Ab 1373 neuer Verlauf der Goldene Straße

Auerbach 1373 bis 1400 Hauptstadt von Neuböhmen


Im Vertrag von Fürstenwalde, geschlossen am 18. August 1373, gab Kaiser Karl IV. seinem Schwiegersohn, Markgraf Otto V. von Brandenburg, „Schlösser, Städte und Land Flozz, Hirsaw, Sultzpach, Rosenberg, … Neitstein, Harsprugk und Lauffen … Holenstain, … Hochenfels … gegen eine Pfandsumme von 100.000 fl.“. (Quelle Böhmisches SalbüchleinS. 35 ff).Der Grund: Hinwendung Karl IV nach Brandenburg behält er sich den strategisch wichtigen Stützpunkt Rothenberg und den Rednitzübergang Erlangen vor

Durch diese Maßnahme Karls wurde Neuböhmen geteilt: Der südliche Teil mit der bisherigen Hauptstadt Sulzbach kam zur Pfalz, das nördliche, restliche Territorium blieb bei Böhmen und wurde neuer Landgerichtsbezirk. Zeitgleich zog die Verwaltung von Neuböhmen unter Borso von Riesenburg zusammen mit Landrichter Wernt von Breitenstein von Sulzbach in den neuen Amtssitz nach Auerbach um. Das war ein sehr bedeutendes Ereignis in der Geschichte unserer Stadt, denn Auerbach wurde damit Hauptstadt von Neuböhmen und Sitz eines Landgerichts.

 Der Weg der Goldenen Straße verlief nun von Tachov (Tachau) ab Bärnau (oder Waidhaus) kommend 151 Kilometer über Neustadt /WN – Altenstadt/WN – Parkstein - Grafenwöhr – Stadt Eschenbach – vorbei an den Klöstern Speinshart und Michelfeld - Kirchenthumbach (Name im 14. Jh. Tumpach) – Auerbach – Plech – vorbei am Rothenberg (Schnaittach) Eckental- Kalchreuth (hieß im 14.Jh. Karlsreuth), Erlangen – Mainbernheim- Heidingsfeld (Würzburg).

Blick vom Parkstein

l.n.r Grafenwöhr- Eschenbach Stadt- das Rathaus liegt nach böhmischer Tradition in der Mitte des Marktplatzes.

Foto: Kirchenthumbach Auszüge aus der Geschichte des Marktes Kirchenthumbach Name im 14. Jh. Tumpac

Kloster Speinshart, die Prämonstratenser betrauen hier eine europäische Bildungsstätte. Es bestehen gute Kontakte zum Kloster Tapla(Tepl) und Strahov in Prag.

Auerbach, 1373  Hauptstadt Neuböhmens mit allen Privilegien von Lauf.

Beheimstein (deutscher Name Böhmenstein) , Burg Karl IV. in Franken

Der Burgstall Böheimstein, früher auch Burg Pegnitz genannt, war eine von den Oberpälzer Landgrafen von Leuchtenberg(Landkreis Neustadt/WN) gegründete Burg auf dem Schlossberg über der der Stadt Pegnitz (Landkreis Beayreuth). Als die Landgrafen ihr Gebiet um die Stadt Pegnitz 1357 an Karl  IV.Kaiserverkauften, wurde in den Verkaufsurkunden mehrmals von einer Veste, also einer Burg, geschrieben. Unter dem aus dem hause Luxemburg stammenden Kaiser und König Karl von Böhmen, wurde die Burg ausgebaut, befestigt. Sogar ein Bergfried (heute steht hier ein Aussichtsturm)  errichtet. Er nannte sie in Beheimstein um, mit der Namensgebung diente als Bekräftigung für die Zugehörigkeit zu Böhmen. Kaiser Karl ließ Burg Böheimstein verstärken, auch wurde, vielleicht an der Stelle des heutigen Aussichtsturmes, errichtet. Neben der Burg Hollenberg wurde auch Beheimstein Amtssitz. Der erste böhmische Pfleger kam aus dem Geschlecht der Stiebar von Buttenheim. Nach dem Tode von Karl nutzte 1397 sein Sohn Wenzel IV. die Burg als Pfand, übergab sie jedoch 1402 durch Verkauf an die „Zollern“. Die Burg Böheimstein überstand erstaunlicherweise viele Kriege: Hussitenkriege, ersten Markgrafenkrieg, den Fürstenkrieg und auch den Bauernkrieg. Die Burg hielt stand. Erst im Zweiten Markgrafenkrieg endete die Geschichte der Burg mit Plünderung und Brandschatzung. Hans von Hirschaid, der letzte Verteidiger der Burg, musste sich am 27. Juni 1553 den Truppen der Reichsstadt Nürnberg ergeben. Diese hatten zuvor begonnen die Burg mit Kanonen zu beschießen. Damit war das Ende der Burg Böheimstein besiegelt. Jahrhundertlang verfallen die Reste auf dem Burghügel zu Ruinen, mit den Steinen erbauten die Pegnitzer ihre Häuser.

Die Reste der Veste befinden sich auf dem 544 m hohen Schlossberg rund 500 Meter westlich des Marktplatzes; somit auf Pegnitzer Stadtgebiet. An der Stelle der Burg steht heute ein weithin sichtbarer Aussichtsturm. Von der einstigen Anlage sind nur noch Ruinen vorhanden.

