Foto: Friedrichsburg Vohenstrauß

Pfalzgrafenstadt Vohenstrauß und die Ortsteile Waldau und Altenstadt

Waldau mit Burg und Nepomukkirche

  

Foto: Innere der Nepomukkirche und Akanthusaltar mit St. Nepomuk

Im Zuge der Gemeindereform wurde Waldau nach Vohenstrauß im Jahre 1972 eingemeindet. Die Ortschaft hat heute etwa 600 Einwohner. In Waldau befindet sich die aus dem 13. Jahrhundert stammende Burg Waldau. Sie befand sich abwechselnd im Besitz der Waldauer und Wittelsbacher und seit 1681 im Besitz der Freiherren von Rummel.  Genau Informationen unter http://www.heimat-now.de/d_bur_waldau.htm

Waldau- eine Perle unter den Nepomukkirchen der Oberpfalz

Die Kirche beherbergt mit dem Hochaltar mit ebenfalls reich geschnitztem Antependium von etwa 1700 und dem etwas jüngeren rechten Seitenaltar, der dem hl. Johannes Nepomuk geweiht zwei wunderschönen Akanthusaltäre. Mehr Informationen unter http://www.tgiehl.de/baugeschichte/walaltar.html

Zurück nach Vohenstrauß über den heutigen Ortsteil Altenstadt bei Vohenstrauß. Nun bewegen Sie sich auf den Fußspuren des Bamberger Bischof Otto I.

Altenstadt bei Vohenstrauß

 

Das Besondere an diesem eingemeindeten Ortsteil ist die Simultankirche St. Johannes Baptist mit dem mittelalterlichen Wehrfriedhof. Die Kirche selbst stammt aus der Romanik, ist im Kern gotisch und wurde 1124 von Bischof Otto aus Bamberg geweiht. Altenstadt war um diese Zeit bedeutend, Der Friedhof hat eine Internate und peinlich exakte Einteilung nach Herrschaftsgebieten: Auf der Südseite wurden die Altenstädter begraben, auf der Westseite die Waldauer, auf der Nordseite die Fiedelbühler und auf der Ostseite die Leute aus dem benachbarten Tresenfeld.

Der Friedhof besitzt noch heute eine einen Großteil seiner ehemaligen wehrhaften Mauern, wird aber jetzt nicht mehr genutzt. Foto: Fresken aus der Zeit der Romanik.Bischof Otto. Der Name und die Person Bischof Otto I, der Heilige (1102 – 1139)  sind eng mit Altenstadt bei Vohenstrauß verbunden.
 

Der heilige Otto von Bamberg (1102-1139) führte ein bewegtes Leben: Als Bischof kümmerte er sich um Seelsorge und Mission und als Reichsfürst um den Ausbau seines Territoriums sowie die Vermittlung zwischen weltlicher und geistlicher Macht während des Investiturstreites. Otto I. vermittelte zeitlebens zwischen beiden Parteien – und hatte Erfolg. Doch bevor Otto I. Bischof von Bamberg wurde, machte er Karriere: Zunächst war er Hauskaplan der königlichen Schwester Judit, die mit dem Polenherzog Wladislaw I. Herrmann verheiratet war. Ab 1097 wirkte er in Speyer als Leiter der Dombauhütte. In seiner Amtszeit wurde der Speyrer Dom vollendet. Wenig später wurde Otto I. zum Vorsteher der königlichen Kanzlei bestimmt. Heinrich IV ernannte ihn zum Bischof von Bamberg am Weihnachtstag 1102. Am Lichtmesstag 1103 betrat Otto I. mit einer königlichen Abordnung seine Bischofskirche in Bamberg – und zwar barfuss. Am Pfingstfest 1106 empfing er in Anagni die Bischofsweihe.

Zwei Angaben in den Lebensbeschreibungen des Bamberger Bischofs Otto I., des Heiligen, verfasst von den Michelsberger Mönchen Ebo (1151-1159) und Herbord (1158-1159) erzählen, dass der hl. Otto auf seiner ersten Missionsreise nach Pommern ( Anmerkung: über Kladruby (Kladrau) und Prag) zwei Kirchen geweiht (Anmerkung Altenstadt/VOH und Micheldorf , Richtung Weiden) habe.  Quelle: Wikipedia

 

Vohenstrauß (bis 1972 Kreisstadt VOH)

rund 7800 Einw. 580 m ü. M.

Foto: Rathaus der Stadt

 Fotos: Rathaus Vohenstrauß und Friedrichsburg

1124 weilte Bischof Otto aus Bamberg auf seiner Reise über Kladrau kurz in Vohenstrauß.

Die Sulzbacher Grafen waren Anfang des 12. Jahrhundert Besitzer von Vohenstrauß. Nach deren Aussterben (1189) begann die Epoche der Staufer in der Region. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts soll durch die Staufer eine neue Marktanlage gegründet worden sein, 1230 erscheint erstmals der Name „ veteri vohendrezz“ in einer Urkunde.  Vohenstrauß war- mit einigen Unterbrechungen staufisches Reichsgut.

