Foto: Hersbrucker Burg - Könige und Kaiser übernachteten hier auf dem Weg nach Nürnberg und Frankfurt

 

Über Reichenschwand nach Hersbruck

Reichenschwand

Der Ort ist ein Rodungs- und Straßenort und urkundlich erstmals 1225 in einer Urkunde König Heinrich VII. genannt. Der Herrensitz wurde Karl IV. als Lehen angetragen.

 In Reichenschwand gibt es ein Wasserschloss im Renaissancestil (heute neugotisch) aus dem Jahre 1530 auf einer Pegnitzinsel mit zusätzlichen Wassergräben. Das Schloss selbst hat seinen Ursprung im 13. Jahrhundert. Über 300 Jahre hatte die Familie von Furtenbach die Herrschaft über den Ort. Heute ist hier darin ein Schlosshotel, im Besitz der bayerischen Modefirma Wöhrl mit Stammsitz in Nürnberg, untergebracht.

Die Rokokokirche ( 1745) und das Pfarrhaus, ein Fachwerkhaus aus dem Jahre 1557 trägt über dem Eingang einen Schwan, Wappentier der Herren von Furtenbach. Im August jeden Jahres am 10. Sonntag nach Trinitas wird in Reichenschwand ein altes Brauchtum durchgeführt, die Bürger gedenken der Zerstörung Jerusalems. Zum Gedenkgottesdienst in der Totenkapelle des Friedhofes werden die Gräber des Friedhofes besonders geschmückt.

Info-Adresse : Gemeinde Reichenschwand

Nürnberger Str.20    91244 Reichenschwand

Tel: 09151- 86920

www.reichenschwand.de                     gemeinde(at)reichenschwand(dot)de

Der Weg weicht nun etwas von der B 14 ab und führte vermutlich über kleinere Orte wie Oberndorf, Heuchling, Neunkirchen, Speikern.

Hersbruck

Dreimal in seiner Geschichte wird Hersbruck bayerisch. Seine Entstehung verdankt die fränkische Stadt 1003 der alten Handelsstraße von Regensburg nach Forchheim. Diese führte durch eine Furt in der Pegnitz. Im 9. Jahrhundert wurde eine erste Brücke und eine befestigte Wohnanlage errichten; die Reisenden mussten beim Passieren Brückenzoll entrichten. Dass dies auch ordentlich funktionierte, dafür sorgte ein gewisser „Haderich“. Viel Streit und Hader soll es dabei gegeben haben und so hieß die Brücke bald Haderichsbrücke, die erste Schreibweise des Ortes lautete „Hatherihisprucga“.

976 kommt Hersbruck zum sogenannten „Nordgau“ und in den Besitz des Klosters Bergen. Unter Kaiser Heinrich II., der das Bistum Bamberg 1007 gründete, wurde der Ort bambergisch, Marktrecht seit 1057. Als Schutzvögte fungierten die Sulzbacher Grafen um 1075. Wieder wechselten die Besitzer, nach dem Tode des Hohenstaufers Konradin kommt Hersbruck 1269 an die Wittelsbacher.

 

1360 erhielt Hersbruck das Stadtrecht durch Karl IV.; 28 km sind es bis Nürnberg. Die Goldene Straße, die durch die Stadt führt, wird seit 1353 noch heute „Prager Straße“ genannt, der Straßenmarkt wurde jedoch nur im oberen Bereich direkt berührt. Markant die Tore im Westen, sowie das spätgotische Nürnberger Tor (1444) im Osten. Unter Karl IV. begann der Bau einer neuen Stadtbefestigung, einbezogen wurde das Hersbrucker Schloss, das durchreisenden Adeligen oft als Herberge diente. Der Obere Markt entstand durch die stärker werdende Nutzung der „Goldenen Straße“ unter Karl IV. Hohe Bürgerhäuser mit Hopfentrockenböden und Aufzugsnasen erinnern an diese Zeit.

Das Bürgerspital mit der Spitalkirche und das ehemalige Klostergebiet mit der evangelischen Stadtkirche St. Maria standen abseits der Straße auf einer natürlichen Erhebung des rechten Pegnitzufers. Das Schloss präsentiert sich heute als hufeisenförmiger Renaissancebau mit zwei Türmen aus der Zeit von 1616 – 1622. Hinter einem tiefen Graben, des Schlosses beherbergte später die Nürnberger Pfleger, ist heute das Amtsgericht untergebracht. Die nebenan liegende klassizistische  Fronveste, ehemals Gefängnis, stammt aus der Zeit von 1883 / 40. Über 80 Jahre dauerte der Ausbau der Stadtbefestigung.