 

Evangelische Pfarrkirche Plech r. Kalchreuth Ehem. Wasserschloss der Patrizierfamilie Haller von Hallerstein 

  Eckental

Erlangen, in der böhmischen Zeit zur Stadt erhoben.

Auf eine über 600 jährige Stadtgeschichte kann Erlangen zurückblicken. Die Stadtgründung erfolgte im 14. Jahrhundert, als die Luxemburger in Prag auf dem Thorn saßen.

Erlangen - die berühmte Bergkirchweih

Erlangen- Schloss

Das heutige Erlangen entstand 1812 durch die Vereinigung der Altstadt mit der Neustadt und führt seit 1835 mit Genehmigung von König Ludwig I. das Dreifachwappen. Kaiser Karl IV. erwarb 1361 vom Hochstift Bamberg das Dorf Großerlangen. König Wenzel erhob 1398 Erlangen zur Stadt und verpfändete es 1402 an die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, die bis 1792 Stadtherren in Erlangen waren. Aus dem Jahr 1389 ist für die Altstadt der Abdruck mit dem Löwen in einem Siegel überliefert, das um 1370 entstanden ist.

Die Festschrift, hg. v. Heimatverein Erlangen und Umgebung, Erlangen 1967 = Erlanger Bausteine zur fränkischen Heimatforschung 14 (1967), S. 5-32. [Bischoff, Erlanger Stadtgründungen Kaiser Karls IV.] Quelle: Bischoff, Johannes gibt dazu viele Auskünfte.

Der Böhmische Löwe noch heute im Wappen vertreten

Das Wappen von Erlangen zeigt drei Schilde: den sogenannten Altstadtschild mit einem doppelschwänzigen, golden gekrönten und rot gezungten goldenen Löwen. Es ist der böhmischen Löwe , der über der Stadtmauer sowie die beiden Adlerwappen der Neustadt bis ins 20. Jahrhundert die Stadt bewacht. Als Kaiser Karl IV. seine Interessen in der Oberpfalz und Mittelfrankens zurückschraubte und sich der Region Brandeburg und Mecklenburg-Vorpommern zuwandte, bestand dennoch die Landbrücke von Böhmen in sein Stammland Luxemburg.

Das heutige Erlangen entstand 1812 durch die Vereinigung der Altstadt mit der Neustadt und führt seit 1835 mit Genehmigung von König Ludwig I. das Dreifachwappen. Kaiser Karl IV. erwarb 1361 vom Hochstift Bamberg das Dorf Großerlangen. König Wenzel erhob 1398 Erlangen zur Stadt und verpfändete es 1402 an die Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach, die bis 1792 Stadtherren in Erlangen waren. Aus dem Jahr 1389 ist für die Altstadt der Abdruck mit dem Löwen in einem Siegel überliefert, das um 1370 entstanden ist. In einem zweiten Siegel aus dem 15. Jahrhundert, der im Abdruck von 1511 belegt ist, fehlt das Tor, der Löwe ist bekrönt. Gleiches Bild mit nur geringfügigen Abweichungen zeigen die Siegel bis ins 18. Jahrhundert. In einer farbigen Abbildung von 1605 steht in Blau über torloser silberner Zinnenmauer der wachende gekrönte goldene Löwe. Die Neustadt ist eine Hugenottensiedlung, die Markgraf Christian Ernst (1661 bis 1712) im Jahr 1686 gegründet hat. Sie hieß zunächst Neu-Erlangen, von 1701 bis 1812 Christian-Erlang. In den Jahren danach kam es immer wieder zu Wappenänderungen. Seit 1835 ist wieder das Vollwappen in Gebrauch, oben der brandenburgische und preußische Adler, unten der böhmische Löwe. Quelle: Haus der Bay.Geschichte

Der Rest von Neuböhmen umfasste immerhin noch die Ämter Auerbach, Beheimstein mit Pegnitz, Hollenberg, Thurndorf mit Eschenbach, Frankenberg, Erlangen, Rothenberg mit Schnaittach, Strahlenfels, Hohenstein, Hartenstein, Störnstein mit Neustadt a.d. Waldnaab und Bärnau.

Karl hatte schon die Absicht, diesen neuböhmischen Raum auf Dauer zu sichern. Die „Lande in Baiern“ sollten- wie urkundlich festgehalten – dauerhaft mit dem Königreich Böhmen verbunden bleiben. So wie in Böhmen Burg Karlstejn (Berounkatal) oder Burg Karlskrone in Stary Plzenec (heute Radyne) mit seinem Namen verbunden waren, erhielt die 1358 von ihm neuangelegte Burg an der oberen Pegnitz den Namen „Beheimstein“, als Bekräftigung für die Zugehörigkeit zu Böhmen. Auch das Wappenbild des böhmischen Löwen führten die meisten Städte und Märkte, zum Teil bis heute. U.a. Erlangen ab 1389, Stadt Eschenbach ab 1382, Pegnitz ab 1360, Velden ab 1407, Heidingsfeld bei Würzburg ab 1368.

Weiteren Infos unter: http://www.weber-rudolf.de/neuboehmen.htm