkt sich der Bach in die Sandsteine des unteren Schwarzen Jura. Nachweisbar reichte in früherer Zeit der Nürnberger Reichswald bis an die Schnaittacher Ortsflur heran.

1011 wird Schnaittach erstmals in einer Urkunde genannt. Der Ort bestand aber vermutlich bereits länger. König Heinrich II., der Heilige, schenkte mit Urkunde vom 02. Juli 1011 „Sneitaha" (Schnaittach) dem von ihm neugegründeten Bistum Bamberg. Im Mittelalter hatten die Schnaittacher Bauern aber auch noch mit einem anderen Herrn zu rechnen, mit dem Besitzer des Burg Rothenberg. Eine kostbare Nachricht aus den Jahren 1366/68, die uns in einem Salbuch (Herrschaftsbuch) des böhmischen Königs und deutschen Kaisers Karl IV: überliefert ist, lesen wir, dass die Bauern außer ihren Gilten nach Bamberg, auch gewisse Abgaben an den Inhaber der Burg Rothenberg, den Kaiser, als „Vogt" (Schutzherrn) zu leisten hatten.

Das Dorf Schnaittach bestand damals aus 12 Höfen, auch Lehen genannt.  Aus diesem Salbuch wissen wir auch: „Seit dem der König von Böhmen den Rothenberg erworben hat (um 1360) seien viele neue Häuser errichtet worden". Spätestens zu dieser Zeit (eher um 1300) muss der Markt auch zu einer Kirche gekommen sein. Einer alten Überlieferung zur Folge war das heutige Heimatmuseum der Standort des ersten Schnaittacher Gotteshauses. Sichere Kunde vom Kirchenwesen in Schnaittach haben wir erst aus dem Jahr 1385. Damals errichtete König Wenzel gemeinsam mit einigen Bürgern des Marktes eine Frühmesse in Schnaittach. Vermutlich wurde in dieser Zeit der Grundstein zur Kirche St. Kunigund gelegt, die bis zu den Jahren 1542 bis 1556 noch durch die Mutterkirche Bühl betreut wurde.

Foto: Ziegen, die letzten Bewohner auf der Veste Rothenberg

Foto: der Kastellan berichtet humorvoll von den Nürnberger "Pfeffersäcken".

 

Foto: So mag die Burg 1360 unter Kaiser Karl IV. ausgesehen haben .

Die mächtige Festungsruine über dem Markt kündet von einer bewegten Vergangenheit, die für ein weites Umland nachhaltige Wirkungen hat. Man darf sagen: Der Rothenberg wurde Schnaittachs Schicksal bis ins 19. Jahrhundert. Die bewegte Geschichte der Festung Rothenberg und ihre Bedeutung für Schnaittach kann in dem Buch von Dr. Fritz Schnellbögl „Schnaittach und seine Landschaft" nachgelesen werden.

www.schnaittach.de

www.festung-rothenberg.de