Immer in Aktion, die Hersbruck Altstadtfreunde, dazu ein Link  http://www.lau-net.de/altstadtfreunde.hersbruck/

Nach dem bayerischen Erbfolgekrieg zwischen den Wittelsbacher Linien in München und Landshut kam Hersbruck zum Nürnberger Territorium, dort sollte es 300 Jahre verbleiben. Nachdem Napoleon 1806 das Königreich Bayern genehmigte, wird Nürnberg vereinnahmt, Hersbruck wird zum dritten Male in seiner Geschichte bayerisch.

 

Stadtmauer zeigt noch heute die gute Befestigung der Stadt

Jeden Samstag und Sonntag spielen nach den Hauptgottesdiensten vom Rathausturm die Turmbläser. Die Stadtkirche, die um 1440 errichtet wurde, aber auch die anderen Kirchen, weisen bedeutende gotische Altäre vor. Hervorzuheben ist der großartige „Kirchenväteraltar“ der Stadtkirche aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, er gilt als einer der wichtigsten Schreinaltäre der fränkischen Spätgotik aus der Bamberger Werkstatt Wolf Katzheimers. Das historische Stadtbild ist gut erhalten: Spital- Nürnberger- und Wassertor, Reste der Stadtmauer.

Als Nachbarstadt von Lauf hatte die Metallverarbeitung in Hersbruck keine große Bedeutung. Auf Viehzucht und Hopfenanbau hatte sich die Stadt spezialisiert. Bedeutsam das Deutsche Hirtenmuseum, in einem stattlichen Bürgerhaus untergebracht, verweist es darauf, dass die Viehzucht bis in die sechziger Jahre dieses 20. Jahrhunderts florierte. Viehherden zogen, begleitet von Hirten, allmorgendlich auf die Weiden. Die Hirten waren Angestellte der umliegenden Gemeinden. Schafherden bevölkerten die Alb und beeinflussten die Vegetation. Das Hirten- und Heimatmuseum zeigt die Entwicklung des einst so bedeutenden Wirtschaftszweiges. Am 6. Januar, dem Dreikönigstag, sorgen alljährlich Peitschenknaller, Bläser, eine Schafherde für eine gute Stimmung des „Hirtentages“.

Viele machten hier Rast


Im Gasthof zum Goldenen Stern in Hersbruck nächtigte um 1265 einst Konradin der letzte Hohenstaufe, noch existent ist der Gasthof „Zum roten Ochsen“.

Karl IV. kam zwischen 1353 und 1373 über fünfzig Mal durch Hersbruck. König Wenzel IV. und sein Halbbruder Kaiser Sigismund nahmen den Weg über Hersbruck. Kaiser Karl V. zog 1541 und 1547 nach Hersbruck, das kaiserliche Heeres Schmalkaldischen Bundes rückte von hier aus gegen die Protestanten. Kaiser Ferdinand I. übernachtete 1558 im Schloss Hersbruck auf seiner Reise von Prag zur Kaiserkrönung nach Frankfurt. Am 7. Juni 1570 erreichte auf dem Weg zum Reichstag in Speyer Kaiser Maximilian II. Hersbruck, auch er blieb eine Nacht. Begleitet wurde er von seiner Gemahlin und seinen vier Töchtern. Das Volk bestaunte besonders den Elefanten in seinem Tross. Am 2. Januar 1571, seinem Rückweg machte er erneut Station in Hersbruck.

 

Riesiges Aufsehen zog der Böhmenkönig Matthias auf sich. Als er am 3. Mai 1612 auf der Goldenen Straße von Prag nach Frankfurt zur Kaiserkrönung reiste. Sein skurilles Gefolge bestand aus seiner Gemahlin und 1500 Personen, darunter seine Hofnarren und des Königs Leibaffe. Mit 135 Kutschen und Reisewagen und 636 Pferden zogen sie in die Hersbruck ein. Der von der Gicht geplagte König, sah, so berichten die Aufzeichnungen „wegen seines Zipperleins übel aus, trug keinen Hemdkragen, schlechte schwarze Beinkleider und Pantoffeln, wodurch sein Aussehen noch übler wurde“.