1242 wird bereits der Name „Vohendraz“ verwendet. 1268/69 erhielten die bayerischen Wittelsbacher dem Ort. Durch deren Teilungspolitik kam es zum damaligen Teilherzogtum Niederbayern. 1378 ist der Name „Vohendres“ verbürgt. Herzog Otto V. von Bayern erlaubte die Abhaltung eines ersten Markt, am Sonntag nach St. Gallus nach dem 16.Oktober.

Die Teilungspolitik des Hauses Wittelsbach machte Vohenstrauß zum Spielball. 1669 erbte  Pfalzgraf Friedrich das Pflegamt Flossenbürg mit den Märkten Vohenstrauß und Floß sowie die halbe Herrschaft Weiden-Parkstein. Unter ihm wurde Vohenstrauß zur Pfalzgrafschaft erhoben. Ihm verdankt der Ort sein Wahrzeichen, Schloss Friedrichsburg, erbaut in den Jahren 1586 bis 1593. Nach dem Tode des Ehepaares  wurde der Titel „pfalzgräfliche Residenz“ aberkannt. Erneut wechselte der Besitzer 1614 kam Vohenstrauß zu Pfalz-Sulzbach. Der letzte Sulzbacher, Karl Theodor vereinte 1777, die Pfalz wieder mit Bayern. 1912 wurde Vohenstrauß zur Stadt erhoben. Heute verwaltet die Stadt das Schloss, der Besitzer ist der Bayerische Staat.

 

 

Bild: Friedrich von Pfalz-Vohenstrauß-Parkstein, vierter Sohn des Pfalzgrafen Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken und seiner Frau Anna von Hessen (eine Wittelsbacher Linie).  Am 26. Februar 1587 heiratete Friedrich Katharina Sophia von Liegnitz (1561–1608), Tochter Herzog Heinrich XI. aus der schlesischen Grafschaft Liegnitz. Ihren Höhepunkt erlebte die Stadt 1569 als Pfalzgraf Friedrich das Amt Floß / VOH Parkstein/ Weiden erbte. 1558 erbaute er die Friedrichsburg mit fünf Türmen ( Mittelturm erst 1903) und hohem Steildach als Residenz. Das Eingangsportal trägt den bayerischen Löwen und den schlesischen Adler, Pfalzgraf Friedrich war mit Katharina Sophia von Liegnitz (geb 1561 und Brieg in Schlesien verheiratet und starb am 10. Mai 1608. Die Grabstätten sucht man vergebens, die Fürsten sind in Lauingen in Schwaben beerdigt. Friedrich selbst wurde nur 40 Jahre alt.

Die Burg hatte viele Nutzungen Bezirksamt, zuletzt Landratsamt von VOH. Auf 42 Mio. Mark war die Sanierung dieses dominanten Bauwerkes projektiert. 23 Mio. hatte der frühere Finanzminister Max Streibl bewilligt, diese wurden auch verbaut. Die KAB sollte das haus übernehmen, daraus wurde nichts. Sein Ende 2010 ist der Bürgermeister von Vohenstrauß der Schlossherr ( die Stadt hat es aus Verantwortung gegenüber ihrer Geschichte übernommen). Derzeit gibt es Theateraufführungen (Landestheater Oberpfalz), Hochzeiten, Musikvorführungen, Kunstausstellungen durch den Heimatkundlichen Arbeitskreis der Stadt.

Zurück zur Geschichte: 1777 wird Vohenstrauß bayerisch, 1809 bekam es den Sitz des Landgerichtes, die in der Zwischenzeit aberkannten Stadtrechte wurden 1912 erneuert. Was fehlt ist eine langfristige Nutzung um die Burg aus seinem Dornröschenschlaf zu holen. Nun es gibt viele neue Ideen.

Stadt Vohenstrauß ist seit Februar 2011 Mieter der Friedrichsburg und 1. Bürgermeister Andreas Wutzlhofer neuer Schlossherr mit vielen Ideen. Schloss Friedrichsburg ist im Besitz des Freistaates Bayern und beherbergt die Tourist-Info der Stadt Vohenstrauß. Zugleich befindet sich hier der Sitz der Geschäftsstelle der Tourismusgemeinschaft Naturparkland Oberpfälzer Wald. Desweiteren wird es für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Besichtigungen sind nach Vereinbarung möglich.

Mehr Infos Tourist-Info Vohenstrauß · Marktplatz 9 · 92648 Vohenstrauß · Tel. 09651/922230 · Fax 09651/922241 · info(at)tourismus(dot)vohenstrauss(dot)de · www.vohenstrauss.de

 Einst eine befestigte Stadt mit Toren und Mauern, der heimatkundlich Arbeitskreis kümmert sich um die Geschichte. Hier verlief die alte Handelsstraße von Prag nach Nürnberg. Abbruch des Tores 1819.

Das Heimatmuseum ist in einem Ackerbürgerhaus untergebrach. Erste Erwähnung:  1601,  zwei Stadtbränden vernichteten das Haus 1763 und 1839. Es wurde jedes Mal wieder aufgebaut. 1993 zog dann das Heimatmuseum in das Ackerbürgerhaus. Dazu gehören Hof und Stadel.