Beim Geleitwechsel kam es in Weigendorf zu einem Eklat zwischen zwei rivalisierenden Herren der Umgebung. Sie gerieten in heftigen Streit, da ein jeder der beiden den Schutz übernehmen wollte. Matthias darob zu erzürnt, gewährte den angereisten Nürnberger Ratsherren im Hersbrucker Schloss keine Audienz. Nach seiner Rückkehr nach Prag übernachtete Matthias am 5. Juni 1612 nochmals im Schloss. Gustav Adolf von Schweden hatte während des 30jährigen Krieges sein Lager bei Hersbruck im Sommer 1632 aufgeschlagen.

Immer wieder kam es zu Streitigkeiten beim Geleitwechsel hoher Herren. So, als im Sommer 1658, der erst achtzehnjährige Erzherzog Leopold von Österreich, böhmischer und ungarischer König von Prag zur Kaiserkrönung nach Frankfurt reiste. Ein unglaublich stattlicher Zug, er übertraf den von Matthias, bot sich dem gaffenden Volk. Mit Prunk marschierten 1650 Reit- und Landkutschpferde, voran ein 800 Mann starkes Reiterregiment, Militärkapelle, Leibgarde nach Herbruck ein. Mit dabei, der oberste Kammerherr des Reiches, Graf Schwarzenberg, vier Dutzend Grafen, Freiherren und Exzellenzen. Anschließend die Kanzleibeamten des Reiches, aus Ungarn, Böhmen, die Hofkriegskanzlei, ein eigenes Zahl- und Postamt, Mediziner, Apotheker, Barbiere, Junker, Hofprediger, Hofkapläne, Mundköche, Diener Heizer, Türhüter und vieles mehr aus dem direkten Gefolge des jungen Herrschers. In drei Kammerwägen wurde alle die notwendigen Utensilien des Kaisers befördert.

Leopold sollte an der fränkischen Grenze würdevoll empfangen werden. Doch erneut kam es zum Streit zwischen den Geleitformationen, die den Ehrgeiz hatten, dem Kaiser Schutz zu gewähren. Angerückt waren 300 Mann des Markgrafen von Brandenburg, was jedoch den Bürgern aus Hohenstadt und Hartmannshof total missfiel. Am 1. August 1568 kam es in Hohenstadt zu Rangeleien beider Parteien, sogar Schüsse fielen. Die Brandenburger wollten daraufhin den Schlagbaum von Hersbruck mitnehmen, doch es gelang den Einheimischen sie zu verjagen, man wollte sie am liebsten alle in die Pegnitz werfen.

Zur Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges 1704 zog von Wien aus kommend, Kaiser Joseph I. über Prag nach Nürnberg. Diese Reise wurde am 11. September akribisch vom Schreiber der Stadt Nürnberg festgehalten. So wissen wir, dass sich die Straße zwischen Hartmannshof und Hersbruck im desolaten Zustand befand. Eine Bürgerkompanie sollte sie einige Tage davor ausbessern. Da dies in der Kürze der Zeit nicht möglich und der Sommer sehr trocken war, mussten die Bauern ihre Wiesen abmähen und so verlief der Zug des Kaisers neben der offiziellen Straße. Überall in de Dörfern wurde geputzt, überall formierten sich die Bürgerwehren zur Begrüßung, läuteten die Glocken, über dem Schloss Reicheneck stiegen sogar Feuerwerksraketen auf. Am 9. September 1704 erreichte der Kaiser abends um 9 Uhr das Tor der Stadt Hersbruck.

Der letzte deutsche Kaiser, der auf der Goldenen Straße reiste, dürfte Karl VI. gewesen sein. Am 20. August 1711 in Frankfurt gekrönt, traf er am 17. Januar in Hersbruck ein. Nach drei Stunden reiste er weiter. Wieder, so erfahren wir aus den Berichten, war die Straße im schlechten Zustand. Über die Gräben wurden Bretter geworfen. Damit die Räder nicht zu laut rumpelten, mussten sie die Bauern mit dem Mist der Tiere belegen.

In den Herbergen an der Straße ist die „Goldene Traube“ zu nennen, hier soll einstmals der Zar von Rußland genächtigt haben, ohne seine Zeche zu bezahlen.

 

Touristikinformation: Unterer Markt 1 , 91217 Hersbruck, Telefon:   

www.gesundheitsregion-hersbruck.de

Deutsches Hirtenmuseum, Öffnungszeiten: Dienstag, Sonntag von 10 Uhr bis 12 Uhr und 14 Uhr bis 16 Uhr. Sonderführungen jederzeit vereinbar.Adresse: 91217 Hersbruck, Eisenhüttlein 7, Telefon: 09151 / 2161; Webadresse: hirtenmuseum(at)hersbruck(dot)de